Freitag, 4. September 2015

C.L. Taylor - Träum was böses [Beate]





Verlag: Piper
Autor: C.L. Taylor
Titel: Träum was böses
Seiten: 428 Seiten
Print:
978-3492303804
ASIN: B00Q2OSWNA

Sprache: Deutsch
Medium: Taschenbuch
Genre: Thriller

Originaltitel: The Accident







Sue und Brian sind fassungslos. Ihre geliebte Tochter Charlotte liegt im Koma. Warum ist die 15-jährige vor einen Bus gelaufen? Wollte sie sich das Leben nehmen, oder war es doch ein Unfall? Die Eltern sind verzweifelt und Sue kann die Sache einfach nicht auf sich beruhen lassen. Sie muss wissen, wieso es zu diesem Unfall kam. Brian denkt, sie verrennt sich da in was und verweigert ihr die Unterstützung. Er hat ja keine Ahnung, dass sich Sue, durch ihre Schnüfflerei, in große Schwierigkeiten bringt...

Dieser Thriller war endlich mal wieder ganz nach meinem Geschmack. Eine Mutter versucht verzweifelt herauszufinden, was mit ihrer Tochter passiert ist. Und man macht es ihr nicht gerade einfach.

Das Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt und ich hatte es in kürzester Zeit gelesen. Es hat richtig Spaß gemacht, mit Susan herauszufinden, was ihre Tochter in letzter Zeit alles erlebt hat. Dazu gibt es noch einen zweiten Erzählstrang, der von der jungen Susan handelt. Das alles ist sehr spannend und ich verfluchte die Wechsel der Stränge, weil die Story immer im spannendsten Moment wechselte.

Auch der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er liest sich locker und angenehm und ist sehr bildhaft. Die Geschichte war keine Sekunde lang langweilig. Susan ist ein starker und facettenreicher Charakter. Sie hat mir meistens gut gefallen, aber es gab auch Situationen in denen sie absolut konfus handelte. Immer diese Geheimniskrämerei und stillen Verdächtigungen, statt einfach mal mit den Leuten zu reden und die Unklarheiten aus der Welt zu schaffen. Das hat mich dann manchmal doch ein wenig genervt. Aber das war auch der einzige Kritikpunkt.

Ich vergebe für diesen tollen Thriller 4 von 5 Byrons und eine Leseempfehlung für alle. Das Buch kommt ganz ohne literweise Blut aus und es wird auch kein Opfer gefoltert. Das war mal so ganz was anderes und mir gefiel es.

© Beate Senft 



Dienstag, 1. September 2015

Katrin Koppold - Aussicht auf Sternschnuppen [Marina]





Verlag: ro ro ro
Autor: Katrin Koppold
Titel: Drive-In
Seiten: 320 Seiten
Print:
978-3499269851 
ASIN: B00AFHTX9C
Sprache: Deutsch
Medium: Taschenbuch
Genre: Roman








Zum Autor:
"Wenn du an eine Weggabelung kommst, geh einfach drauf zu".

Dieses Zitat aus dem Film "360°", das die Autorin ihrem Debutroman "Aussicht auf Sternschnuppen" vorausgestellt hat, trifft ihre Lebensphilosophie ziemlich genau. Nicht lange zaudern, Neues ausprobieren, auch wenn man sich dabei blaue Flecke holt, Risiken eingehen, Visionen haben!
Nach Abitur und Studium ist Katrin Koppold viel gereist, hat die Welt erkundet, als Fitnesstrainerin, Journalistin, Mode- und Kosmetikdarstellerin und in einem Restaurant gearbeitet, bevor sie den Mann ihrer Träume kennen gelernt hat und sesshaft geworden ist. Heute lebt sie mit ihrer Familie und den Katzen Merlin und Fiona in einem Häuschen in der Nähe von München.
Quelle: Amazon

Zum Cover:
Das Cover ist in angenehmen Pastellfarben gehalten und wirkt unheimlich romantisch. Es zeigt eine Braut, die ganz in weiß gehalten ist, als Kontrast zieren rote Blumen das Cover.
Eine Verbindung zum Titel kann so zwar nicht hergestellt werden, kennt man jedoch den Inhalt macht die Braut auf dem Cover durchaus Sinn.
Für mich wäre das Buch zwar nicht unbedingt ein Coverkauf, macht sich im Regal aber großartig!

Hauptprotagonisten:
Helga Baum: ehrgeiziger Mensch mit Prinzipien, möchte gerne eine eine Traumhochzeit und ein Kind. Hat drei jüngere Schwestern. Ist momentan in einer Beziehung, denkt allerdings, dass ihr Partner sie hintergeht.

Nils Schöneberger: Schauspieler und Sohn berühmter Eltern. Lernt Helga am Flughafen kennen und findet sie anfangs einfach nur schrecklich.

Giuseppe: Helga´s Partner, reist ohne sie nach Italien und weiß allerdings nicht, dass seine Freundin ihn verfolgt um sein „Geheimnis“ aufzudecken

Zum Inhalt:
Helga hat es nicht leicht, und das nicht nur wegen ihres altmodischen Namens: Sie findet eine verdächtige SMS auf dem Handy ihres Freundes Giuseppe, der kurz darauf gen Italien aufbricht - angeblich beruflich. Helga reicht es. Hals über Kopf folgt sie ihm zum Flughafen, aber alle Flüge sind gestrichen. Mit Mühe kann sie noch einen Mietwagen ergattern, den sie sich allerdings teilen muss. Mit Nils - Schauspieler, Kettenraucher, Nervensäge. Ihr Weg führt die unfreiwillige Fahrgemeinschaft von Verona über den Gardasee bis in die Hügel der Toskana. Und alles läuft gründlich anders, als Helga es geplant hat.
Klappentext – Quelle: Amazon

Meine Meinung:
Ich habe unheimlich schnell in die Geschichte hinein gefunden und war anfangs allerdings etwas zwiegespalten. Konnte ich Helga denn nun leiden oder nicht? Ich fand sie etwas schrullig und wohl auch langweilig. Sie hatte mich anfangs ein wenig genervt und ich empfand sie als sehr anstrengend. Auch ihr Verhalten Nils gegenüber war nicht so ganz mein Fall, hat aber hervorragend zur Geschichte gepasst. Meine leichte Abneigung verflog allerdings mit der Zeit, denn die liebe Helga wurde mutiger, irgendwie netter und ihre tollpatschige Art, sowie ihre lustigen Ideen haben zu einer witzigen Story beigetragen.
Die Geschichte nimmt richtig Fahrt auf und die Seiten fliegen nur geradezu. Man lernt die Akteure besser kennen und beginnt mitzufiebern. Man fragt sich natürlich auch immer, was als nächstes passieren wird. Und ob sich der ganze Aufwand für die liebe Helga überhaupt lohnt.

Die einzelnen Charaktere haben mir unheimlich gefallen und sind unheimlich fantasievoll beschrieben und ausgedacht. Man kann sie sich richtig bildlich als Person vorstellen. Und sie passen alle hervorragend in diese Geschichte.

Der Plot der Story ist sehr einfallsreich und unterhaltend. Stellenweise hat es mich ein wenig an den Film „Briefe an Julia“ erinnert, den ich sehr sehr gerne mag.
Die Geschichte ist toll geschrieben und kann einen richtig fesseln. Sie zeigt Humor, Spannung und Romantik – was will man mehr??!!

Das Buch wird einem mit keiner Seite langweilig und man hofft so sehr auf ein Happy End für Helga! Aber klar, dass da auch die Sternschnuppen noch einen wichtigen Teil dazu beitragen müssen ;-)


Mein Fazit:
Ich vergebe 4 Byrons für eine großartige Unterhaltung. Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterhin verfolgen, denn das Lesen hat unheimlich Spaß gemacht!
Danke Katrin!!!

© Marina Sharma                  



Kathy Reichs - Totenmontag [Marina]




Verlag: blanvalet
Autor: Kathy Reichs
Titel: Totenmontag
Seiten:  384 Seiten
Print:
978-3442366002 
ASIN: B00DVIDW7G
Sprache: Deutsch
Medium: Taschenbuch
Genre: Roman

Originaltitel: Monday Mourning







Zum Autor:
Kathy Reichs wurde 1950 in Chicago geboren und wuchs dort auch auf. Nachdem sie Archäologie und Soziologie studiert hatte, übernahm sie eine Professur für Soziologie und Anthropologie und für Forensische Anthropologie und arbeitete in der Gerichtsmedizin. Heute unterrichtet sie unter anderem FBI-Agenten im Aufspüren und Identifizieren von Leichen; sie unterstützte als Sachverständige das UN-Tribunal in Ruanda und beteiligte sich an der Identifizierung der Opfer des Terroranschlags auf das World Trade Center. 1987 erschien ihr erster Roman "Tote lügen nicht".
Quelle: Amazon

Zum Cover:
Das Cover ist sehr schlicht in schwarz gehalten.
Der Titel sticht leuchtend in weiß und in großen Buchstaben hervor.
Es wirkt nicht langweilig, aber auch nicht so, dass man es unbedingt in den Händen halten müsste.
Als Highlight sollen wohl die abgebildeten Knochen einer menschlichen Wirbelsäule dienen.

Hauptprotagonisten:
Tempe Brennan: bekannte Gerichtsmedizinerin und Forensikerin, lebt für ihre Arbeit, verliebt in ihren Kollegen Ryan, mit dem sie ein Verhältnis hat

Anna: Tempe´s beste Freundin, gerade zu Besuch, wird in den aktuellen Fall der Freundin verwickelt

Zum Inhalt:
Was könnte frostiger sein als ein kanadischer Wintersturm? Tempe Brennan, Forensikerin in Montreal, wird an einem tristen Montagmorgen zu einem Fundort gerufen, der ihr das Blut in den Adern gefrieren lässt. Verscharrt in einem Kellergewölbe liegen die Leichen dreier junger Frauen. Nicht eine Gewebefaser gibt Aufschluss darüber, warum diese Mädchen sterben mussten. Dank akribischer Ermittlungen und weiblicher Intuition kommt Tempe einem Verdächtigen auf die Spur. Doch sie muss auf alles gefasst sein, denn ihr Gegner ist an Kaltblütigkeit nicht zu übertreffen.
Klappentext – Quelle: Amazon

Meine Meinung:
Ich hatte mich vor einiger Zeit schon einmal an ein Buch der Autorin gewagt und damals schon unheimliche Probleme gehabt, mich in die Story hineinzufinden.
Der Plot ist zwar von der Sache her gut aufgebaut, allerdings braucht es so ewig, dass man mal eine Spannungskurve erreicht. Mit einer Seitenanzahl von etwa 375 Seiten, habe ich ungefähr bis Seite 250 gebraucht, damit das Buch es geschafft hat mich wirklich zu fesseln und auch mal viele Seiten am Stück zu lesen. Vorher plätscherte die Geschichte so vor sich hin, ab und an passierte mal eine Kleinigkeit, aber der richtige Handlungsstrang kam einfach nicht ins Rollen. Zwischendurch habe ich so mit mir gekämpft und gehadert … am Liebsten hätte ich das Buch weggelegt. Wäre es kein Rezensionsexemplar gewesen, hätte ich dies wohl auch getan.
Hat man jedoch diesen riesigen Berg überwunden, kann man sich dann doch recht gut auf die Geschichte einlassen und sie hat es dann auch geschafft, mich wirklich zu fesseln.
Aber es war nur nicht der Aufbau der Story, ich habe auch das Gefühl irgendwie mit Tempe nicht richtig warm zu werden. Sie lässt mich leider total kalt und oftmals kann ich ihre Art und vor allem ihre wirren Gedanken nicht leiden.
Schwer fällt es mir auch immer wieder mit den vielen forensischen Angaben zu leben. Sie langweilen mit der Zeit und gehen einfach zu sehr ins Detail. Auch der ständige Wechsel zur französischen Sprache nimmt mir beim Lesen oft die Fahrt und nervt fast ein wenig.

Mein Fazit:
3 Sterne sind drin, mehr aber leider nicht.
Ich werde nun für eine Weile mal wieder die Finger von Tempe Brennan lassen, denn überzeugen konnte sie mich leider nicht richtig

Danke an Frau Kreis vom Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar -

© Marina Sharma                    

Joe R. Lansdale - Drive - In [Beate]




Verlag: Heyne Hardcore
Autor: Joe R. Lansdale
Titel: Drive-In
Seiten: 736 Seiten
Print:
978-3453676725
ASIN: B00QZEVF54

Sprache: Deutsch
Medium: Brochierte Ausgabe
Genre: Horror

Originaltitel: The complete Drive-In









Stellt euch ein Autokino vor, das groß genug ist, viertausend Autos zu fassen. Dann habt ihr eine Idee vom Orbit, dem größten Drive-in von Texas. Jeden Freitag gibt es dort die All-Night-Horror- Show. Genau hier sind wir jetzt, alles ist perfekt. Aber plötzlich taucht aus dem Nichts dieser blutrote Komet auf. Schlagartig ist das Orbit von der Außenwelt isoliert, eingeschlossen von einer tödlichen Leere. Es gibt kein Entrinnen. Die Nahrungsmittel werden knapp. Erste Fälle von Totschlag und Kannibalismus treten auf. Doch das Schlimmste steht uns erst bevor ...

Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut und ich wurde nicht enttäuscht. Ich habe schon lange nicht mehr so eine verrückte und total abgefahrene Geschichte gelesen wie "Drive-In" Diese Story ist wirklich mit nichts anderem vergleichbar. Auch wenn man vielleicht denkt, dass Lansdale super schreibt und die anderen Geschichten einem gut gefallen haben, vergesst es. Das ist wie Steak und Schokolade miteinander zu vergleichen.

Jack geht fast jeden Freitag mit seinen Freunden in das riesen Autokino. Da gibt es immer eine lange Horrornacht in der verschiedene Filme gezeigt werden. Am Anfang läuft noch alles normal und die Jungs haben ihren Spaß. Aber irgendwann taucht dieser rote Komet auf und plötzlich sind die Leute im Drive-In eingeschlossen. Außen herum wabert eine Suppe, die alles tötet was mit ihr in Berührung kommt. Die Leute bekommen Angst und wissen nicht, was sie tun sollen. Und am Anfang gibt es auch noch genug Essen,. auch wenn es sich ausschließlich um Süßkram und Softdrinks handelt. Erstaunlicher weise laufen die Filme immer weiter. Doch bald bricht das Chaos aus und die Menschen benehmen sich schlimmer als die Tiere und als dann noch die Lebensmittel zu Ende gehen, reagiert nur noch Gewalt und Chaos. Jack und seine Freunde versuchen zu überleben, aber einfach ist das nicht.

In diesem Buch stecken 3 Bände die zusammen gehören. Jede dieser Geschichten ist wieder ganz anderes, aber alle sind total abgedreht. Ich hatte beim Lesen einen wahnsinns Spaß und am Liebsten würde ich gleich noch einmal von vorne beginnen. Ich hab laut gelacht, mich richtig geekelt, ich war fassungslos, traurig und wütend. Beim lesen habe ich wohl alle Emotionen durchlebt die es gibt. Und das bei praktisch einem Buch. Aber überwogen hat auf jeden Fall der Spaß.

Der Schreibstil ist locker, flüssig und sehr derbe. Zarte Seelchen sollten unbedingt die Hände vom Buch lassen, denn es ist nicht umsonst bei Heyne Hardcore erscheinen. Es geht teilweise echt krass zur Sache und Kannibalismus ist echt nichts für jedermann.

Ich vergebe 5 von 5 Byrons, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung für alle Horrorfreunde und Hardcoreleser. Ihr werdet es lieben, denn es ist wirklich mit nichts anderem vergleichbar. Und das Ende....... ja das Ende....... Unglaublich. Endlich mal wieder ein Buch das mich von der ersten bis zur letzten Seite gepackt hat.

© Beate Senft




Samstag, 22. August 2015

Emelie Schepp - Nebelkind [Beate]




Verlag: blanvalet
Autor: Emelie Schepp
Titel: Nebelkind
Seiten: 448 Seiten
Print:
978-3734100697 
ASIN: B00QZEQMRK
Sprache: Deutsch
Medium: Taschenbuch
Genre: Thriller

Originaltitel: Märkta för livet







Ein Mann wird in seinem eigenen Haus erschossen und von seiner Frau gefunden. Die einzige Spur sind die Fingerabdrücke eines Kindes am Fenster. Dabei hatte das Ehepaar gar keine Kinder. Kurze Zeit später wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden. Im Genick hat er das Wort Thanatos als Narbe. Die ermittelnde Staatsanwältin Jana Berzelius muss einfach wissen was hier passiert ist, denn sie trägt eine ähnliche Narbe im Genick, ohne eine Erinnerung daran, wie sie dazu kam. 

Ich habe es mal wieder mit einem Thriller versucht und wurde wieder enttäuscht, denn es gibt wieder eine sehr nervige Ermittlerin. Während Jana Berzelius aus reichem Hause kommt und kühl und ohne erkennbare Emotionen ermittelt, muss sich der Leser mit Maria Bohlander auseinander setzen. Bohlander hasst Jana schon alleine deshalb, weil deren Eltern reich sind. Sie lässt kein gutes Haar an ihr und lästert und zickt ständig. Das nervt. Aber noch viel schlimmer ist, dass Mia scheinbar ein Alkoholproblem hat und durch ständige Geldsorgen auch gerne mal lange Finger macht. Ich war echt bedient. Kriminalkommissar Henrik Levin, Mias Partner, ist dagegen erschreckend normal.

Außer der Suche nach dem Mörder gibt es noch einen 2. Erzählstrang, der von einem kleinen Flüchtlingsmädchen und dessen Schicksal handelt. Das war auch wirklich das einzig interessante an dem Buch. 

Emelie Schepp wollte wohl ihren Charakteren Tiefe geben und sie lebendig wirken lassen, aber durch die vielen Beschreibungen wurde das Buch nur unglaublich zäh und langweilig. Außerdem fand ich die Geschichte sehr vorhersehbar.  Von einem Thriller erwarte ich mir eigentlich viel mehr Spannung. Dazu kamen noch seltsame Dialoge, die mich eher zum Lachen brachten.

Ich kann für dieses Buch leider nur 2 von 5 Byrons vergeben, aber vielleicht bin ich von Thrillern auch einfach so genervt, dass ich sie einfach nicht mehr gut finden kann. Wie immer, sollten sich interessierte Leser selbst eine Meinung bilden.

© Beate Senft           

Michael Schofield - Ich will doch nur sterben, Papa [Beate]




Verlag: Kösel-Verlag
Autor: Michael Schofield
Titel: Ich will doch nur sterben, Papa
Seiten: 336 Seiten
Print:
978-3466309948
ASIN: B00HUPTFBS

Sprache: Deutsch
Medium: Hardcover
Genre: Wahre Begebenheit

Originaltitel: January first







Als Michael und Susan Schofield Eltern der kleinen January werden, ist ihr Glück perfekt. Doch es ist nur von kurzer Dauer. Von Anfang an ist Janni anders. Sie schläft als Säugling höchstens 4 - 5 Stunden am Tag und die nur in 20 Minuten Etappen. Die Eltern sind verzweifelt und merken sehr schnell, dass Janni ständig beschäftigt werden muss. Doch ihr Verhalten wird immer seltsamer und bald ist Janni ständig beim Arzt. Die Eltern denken, ein Geschwisterchen würde ihrer Tochter gut tun, doch von Anfang an ist Janni schrecklich aggressiv gegen ihren Bruder Bodhi. Mit 4 Jahren war das Mädchen schon mehrmals in der Psychiatrie, weil sie ständig versucht Leute zu verletzen. Die Eltern sind am Ende ihrer Kräfte. Mit sechs Jahren bekommen sie dann endlich eine Diagnose: Schizophrenie! Die Eltern sind verzweifelt, denn Schizophrenie ist die schlimmste der psychischen Erkrankungen und nicht heilbar. In dem Buch "Ich will doch nur sterben, Papa" hat Michael Schofield ihren Leidensweg aufgeschrieben. 

Der Klappentext des Buches war schon ziemlich erschreckend und ich fragte mich, ob so ein kleines Kind wirklich schon an Schizophrenie erkrankt sein kann. Kann man damit geboren werden? Als ich dann anfing zu lesen, war ich schnell entsetzt. Nicht wegen Janni, die sich später nur noch Jani nennt und hysterisch wird, wenn sie jemand mit January anspricht, sondern wegen ihren Eltern. Von Anfang an setzten sie dem Mädchen keinerlei Grenzen. Ließen sich von ihre schlagen und verletzen und erfüllten ihr sofort jeden Wunsch, damit sie keine Tobsuchtsanfälle bekommt. Zu dem Zeitpunkt war ich der absoluten Meinung, dass die Eltern selbst an Janis Verhalten schuld wären. 

Es wurde noch viel schlimmer, denn es kamen einige Dinge ans Licht, die Michael verbockt hat und die waren einfach bestürzend. Außerdem dachte der Vater er wäre der Nabel der Welt und der Einzige, der mit Jani zurecht kommt. Alle anderen waren Idioten, weil sie nicht sofort Janis Genie erkannten oder sie behandelten wie ein "normales" Kind. Egal was Jani auch tat, es hieß von Michael, dass sie schließlich ein Genie mit einem IQ von 146 ist. Da brauchte das Mädchen keine Umgangsformen und musste auch nicht nett zu anderen Kindern sein, weil die ihr ja sowieso komplett unterlegen waren. Ich war oft so richtig wütend beim Lesen. 

Aber je weiter ich in dem Buch kam, desto mehr Mitleid empfand ich für diese Familie. Sie haben wirklich sehr schlimme Zeiten hinter sich und es wurde immer deutlicher, dass Jani an Schizophrenie leidet. Sie hatte ständig Halluzinationen, konnte sie aber nicht als solche erkennen, weil es ihr ja von Geburt an so ging. Was für ein schlimmes Schicksal das doch ist. 

Jedem, der das Buch gelesen hat empfehle ich, die Filme über die Familie auf YouTube zu schauen. Denn auch der Sohn Bodhi ist wohl an Schizophrenie erkrankt. Wie verkraften das die Eltern nur? Sie haben keine freie Sekunde und leben nur in ständiger Angst um ihre Kinder. 

Es ist sehr schwer dieses Buch zu bewerten. Die Familie macht schreckliches durch, auch wenn der Vater oft ein Idiot ist. Wir viele Byrons soll man dafür vergeben? Immerhin ist Michael so ehrlich und schreibt auch über sein und Susans Versagen. Über ihre Hilflosigkeit und der fehlenden Hilfe von Seiten des Staates. Nach langem Überlegen habe ich mich jetzt entschlossen 4 von 5 Byrons zu vergeben, denn vielleicht kann das Buch anderen Eltern von psychisch erkrankten Kindern Mut machen. Ich bin jedenfalls froh, diese Geschichte gelesen zu haben, denn es zeigte mir wieder wie viel Glück es doch ist gesunde Kinder zu haben. 

© Beate Senft                       

Dienstag, 18. August 2015

Poppy J. Anderson - 8 Pfoten und ein Traummann [ Marina]




Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Autor: Poppy J. Anderson  
Titel: 8 Pfoten und ein Traummann
Seiten: 216 Seiten
Print: 978-1515339885 

ASIN:B0135LY786 
Sprache: Deutsch
Medium: Taschenbuch
Genre: Roman










Zum Autor:
Poppy J. Anderson ist das Pseudonym einer deutschen Autorin mit amerikanischer Verwandtschaft, die an deutschen als auch ausländischen Universitäten studiert hat. Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit schreibt sie in ihrer Freizeit moderne Liebesgeschichten, spielt mit ihrem Hund, beschäftigt sich mit ihrem vergötterten Patenkind und liebt es, Sport zu schauen! Vor allem deutschen Fußball und US-Football! Bereits seit ihrem 12. Lebensjahr erfindet sie Geschichten und hat mit "Touchdown fürs Glück" ihren ersten Roman veröffentlicht. Für ihre Romanhandlungen wird sie von alltäglichen Begebenheiten, witzigen Vorkommnissen aus ihrem Freundeskreis und plötzlichen Ideen inspiriert. Sie sagt, dass ihre Leser/innen bei der Lektüre lachen, weinen, schmunzeln und seufzen sollen - Hauptsache, sie freuen sich am Ende des Buches über das Happyend.
Quelle: Amazon.de

Zum Cover:
Wie bereits bekannt, sind die Cover der Geschichten rund um die Autorin Poppy J. Anderson immer sehr romantisch und verspielt, aber auch immer wieder treffend gestaltet.
Man schaut es an und kann sich schon in etwa vorstellen, wohin einen die Geschichte diesmal führt, zusammen mit dem Klappentext erhält man eine umfangreiche Information und meistens auch den Willen das Buch zu kaufen.

Hauptprotagonisten:
Alexis: hat in dem kleinen Örtchen Hailsboro einen Job zu erfüllen und so gar keine Lust überhaupt dorthin zu gehen.

Henry: ortsansässiger Tierarzt, Schwarm aller Frauen, tierlieber netter Kerl

Stinker & Satansbraten: zwei süße Welpen, die ausgesetzt wurden und nun ganz Hailsboro auf den Kopf stellen.

Zum Inhalt:
Eigentlich sollte Alexis Grayson im pulsierenden Miami sein, um dort die aufsehenerregendste Party des Jahres zu organisieren und endlich die heiß ersehnte Beförderung zu erhalten, auf die sie hart hingearbeitet hat. Doch dann kommt es anders, als die Eventmanagerin gedacht hat, und sie fährt mit einem klapprigen Mietauto ins beschauliche Hailsboro, um dort die Einhundertfünfzig-Jahr-Feier der Stadt zu organisieren. Ausgerechnet auf dem Weg dorthin stößt sie auf ein ausgesetztes Hundepaar, das sie vor dem Hitzetod rettet und anschließend einfach nicht loswird. In Hailsboro wird ihr schnell bewusst, dass die Uhren auf dem Land anders ticken als in der Stadt, dass die Organisation der Feier ständig von einer Gruppe älterer Damen torpediert wird, die sie mit ihren ausgefallenen Vorstellungen beinahe in den Wahnsinn treiben, und dass die beiden Hunde ihr Übriges tun, um Alexis um den Verstand zu bringen. Der einzige Lichtblick in diesem Chaos ist der attraktive Tierarzt Henry – doch dieser scheint mit Alexis nichts anfangen zu können. 

Meine Meinung:
Da ich jedes der Bücher von Poppy J. Anderson sehnsüchtig erwarte, hatte ich auch dieses gleich nach Veröffentlichung in den Händen. Diesmal führt uns ihre Geschichte zurück nach Hailsboro. Einem kleinen Städtchen in Texas, das der Hauptort dieser Serie ist und an den man immer wieder gerne zurückkehrt. Da dies bereits der 5. Band dieser Hailsboro Reihe ist, trifft man auch ein paar alte bekannte Menschen wieder und fühlt sich sofort mitten drin in der Geschichte. Die Hauptpersonen sind diesmal allerdings beide neu. Henry, der smarte Tierarzt ist mir von Anfang an sympathisch gewesen und man kann ihn, kaum taucht er in der Geschichte auf, sofort gut leiden. Bei Alexis habe ich mir anfangs etwas schwer getan. Sie ging mir ein wenig auf die Nerven mit ihrer materialistischen Art und ihrem Gejammer. Auch den Namen finde ich schlichtweg schrecklich, was vielleicht auch einen Teil dazu beigetragen hat. Dies bessert sich allerdings im Lauf der Geschichte, wenn man sie etwas besser kennenlernt.
Total niedlich wirken die beiden Welpen Stinker und Satansbraten (auch wenn hier die Namenswahl deutlich besser hätte ausfallen können). Es ist schon beschrieben, wie sich die Welpen verhalten und was man mit ihnen alles erlebt. Man kann es sich richtig bildlich vorstellen und das entlockt einem schon einige Lacher. Vor allem wenn dann beschrieben wird, wie verzweifelt Alexis ist und doch liebt sie die kleinen irgendwie … sehr gut gelungen.
Der Plot der Story ist recht einfach gestrickt, aber ganz gut ausgebaut.
Hübsche Lady findet Welpen, muss natürlich zum Tierarzt, der „zufällig“ der begehrteste Junggeselle im kleinen Städtchen ist – und was passiert dann?? :-) Genau, die Geschichte nimmt einen chaotischen, aber auch romantischen Verlauf und man verfolgt gerne, wie sich Alexis und Henry kennenlernen und was diesmal in Hailsboro so alles passiert.
Leider ist es nur ein Kurzroman und genau an der Stelle, an der man sich wünscht, dass es ewig weitergeht, gibt es dann doch ein recht schnelles Ende. Dies tut aber dem ganzen keinen Abbruch. Man hat trotzdem ein nettes Lesevergnügen.

Mein Fazit:
Gerne kam ich wieder nach Hailsboro zurück, auch wenn der „Urlaub“ wie immer recht kurz war. Die Geschichten der Autorin sind leider immer viel zu kurz ;-)
Ich vergebe 3 Byrons für eine tolle Geschichte, aus der man aber doch mehr hätte machen können.

Infos zur Hailsboro Reihe:
"8 Pfoten und ein Traummann" ist der 5. Band der "Hailsboro-Reihe" und ein Kurzroman.
Band 1: "Beim zweiten Mal küsst es sicher besser"
Band 2: "Nachträglich ins Glück"
Band 3: "Ein Hinterwäldler zum Verlieben"
Band 4: "Hals über Kuss" 




© Marina Sharma        

Christina Jones - Aszendent zauberhaft [Marina]




Verlag: Goldmann
Autor: Christina Jones
Titel: Aszendent zauberhaft
Seiten: 416 Seiten
Print:
978-3442472512
ASIN: B004SBMN7A
Sprache: Deutsch
Medium: Taschenbuch
Genre: Roman

Originaltitel: Happy Birthday







Zum Autor:
Christina Jones schreibt seit ihrer Kindheit, aber ihre liebste Geschichte schrieb das wahre Leben. Nämlich die, wie ihr Vater, ein Zirkusclown, ihre Mutter, eine Lehrerin, kennenlernte. Beide arbeiteten aushilfsweise in einem Kaufhaus – er als Weihnachtsmann und sie als seine Weihnachtsfee. Neben Romanen schreibt Christina Jones Kurzgeschichten und Artikel für Magazine und Zeitungen. Ihr erster Roman wurde mit dem WHSmith Preis für junge Talente ausgezeichnet. Nach Jahren auf Reisen lebt Christina Jones nun mit ihrem Mann und einer Schar Katzen in Oxfordshire, England.
Quelle: Amazon.de

Zum Cover:
Das Cover ist in einem leuchtenden Orange gehalten, gepaart mit schwungvollen Linien und tollen farblichen Akzenten. Es wirkt sehr verspielt und man schaut es sich wirklich gerne an. Einen direkten Bezug zur Geschichte gibt zwar der Titel, da das Cover allerdings eher allgemein gehalten ist, kann man daraus keinen Rückschluss auf die Story bilden. Man erkennt allerdings zu wem das Buch gehört, denn die Gestaltung ist sehr ähnlich zu den bereits bekannten Büchern der Autorin.

Hauptprotagonisten:

Phoebe Bowler: Junge Frau, die von ihrem Zukünftigen an der Hochzeit sitzengelassen wird und nun versucht, sich ein neues Leben aufzubauen.

Essie Rivers: wohnt im Altersheim von Hazy Hassocks und verbreitet dort allerhand Wirbel.

Slo Motion: Teilhaber des Bestattungsinstitutes von Hazy Hassocks

Rocky Lancaster: Flugbegleiter, Gärtner und wohnt mit Phoebe im selben Haus. Wird von seiner Freundin Mindy verlassen.

Zum Inhalt:
Phoebe ist nicht zu beneiden. Kurz vor der Hochzeit ist sie von ihrem Fast-Ehemann verlassen worden und weiß nun nicht so recht, wie es weitergehen soll. Auch ihr attraktiver Nachbar Rocky kann da nicht helfen. Erst im lokalen Seniorenheim findet sie Rettung. Essie Rivers ist Astrologie-Expertin, und während Phoebe ihr eine schicke Frisur verpasst, erzählt Essie ihr von ihrer geheimen Geburtstagsformel. Angeblich kann man mit der den perfekten Partner finden. Klingt zu schön, um wahr zu sein, aber einen Versuch ist das allemal wert ...

Meine Meinung:
Ich habe bereits fast alle Bücher der Autorin gelesen und diese immer geradezu verschlungen. Und genau mit dieser Erwartung bin ich auch an dieses Buch gegangen und wurde zumindest zu Anfang schwer enttäuscht.
Es war unheimlich schwer in die Geschichte hineinzufinden, da sie anfangs unheimlich langatmig und geradezu langweilig geschrieben war. Die Story plätscherte so vor sich hin und man kam sich vor wie in einem Ratgeber für alleinstehende Frauen (Nach dem Motto: Wie lenke ich mich vom Single-Dasein ab) oder einem Ratgeber für Senioren, die auf der Suche nach einem Altersheim sind. Das auch noch ein Bestatter darin vorkommt macht das ganz nicht besser. Zwischendurch habe ich mich echt dabei ertappt aufgeben zu wollen und habe dann aber doch die Zähne zusammengebissen und durchgehalten. Und das wurde zum Glück auch belohnt, denn nach einer zeit nimmt die Geschichte tatsächlich Fahrt auf und es beginnt eine schöne Geschichte mit Romantik, Humor, etwas Ironie und einem kleinen bisschen Magie. Die Seiten beginnen zu fliegen und es baut sich eine angenehme Spannung auf. Man hat endlich Spaß am Lesen und genießt es dieses Buch in den Händen zu halten.
Die Protagonisten sind allesamt sehr gut und ausführlich beschrieben. Sie sind nett und passen sehr gut in die Story, und auch der Hang zum Übersinnlichen ist mit dem „Geburtstagszauber“ gut eingearbeitet und man verfolgt gerne, was sich aus dem Spiel mit der Magie entwickelt.
Die wie immer etwas schrulligen Bewohner der kleinen Städte rund um Berkshire passen sehr gut dazu und geben dieser Geschichte auch ein gewisses Flair.

Mein Fazit:
Mehr als 3 Byrons sind diesmal leider nicht drin. Meiner Meinung das bisher schwächste Werk der Autorin. Wenn man den Anfang überwindet allerdings doch noch lesenswert.
© Marina Sharma               

Sarah Bannan - Die Neue [Beate]




Verlag: Droemer
Autor: Sarah Bannan
Titel: Die Neue
Seiten: 368 Seiten
Print:
978-3426304242 
ASIN: B00PJAS6RK
Sprache: Deutsch
Medium: Taschenbuch
Genre: Roman

Originaltitel: Weightless 







Carolyn Lessing zieht mit ihrer Mutter nach Adamsville und kommt als neue Schülerin an die Adam's High. Alle sind begeistert von ihr, denn die Neue ist klug, schön und außergewöhnlich. Die beliebtesten Mädchen scharen sich um sie und die Jungs sind alle ein wenig verliebt. Doch dann begeht Carolyn einen unverzeihlichen Fehler: Sie kommt mit Shane, dem Footballstar, zusammen, der für sie Brooke, das beliebteste Mädchen der Schule, abserviert. Doch Brooke nimmt das nicht so einfach hin und startet über Facebook eine fiese Hetzkampagne. Aber auch in der Schule lässt sie kein gutes Haar an der Neuen und sie ist nicht die Einzige....

Es hätte so ein gutes Buch sein können, wenn.........
"Die Neue" ist nicht das erste Buch über Mobbing, das ich gelesen habe. Aber es ist das Buch, das mich total kalt ließ. Und daran ist hauptsächlich der Erzählstil schuld. Denn die Geschichte wird von einer Gruppe von Leuten gemeinsam erzählt. Immer heißt es "wir". Besser wäre ein Buch aus der Sicht des Opfers oder der Täter gewesen, aber hier erzählen die Mitläufer. 

Die Erzähler waren zwar nicht so ganz am Mobbing beteiligt, haben aber auch nichts dagegen unternommen. Gaben irgendwie ständig Carolyn die Schuld an allem. "Sie war anders als wir. Sie hätte ja nur so sein müssen wie wir anderen." Ja aber wie denn? Sie lebte ja nicht schon in der 3. oder 4. Generation in diesem kleinen Kaff, sondern kam aus New Yersey. Sie hatte bisher ein komplett anderes Leben geführt und dann soll sie plötzlich so ticken, die die Kids von Adamsville? Idiotisch. 

Diese Erzähler haben mich einfach nur schrecklich genervt. Zum Beispiel war die Gruppe als erstes von Carolyn eingeladen worden um sie zu Hause zu besuchen. Da hätte doch eine schöne Freundschaft entstehen können. Aber nein, die doofen Kühe haben nichts besseres zu tun, als gleich in Carolyns Bad den Medizinschrank zu untersuchen und Fotos davon auf Facebook zu stellen. Klar, macht ja bestimmt jeder, wenn er das erste Mal irgendwo eingeladen ist. Rumschnüffeln und Fotos auf Facebook stellen. Boah wie mich das genervt hat. 

Statt mit Carolyn zu reden, spionieren sie ihr hinterher und schnüffeln in ihren Sachen herum. Alles wird sofort auf Facebook veröffentlicht oder in der Schule herumerzählt. Schließlich muss man sich ja wichtig machen. Und schuld war ja sowieso keiner. Also außer Carolyn selbst natürlich. 

Ich weiß nicht, was sich die Autorin dabei gedacht hat, aber das Buch kommt so total unlogisch herüber. Und nicht nur das. Durch ihren gewählten Erzählstil ist es unmöglich zu einer der Personen eine Beziehung aufzubauen. Ich hab mich wirklich durch die Seiten gequält und immer gehofft, dass es besser wird. 

Aus dieser Geschichte hätte man so viel machen können, aber der Autorin ist es nicht gelungen mich mitzureißen. Die Charaktere blieben blass und kalt und die Geschichte empfand ich als sehr unrealistisch. Einzig die Figur der Carolyn, die aber immer nur von Anderen beschrieben wurde, konnte mich ein klein wenig begeistern. Darum kann ich leider auch nicht mehr als 2 von 5 Byrons vergeben. Alleine eine andere Erzählperspektive hätte aus dem Buch ein spannendes Leseerlebnis gemacht. So gibt es leider keine Leseempfehlung von mir. 

© Beate Senft                  

Mittwoch, 12. August 2015

Brigitte Janson - Holunderherzen [Marina]





Verlag: List
Autor: Brigitte Janson
Titel: Holunderherzen
Seiten: 336 Seiten
Print:
978-3548612874
ASIN: B00WWNPR4W

Sprache: Deutsch
Medium: Taschenbuch
Genre: Roman








Zum Autor:
Die Autorin Brigitte Janson wurde 1957 in Lübeck geboren, verbrachte ihre Kindheit aber im Tessin und in Rom, ehe sich die Familie in Hamburg niederließ, als sie 12 Jahre alt war. Nach dem Schulabschluss ging sie nach Uelzen, wo sie bei der Allgemeinen Zeitung zunächst als Volontärin und anschließend als Redakteurin arbeitete. Nach fünf weiteren Jahren bei der Landeszeitung in Lüneburg kehrte sie nach Hamburg zurück, um bei der Zeitschrift Auf einen Blick als Redakteurin zu arbeiten.
Im Sommer 1989 machte sie einen Schnitt in ihrem Leben und zog mit einer Freundin nach Pesaro in Italien, wo sie sich zunächst mit dem Schreiben von Kurzgeschichten für Frauenzeitschriften über Wasser hielt. Zudem lernte sie ihren späteren Mann Giancarlo kennen, mit dem sie Zwillingsmädchen bekam, doch leider verstarb er bereits neun Monate später.
So musste sie weiterhin Kurzgeschichten schreiben, ehe die Töchter groß waren und sie mehr Zeit für sich hatte, um ihren Traum von einem großen Roman zu verwirklichen. Dieser Roman Die Tortenbäckerin, ausgerechnet ein Hamburg-Roman, geschrieben in Italien, erschien 2011 im Ullstein-Verlag.
Brigitte Janson hat unter mehreren Pseudonymen Liebesromane veröffentlicht und lebt mit ihren Töchtern weiterhin in den italienischen Marken. Sie ist seit 2003 Mitglied bei DeLia und ist dort auch bei der Vergabe des Literaturpreises sehr aktiv.

Zum Cover:
Das Cover ist in einem hellen Ton gestaltet, auf diesem natürlich wie im Titel schon angedeutet Holunder zu sehen ist. Auch Vögel zieren das Cover. Es gibt auch einen Bezug zur Geschichte, da Anne in ihrem Betrieb als Spezialität gebackene Holunderherzen anbietet. Die Holunderpflanze ist außerdem ein großes Thema und begleitet die ganze Geschichte immer wieder.
Es ist schön anzuschauen, eine kauf aufgrund des Covers würde es bei mir allerdings nicht geben!

Hauptprotagonisten:
Anne Winkler: besitzt in Hamburg einen gut laufenden Partyservice, wurde gerade von ihrem Freund Roland verlassen und hat einen Tapetenwechsel dringend nötig
Tilly Winkler: Anne´s Tante. Sie lebt in einer Wohnwagensiedlung, dem sogenannten „Holunderdorf“, ist etwas schrullig und hat Haare auf den Zähnen. Zu ihr gehört der Mops Hugo.
Thies Arens: Fischer und heimlicher Verehrer von Tilly
Carsten Sörensen: Dorfarzt und heimlicher Schwarm von Anne Winkler

Zum Inhalt:
Nach einer gescheiterten Beziehung hat Anne die Nase voll von der Liebe und hofft auf die heilende Wirkung ihrer Tante. Die eigenwillige Tilly ist das schwarze Schaf der Familie und Annes großes Vorbild. Doch Tilly scheint selbst nicht ganz auf der Höhe zu sein: Ihr Öko-Hof in der Lübecker Bucht ist halb verlassen, einzig ihr Mops Hugo leistet ihr Gesellschaft. Hinter der spröden Fassade ihrer Tante entdeckt Anne eine verletzliche Frau, die oft zerstreut wirkt. Anne beschließt zu bleiben und den wild wachsenden Holunder auf Tillys Hof zur neuen Einnahmequelle zu machen. Dabei wird sie tatkräftig unterstützt vom Fischer Thies, und auch der Landarzt Carsten lässt sich überraschend oft blicken. Vielleicht ist in Sachen Liebe ja doch noch nicht alles zu spät?

Meine Meinung:
Ich hab ziemlich lange gebraucht um in das Buch hineinzufinden und Spaß daran zu haben. Die ersten 100 Seiten waren schwere Kost, da sich nichts wirklich ereignet hat und man auch keinerlei Anstieg einer Spannungskurve erkennen konnte. Die Geschichte plätscherte so dahin, ohne dass wirklich etwas passierte. Dazu kam noch, dass mir Anne Winkler anfangs so unsympathisch war und mir regelrecht auf die Nerven gegangen ist. Das alles wurde erst dann wirklich besser als Anne ins Holunderdorf kam, ihr Leben änderte und die Geschichte etwas an Fahrt aufnahm.
Der Plot der Story gibt jetzt nicht wirklich allzuviel her und man darf wohl auch nicht zu viel erwarten, doch gibt man dem Buch auch nach den ersten 100 Seiten eine Chance kann man doch noch gut in die Story hinein finden und ein echtes Lesevergnügen haben.
Richtig gut in die Geschichte passt die verschrobene Tante Tilly, die dem ganzen mit ihrer Art immer wieder neuen Schwung gibt, deren eigene Geschichte jedoch auch zum Nachdenken anregt.
Es ist toll beschrieben, wie sie sich selbst im Verlauf ihrer Krankheit sieht und wie es für andere erscheint. Sie ist eine mutige Frau, die trotz fortschreitender Krankheit weiß, was sie will. Das hat mich sehr beeindruckt.
Und auch Anne halte ich im Nachhinein für sehr mutig. Denn wie viele Leute schaffen es denn tatsächlich alle alten Zelte abzubrechen und anderswo ein neuen, erfolgreiches und glückliches Leben zu führen?
Sympathisch war mir auch der Landarzt Carsten Sörensen, der nach dem Tod seiner Frau, zusammen mit seiner Tochter, Tilly und Anne wieder Schritt für Schritt ins Leben zurückfindet! Er hat es verdient glücklich zu sein!

Mein Fazit:
Ich kann für dieses Buch drei solide Byrons vergeben, ein Highlight war es für mich aber leider nicht! 

© Marina Sharma         

Richard Laymon - Der Killer [Marina]




Verlag: Heyne Hardcore
Autor: Richard Laymon
Titel: Der Killer
Seiten: 288 Seiten
Print:
978-3453676459
ASIN: B00NBSZ6S4

Sprache: Deutsch
Medium: Taschenbuch
Genre: Horrorhriller

Originaltitel: Beware







Zum Autor:

Richard Laymon wurde 1947 in Chicago geboren und ist in Kalifornien aufgewachsen. Er hat Englische Literatur erst in Oregon und später wieder in Kalifornien, an der Loyola University in Los Angeles studiert. Bevor er seinen Lebensunterhalt gänzlich mit dem Schreiben bestreiten konnte, arbeitete er u. a. als Lehrer und Bibliothekar. Neben Dutzenden von Romanen veröffentlichte er zahlreiche Kurzgeschichten und wurde zu einem der erfolgreichsten Horrorautoren überhaupt. Der Roman "Parasit" wurde 1988 vom "Science Fiction Chronicle" zum besten Horrorroman gekürt und für den "Bram Stoker Award" vorgeschlagen. Laymon nutzte auch Pseudonyme, z. B. Lee Davis Willoughby für Westernromane oder Carla Laymon für Romanzen. Er verstarb am Valentinstag des Jahres 2001.
Zum Cover:
Das Cover ist wie immer typisch Lamon, blutig, auf den Punkt, passend zum Titel und auf jeden Fall provozierend. Denn wer nimmt denn nicht ein Buch in die Hand, dessen Cover ein vor Blut triefendes Fleischerbeil zeigt und der Titel blutrot hervorsticht??!!
Coverkauf: eindeutig!!!

Hauptprotagonisten:
Lacey: Reporterin aus der Kleinstast Oasis, ausgesuchtes Opfer

Scott: Buchautor und neue Bekanntschaft von Lacey - von diesem Moment an der Mann an ihrer Seite

Laveda: Anführerin einer mysteriösen Kultgemeinschaft

Matt Dukane: bester Freund von Scott und geheimer Ermittler

Samuel Hoffman: Der „Unsichtbare“

Zum Inhalt:
Als die Journalistin Lacey eines Abends in einem kleinen Supermarkt einkaufen will, findet sie sich in einem Albtraum wieder. Schwer verletzt kann sie einem unheimlichen Killer entkommen. Doch dies ist erst der Anfang. Auf ihrer verzweifelten Flucht kommt Lacey einer Kultgemeinschaft auf die Spur, die verbotene Riten abhält. Um die Entfesselung unvorstellbaren Grauens zu verhindern, muss die junge Frau alle Grenzen hinter sich lassen.

Meine Meinung zum Buch:
Wie immer startet Richard Laymon sein Buch mit einem Paukenschlag und man ist sofort mitten im Geschehen. Kaum hat man die ersten Seiten hinter sich, denkt man, es läuft Blut aus dem Buch, wenn man es ein wenig schüttelt.
Der Plot der Story wäre recht einfach und schnell erklärt, wenn der Autor nicht mal wieder den Hang zu etwas Mysteriösem und Übernatürlichem bereit halten würde …
Es geht ein Mörder in der kleinen Stadt Oasis herum, doch niemand sieht ihn. Er hinterlässt keine Spuren und ist trotzdem überall? Man hat das Gefühl, er kennt sich aus und wählt auch seine Opfer nicht zufällig aus ...
Die Lösung dieses Rätsels kommt recht schnell, tut der Spannung aber keinerlei Abbruch.
Die Geschichte hat anfangs zwei Handlungsstränge und es dauert eine weile bis diese sich miteinander verbinden. Doch dann wird vieles schlüssig und begreiflich. Man kann sich nur noch auf eine Handlung konzentrieren und sehr gut in die Geschichte eintauchen.
Wie immer beschreibt Laymon die Gewaltszenen unheimlich bildlich und auch die oft auf eine widerwärtige Art beschriebenen Sexszenen dürfen auch in einem echten Laymon nicht fehlen.
Doch wer den Autor kennt weiß genau, das gehört einfach dazu.
Ich habe auch in diesem Buch wieder den Einfallsreichtum bewundert und hatte das Buch mit seinen knapp 275 Seiten in weniger als 24 Stunden durch.
Man nimmt es zur Hand, beginnt zu lesen und legt es nicht weg, bevor man am Ende angelangt ist.
Die Protagonisten waren gut beschrieben, sympathisch und machen es dem Leser einfach zu sagen, auf welcher Seite man steht. Und mit wem man bangt und hofft.
Wichtig hier zu sagen ist aber auch wieder … als Frau das Buch zu lesen (vielleicht auch noch nachts und wenn man sich allein in einem Haus befindet) halte ich auf jeden Fall für mutig!! ;-)

Mein Fazit:
Ein echter Laymon, der auf jeden Fall 4 Byrons verdient hat!
© Marina Sharma         


Laurent Botti - Totendämmerung [Beate]




Verlag: Goldmann
Autor: Laurent Botti
Titel: Totendämmerung
Seiten: 415 Seiten
Print:
-
ASIN: B004OL2RCU
Sprache: Deutsch
Medium: eBook
Genre: Horrorhriller

Originaltitel: Un jour, des choses terribles







Drei Jahre nach dem Tod seines kleinen Bruder Jules ziehen Bastien Moreau und seine Eltern in die Kleinstadt Laville-Saintjour, um endlich einen Schlussstrich unter die schreckliche Vergangenheit zu ziehen. Doch sie ahnen nicht, dass hier der Alptraum erst beginnt: Dichter Nebel liegt über Laville-Saintjour und unter dieser Nebeldecke ereignen sich bestialische Verbrechen. Als Bastien eine Nachricht von seinem verstorbenen Bruder Jules erhält, erkennt er, dass die dunklen Mächte es auf ihn abgesehen haben …

Gleich mal vorweg: Wäre dieses Buch kein Rezensionsexemplar gewesen, hätte ich es nach 100 Seiten abgebrochen. Aber so hoffte ich immer, dass es noch besser wird und kämpfte mich weiter durch die viel zu vielen Seiten. Ich suche schon die ganze Zeit nach etwas positivem, das ich hervorheben könnte, aber mir fällt einfach nichts ein.

Das Buch beginnt praktisch mit dem Tod des kleinen Jules und die Familie Moreau zieht dann nach Laville-Saintjour, der Stadt im Nebel. Ziemlich schnell stellt man ein paar Ungereimtheiten fest, die sich um Bastien und die Aufnahme in der Eliteschule drehen.  Wahrscheinlich hätte man daraus eine richtig gute Geschichte machen können, aber mich ließ das alles ziemlich kalt.

Ich wurde nicht mit den Charakteren warm. Keiner war mir sonderlich sympathisch oder ging mir Nahe. Außer vielleicht Bastien ein wenig, aber auch er blieb seltsam blass. Mir war es ehrlich vollkommen egal, ob jemand in dieser Stadt stirbt oder nicht. Ich konnte keinerlei Beziehung zu den Figuren aufbauen.

Außerdem kommt einfach keine Spannung auf. Alles wird irgendwie zu Tode erklärt und beschrieben. Der Schreibstil ließ bei mir keinen wirklichen Lesefluss aufkommen, aber ich kann nicht erklären warum das so war. Ich habe mich wirklich gelangweilt und ständig darauf gewartet, dass endlich etwas passiert. Und ist dann endlich was passiert, konnte mich das auch nicht begeistern.

Wahrscheinlich passen dieses Buch und ich einfach nicht zusammen oder es war vielleicht der falsche Zeitpunkt dafür. Ich kann es jedenfalls nicht empfehlen und leider auch nur 2 von 5 Byrons für die Idee vergeben, die dahinter steckt. Man hätte etwas daraus machen können, aber Laurent Botti hat es leider nicht geschafft, aus der Idee eine spannende Geschichte zu machen. 

© Beate Senft