Sonntag, 24. März 2013

Stefanie Maucher - Fida

Die 13-jährige Laura ist nach der Schule mit ihrer Freundin in einem Drogeriemarkt um für das Geburtstagsgeschenk ihrer Mama Bilder entwickeln zu lassen. Ihre Freundin drängelt ständig, weil sie viel lieber in den Park möchte um ihren Schwarm, der dort wahrscheinlich sein wird, heimlich anzuhimmeln. Als sich der Junge über Laura lustig macht und auch ihre Freundin über sie lacht, rennt sie enttäuscht davon. Sie sucht Trost und Zuflucht an einem ihrer Lieblingsorte, der Bibliothek. Dort verkriecht sie sich und versinkt in der Geschichte eines ausgewählten Buches, bis sie merkt, dass ein älterer Mann sich neben sie gesetzt hat und sie ständig angafft. Ängstlich verlässt Laura die Leihbücherei und dann fährt ihr auch noch der Bus vor der Nase weg. Um nicht zu spät nach Hause zu kommen, macht sie sich zu Fuß auf den Heimweg. Das war das letzte Mal, dass Laura gesehen wurde. Was ist mit ihr geschehen? Wie gehen ihre Eltern mit dem Verschwinden des einzigen Kindes um? Das erzählt Stefanie Maucher in ihrem neuen Buch „Fida“


Es ist nicht einfach für dieses Buch eine Rezension zu schreiben, weil es hauptsächlich aus Emotionen besteht. Hier geht es um Angst, Verzweiflung, Hoffnung, Demütigung, Schmerz, Hoffnungslosigkeit, Macht und Hass. Wie packt man das in Worte?



„Fida“ ist das 3. Buch, das ich von der Autorin gelesen habe und zugleich das Erschreckendste, geht es doch um ein Thema das jede Familie in tiefste Verzweiflung stürzen würde. Was würden wir tun, wenn unser Kind einfach verschwindet? Wenn wir nicht wissen ob es noch am Leben oder schon tot ist? Würde unsere Familie näher zusammenwachsen oder auseinanderbrechen? Die Kapitel wechseln ständig zwischen der Zeit des Geschehens und Lauras Martyrium und ein Jahr später aus der Sicht der Mutter Tatjana, die niemals die Hoffnung aufgeben kann ihr Kind wieder in die Arme zu schließen.

Ich war wieder total geplättet von der Wortgewalt der Autorin und fühlte mich Tatjana und Laura sehr nahe. Ich konnte mich viel zu sehr in die beiden Frauen hineinversetzen und habe schrecklich mit ihnen gelitten. Das ging nicht ohne Tränen. Am Ende habe ich ehrlich gesagt, geheult wie ein Schlosshund. Trotzdem bin ich sehr glücklich das Buch gelesen zu haben. Keine kann so mit Worten umgehen wie die junge Autorin. Außerdem war das Buch sehr flüssig geschrieben, auch wenn es sich durch das Thema nicht gerade schnell lesen ließ. Dazu ist es viel zu ernst. 


Hier ist mal ein kleiner Auszug, der mich Laura sehr nahe gebracht hat:
Seit Laura lesen gelernt hatte waren Bücher für sie mehr als nur etwas, in das man seine Nase stecken musste, weil der Lehrer es aufgab. Für sie waren die Figuren in Büchern Freunde, die sie mitnahmen auf abenteuerliche Reisen in andere, aufregende Welten. Manchmal, wenn sie mit einem Buch fertig war und den Deckel zuklappte , war sie regelrecht traurig, die neugewonnen Freunde wieder verlassen zu müssen. (auf dem Kindle Paperwhite auf Position 170) Geht es uns Büchernarren nicht oft so wie Laura?


Stefanie Maucher versteht es wirklich perfekt die vielen Emotionen des Buches absolut realistisch darzustellen. Man könnte wirklich annehmen, sie hätte das alles selbst hautnah miterlebt. Das macht das Buch so authentisch. Ich vergebe 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung an alle die den Mut haben sich an dieses außergewöhnliche Buch heranzuwagen. 


© Beate Senft

Kaufen könnt ihr das eBook hier:
http://amrun-markt.de/produkt/fida-ebook/ 

Samstag, 23. März 2013

Marc Gore - The Terror Compilation

Da ich immer mal wieder gerne Bücher lese die vor Blut , Gewalt und Gedärm nur so triefen, habe ich mich wahnsinnig gefreut als der Autor Marc Gore ( der Name ist Programm) mich gefragt hat, ob ich sein Buch "The Terror Competition" rezensiere möchte. Natürlich wollte ich und ich habe es nicht bereut. 6 wundervoll blutige Geschichten erwarteten mich.

In Monster Squad geht es um den Trucker Charles, der auf seiner Tour durch New Mexico in seiner Lieblingskneipe auf die völlig verängstigte Marcella trifft, die ihn um seinen Schutz anfleht. Sie wird von ihrem Ehemann Cesar Montanea verfolgt, den sie betrogen hatte. Doch ihr Ehemann ist nicht nur der Kopf der ansässigen Mafia sondern auch ein gefährlicher Nekromant.

Der Informatiker Ron Kessler fährt in "Psycho Route 66" jedes Jahr die sehr beliebte Strecke. Dort gabelt er immer wieder Anhalterinnen auf oder "hilft" Frauen beim reparieren ihrer liegen gebliebenen Autos.

"The Terror of Alabama" fand ich total klasse. In der Geschichte geht es um 2 junge Paare die gemeinsam zum Spring Break in Florida fahren wollen und unterwegs eine Autopanne haben. Kurz darauf ist einer der 4 plötzlich verschwunden.

Meine absolute Lieblingsgeschichte ist "Creatur in the Cellar". Nach dem Tod ihrer Eltern muss die 9-jährige Helen bei ihrer Tante Ruth und Onkel Gordon leben. Ständig drohen ihr die Beiden mit dem Monster im Keller.

Um Schmetterlinge und den Forscher Professor Gregory Francis geht es in der Story "The Butterfly Ladies"

Und zu guter Letzt kommt noch Alien Carnage. Hier erfindet ein Forscher eine Maschine die unglaubliches kann.

Mir haben ausnahmslos alle Geschichten sehr gut gefallen und sie hielten auch alle was sie versprachen. Sie waren brutal, es floss Literweise Blut und teilweise wurde auch Gedärm aus den Bäuchen gerissen. Ich bekam also genau das was ich wollte. Sehr schade finde ich, dass sich das Lektorat so wenig Mühe gegeben hat, denn es sind noch sehr viele Fehler im Buch enthalten. Aber dafür kann der Autor ja nichts. Ich hoffe, dass er für seine anderen Bücher ein besseres Lektorat bekommt, sonst würde ich mich ganz uneigennützig als Korrekturleser zur Verfügung stellen. ;o) Der Autor hat es geschafft mich ständig bei der Stange zu halten. Immer wollte ich wissen wie es weiter geht und was danach noch kommt.
Einen Kleinen Kritikpunk gibt es allerdings und das sind die Beschreibungen, die mich ein klein wenig gestört haben. Ich muss nicht immer ganz genau wissen was jemand trägt oder welche Marke ein Auto ist.
Aber da das nicht groß meinen Lesefluss gestört hat, vergebe ich für dieses Buch mit seinen sechs Geschichten, 8 von 10 Punkten und eine absolute Leseempfehlung für alle blutrünstigen Horrorfreunde.

© Beate Senft

Mittwoch, 20. März 2013

Nick Nolan - Prophetengift

Schon als Kind wird Sebastian Black von seiner einfallsreichen Mutter Kitty vermarktet. Der charismatische, gut aussehende und telepathisch veranlagte Junge wird von ihr als Mensch einer neueren, besseren Rasse dargeboten. Als der neue Messias. Sebastian und Kitty bauen eine religiöse Bewegung auf, in der Sebastian die Verbesserung der Umstände armer Leute predigt, doch die Spenden seiner "Jünger" wandern einzig und allein auf Kittys Konto. Nach einem Todesfall flieht der junge Mann vor seiner Mutter und vor ein paar Fanatikern, die ihn lieber Tot sehen möchten. Überall ist Sebastian Intrigen und Hass aber auch großer Bewunderung und Liebe ausgesetzt. Seine Mutter geht über Leichen um ihren Sohn wieder unter ihre Fittiche zu bekommen. Kann ihm seine telepathische Fähigkeit Helfen zu erkennen, wer es gut mit ihm meint und wer es auf sein Leben abgesehen hat?

Erst einmal ein herzliches Dankeschön an Amazon-Vine, dass mir dieses Buch zur Verfügung gestellt wurde. Leider hatte ich große Schwierigkeiten mit der Geschichte und kann noch nicht einmal genau sagen, an was es lag. Ich kam einfach nicht in die Story rein und quälte mich durch das Buch obwohl ich die Idee des Buches sehr interessant fand und auch die Figuren ziemlich gut gestaltet waren. Die Beweggründe der Personen waren für mich oft nicht nachvollziehbar und sympathisch fand ich niemanden so wirklich.

Sebastian versucht zwar immer wieder Gutes zu tun und anderen Menschen zu helfen, doch finde ich ihn oft sehr überheblich und von sich eingenommen. Das kommt wohl daher, dass seine Mutter ihm eingeredet hat, dass er etwas besseres ist. Kitty war in meinen Augen echt das Letzte. So eine Mutter wünscht man wirklich niemanden. Ich weiß eigentlich so gar nicht, was ich über das Buch schreiben soll. Es gehört zu den Geschichten die man liest und sofort wieder vergisst. Schade eigentlich. Ich hatte mehr erwartet und darum vergebe ich 6 von 10 Punkten für den flüssigen Schreibstil und das interessante Thema.


Dienstag, 19. März 2013

Constantin Dupien Hrsg. - Mängelexemplare Makabere Erzählungen


















Ich hatte das große Glück eins der begehrten 50 Exemplare der Sammlerausgabe dieses Buches zu ergattern. Und darauf bin ich sehr stolz. Denn es nicht nur ein Hardcover, sondern das Buch wurde auch von einigen der Autoren signiert. Ein wahrer Schatz in meinem Bücherregal.
In dieser tollen Anthologie des Makaberen versammeln sich 14 komplett verschiedene Geschichten genauso vieler Autoren, plus ein Vorwort des Herausgebers und ein Nachwort von Claudia Junger von Krimi & Co.

In dem Buch vertreten sind:
Constantin Dupien mit Auge um Auge
Hans J. Muth mit Ruhe sanft!
Lisanne Surborg mit Der Prototyp
Vincent Voss mit Thomas ist anders
Martina Pawlak mit Qualität hat ihren Preis
Jana Oltersdorff mit Blind Date
Andreas Zwengel mit Bedrohte Art
Stefanie Maucher mit Mängelexemplar
Antonia Larás mit Im Watt versunken
Marc Gore mit Devourer - Der Verschlinger
Michael Sonntag mit Heimkehr
Nina Horvath mit Die geteilte Seele
Regina Müller mit 03:30
Markus K. Korb mit Karussells auf Rummelplätzen

Alle Geschichten haben eins gemeinsam: sie sind makaber, teilweise bedrückend, immer auf eine Art gruselig und einfach großartig. Einen Teil der Autoren hatte ich schon durch andere Geschichten oder auch Romane kennengelernt und war sehr gespannt auf diese Anthologie. Und sie hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Ich hatte das Buch mittags zur Hand genommen, wollte nur mal kurz reinlesen und beendete es kurz vorm Schlafen gehen. Mich so gefangen zu nehmen schaffen nur sehr wenige Bücher. Kurzgeschichten so gut wie nie und trotzdem ist es dieser Sammlung düsterer Geschichten gelungen. Constantin Dupien hat mit seiner Auswahl an Geschichten absolut überzeugt. Ich bin total begeistert und werde das Buch mit Sicherheit immer mal wieder zur Hand nehmen um die eine oder andere Geschichte ein zweites oder drittes mal zu lesen. Darum vergebe ich dieser großartigen Anthologie volle 10 Punkte. Alle, denen ich jetzt den Mund wässrig gemacht habe können aufatmen. Im Sommer 2013 wird diese Anthologie als Taschenbuch erscheinen und für jeden käuflich zu erwerben sein. Von mit gibt es eine absolute Leseempfehlung für alle Horrorfreunde.

© Beate Senft

Montag, 18. März 2013

Yelena Black - Dance of Shadows

Vanessa kann es nicht glauben. Sie wurde wirklich an der New Yorker Ballettakademie zugelassen. Dabei wollte sie gar nicht wirklich Tänzerin werden sondern nur herausfinden warum ihre Schwester vor 3 Jahren dort spurlos verschwand und sich nie mehr meldete. Kaum dort angekommen lernt sie ihre Zimmernachbarin TJ und die beiden Mädels Steffie und Elly, die in Margerets ehemaligen Zimmer wohnen und den liebenswert durchgeknallten Blaine kennen. Die 5 werden zu ihren besten Freunden in dieser stressigen Zeit. Zusammen versuchen sie herauszufinden was mit den verschwunden Mädchen geschah, denn es war nicht nur ihre Schwester Margaret, die nie mehr gesehen wurde. Sie verliebt sich in den geheimnisvollen Zep, ihren Tanzpartner. Als plötzlich auch noch eine ihrer Freundinnen ohne Abschied nach Hause reist weiß sie nicht mehr wem sie noch trauen kann. Ganz sicher nicht dem lästigen Justin, der sie fast auf Schritt und Tritt verfolgt.

Da die Bewertungen zu diesem Buch sehr weit gefächert sind wurde ich doch neugierig. Und als Amazon Vine das Buch als Reziexemplar anbot musste ich sofort zugreifen. Zum Glück, denn das Buch stellte sich für mich als wahrer Glücksgriff heraus. Ich liebe das Ballett und das steht in diesem Buch ganz eindeutig im Vordergrund. Der Schreibstil der Autorin ist recht einfach und dennoch schafft sie es wunderbare Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen. Ich war so gefesselt von der Handlung, dass ich das Buch erst aus der Hand legen konnte als ich die letzte Zeile gelesen hatte. Und da graute schon so langsam der Morgen. Das ist mir schon lange nicht mehr passiert.

Gut, für mich war das Ende des Buches keine Überraschung und doch sehr vorhersehbar aber das tat der Spannung trotzdem keinen Abbruch. Vanessa war ein sehr unsicheres Mädchen und manchmal wirklich sehr schwer von Begriff, aber auch das konnte ich leicht verschmerzen. Dazu waren die Bilder einfach zu ausdrucksstark und faszinierend. Man merkt der Autorin sofort an, wie sehr sie das Tanzen liebt. Einziger Wehrmutstropfen für mich ist, dass "Dance of Shadows" wieder mal der erste Teil einer Trilogie ist. Aber der erste Teil kann auch gut alleine gelesen werden. Ich möchte jedenfalls unbedingt mehr davon lesen und freue mich schon auf Teil 2, der hoffentlich nicht so lange auf sich warten lässt. Ich vergebe für dieses tolle Jugendbuch volle 10 Punkte und eine klare Leseempfehlung für alle jungen und jung gebliebenen Leser


Donnerstag, 14. März 2013

Eric Berg - Das Nebelhaus

Eine kleine Gruppe von 4 Studenten, die sich ziemlich radikal für ihre Umwelt einsetzten, verlor sich nach dem Studium aus den Augen. Dann lädt Philipp seine ehemaligen Freunde Timo und Leonie, die er über das Internet wiedergefunden hat, nach Hiddensee in sein Haus ein. Nach längerem Suchen kann Timo auch noch Yasmin ausfindig machen, die damals zu ihrer Gruppe gehörte. An einem wunderschönen Tag im September treffen die 3 in Hiddensee ein und werden von Philipp, seiner Frau Vev und ihrer kleinen Tochter Clarissa von der Fähre abgeholt. Was als schönes Wiedersehen geplant war endet in einer Katastrophe, bei der 3 Menschen getötet und einer schwer verletzt wurde umd seitdem im Koma liegt.

2 Jahre später versucht die Reporterin Doro Kagel eine Reportage über die Geschehnisse der stürmischen Septembernacht zu schreiben. Und was sie nach und nach ans Licht bringt ist einfach unglaublich....

Zuerst einmal möchte ich mich ganz herzlich bei Lovelybook und Eric Berg bedanken, dass ich an der Leserunde zu "Das Nebelhaus" teilnehmen durfte. Sonst wäre mir vielleicht ein wahnsinnig tolles Buch entgangen. Dem Autor, der sonst unter einem anderen Namen historische Romane schreibt ist mit seinem ersten Krimi ein absoluter Volltreffer gelungen.

Von der ersten Seite an erwartet den Leser ein unglaublich spannendes Buch dessen Spannungsbogen bis zum Ende aufrechterhalten bleibt. Fast keiner aus der Leserunde konnte das Buch mehr aus der Hand legen, alle waren gefangen in der gut konstruierten Geschichte. Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet und haben viele Facetten, auch wenn sie nicht alle sympathisch sind. Das müssen sie ja auch nicht sonst wäre es ja langweilig.

Immer wieder bekommt der Leser Brosamen hingeworfen, ohne dass der Autor zu viel verraten würde. Um zu wissen, was wirklich in dieser Nacht passierte, muss man sich schon bis zum Ende des Buches gedulden.
Die Geschichte verläuft in 2 Zeitebenen. Einmal die Zeit, in der Doro die Geschehnisse rekonstruiert und einmal zwei Jahre zuvor als die 4 ehemaligen Freunde zusammentrafen und das Schicksal seinen Lauf nahm. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und sehr bildhaft. Ich konnte die wunderbare Landschaft der Insel vor Augen sehen, das Meer riechen und die Möwen schreien hören. Auch konnte ich das Haus aus Glas, das Philipp als Architekt entworfen hat, wie ein störendes Objekt in der wunderbaren Landschaft stehen sehen.
Ich vergebe für dieses wundervolle Buch, das so viel mehr ist, als nur ein Krimi 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung. Ja, ich bin total begeistert. 


© lord-byron


Montag, 11. März 2013

Klaus Peter Wolf - Ostfriesengrab

In Ostfriesland geht das Morden weiter. Im Schlosspark Lütetsburg hängt eine weibliche Leiche. Sie sieht aus wie eine fliegende Elfe. Wunderschön zwischen den Rhododendrenbüschen, als würde sie da hingehören. Doch wer hat das getan? Wie konnte er die Leiche so aufwendig an einem öffentlichen Ort drapieren? Doch das soll nicht die einzige Leichen bleiben und bald wird klar, dass der irre Künstler, den die Polizei "Der Frisör" nennt nach den 4 Elementen mordet. Wann wird er wieder zuschlagen? Wie kann die Polizei das verhindern?
Also erst mal muss ich sagen, dass mir dieser Teil viel besser gefallen hat, als die beiden Vorgänger. AKK ging mir zwar immer noch ziemlich auf die Nerven und "Wella", wie ihr Partner in unserer Leserunde genannt wird, ist nach wie vor ein ziemliches Weichei, aber dieses Mal steht klar der Fall im Vordergrund und der war ziemlich spannend. Ich kann nur nicht verstehen, wie Weller und Ann-Kathrin Klaasen immer wieder so viel Mist bauen können und doch nicht vom Dienst suspendiert werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das ein Polizist im wahren Leben leisten dürfte.

Der Schreibstil war wieder gewohnt flüssig und bis kurz vor dem Ende hätte ich diesem 3. Teil 9 Punkte gegeben, aber mit dem Ende konnte ich dann leider gar nichts anfangen. Da hätten 10 Seiten mehr ruhig noch sein dürfen. Das war mir viel zu abrupt. Was ich noch nicht verstehen kann ist, wieso AKK ihren Vater so auf einen Sockel stellt. Für sie ist er ja der reinste Heilige. Das ist doch nicht normal. Sobald es um ihren Vater geht, schaltet sie komplett ihr Hirn ab. Das war bisher in allen drei Teilen so. Trotz allem Gemecker wurde ich dieses Mal sehr gut unterhalten und ich vergebe solide 8 von 10 Punkten. 


© lord-byron

Freitag, 8. März 2013

Scott Nicholson - Die Ernte

Tamara hat Probleme mit ihrem Mann Robert, denn der kann nicht glauben, dass sie Visionen hat. Dann beginnt sie auch noch Stimmen zu hören und bekommt es allmählich mit der Angst zu tun. Zur gleichen Zeit verändert sich der Wald. Ein grünes Licht leuchtet über den Bergen und die Bäume wirken ausgelaugt und verwelkt. Dabei müssten sie eigentlich fast vor Leben und Saft bersten, denn es ist Frühling. Ein seltsames Wesen hat vom Berg besitzt ergriffen und ernährt sich von allem was es findet. Und dann verwandelt sich der erste Bewohner der Gegend in eine Art Zombie. Wird Tamara ihren Mann überzeugen können, dass eine Gefahr aus den Bergen droht? Und wird sie Hilfe in ihrem Kampf gegen das Wesen und seine neuen Gehilfen finden?

Da hat sich Scott Nicholson wirklich eine tolle und einzigartige Geschichte ausgedacht. Solche Zombies haben ich noch in keinem anderen Buch gefunden. Sie waren interessant und teilweise sogar witzig. Jedenfalls fühlte ich mich hervorragend unterhalten. Was mir ganz besonders gut gefallen hat, waren die Einwohner dieser kleinen Stadt in den Appalachen. Das waren so richtige Originale, die Schnaps brannten, Kautabak kauten, mit Schrot um sich ballerten und einfach super dargestellt waren. Jede seiner Personen ist ein Unikat. Ich konnte diese Typen in ihren Jeans und den karierten Hemden direkt vor mir sehen. 


Der Schreibstil ist, wie auch schon bei "Die rote Kirche" flüssig und gut zu lesen. Aber auch genau wie im Vorgänger gab es auch wieder ein paar Längen und einige Druckfehler. Aber über Beides konnte ich hinwegsehen, denn der unglaublich gute Plott hat so einiges wieder wett gemacht. Vielen Dank Scott, dass ich auch dieses Buch von dir lesen durfte. Mir hat es wirklich gut gefallen und darum vergebe ich auch 8 von 10 Punkten und freue mich auf weitere Bücher von dir, die zum Teil schon auf meinem Reader warten.

Freitag, 1. März 2013

Will Wiles - Die nachhaltige Pflege von Holzböden


 Oskar, ein Komponist moderner Stücke wie sein letztes Werk "Variationen über Trambahnfahrpläne"lebt mit seinen beiden Katzen in einer Designerwohnung einer Osteuropäischen Stadt. Als er nach Amerika muss um sich von seiner Frau scheiden zu lassen, bittet er einen alten Freund aus Studientagen sich um seine Wohnung und die Katzen zu kümmern. Sehr am Herz liegt Oskar sein edler Holzboden auf den der Ich-Erzähler der Geschichte ganz besonders aufpassen soll. Der freut sich, hofft er doch in der fremden Umgebung endlich mal wieder zum Schreiben zu kommen. Der chaotische Erzähler gibt sich auch große Mühe den Anforderungen gerecht zu werden, aber natürlich geht dann alles schief.

Tja, was soll ich schreiben? Vom Klappentext her erwartete ich ein lustiges Buch voller britischem, schwarzen Humor. Bekommen habe ich ein Buch das sehr wortgewaltig daherkommt, aber dessen langatmige und ausufernde Beschreibungen jeden Spaß am Lesen nehmen. Dazu kam noch, dass ich Oskar und den Erzähler absolut unsympathisch fand. Immer wieder war ich versucht die Lektüre abzubrechen und musste mich richtig zwingen immer weiter zu lesen.

Was tolle Komik versprach, nämlich ein chaotischer Typ der auf die Wohnung eines total peniblen Ordnungsfanatiker trifft, wurde von Sätzen wie "Zwischen Schlafen und wachen gibt es einen Moment, in dem man frei ist. Das Bewusstsein ist zurückgekehrt, aber die Wahrnehmung hat die schützende Membran zwischen dem Erwachenden und seiner Umgebung noch nicht zerrissen. Man schwebt frei von jedem Kontext, im Nirgendwo - nicht mehr schlafend, noch nicht ganz wach, nicht mehr den Tücken des Unterbewusstseins ausgeliefert, noch nicht wieder in die stumpfe Routine der Alltagssorgen zurückgefallen. An diesem Punkt, zwischen zwei Welten, bin ich wohl am glücklichsten", (Seite 37) unnötig aufgebläht. Oder auch Sätze wie " Ein Raum ist nicht nur ein Raum. Ein Raum ist die Verkörperung eines Geisteszustands, das Produkt eines Gehirns. Entweder bewusst oder unbewusst. Wir erschaffen unsere Räume und dann erschaffen unsere Räume uns" (Seite 40) wirken doch sehr selbstverliebt und ersticken jeden Humor schon im Keim. Dabei hätte die Geschichte durchaus Potential gehabt. Gerade die Zettel mit Anweisungen, die der Erzähler an allen möglichen und auch unmöglichen Orten findet, hätte für so manchen Lacher sorgen können. Aber mittlerweile war ich schon so genervt, dass mich gar nichts mehr aufheitern konnte. Auch das etwas temporeichere Ende der Geschichte konnte mich nicht mehr mit dem Buch versöhnen. Ich vergebe leider nur 2 von 10 Punkten.

Donnerstag, 28. Februar 2013

Melisa Schwermer - Der Käfer

Man schreibt das Jahr 1964. Thomas ist schrecklich stolz, dass er endlich seinen eigenen Wagen hat. Sein Vater hatte sich ein neues Auto gekauft und den VW Käfer ihm überlassen. Um das gebührend zu feiern, lädt er seine Freundin Angelika zu einer Spritztour ein. Schließlich landen sie in einem Feld, in dem sich die Paare der Umgebung mit ihren Autos treffen um ein wenig ungestört zu sein. Die beiden fangen an sich zu küssen, doch plötzlich wird Angelika an den Haaren aus dem Beifahrerfenster gezerrt. Ehe Thomas reagieren kann wird auch schon die Fahrertür aufgerissen und dann geschieht schreckliches…

Knapp 50 Jahre später fährt Matthias in den Odenwald um sein  Traumauto abzuholen. Ein VW-Käfer. Dunkelblaumetallic steht er auf dem Hof der Autowerkstatt und sieht aus wie neu. Matthias ist begeistert und kann die Vertragsverhandlungen gar nicht schnell genug hinter sich bringen um in das Auto zu steigen und davonzufahren. Doch je länger er in dem Wagen sitzt, desto aggressiver wird er. Eine Stimme beginnt in seinem Kopf mit ihm zu sprechen und was sie ihm einflüstert lässt Bilder voller Blut vor seinen Augen entstehen.

Zur gleichen Zeit machen sich Chrissi und ihr neuer Freund Florian auf den Weg in den Odenwald, ins abgelegene Wochenendhäuschen ihrer Tante. Werden sie das Wochenende überleben?

Als die Autorin Leute suchte, die ihre Novelle lesen und rezensieren möchten, war ich von der Idee die hinter der Geschichte steht gleich begeistert. Und ich wurde nicht enttäuscht. Es gibt kein großes Vorgeplänkel, seitenlange Beschreibungen sucht man vergebens denn die Autorin kommt sofort auf den Punkt. Das liebe ich an guten Horrorgeschichten. Da soll es zur Sache gehen und da brauche ich keine Charakterstudie oder sonstiges. Gebannt habe ich verfolgt wie sich Matthias immer mehr verändert hat und war erstaunt, wie viel Einfluss die Stimme in seinem Kopf auf ihn hat. Ob das wohl schon immer in ihm gesteckt hat? Auch meine Vorliebe für Blut und Gewalt wurde sehr gut bedient und ich las die 80 Seiten in einem Rutsch durch. Das einzige Negative an der Noelle war, dass sie nicht länger ist. Ich hätte noch stundenlang von Matthias und seinen kranken Gedanken lesen können. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und die Seiten fliegen geradezu am Leser vorbei. Ich vergebe 9 von 10 Punkten und hoffe, dass wir noch viel mehr von Melisa Schwermer zu lesen bekommen.

© lord-byron

Montag, 25. Februar 2013

Chase Novak - Breed

Alex und Leslie Twisden sind ein sehr glückliches Paar. Er aus reichem Hause mit einem wundervollen Haus und erfolgreicher Anwalt von Beruf, sie in einem großen Verlagshaus als Kinderbuchlektorin. Doch leider bleibt ihr allergrößter Wunsch unerfüllt. Der Wunsch nach einem Erben, der all das Schöne, was die Beiden geerbt und erarbeitet haben, einmal übernehmen soll. Die Beiden versuchen wirklich alles und schon ist der Sex zum Zwang nach Kalender geworden. In einer Selbsthilfegruppe tauschen sie sich über ihre Erfahrungen aus und auch dort, gibt es irgendwann nichts mehr was noch helfen könnten. Leslie möchte aufgeben, hat keine Lust mehr auf diesen Stress, da begegnet ihnen im Park ein Pärchen aus ihrer Gruppe, das schon lange nicht mehr auf den Treffen war. Die Frau ist hochschwanger. Leslie kann es nicht fassen und Alex bettelt so lange bis sie ihm verraten, dass sie bei einem Arzt in Slowenien waren und dass es da sofort geklappt hat mit dem schwanger werden.

Nachdem Alex Leslie überzeugen konnte, es noch ein einziges Mal zu versuchen reisen die Beiden zu Dr. Kís nach Lljubeljana. Der Arzt ist ein seltsamer Kerl und die Behandlung sehr schmerzhaft, doch erfolgreich. Das Paar bekommt Zwillinge. Doch schon seit dem ersten Tag der Behandlung verändern sich Leslie und Alex. Besonders bei Leslie geht das beängstigend schnell. Und bald haben die Beiden große Angst, sie könnten ihren Kindern gefährlich werden.

Eigentlich hatte ich mir nach dem Klappentext etwas anderes vorgestellt aber trotzdem war das Buch richtig gut. Ich konnte zwar diesen Kinderwunsch bei dem man wirklich alles über sich ergehen lässt um Erfolg zu haben nicht so ganz nachvollziehen, das liegt wahrscheinlich aber daran, dass ich nie in dieser Situation war.

Nachdem das Paar bei diesem irren Doktor in Slowenien war nimmt die Geschichte dann mächtig an Fahrt auf. Die Veränderungen sind erschreckend aber ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr nachzuvollziehen. Ist eben Horror. In die beiden Kinder konnte ich mich sehr gut hinein versetzen. Ihre Zerrissenheit zwischen der Liebe zu den Eltern und der Angst vor ihnen wurde sehr realistisch dargestellt.

Den Schreibstil fand ich sehr angenehm zu lesen und das Ende des Buches war das einzig Richtige. Mit "Breed" hat Chase Novak einen tollen Roman veröffentlicht, den ich mir auch sehr gut als Film vorstellen kann. Ich werde auf jeden Fall die Augen nach weiteren Büchern des Autors offen halten. Ich vergebe 8 von 10 Punkten für dieses außergewöhnliche Buch
.

Mittwoch, 20. Februar 2013

Stephanie Fey - Die Verstummte

Eigentlich wollten Matte und seine Tochter Carina nur schnell seine Frau Silvia abholen als sie nur um Haaresbreite einem Unfall entgehen. Der jugendliche Geisterfahrer wird schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht und als Carina und ihre Vater den Eltern Bescheid sagen wollen, finden sie die beiden tot im Ehebett. Hat der Sohn etwas mit dem Tod der Eltern zu tun? Matte Kyreleis übernimmt die Ermittlung und Carina steht ihm zur Seite. Doch die Beiden haben auch jede Menge privater Probleme die ihre enge Beziehung fast zu zerstören droht. Und dann verschwindet auch noch ein kleines Mädchen….
Die Verstummten ist der zweite Teil um die Rechtsmedizinerin Carina Kyreleis und ihren Vater Matte. Und genauso wie der erste Teil hat mich auch der Zweite wieder total fasziniert. Als erstes fallen einem die tollen und authentischen Charaktere auf, mit denen man sich sofort identifizieren kann. Sie sind vielleicht nicht alle sympathisch aber sie sind sehr facettenreich und wirken absolut realistisch. Dazu kommt dann noch ein sehr spannender Plot und ein toller Schreibstil, die einen das Buch kaum noch aus der Hand legen lassen.

Was mir besonders gut an der Reihe gefällt ist, dass es nicht nur um die Fälle geht sondern wir auch sehr viel aus dem Privatleben der Ermittler erfahren. In diesem Band lernen wir auch Peter Schuster besser kennen, der in Band eins eine eher kleinere Rolle spielte. Alle Personen haben ihre Stärken und Schwächen und keiner ist vollkommen. Das macht sie auch so herrlich menschlich. Wir lernen sogar eine äußerst sympathische Killerin kennen, mit der man mitfiebert und hofft, dass alles zu einem gute Ende kommt. Die Arbeit der Rechtsmedizinerin wird sehr gut dargestellt ohne Ekel zu erregen. Frau Fey weiß ganz genau was sie dem Leser zumuten kann.

Ich finde es sehr schwer diesem Buch mit einer Rezension gerecht zu werden, denn so fesselnde Bücher sind selten und die Autorin bedient sich einer tollen bildhaften Sprache, die die Geschichte im Kopf entstehen lassen. Ich habe wirklich mitgefiebert und mitgelitten. Sogar geträumt habe ich von dem Buch, so sehr hat mich die Geschichte beschäftigt. Bei der Autorin möchte ich mich noch ganz herzlich für die tolle Leserunde bedanken in der alle unsere Fragen beantwortet wurden und uns Frau Fey mit tollem Hintergrundwissen versorgte. Ich vergebe volle 10 Punkte, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung und hoffe, dass wir auf Teil drei nicht allzu lange warten müssen.

Band 1 – Die Gesichtslosen
Band 2 – Die Verstummten

© lord-byron 

Samstag, 16. Februar 2013

Christopher Ransom - Das Haus der vergessenen Kinder

Conrad Harrison ist mit dem Auto in Wisconsin unterwegs als er sich total verfährt. Er kommt zu einem viktorianischen Haus in einer abgelegenen Gegend, in das er sich sofort verliebt. Der Ort heißt Black Earth und eher er sich versieht hat er das wunderschöne Haus auch schon gekauft. Als er nach Hause zurückkehrt, findet er einen anderen Mann in seinem Haus vor. Jo, seine Frau behauptet, es wäre nichts gewesen und um zu beweisen, dass sie Conrad immer noch liebt, zieht sie mit ihm und den beiden Hunden von LA nach Wisconsin. Doch schon 4 Wochen nach dem Einzug muss sie für für 8 Wochen ein Seminar besuchen.

Kaum ist Jo aus dem Haus hört Conrad ein Baby weinen und das wiederholt sich Nacht für Nacht. Der ehemalige Besitzer des Hauses bringt ihm ein altes Fotoalbum das zu der Villa gehört auf dessen erstem Bild Conrad eine Frau bemerkt, die genauso aussieht wie Jo. Sogar die kleine Narbe ist identisch. Das Haus war früher ein Geburtshaus und das müssen die Schwestern gewesen sein, die sich um Mütter und Babys gekümmert haben. Aber warum hört Conrad immer wieder Babyschreie? Als er auch noch eine Puppe ohne Gesicht auf sich zulaufen sieht, denkt er, er hat den Verstand verloren. Dann nimmt er immer öfter eine Präsenz im Haus wahr und ihm wird immer unheimlicher zu Mute. Was hat es mit der jungen, schwangeren Nachbarin auf sich und bekommen er und Jo wirklich ein Baby? Wer oder was will ihm etwas mitteilen?

"Das Haus der vergessenen Kinder" ist ein Buch so ganz nach meinem Geschmack. Nachdem ich "Ewig Böse" das zweite Buch des Autors gelesen hatte, hatte ich bedenken, denn es konnte mich überhaupt nicht begeistern. Doch der Debütroman von Christopher Ransom hat mich aus den Schuhen gehauen. Von der ersten Seite an fesselte mich die Geschichte. Sie wurde immer gruseliger und düsterer und am Ende blieb ich mit einem trostlosen Gefühl zurück.

Jo kommt in der Geschichte nicht so richtig zur Geltung und bleibt eher eine Randfigur, aber Conrads Persönlichkeit hat sehr viele Facetten und er überraschte mich immer wieder. Kaum denkt man, man hat ihn durchschaut, reagiert er wieder vollkommen anders. Der Schreibstil ist wunderbar leicht zu lesen und in 2 Tagen hatte ich das Buch verschlungen. Der Autor versteht es ganz geschickt eine sehr beklemmende Atmosphäre aufzubauen, die noch lange, nachdem man die letzte Seite gelesen hat, beim Leser nachwirkt. Es kommen zwar auch ein paar blutige Szenen vor, doch die sind nur nebensächlich. Der Autor weiß auf andere Art eine Gänsehaut zu verursachen.

Nach so einem Buch hatte ich schon längere Zeit gesucht, denn im Moment werden fast nur sehr blutige Splatterromane veröffentlicht. Da war diese Gruselgeschichte eine sehr willkommene Abwechslung. Ich vergebe fantastische 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung für Leute die sich gerne mal etwas gruseln.


Mittwoch, 13. Februar 2013

Kate Morton - Die verlorenen Spuren

Es ist ein wunderschöner Tag auf der Greenacres Farm. Die ganze Familie hat sich am Flussufer versammelt um Geburtstag zu feiern. Nur die 16-jährige Laurel genießt die ungewohnte Ruhe vor ihren jüngeren Geschwistern und verkriecht sich im Baumhaus. Sie beobachtet wie ihre Mum ins Haus geht um das spezielle Messer mit der roten Schleife am Griff zu holen, mit dem bisher schon jeder Geburtstagskuchen angeschnitten wurde. Da kommt ein Fremder die Auffahrt hoch und trifft auf die aus dem Haus kommende Mutter. Und plötzlich ist nichts mehr so wie es war. Wer war dieser Mann der mit einem Landstreicher in Verbindung gebracht wurde, der Frauen auflauerte? Und warum kannte er den Namen ihrer Mutter?
Das Geschehene lässt Laurel nie mehr los und als ihre Mutter Dorothy ihren 90. Geburtstag feiert und ein unbekanntes Foto ihrer Mutter mit einer jungen Frau auftaucht, will sie endlich wissen, was damals wirklich geschah. Ihre Mutter kann ihr keine Fragen mehr beantworten, also versucht sie selbst hinter die Geschehnisse zu kommen. Was verbarg ihre Mutter all die Jahre?

Lange habe ich mich auf das neue Buch von Kate Morton gefreut aber leider kommt es an die Vorgänger nicht ganz heran. Es gibt, wie bei all ihren Büchern mehrere Zeitebenen, in denen die Geschichte spielt. Einmal in der heutigen Zeit, mit Laurel und ihren Geschwistern, die selbst schon in einem reifen Alter sind, dann werden wir ins Jahr 1941 geführt, in dem entscheidendes passierte, ja wir reisen sogar zurück in die Kindheit von Dorothy, die versucht aus ihrer spießbürgerlichen Familie zu entkommen. Es gibt sogar einen Abstecher nach Australien, wo ein Teil der Geschichte spielt.

Kate Morton hat es wieder geschafft wunderbare Charaktere mit sehr viel Tiefe zu erschaffen. Sie sind sympathisch und man kann sich wunderbar mit ihnen identifizieren. Der Schreibstil ist wunderschön und bildhaft. Man kann ganz in der Geschichte versinken, trotzdem konnte mich das Thema dieses Mal nicht so stark fesseln, wie es bei den anderen Büchern der Autorin war. Ich kann noch nicht einmal sagen woran es lag. Doch trotz allem flogen die Seiten geradezu an mir vorbei und viel zu schnell war ich am Ende des Buches angelangt. Jetzt heißt es wieder lange warten, bis das nächste Buch von Kate Morton erscheint. Ich vergebe 8 von 10 Punkten für dieses außergewöhnliche Buch mit den starken Charakteren und kann es allen empfehlen, die gerne spannende Familiengeschichten lesen. 

Montag, 11. Februar 2013

Nina Melchior - Die Vampirheilerin 1 Für Elise



Elises Vater war, genau wie sein Vater und dessen zuvor, ein Wissenschaftler, der sich ganz der Vampirheilung verschrieben hatte. Und das in einer Welt, in der niemand mehr an Vampire glaubt. Doch nun ist er tot und Elise lebt ganz alleine in dem irischen Schloss der Familie Brennen. Es gibt nur noch einen Menschen in ihrem Leben und das ist ihr Bekannter Micha in den sie sehr verliebt ist. Doch der bleibt auf seltsame Art auf Distanz zu ihr. Was hat er vor ihr zu verbergen?  Nachdem sie ein Jahr lang fast von ihrer Trauer erstickt wurde, entschließt sie sich die Arbeit ihres Vaters fortzusetzen. Doch was verbirgt sich hinter der Tür im Labor? Leben dort wirklich Vampire in den Höhlen unter dem Schloss,  oder sind es nur die Vampirfledermäuse, die ihr Vater hier angesiedelt hatte? Doch dann lernt sie einen der Blutsauger kennen. Kann sie diese Begegnung überleben?

Als die Autorin mich gefragt hatte ob ich ihr Buch rezensieren möchte, war ich ja erst etwas skeptisch. Ich habe es ja nicht so mit Vampiren, seit diese angefangen haben zu glitzern und sich benehmen wie verliebte Teenager. Aber da habe ich mir ganz umsonst Sorgen gemacht. Klar kommt auch etwas Liebe im Roman vor, aber diese ist niemals kitschig. Außerdem sind in diesem Buch von Nina Melchior die Vampire gefährlich und unberechenbar, was zu einigen spannenden Situationen geführt hat. Ich fing an zu lesen und wurde regelrecht in die Geschichte gezogen, ich nahm kaum noch etwas um mich wahr und war gefangen in der spannenden und ungewöhnlichen Handlung. Mit den Charakteren kann man sich wunderbar identifizieren und Elise ist eine wundervolle Person mit der ich sehr gerne befreundet wäre. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und sehr gut zu lesen. Die Beschreibungen des Schlosses und des Labors ließen tolle Bilder in meinem Kopf entstehen.

Aber es gibt auch Kritik. Die Geschichte war einfach viel zu kurz, denn ich hätte noch stundenlang weiterlesen können. Ich hoffe, dass noch viele weitere Bücher über Elise folgen werden. Ob sie einen Vampir heilen konnte, wollt ihr wissen? Da müsst ihr das Buch selbst lesen, denn das werde ich nicht verraten. Ich vergebe 9 von 10 Punkten da ich mir den einen Punkt nach oben noch offenlassen möchte. Falls ich euch neugierig gemacht habe, dann solltet ihr jetzt schnell zugreifen, denn die Printausgabe ist gerade bei Amazon im Angebot. Falls ihr das Angebot verpassen solltet ist das aber auch nicht schlimm, denn das eBook gibt es schon für ganz kleines Geld. Ich wünsche euch allen ganz viel Spaß beim Lesen.

© lord-byron 


Samstag, 9. Februar 2013

Klaus-Peter Wolf - Ostfriesenblut

Ein Unbekannter legt Ann Kathrin Klaasen eine Leiche vor ihr ostfriesisches Einfamilienhaus. Die Person, Regina Orthner, ist keines natürlichen Todes gestorben, obwohl im Totenschein „Tod durch Herzversagen“ angegeben wurde. Doch noch während Kommissarin Ann Kathrin Klaasen im Umfeld der Toten ermittelt, erhält sie Hinweise auf das nächste Opfer des Mörders. Offenbar ist sie Teil eines Spiels, dessen Regeln sie noch nicht kennt.

Den Klappentext habe ich dieses mal bei Amazon gekaut, weil ich mich nur noch so lange wie nötig mit dem Buch beschäftigen mag. Und so eine Zusammenfassung braucht doch ihre Zeit und man muss sich seine Gedanken machen, die ich dem Buch nicht mehr zugestehen möchte.

Nach dem ersten Teil "Ostfriesenkiller" dachte ich ja noch: Es kann nur besser werden. Leider habe ich mich geirrt. Die Personen bleiben so unsympathisch wie sie auch im ersten Teil waren und dazu kommt noch, dass aus einem Polizisten plötzlich das totale Weichei wird. Ich sage nur "Haare färben". Gut, in der Leserunde konnten wir uns köstlich darüber amüsieren, aber hätte ich das Buch alleine gelesen, hätte ich mit Sicherheit abgebrochen. Die Charaktere gingen mir so dermaßen auf die Nerven, dass ich mich richtig zwingen musste weiterzulesen. Da half auch der recht spannende Fall nicht mehr wirklich, was eigentlich sehr schade ist, denn er hatte durchaus Potenzial. Aber er ging ganz im Geturtel der beiden frisch verliebten unter. Hier wäre weniger wesentlich mehr gewesen.

Ich denke, für alle die in der Gegend wohnen ein netter Zeitvertreib, weil Ostfriesland wirklich schön beschrieben wird und man Lust bekommt, die Koffer zu packen und hinzufahren. Alle anderen brauchen Durchhaltevermögen. Ich vergebe 6 von 10 Punkten, werde aber noch nicht aufgeben. Auch den 3. Teil "Ostfriesengrab" werden wir noch gemeinsam lesen, denn die Leserunden sind einfach klasse und entschädigen für so manches total üble Kapitel.

© lord-byron


Mittwoch, 6. Februar 2013

Benjamin Woolley - Byrons Tochter Ada Lovelace - Die Poetin der Mathematik


Lady Augusta Ada King Byron Countess of Lovelace wurde im Jahre 1815 als Tochter von Annabella Milbanks und George Gordon Noell 6. Lord Byron geboren. Die Ehe ihrer Eltern scheiterte schon nach kürzester Zeit, was von Anfang an ziemlich offensichtlich war. Ihre Mutter war absolut rational und kontrollsüchtig während Byron ein romantischer, lebenshungriger, sexsüchiger und freiheitsliebender Mensch war. Annabella beschuldigte ihren Mann ein Verhältnis mit seiner Schwester Augusta zu unterhalten , ließ ihn darauf hin für Geisteskrank erklären und verließ ihn. In ihrer hemmungslosen Wut verbot sie Byron jeden Umgang mit seiner Tochter. Auch hatte sie Angst, dass Ada nach ihrem Vater geraten könnte.

Erst sah es so aus, als hätte Ada wesentlich mehr von ihrer Mutter. Sie war schon immer Mathematisch und wissenschaftlich sehr interessiert. Verkehrte mit Wissenschaftlern wie Babbage, dem Erfinder der Rechenmaschine, Andrew Crosse, der die Geheimnisse der Elektrizität erforschte und anderen hohen Gelehrten. Sie gilt nicht nur als Vorreiterin der Computersprache sondern nach ihr wird heute noch die Programmiersprache „ADA“ der mächtigsten Kriegsmaschinerie der Welt genannt. Außerdem verfasste sie eine Abhandlung zu Babbages Analytischer Maschine und veröffentlicht dort Beispiele für die ersten Computerprogramme.


Doch leider kam immer mehr das Wesen ihren Vaters bei ihr durch. Trotz all der Intelligenz wurde Ada Spiel- und Sexsüchtig und neigte zur Hysterie. Früh bekam sie schon Laudanum um ihre Nerven zu beruhigen. Nachdem sie an Krebs erkrankte bekam sie starke Schmerzmittel und wurde drogenabhängig. Sie hat genauso oft durch ihre Skandale von sich reden machen wie von ihren wissenschaftlichen Abhandlungen. Im Jahre 1852 starb sie im Alter von gerade einmal 37 Jahren.


In diesem Buch geht es nicht nur um Adas Genie sondern man erfährt genauso viel von ihrer Familie. Immer wieder wird auch auf die Liebesbeziehung von Byron zu seiner Halbschwester Augusta eingegangen, die wahrscheinlich sogar ein Kind miteinander hatten. Das Buch war wirklich sehr interessant, wenn man sich für diese Familie interessiert aber leider auch staubtrocken geschrieben. Ich habe wirklich schon sehr viele Biografien gelesen aber noch keine war so langweilig geschrieben. Dabei interessiert mich alles sehr was mit Lord Byron zu hat. Aber größere Abschnitte konnte ich nicht an einem Stück lesen, weil ich sonst Kopfschmerzen bekam. Das ist wirklich sehr schade, weil der Stoff des Buches wirklich spannend ist. Es wäre wirklich schön, wenn sich vielleicht noch ein anderer Schriftsteller dieses Themas annehmen könnte und den Personen auch etwas Leben einhauchen würde. Darum gibt es von mir 7 von 10 Punkten. 


© lord-byron


Zum Abschluss noch ein paar Zeilen des großen Dichters aus seinem Werk „Manfred“. Man munkelt, dass Byron es über seine Schwester geschrieben hat:


Sie glich
In allen Zügen mir; ihr Aug,
Ihr Haar, ihr Antlitz, ja der Ton der Stimme
War - wie die Welt erzählte – wie bei mir,
Nur überall gemildert und verschönt…
Doch hegte sie auch sanftre Eigenschaften:
Das Mitleid und das Lächeln und die Träne
Und Zärtlichkeit die ich nur für sie fühlte –
Und Demut endlich, die ich nie besaß.
Die Fehler hatte sie mit mir gemein,
Doch ihre Tugenden gehörten ihr.
Ich liebte sie und – habe sie zerstört.
Astarte, höre mich! geliebtes Weib,
Gib Antwort mir, ich hab so viel gelitten,
Ich leide noch so viel! Sie mich nur an!
Das Grab hat dich nicht mehr verändern können,
Als ich verändert bin um deinetwillen.
Du liebtest mich zu viel, wie ich auch dich,
Wir waren nicht gemacht uns so zu quälen,
Obschon’s die schwerste Sünde war, zu lieben,
Wie wir geliebt…

(Gorge Gordon Noell 6. Lord Byron) 

Sonntag, 3. Februar 2013

Justin Evans - Weisser Teufel

Der Amerikaner Andrew Taylor wird wegen früherer Drogenprobleme von seinem Vater nach England, auf die renommierte Harrow School geschickt. Eine reine Jungenschule in der Andrew die letzte Chance erhalten soll, seinem Vater zu beweisen, dass mehr in ihm steckt als immer nur Schwierigkeiten zu machen. Persephone, das einzige Mädchen an der Schule, die Tochter eines Hausvaters, erkennt sofort Andrews Ähnlichkeit mit Lord Byron, der einer der berühmtesten Männer in Harrow war. Er soll dann auch in einem Theaterstück das sein Hausvater schreibt, den Lord Byron spielen. Doch etwas seltsames geschieht mit Andrew. Als wäre es nicht schon schlimm genug eine unheimliche Präsenz in seiner Umgebung zu fühlen, sieht er auch noch den Mord an seinem Zimmernachbarn. Doch der Mörder war kein Mensch sondern ein Geist. Schnell wird Andrew klar, dass sich alle seine Freunde in großer Gefahr befinden. Denn der frühere Liebhaber von Byron möchte den vermeintlich zurückgekehrten Dichter ganz für sich alleine haben.

Nachdem mich ein netter Mensch auf das Buch aufmerksam gemacht hatte, gell Silke, musste ich es mir natürlich sofort kaufen. Schließlich geht es teilweise um Lord Byron, den ich sehr verehre. Immerhin habe ich ja auch meinen Buchblog nach ihm benannt. Als das Buch dann ankam stand auf dem Cover: "Eine richtig gute Ghost Story" Richtig gut war die Geschichte aber eine Ghost Story habe ich nur am Rande gefunden. Ganz klar im Mittelpunkt der Geschichte stehen Lord Byron und seine Liebe zu dem jungen John Harness und Andrew Taylor, der der einzige ist der weiß, warum die Leute in seinem Umfeld schwer krank werden. Klar gibt es auch unheimliche Momente aber sie waren sehr selten und richtig gruseln konnte ich mich nicht. Vielleicht bin ich ja auch einfach schon zu abgebrüht.

Die Geschichte war spannend und interessant, auch wenn ich nichts Neues über den großen englischen Dichter erfahren habe. Dafür war der Schreibstil flüssig und gut zu lesen. Die Hauptcharaktere sind sehr facettenreich und man kann sich wirklich gut mit ihnen identifizieren. Hätte nicht "Ghost Story" auf dem Cover gestanden, hätte das Buch glatte 10 Punkte verdient. So muss ich leider einen Punkt abziehen, da das sehr irreführend ist. Aber immerhin hat mir das Buch so gut gefallen, dass ich es auf jeden Fall noch einmal lesen werde.

© lord-byron


Donnerstag, 31. Januar 2013

Richard Laymon - Night Show

Tony hält sich selbst für den Meister des Schreckens. Darum findet er auch es wäre eine großartige Idee, die hübsche Linda in eine leer stehende Villa einzusperren, in der es spuken soll. Eigentlich wollte er Linda nur einen Denkzettel verpassen weil sie zu den beliebtesten Mädchen gehört und kein Interesse an ihm hat. Doch etwas geht gewaltig schief.

Nach dem Vorfall macht sich Tony aus dem Staub und zieht nach Hollywood. Und was wäre besser für den Meister des Schreckens als bei der Königin der Horrorfilm-Spezialeffekte,Dani Larson, eine Ausbildung zu machen. Dass Dani keinen neuen Lehrling braucht interessiert ihn überhaupt nicht. Genauso wenig wie ihr neuer Freund, dessen Stelle er einzunehmen gedenkt.

Doch dann findet Linda heraus wo sich Tony verkrochen hat und sie hat nur eins im Sinn: Rache!

Laymon ist doch einfach der Beste. Von der ersten Seite an hat er mich mit seiner Geschichte gefesselt. Wie man es vom Meister des Horror gewohnt ist, gibt es kein großartiges drum herum Gerede, sondern es geht sofort zur Sache. Doch obwohl der Schwerpunkt ganz klar  auf der Handlung liegt konnte ich mich gut in Dani hineinversetzen. Überlegte oft, was ich an ihrer Stelle getan hätte. Linda dagegen bleibt ziemlich blass. Aber mehr muss man von ihr auch gar nicht wissen, Hauptsache sie spielt ihren Part. Und das tut sie perfekt. In diesem Roman hat sich Laymon mit den Splatterszenen ziemlich zurück gehalten aber trotzdem fühlte ich mich sehr gut unterhalten.
Das einzig negative ist, dass es irgendwann keine neuen Romane des großartigen Horrorautors mehr geben wird, da er schon 2001 verstorben ist. Hoffentlich liegen noch ganz viele Manuskripte in irgendwelchen Schubladen versteckt und hoffentlich gibt es noch viele Romane, die noch nicht übersetzt wurden. Ich gönne mir nur noch einen Laymon, wenn mich praktisch nichts anderes anlacht. Horte sie mehr oder weniger für schlechte Zeiten. Denn ein Laymon geht immer.
Ich vergebe 9 von 10 Punkten. Einen Punkt ziehe ich ab, weil dieser Roman doch ziemlich unblutig daher kam.


Sonntag, 27. Januar 2013

Charlotte Lyne - Die zwölfte Nacht

Cathie wächst im Haushalt der Familie Seymour auf, während ihre Mutter im Haushalt von Königin Catalina weilt. Sie fühlt sich dort sehr wohl und Tom Seymour und sie fühlen sich schon sehr früh zueinander hingezogen. Cathrine hat zwei große Wünsche in ihrem Leben: sie möchte ihren Tom heiraten und ein Buch schreiben. Aber für eine Frau zu dieser Zeit ist das Letztere fast ein Ding der Unmöglichkeit. Als man ihr mitteilt, dass man sie verheiraten wird, ist sie mehr als entsetzt. Sie muss ihr geliebtes Wulf Hall verlassen und wird fern von ihrer Schwester Nan und den Seymourbrüdern Edward und Tom leben. Doch die Ehe ist kurz und schon bald ist die junge Cathie Witwe. Aber da sie mittellos dasteht, ist sie gezwungen eine neue Ehe einzugehen. Diese bleibt, genau wie die Ehe zuvor, kinderlos. Als sie zum zweiten mal Witwe geworden ist, denken Tom und Cathie, dass nun endlich ihre Zeit gekommen ist, aber da fällt das Auge des Königs auf sie. Wie könnte sie seinen Heiratsantrag ablehnen, ohne alles in Gefahr zu bringen, für das sie bisher so tapfer gekämpft hatten. Denn die Seymours und sie gehörten schon früh der Reformation an. Gehören in den Anfängen zu den wenigen, die Teile der Bibel in englisch besitzen. Schon zu einer Zeit, in der der Besitz mit dem Tod bestraft wird. Also lässt sie ihre Hoffnung auf ihre große Liebe fahren und wird die 6. Ehefrau von Henry VIII. Ihr ist es zu verdanken, dass Mary und Elizabeth Tudor wieder in die Thronfolge aufgenommen wurden. Unermüdlich kämpfte sie für die Kinder ihrer Vorgängerinnen. Sie versucht ihnen die Mutter zu ersetzen und treibt auch die Sache der Reformation unermüdlich vorwärts. Sie überlebt den König, wird danach aber geächtet und verfolgt, weil sie endlich ihrer großen Liebe gehören möchte.
Über Cathrine Parr ist leider nicht sehr viel bekannt. Vor allen Dingen ihre Kindheit und Jugend liegen fast gänzlich im Dunkeln. Diese Lücken hat Charlotte Lyne mit ihrer Fantasie gefüllt und es hätte wirklich so sein können. Perfekt konstruiert die Autorin das Leben dieser bemerkenswerten Frau, die so viel geleistet hat. Sie, die so lange auf die große Liebe verzichten musste, aber am Ende alle ihre Träume erfüllen konnte.
Die Geschichte hat mich ganz in sich aufgesogen. Ich war mit beim Turnier und habe Tom Seymour kämpfen gesehen. Ich habe auf dem kalten und dunklen Anwesen an der schottischen Grenze gelebt, wohin Cathie mit ihrem 2. Ehemann und seinen beiden Kindern ziehen musste. Ich habe vor dem mittlerweile fetten König Henry gekniet. Habe an Hinrichtungen teilgenommen. Erst an Protestanten und später gegen Katholiken. Ich habe mit Cathie gelitten und gebangt. Habe mit ihr geliebt und gelebt. So realistisch hat sie die Autorin in Szene gesetzt. Ich bin immer noch ganz in der Geschichte gefangen und werde wohl ein Weilchen brauchen, bis ich ein neues Buch beginnen kann. Der Schreibstil ist einfach wunderbar und flüssig zu lesen. 671 Seiten praller englischer Geschichte und keine Seite war langweilig.

"Die zwölfte Nacht" von Charlotte Lyne ist das perfekte Buch für die kalte und dunkle Jahreszeit. Gemütlich mit einer Decke und heißem Tee kann man in die Geschichte eintauchen und findet so schnell nicht wieder heraus. Ich vergebe begeisterte 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung für alle Fans historischer Schmöker und der Tudorzeit.

©lord-byron

Mittwoch, 16. Januar 2013

E L James - Shades of Grey

Die Studentinnen Anastasia und Kate wohnen zusammen in einer gemütlichen Wohnung. Als Kate erkrankt übernimmt Ana ihren Job, den Millionär Christian Gray für die Studentenzeitung zu interviewen. Die Beiden fühlen sich sofort zueinander hingezogen doch Ana kann nicht glauben, dass sich so ein toller Mann für sie interessiert. Sie finden dann aber doch zueinander und Christian gesteht ihr, dass er keine normale Beziehung führen kann. Er möchte ihr Dom (Herr) sein und sie soll ihm als Sub (Sklave) zur Verfügung stehen. Ana soll einen Vertrag unterschreiben in dem festgehalten werden soll, wie weit Christian bei Anas Erniedrigungen gehen darf und noch so einiges Andere. Aber es passiert etwas womit keiner gerechnet hätte: Die Beiden verlieben sich ineinander. Zwischen Ana und Christian knistert es heftig und die beiden sind einfach unersättlich wenn es um Sex geht. Doch Ana kann sich einfach nicht vorstellen, sich ständig von Grey bestrafen zu lassen und absolut unterwürfig zu sein. Kann es trotzdem zwischen dem ungleichen Paar funktionieren?

Ihr findet die Zusammenfassung platt? Dann lest auf keinen Fall dieses Buch. Ich weiß, dass es ewig lange auf Platz 1 der Bestsellerliste stand, aber ich weiß beim besten Willen nicht warum. Es gibt keine wirkliche Handlung, ein Klischee folgt dem anderen, die Charaktere sind so was von flach, die ständigen Wiederholungen trieben mich fast in den Wahnsinn und eigentlich ist das Buch nichts anderes als ein Hausfrauenporno. Woher kommt also diese Faszination? Das kann ich euch leider auch nicht sagen. Ich habe mich schrecklich durch die 608 Seiten gequält und jedes Mal wenn Ana sich wieder auf die Lippen gebissen hat, ihre postkoitale Frisur erwähnte oder mit ihrer inneren Göttin kommunizierte hätte ich am liebsten laut geschrien und meinen Reader an die Wand geworfen.

Warum ich das Buch überhaupt gelesen habe? Ich nehme an einer Challenge teil bei der man ein Buch aus einem Genre lesen soll, das man vorher noch nie gelesen hat. Das sind bei mir eben mal Erotikromane. Und da ich das Buch schon mal auf dem Reader hatte und es auch viele Seiten hat was viele Extrapunkte bedeutet, hatte ich mich eben dafür entschieden. Außerdem dachte ich mir, dass sich doch so viele begeisterte Frauen nicht irren können. Doch sie können. Ich stehe eben mehr auf Horror, Thriller, Fantasy und historisches. Für mich war es jedenfalls die Höchststrafe und das mieseste Buch das ich je gelesen habe. Aber wie immer ist das meine ganz persönliche Meinung. Ich vergebe wohlwollende 2 von 10 Punkten und kann euch versichern, dass ich Band 2 und 3 auf gar keinen Fall lesen werde, denn keine Folter könnte für mich schlimmer sein.
© lord-byron