Donnerstag, 14. März 2013

Eric Berg - Das Nebelhaus

Eine kleine Gruppe von 4 Studenten, die sich ziemlich radikal für ihre Umwelt einsetzten, verlor sich nach dem Studium aus den Augen. Dann lädt Philipp seine ehemaligen Freunde Timo und Leonie, die er über das Internet wiedergefunden hat, nach Hiddensee in sein Haus ein. Nach längerem Suchen kann Timo auch noch Yasmin ausfindig machen, die damals zu ihrer Gruppe gehörte. An einem wunderschönen Tag im September treffen die 3 in Hiddensee ein und werden von Philipp, seiner Frau Vev und ihrer kleinen Tochter Clarissa von der Fähre abgeholt. Was als schönes Wiedersehen geplant war endet in einer Katastrophe, bei der 3 Menschen getötet und einer schwer verletzt wurde umd seitdem im Koma liegt.

2 Jahre später versucht die Reporterin Doro Kagel eine Reportage über die Geschehnisse der stürmischen Septembernacht zu schreiben. Und was sie nach und nach ans Licht bringt ist einfach unglaublich....

Zuerst einmal möchte ich mich ganz herzlich bei Lovelybook und Eric Berg bedanken, dass ich an der Leserunde zu "Das Nebelhaus" teilnehmen durfte. Sonst wäre mir vielleicht ein wahnsinnig tolles Buch entgangen. Dem Autor, der sonst unter einem anderen Namen historische Romane schreibt ist mit seinem ersten Krimi ein absoluter Volltreffer gelungen.

Von der ersten Seite an erwartet den Leser ein unglaublich spannendes Buch dessen Spannungsbogen bis zum Ende aufrechterhalten bleibt. Fast keiner aus der Leserunde konnte das Buch mehr aus der Hand legen, alle waren gefangen in der gut konstruierten Geschichte. Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet und haben viele Facetten, auch wenn sie nicht alle sympathisch sind. Das müssen sie ja auch nicht sonst wäre es ja langweilig.

Immer wieder bekommt der Leser Brosamen hingeworfen, ohne dass der Autor zu viel verraten würde. Um zu wissen, was wirklich in dieser Nacht passierte, muss man sich schon bis zum Ende des Buches gedulden.
Die Geschichte verläuft in 2 Zeitebenen. Einmal die Zeit, in der Doro die Geschehnisse rekonstruiert und einmal zwei Jahre zuvor als die 4 ehemaligen Freunde zusammentrafen und das Schicksal seinen Lauf nahm. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und sehr bildhaft. Ich konnte die wunderbare Landschaft der Insel vor Augen sehen, das Meer riechen und die Möwen schreien hören. Auch konnte ich das Haus aus Glas, das Philipp als Architekt entworfen hat, wie ein störendes Objekt in der wunderbaren Landschaft stehen sehen.
Ich vergebe für dieses wundervolle Buch, das so viel mehr ist, als nur ein Krimi 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung. Ja, ich bin total begeistert. 


© lord-byron


Montag, 11. März 2013

Klaus Peter Wolf - Ostfriesengrab

In Ostfriesland geht das Morden weiter. Im Schlosspark Lütetsburg hängt eine weibliche Leiche. Sie sieht aus wie eine fliegende Elfe. Wunderschön zwischen den Rhododendrenbüschen, als würde sie da hingehören. Doch wer hat das getan? Wie konnte er die Leiche so aufwendig an einem öffentlichen Ort drapieren? Doch das soll nicht die einzige Leichen bleiben und bald wird klar, dass der irre Künstler, den die Polizei "Der Frisör" nennt nach den 4 Elementen mordet. Wann wird er wieder zuschlagen? Wie kann die Polizei das verhindern?
Also erst mal muss ich sagen, dass mir dieser Teil viel besser gefallen hat, als die beiden Vorgänger. AKK ging mir zwar immer noch ziemlich auf die Nerven und "Wella", wie ihr Partner in unserer Leserunde genannt wird, ist nach wie vor ein ziemliches Weichei, aber dieses Mal steht klar der Fall im Vordergrund und der war ziemlich spannend. Ich kann nur nicht verstehen, wie Weller und Ann-Kathrin Klaasen immer wieder so viel Mist bauen können und doch nicht vom Dienst suspendiert werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das ein Polizist im wahren Leben leisten dürfte.

Der Schreibstil war wieder gewohnt flüssig und bis kurz vor dem Ende hätte ich diesem 3. Teil 9 Punkte gegeben, aber mit dem Ende konnte ich dann leider gar nichts anfangen. Da hätten 10 Seiten mehr ruhig noch sein dürfen. Das war mir viel zu abrupt. Was ich noch nicht verstehen kann ist, wieso AKK ihren Vater so auf einen Sockel stellt. Für sie ist er ja der reinste Heilige. Das ist doch nicht normal. Sobald es um ihren Vater geht, schaltet sie komplett ihr Hirn ab. Das war bisher in allen drei Teilen so. Trotz allem Gemecker wurde ich dieses Mal sehr gut unterhalten und ich vergebe solide 8 von 10 Punkten. 


© lord-byron

Freitag, 8. März 2013

Scott Nicholson - Die Ernte

Tamara hat Probleme mit ihrem Mann Robert, denn der kann nicht glauben, dass sie Visionen hat. Dann beginnt sie auch noch Stimmen zu hören und bekommt es allmählich mit der Angst zu tun. Zur gleichen Zeit verändert sich der Wald. Ein grünes Licht leuchtet über den Bergen und die Bäume wirken ausgelaugt und verwelkt. Dabei müssten sie eigentlich fast vor Leben und Saft bersten, denn es ist Frühling. Ein seltsames Wesen hat vom Berg besitzt ergriffen und ernährt sich von allem was es findet. Und dann verwandelt sich der erste Bewohner der Gegend in eine Art Zombie. Wird Tamara ihren Mann überzeugen können, dass eine Gefahr aus den Bergen droht? Und wird sie Hilfe in ihrem Kampf gegen das Wesen und seine neuen Gehilfen finden?

Da hat sich Scott Nicholson wirklich eine tolle und einzigartige Geschichte ausgedacht. Solche Zombies haben ich noch in keinem anderen Buch gefunden. Sie waren interessant und teilweise sogar witzig. Jedenfalls fühlte ich mich hervorragend unterhalten. Was mir ganz besonders gut gefallen hat, waren die Einwohner dieser kleinen Stadt in den Appalachen. Das waren so richtige Originale, die Schnaps brannten, Kautabak kauten, mit Schrot um sich ballerten und einfach super dargestellt waren. Jede seiner Personen ist ein Unikat. Ich konnte diese Typen in ihren Jeans und den karierten Hemden direkt vor mir sehen. 


Der Schreibstil ist, wie auch schon bei "Die rote Kirche" flüssig und gut zu lesen. Aber auch genau wie im Vorgänger gab es auch wieder ein paar Längen und einige Druckfehler. Aber über Beides konnte ich hinwegsehen, denn der unglaublich gute Plott hat so einiges wieder wett gemacht. Vielen Dank Scott, dass ich auch dieses Buch von dir lesen durfte. Mir hat es wirklich gut gefallen und darum vergebe ich auch 8 von 10 Punkten und freue mich auf weitere Bücher von dir, die zum Teil schon auf meinem Reader warten.

Freitag, 1. März 2013

Will Wiles - Die nachhaltige Pflege von Holzböden


 Oskar, ein Komponist moderner Stücke wie sein letztes Werk "Variationen über Trambahnfahrpläne"lebt mit seinen beiden Katzen in einer Designerwohnung einer Osteuropäischen Stadt. Als er nach Amerika muss um sich von seiner Frau scheiden zu lassen, bittet er einen alten Freund aus Studientagen sich um seine Wohnung und die Katzen zu kümmern. Sehr am Herz liegt Oskar sein edler Holzboden auf den der Ich-Erzähler der Geschichte ganz besonders aufpassen soll. Der freut sich, hofft er doch in der fremden Umgebung endlich mal wieder zum Schreiben zu kommen. Der chaotische Erzähler gibt sich auch große Mühe den Anforderungen gerecht zu werden, aber natürlich geht dann alles schief.

Tja, was soll ich schreiben? Vom Klappentext her erwartete ich ein lustiges Buch voller britischem, schwarzen Humor. Bekommen habe ich ein Buch das sehr wortgewaltig daherkommt, aber dessen langatmige und ausufernde Beschreibungen jeden Spaß am Lesen nehmen. Dazu kam noch, dass ich Oskar und den Erzähler absolut unsympathisch fand. Immer wieder war ich versucht die Lektüre abzubrechen und musste mich richtig zwingen immer weiter zu lesen.

Was tolle Komik versprach, nämlich ein chaotischer Typ der auf die Wohnung eines total peniblen Ordnungsfanatiker trifft, wurde von Sätzen wie "Zwischen Schlafen und wachen gibt es einen Moment, in dem man frei ist. Das Bewusstsein ist zurückgekehrt, aber die Wahrnehmung hat die schützende Membran zwischen dem Erwachenden und seiner Umgebung noch nicht zerrissen. Man schwebt frei von jedem Kontext, im Nirgendwo - nicht mehr schlafend, noch nicht ganz wach, nicht mehr den Tücken des Unterbewusstseins ausgeliefert, noch nicht wieder in die stumpfe Routine der Alltagssorgen zurückgefallen. An diesem Punkt, zwischen zwei Welten, bin ich wohl am glücklichsten", (Seite 37) unnötig aufgebläht. Oder auch Sätze wie " Ein Raum ist nicht nur ein Raum. Ein Raum ist die Verkörperung eines Geisteszustands, das Produkt eines Gehirns. Entweder bewusst oder unbewusst. Wir erschaffen unsere Räume und dann erschaffen unsere Räume uns" (Seite 40) wirken doch sehr selbstverliebt und ersticken jeden Humor schon im Keim. Dabei hätte die Geschichte durchaus Potential gehabt. Gerade die Zettel mit Anweisungen, die der Erzähler an allen möglichen und auch unmöglichen Orten findet, hätte für so manchen Lacher sorgen können. Aber mittlerweile war ich schon so genervt, dass mich gar nichts mehr aufheitern konnte. Auch das etwas temporeichere Ende der Geschichte konnte mich nicht mehr mit dem Buch versöhnen. Ich vergebe leider nur 2 von 10 Punkten.

Donnerstag, 28. Februar 2013

Melisa Schwermer - Der Käfer

Man schreibt das Jahr 1964. Thomas ist schrecklich stolz, dass er endlich seinen eigenen Wagen hat. Sein Vater hatte sich ein neues Auto gekauft und den VW Käfer ihm überlassen. Um das gebührend zu feiern, lädt er seine Freundin Angelika zu einer Spritztour ein. Schließlich landen sie in einem Feld, in dem sich die Paare der Umgebung mit ihren Autos treffen um ein wenig ungestört zu sein. Die beiden fangen an sich zu küssen, doch plötzlich wird Angelika an den Haaren aus dem Beifahrerfenster gezerrt. Ehe Thomas reagieren kann wird auch schon die Fahrertür aufgerissen und dann geschieht schreckliches…

Knapp 50 Jahre später fährt Matthias in den Odenwald um sein  Traumauto abzuholen. Ein VW-Käfer. Dunkelblaumetallic steht er auf dem Hof der Autowerkstatt und sieht aus wie neu. Matthias ist begeistert und kann die Vertragsverhandlungen gar nicht schnell genug hinter sich bringen um in das Auto zu steigen und davonzufahren. Doch je länger er in dem Wagen sitzt, desto aggressiver wird er. Eine Stimme beginnt in seinem Kopf mit ihm zu sprechen und was sie ihm einflüstert lässt Bilder voller Blut vor seinen Augen entstehen.

Zur gleichen Zeit machen sich Chrissi und ihr neuer Freund Florian auf den Weg in den Odenwald, ins abgelegene Wochenendhäuschen ihrer Tante. Werden sie das Wochenende überleben?

Als die Autorin Leute suchte, die ihre Novelle lesen und rezensieren möchten, war ich von der Idee die hinter der Geschichte steht gleich begeistert. Und ich wurde nicht enttäuscht. Es gibt kein großes Vorgeplänkel, seitenlange Beschreibungen sucht man vergebens denn die Autorin kommt sofort auf den Punkt. Das liebe ich an guten Horrorgeschichten. Da soll es zur Sache gehen und da brauche ich keine Charakterstudie oder sonstiges. Gebannt habe ich verfolgt wie sich Matthias immer mehr verändert hat und war erstaunt, wie viel Einfluss die Stimme in seinem Kopf auf ihn hat. Ob das wohl schon immer in ihm gesteckt hat? Auch meine Vorliebe für Blut und Gewalt wurde sehr gut bedient und ich las die 80 Seiten in einem Rutsch durch. Das einzige Negative an der Noelle war, dass sie nicht länger ist. Ich hätte noch stundenlang von Matthias und seinen kranken Gedanken lesen können. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und die Seiten fliegen geradezu am Leser vorbei. Ich vergebe 9 von 10 Punkten und hoffe, dass wir noch viel mehr von Melisa Schwermer zu lesen bekommen.

© lord-byron

Montag, 25. Februar 2013

Chase Novak - Breed

Alex und Leslie Twisden sind ein sehr glückliches Paar. Er aus reichem Hause mit einem wundervollen Haus und erfolgreicher Anwalt von Beruf, sie in einem großen Verlagshaus als Kinderbuchlektorin. Doch leider bleibt ihr allergrößter Wunsch unerfüllt. Der Wunsch nach einem Erben, der all das Schöne, was die Beiden geerbt und erarbeitet haben, einmal übernehmen soll. Die Beiden versuchen wirklich alles und schon ist der Sex zum Zwang nach Kalender geworden. In einer Selbsthilfegruppe tauschen sie sich über ihre Erfahrungen aus und auch dort, gibt es irgendwann nichts mehr was noch helfen könnten. Leslie möchte aufgeben, hat keine Lust mehr auf diesen Stress, da begegnet ihnen im Park ein Pärchen aus ihrer Gruppe, das schon lange nicht mehr auf den Treffen war. Die Frau ist hochschwanger. Leslie kann es nicht fassen und Alex bettelt so lange bis sie ihm verraten, dass sie bei einem Arzt in Slowenien waren und dass es da sofort geklappt hat mit dem schwanger werden.

Nachdem Alex Leslie überzeugen konnte, es noch ein einziges Mal zu versuchen reisen die Beiden zu Dr. Kís nach Lljubeljana. Der Arzt ist ein seltsamer Kerl und die Behandlung sehr schmerzhaft, doch erfolgreich. Das Paar bekommt Zwillinge. Doch schon seit dem ersten Tag der Behandlung verändern sich Leslie und Alex. Besonders bei Leslie geht das beängstigend schnell. Und bald haben die Beiden große Angst, sie könnten ihren Kindern gefährlich werden.

Eigentlich hatte ich mir nach dem Klappentext etwas anderes vorgestellt aber trotzdem war das Buch richtig gut. Ich konnte zwar diesen Kinderwunsch bei dem man wirklich alles über sich ergehen lässt um Erfolg zu haben nicht so ganz nachvollziehen, das liegt wahrscheinlich aber daran, dass ich nie in dieser Situation war.

Nachdem das Paar bei diesem irren Doktor in Slowenien war nimmt die Geschichte dann mächtig an Fahrt auf. Die Veränderungen sind erschreckend aber ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr nachzuvollziehen. Ist eben Horror. In die beiden Kinder konnte ich mich sehr gut hinein versetzen. Ihre Zerrissenheit zwischen der Liebe zu den Eltern und der Angst vor ihnen wurde sehr realistisch dargestellt.

Den Schreibstil fand ich sehr angenehm zu lesen und das Ende des Buches war das einzig Richtige. Mit "Breed" hat Chase Novak einen tollen Roman veröffentlicht, den ich mir auch sehr gut als Film vorstellen kann. Ich werde auf jeden Fall die Augen nach weiteren Büchern des Autors offen halten. Ich vergebe 8 von 10 Punkten für dieses außergewöhnliche Buch
.

Mittwoch, 20. Februar 2013

Stephanie Fey - Die Verstummte

Eigentlich wollten Matte und seine Tochter Carina nur schnell seine Frau Silvia abholen als sie nur um Haaresbreite einem Unfall entgehen. Der jugendliche Geisterfahrer wird schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht und als Carina und ihre Vater den Eltern Bescheid sagen wollen, finden sie die beiden tot im Ehebett. Hat der Sohn etwas mit dem Tod der Eltern zu tun? Matte Kyreleis übernimmt die Ermittlung und Carina steht ihm zur Seite. Doch die Beiden haben auch jede Menge privater Probleme die ihre enge Beziehung fast zu zerstören droht. Und dann verschwindet auch noch ein kleines Mädchen….
Die Verstummten ist der zweite Teil um die Rechtsmedizinerin Carina Kyreleis und ihren Vater Matte. Und genauso wie der erste Teil hat mich auch der Zweite wieder total fasziniert. Als erstes fallen einem die tollen und authentischen Charaktere auf, mit denen man sich sofort identifizieren kann. Sie sind vielleicht nicht alle sympathisch aber sie sind sehr facettenreich und wirken absolut realistisch. Dazu kommt dann noch ein sehr spannender Plot und ein toller Schreibstil, die einen das Buch kaum noch aus der Hand legen lassen.

Was mir besonders gut an der Reihe gefällt ist, dass es nicht nur um die Fälle geht sondern wir auch sehr viel aus dem Privatleben der Ermittler erfahren. In diesem Band lernen wir auch Peter Schuster besser kennen, der in Band eins eine eher kleinere Rolle spielte. Alle Personen haben ihre Stärken und Schwächen und keiner ist vollkommen. Das macht sie auch so herrlich menschlich. Wir lernen sogar eine äußerst sympathische Killerin kennen, mit der man mitfiebert und hofft, dass alles zu einem gute Ende kommt. Die Arbeit der Rechtsmedizinerin wird sehr gut dargestellt ohne Ekel zu erregen. Frau Fey weiß ganz genau was sie dem Leser zumuten kann.

Ich finde es sehr schwer diesem Buch mit einer Rezension gerecht zu werden, denn so fesselnde Bücher sind selten und die Autorin bedient sich einer tollen bildhaften Sprache, die die Geschichte im Kopf entstehen lassen. Ich habe wirklich mitgefiebert und mitgelitten. Sogar geträumt habe ich von dem Buch, so sehr hat mich die Geschichte beschäftigt. Bei der Autorin möchte ich mich noch ganz herzlich für die tolle Leserunde bedanken in der alle unsere Fragen beantwortet wurden und uns Frau Fey mit tollem Hintergrundwissen versorgte. Ich vergebe volle 10 Punkte, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung und hoffe, dass wir auf Teil drei nicht allzu lange warten müssen.

Band 1 – Die Gesichtslosen
Band 2 – Die Verstummten

© lord-byron 

Samstag, 16. Februar 2013

Christopher Ransom - Das Haus der vergessenen Kinder

Conrad Harrison ist mit dem Auto in Wisconsin unterwegs als er sich total verfährt. Er kommt zu einem viktorianischen Haus in einer abgelegenen Gegend, in das er sich sofort verliebt. Der Ort heißt Black Earth und eher er sich versieht hat er das wunderschöne Haus auch schon gekauft. Als er nach Hause zurückkehrt, findet er einen anderen Mann in seinem Haus vor. Jo, seine Frau behauptet, es wäre nichts gewesen und um zu beweisen, dass sie Conrad immer noch liebt, zieht sie mit ihm und den beiden Hunden von LA nach Wisconsin. Doch schon 4 Wochen nach dem Einzug muss sie für für 8 Wochen ein Seminar besuchen.

Kaum ist Jo aus dem Haus hört Conrad ein Baby weinen und das wiederholt sich Nacht für Nacht. Der ehemalige Besitzer des Hauses bringt ihm ein altes Fotoalbum das zu der Villa gehört auf dessen erstem Bild Conrad eine Frau bemerkt, die genauso aussieht wie Jo. Sogar die kleine Narbe ist identisch. Das Haus war früher ein Geburtshaus und das müssen die Schwestern gewesen sein, die sich um Mütter und Babys gekümmert haben. Aber warum hört Conrad immer wieder Babyschreie? Als er auch noch eine Puppe ohne Gesicht auf sich zulaufen sieht, denkt er, er hat den Verstand verloren. Dann nimmt er immer öfter eine Präsenz im Haus wahr und ihm wird immer unheimlicher zu Mute. Was hat es mit der jungen, schwangeren Nachbarin auf sich und bekommen er und Jo wirklich ein Baby? Wer oder was will ihm etwas mitteilen?

"Das Haus der vergessenen Kinder" ist ein Buch so ganz nach meinem Geschmack. Nachdem ich "Ewig Böse" das zweite Buch des Autors gelesen hatte, hatte ich bedenken, denn es konnte mich überhaupt nicht begeistern. Doch der Debütroman von Christopher Ransom hat mich aus den Schuhen gehauen. Von der ersten Seite an fesselte mich die Geschichte. Sie wurde immer gruseliger und düsterer und am Ende blieb ich mit einem trostlosen Gefühl zurück.

Jo kommt in der Geschichte nicht so richtig zur Geltung und bleibt eher eine Randfigur, aber Conrads Persönlichkeit hat sehr viele Facetten und er überraschte mich immer wieder. Kaum denkt man, man hat ihn durchschaut, reagiert er wieder vollkommen anders. Der Schreibstil ist wunderbar leicht zu lesen und in 2 Tagen hatte ich das Buch verschlungen. Der Autor versteht es ganz geschickt eine sehr beklemmende Atmosphäre aufzubauen, die noch lange, nachdem man die letzte Seite gelesen hat, beim Leser nachwirkt. Es kommen zwar auch ein paar blutige Szenen vor, doch die sind nur nebensächlich. Der Autor weiß auf andere Art eine Gänsehaut zu verursachen.

Nach so einem Buch hatte ich schon längere Zeit gesucht, denn im Moment werden fast nur sehr blutige Splatterromane veröffentlicht. Da war diese Gruselgeschichte eine sehr willkommene Abwechslung. Ich vergebe fantastische 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung für Leute die sich gerne mal etwas gruseln.


Mittwoch, 13. Februar 2013

Kate Morton - Die verlorenen Spuren

Es ist ein wunderschöner Tag auf der Greenacres Farm. Die ganze Familie hat sich am Flussufer versammelt um Geburtstag zu feiern. Nur die 16-jährige Laurel genießt die ungewohnte Ruhe vor ihren jüngeren Geschwistern und verkriecht sich im Baumhaus. Sie beobachtet wie ihre Mum ins Haus geht um das spezielle Messer mit der roten Schleife am Griff zu holen, mit dem bisher schon jeder Geburtstagskuchen angeschnitten wurde. Da kommt ein Fremder die Auffahrt hoch und trifft auf die aus dem Haus kommende Mutter. Und plötzlich ist nichts mehr so wie es war. Wer war dieser Mann der mit einem Landstreicher in Verbindung gebracht wurde, der Frauen auflauerte? Und warum kannte er den Namen ihrer Mutter?
Das Geschehene lässt Laurel nie mehr los und als ihre Mutter Dorothy ihren 90. Geburtstag feiert und ein unbekanntes Foto ihrer Mutter mit einer jungen Frau auftaucht, will sie endlich wissen, was damals wirklich geschah. Ihre Mutter kann ihr keine Fragen mehr beantworten, also versucht sie selbst hinter die Geschehnisse zu kommen. Was verbarg ihre Mutter all die Jahre?

Lange habe ich mich auf das neue Buch von Kate Morton gefreut aber leider kommt es an die Vorgänger nicht ganz heran. Es gibt, wie bei all ihren Büchern mehrere Zeitebenen, in denen die Geschichte spielt. Einmal in der heutigen Zeit, mit Laurel und ihren Geschwistern, die selbst schon in einem reifen Alter sind, dann werden wir ins Jahr 1941 geführt, in dem entscheidendes passierte, ja wir reisen sogar zurück in die Kindheit von Dorothy, die versucht aus ihrer spießbürgerlichen Familie zu entkommen. Es gibt sogar einen Abstecher nach Australien, wo ein Teil der Geschichte spielt.

Kate Morton hat es wieder geschafft wunderbare Charaktere mit sehr viel Tiefe zu erschaffen. Sie sind sympathisch und man kann sich wunderbar mit ihnen identifizieren. Der Schreibstil ist wunderschön und bildhaft. Man kann ganz in der Geschichte versinken, trotzdem konnte mich das Thema dieses Mal nicht so stark fesseln, wie es bei den anderen Büchern der Autorin war. Ich kann noch nicht einmal sagen woran es lag. Doch trotz allem flogen die Seiten geradezu an mir vorbei und viel zu schnell war ich am Ende des Buches angelangt. Jetzt heißt es wieder lange warten, bis das nächste Buch von Kate Morton erscheint. Ich vergebe 8 von 10 Punkten für dieses außergewöhnliche Buch mit den starken Charakteren und kann es allen empfehlen, die gerne spannende Familiengeschichten lesen. 

Montag, 11. Februar 2013

Nina Melchior - Die Vampirheilerin 1 Für Elise



Elises Vater war, genau wie sein Vater und dessen zuvor, ein Wissenschaftler, der sich ganz der Vampirheilung verschrieben hatte. Und das in einer Welt, in der niemand mehr an Vampire glaubt. Doch nun ist er tot und Elise lebt ganz alleine in dem irischen Schloss der Familie Brennen. Es gibt nur noch einen Menschen in ihrem Leben und das ist ihr Bekannter Micha in den sie sehr verliebt ist. Doch der bleibt auf seltsame Art auf Distanz zu ihr. Was hat er vor ihr zu verbergen?  Nachdem sie ein Jahr lang fast von ihrer Trauer erstickt wurde, entschließt sie sich die Arbeit ihres Vaters fortzusetzen. Doch was verbirgt sich hinter der Tür im Labor? Leben dort wirklich Vampire in den Höhlen unter dem Schloss,  oder sind es nur die Vampirfledermäuse, die ihr Vater hier angesiedelt hatte? Doch dann lernt sie einen der Blutsauger kennen. Kann sie diese Begegnung überleben?

Als die Autorin mich gefragt hatte ob ich ihr Buch rezensieren möchte, war ich ja erst etwas skeptisch. Ich habe es ja nicht so mit Vampiren, seit diese angefangen haben zu glitzern und sich benehmen wie verliebte Teenager. Aber da habe ich mir ganz umsonst Sorgen gemacht. Klar kommt auch etwas Liebe im Roman vor, aber diese ist niemals kitschig. Außerdem sind in diesem Buch von Nina Melchior die Vampire gefährlich und unberechenbar, was zu einigen spannenden Situationen geführt hat. Ich fing an zu lesen und wurde regelrecht in die Geschichte gezogen, ich nahm kaum noch etwas um mich wahr und war gefangen in der spannenden und ungewöhnlichen Handlung. Mit den Charakteren kann man sich wunderbar identifizieren und Elise ist eine wundervolle Person mit der ich sehr gerne befreundet wäre. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und sehr gut zu lesen. Die Beschreibungen des Schlosses und des Labors ließen tolle Bilder in meinem Kopf entstehen.

Aber es gibt auch Kritik. Die Geschichte war einfach viel zu kurz, denn ich hätte noch stundenlang weiterlesen können. Ich hoffe, dass noch viele weitere Bücher über Elise folgen werden. Ob sie einen Vampir heilen konnte, wollt ihr wissen? Da müsst ihr das Buch selbst lesen, denn das werde ich nicht verraten. Ich vergebe 9 von 10 Punkten da ich mir den einen Punkt nach oben noch offenlassen möchte. Falls ich euch neugierig gemacht habe, dann solltet ihr jetzt schnell zugreifen, denn die Printausgabe ist gerade bei Amazon im Angebot. Falls ihr das Angebot verpassen solltet ist das aber auch nicht schlimm, denn das eBook gibt es schon für ganz kleines Geld. Ich wünsche euch allen ganz viel Spaß beim Lesen.

© lord-byron 


Samstag, 9. Februar 2013

Klaus-Peter Wolf - Ostfriesenblut

Ein Unbekannter legt Ann Kathrin Klaasen eine Leiche vor ihr ostfriesisches Einfamilienhaus. Die Person, Regina Orthner, ist keines natürlichen Todes gestorben, obwohl im Totenschein „Tod durch Herzversagen“ angegeben wurde. Doch noch während Kommissarin Ann Kathrin Klaasen im Umfeld der Toten ermittelt, erhält sie Hinweise auf das nächste Opfer des Mörders. Offenbar ist sie Teil eines Spiels, dessen Regeln sie noch nicht kennt.

Den Klappentext habe ich dieses mal bei Amazon gekaut, weil ich mich nur noch so lange wie nötig mit dem Buch beschäftigen mag. Und so eine Zusammenfassung braucht doch ihre Zeit und man muss sich seine Gedanken machen, die ich dem Buch nicht mehr zugestehen möchte.

Nach dem ersten Teil "Ostfriesenkiller" dachte ich ja noch: Es kann nur besser werden. Leider habe ich mich geirrt. Die Personen bleiben so unsympathisch wie sie auch im ersten Teil waren und dazu kommt noch, dass aus einem Polizisten plötzlich das totale Weichei wird. Ich sage nur "Haare färben". Gut, in der Leserunde konnten wir uns köstlich darüber amüsieren, aber hätte ich das Buch alleine gelesen, hätte ich mit Sicherheit abgebrochen. Die Charaktere gingen mir so dermaßen auf die Nerven, dass ich mich richtig zwingen musste weiterzulesen. Da half auch der recht spannende Fall nicht mehr wirklich, was eigentlich sehr schade ist, denn er hatte durchaus Potenzial. Aber er ging ganz im Geturtel der beiden frisch verliebten unter. Hier wäre weniger wesentlich mehr gewesen.

Ich denke, für alle die in der Gegend wohnen ein netter Zeitvertreib, weil Ostfriesland wirklich schön beschrieben wird und man Lust bekommt, die Koffer zu packen und hinzufahren. Alle anderen brauchen Durchhaltevermögen. Ich vergebe 6 von 10 Punkten, werde aber noch nicht aufgeben. Auch den 3. Teil "Ostfriesengrab" werden wir noch gemeinsam lesen, denn die Leserunden sind einfach klasse und entschädigen für so manches total üble Kapitel.

© lord-byron


Mittwoch, 6. Februar 2013

Benjamin Woolley - Byrons Tochter Ada Lovelace - Die Poetin der Mathematik


Lady Augusta Ada King Byron Countess of Lovelace wurde im Jahre 1815 als Tochter von Annabella Milbanks und George Gordon Noell 6. Lord Byron geboren. Die Ehe ihrer Eltern scheiterte schon nach kürzester Zeit, was von Anfang an ziemlich offensichtlich war. Ihre Mutter war absolut rational und kontrollsüchtig während Byron ein romantischer, lebenshungriger, sexsüchiger und freiheitsliebender Mensch war. Annabella beschuldigte ihren Mann ein Verhältnis mit seiner Schwester Augusta zu unterhalten , ließ ihn darauf hin für Geisteskrank erklären und verließ ihn. In ihrer hemmungslosen Wut verbot sie Byron jeden Umgang mit seiner Tochter. Auch hatte sie Angst, dass Ada nach ihrem Vater geraten könnte.

Erst sah es so aus, als hätte Ada wesentlich mehr von ihrer Mutter. Sie war schon immer Mathematisch und wissenschaftlich sehr interessiert. Verkehrte mit Wissenschaftlern wie Babbage, dem Erfinder der Rechenmaschine, Andrew Crosse, der die Geheimnisse der Elektrizität erforschte und anderen hohen Gelehrten. Sie gilt nicht nur als Vorreiterin der Computersprache sondern nach ihr wird heute noch die Programmiersprache „ADA“ der mächtigsten Kriegsmaschinerie der Welt genannt. Außerdem verfasste sie eine Abhandlung zu Babbages Analytischer Maschine und veröffentlicht dort Beispiele für die ersten Computerprogramme.


Doch leider kam immer mehr das Wesen ihren Vaters bei ihr durch. Trotz all der Intelligenz wurde Ada Spiel- und Sexsüchtig und neigte zur Hysterie. Früh bekam sie schon Laudanum um ihre Nerven zu beruhigen. Nachdem sie an Krebs erkrankte bekam sie starke Schmerzmittel und wurde drogenabhängig. Sie hat genauso oft durch ihre Skandale von sich reden machen wie von ihren wissenschaftlichen Abhandlungen. Im Jahre 1852 starb sie im Alter von gerade einmal 37 Jahren.


In diesem Buch geht es nicht nur um Adas Genie sondern man erfährt genauso viel von ihrer Familie. Immer wieder wird auch auf die Liebesbeziehung von Byron zu seiner Halbschwester Augusta eingegangen, die wahrscheinlich sogar ein Kind miteinander hatten. Das Buch war wirklich sehr interessant, wenn man sich für diese Familie interessiert aber leider auch staubtrocken geschrieben. Ich habe wirklich schon sehr viele Biografien gelesen aber noch keine war so langweilig geschrieben. Dabei interessiert mich alles sehr was mit Lord Byron zu hat. Aber größere Abschnitte konnte ich nicht an einem Stück lesen, weil ich sonst Kopfschmerzen bekam. Das ist wirklich sehr schade, weil der Stoff des Buches wirklich spannend ist. Es wäre wirklich schön, wenn sich vielleicht noch ein anderer Schriftsteller dieses Themas annehmen könnte und den Personen auch etwas Leben einhauchen würde. Darum gibt es von mir 7 von 10 Punkten. 


© lord-byron


Zum Abschluss noch ein paar Zeilen des großen Dichters aus seinem Werk „Manfred“. Man munkelt, dass Byron es über seine Schwester geschrieben hat:


Sie glich
In allen Zügen mir; ihr Aug,
Ihr Haar, ihr Antlitz, ja der Ton der Stimme
War - wie die Welt erzählte – wie bei mir,
Nur überall gemildert und verschönt…
Doch hegte sie auch sanftre Eigenschaften:
Das Mitleid und das Lächeln und die Träne
Und Zärtlichkeit die ich nur für sie fühlte –
Und Demut endlich, die ich nie besaß.
Die Fehler hatte sie mit mir gemein,
Doch ihre Tugenden gehörten ihr.
Ich liebte sie und – habe sie zerstört.
Astarte, höre mich! geliebtes Weib,
Gib Antwort mir, ich hab so viel gelitten,
Ich leide noch so viel! Sie mich nur an!
Das Grab hat dich nicht mehr verändern können,
Als ich verändert bin um deinetwillen.
Du liebtest mich zu viel, wie ich auch dich,
Wir waren nicht gemacht uns so zu quälen,
Obschon’s die schwerste Sünde war, zu lieben,
Wie wir geliebt…

(Gorge Gordon Noell 6. Lord Byron) 

Sonntag, 3. Februar 2013

Justin Evans - Weisser Teufel

Der Amerikaner Andrew Taylor wird wegen früherer Drogenprobleme von seinem Vater nach England, auf die renommierte Harrow School geschickt. Eine reine Jungenschule in der Andrew die letzte Chance erhalten soll, seinem Vater zu beweisen, dass mehr in ihm steckt als immer nur Schwierigkeiten zu machen. Persephone, das einzige Mädchen an der Schule, die Tochter eines Hausvaters, erkennt sofort Andrews Ähnlichkeit mit Lord Byron, der einer der berühmtesten Männer in Harrow war. Er soll dann auch in einem Theaterstück das sein Hausvater schreibt, den Lord Byron spielen. Doch etwas seltsames geschieht mit Andrew. Als wäre es nicht schon schlimm genug eine unheimliche Präsenz in seiner Umgebung zu fühlen, sieht er auch noch den Mord an seinem Zimmernachbarn. Doch der Mörder war kein Mensch sondern ein Geist. Schnell wird Andrew klar, dass sich alle seine Freunde in großer Gefahr befinden. Denn der frühere Liebhaber von Byron möchte den vermeintlich zurückgekehrten Dichter ganz für sich alleine haben.

Nachdem mich ein netter Mensch auf das Buch aufmerksam gemacht hatte, gell Silke, musste ich es mir natürlich sofort kaufen. Schließlich geht es teilweise um Lord Byron, den ich sehr verehre. Immerhin habe ich ja auch meinen Buchblog nach ihm benannt. Als das Buch dann ankam stand auf dem Cover: "Eine richtig gute Ghost Story" Richtig gut war die Geschichte aber eine Ghost Story habe ich nur am Rande gefunden. Ganz klar im Mittelpunkt der Geschichte stehen Lord Byron und seine Liebe zu dem jungen John Harness und Andrew Taylor, der der einzige ist der weiß, warum die Leute in seinem Umfeld schwer krank werden. Klar gibt es auch unheimliche Momente aber sie waren sehr selten und richtig gruseln konnte ich mich nicht. Vielleicht bin ich ja auch einfach schon zu abgebrüht.

Die Geschichte war spannend und interessant, auch wenn ich nichts Neues über den großen englischen Dichter erfahren habe. Dafür war der Schreibstil flüssig und gut zu lesen. Die Hauptcharaktere sind sehr facettenreich und man kann sich wirklich gut mit ihnen identifizieren. Hätte nicht "Ghost Story" auf dem Cover gestanden, hätte das Buch glatte 10 Punkte verdient. So muss ich leider einen Punkt abziehen, da das sehr irreführend ist. Aber immerhin hat mir das Buch so gut gefallen, dass ich es auf jeden Fall noch einmal lesen werde.

© lord-byron


Donnerstag, 31. Januar 2013

Richard Laymon - Night Show

Tony hält sich selbst für den Meister des Schreckens. Darum findet er auch es wäre eine großartige Idee, die hübsche Linda in eine leer stehende Villa einzusperren, in der es spuken soll. Eigentlich wollte er Linda nur einen Denkzettel verpassen weil sie zu den beliebtesten Mädchen gehört und kein Interesse an ihm hat. Doch etwas geht gewaltig schief.

Nach dem Vorfall macht sich Tony aus dem Staub und zieht nach Hollywood. Und was wäre besser für den Meister des Schreckens als bei der Königin der Horrorfilm-Spezialeffekte,Dani Larson, eine Ausbildung zu machen. Dass Dani keinen neuen Lehrling braucht interessiert ihn überhaupt nicht. Genauso wenig wie ihr neuer Freund, dessen Stelle er einzunehmen gedenkt.

Doch dann findet Linda heraus wo sich Tony verkrochen hat und sie hat nur eins im Sinn: Rache!

Laymon ist doch einfach der Beste. Von der ersten Seite an hat er mich mit seiner Geschichte gefesselt. Wie man es vom Meister des Horror gewohnt ist, gibt es kein großartiges drum herum Gerede, sondern es geht sofort zur Sache. Doch obwohl der Schwerpunkt ganz klar  auf der Handlung liegt konnte ich mich gut in Dani hineinversetzen. Überlegte oft, was ich an ihrer Stelle getan hätte. Linda dagegen bleibt ziemlich blass. Aber mehr muss man von ihr auch gar nicht wissen, Hauptsache sie spielt ihren Part. Und das tut sie perfekt. In diesem Roman hat sich Laymon mit den Splatterszenen ziemlich zurück gehalten aber trotzdem fühlte ich mich sehr gut unterhalten.
Das einzig negative ist, dass es irgendwann keine neuen Romane des großartigen Horrorautors mehr geben wird, da er schon 2001 verstorben ist. Hoffentlich liegen noch ganz viele Manuskripte in irgendwelchen Schubladen versteckt und hoffentlich gibt es noch viele Romane, die noch nicht übersetzt wurden. Ich gönne mir nur noch einen Laymon, wenn mich praktisch nichts anderes anlacht. Horte sie mehr oder weniger für schlechte Zeiten. Denn ein Laymon geht immer.
Ich vergebe 9 von 10 Punkten. Einen Punkt ziehe ich ab, weil dieser Roman doch ziemlich unblutig daher kam.


Sonntag, 27. Januar 2013

Charlotte Lyne - Die zwölfte Nacht

Cathie wächst im Haushalt der Familie Seymour auf, während ihre Mutter im Haushalt von Königin Catalina weilt. Sie fühlt sich dort sehr wohl und Tom Seymour und sie fühlen sich schon sehr früh zueinander hingezogen. Cathrine hat zwei große Wünsche in ihrem Leben: sie möchte ihren Tom heiraten und ein Buch schreiben. Aber für eine Frau zu dieser Zeit ist das Letztere fast ein Ding der Unmöglichkeit. Als man ihr mitteilt, dass man sie verheiraten wird, ist sie mehr als entsetzt. Sie muss ihr geliebtes Wulf Hall verlassen und wird fern von ihrer Schwester Nan und den Seymourbrüdern Edward und Tom leben. Doch die Ehe ist kurz und schon bald ist die junge Cathie Witwe. Aber da sie mittellos dasteht, ist sie gezwungen eine neue Ehe einzugehen. Diese bleibt, genau wie die Ehe zuvor, kinderlos. Als sie zum zweiten mal Witwe geworden ist, denken Tom und Cathie, dass nun endlich ihre Zeit gekommen ist, aber da fällt das Auge des Königs auf sie. Wie könnte sie seinen Heiratsantrag ablehnen, ohne alles in Gefahr zu bringen, für das sie bisher so tapfer gekämpft hatten. Denn die Seymours und sie gehörten schon früh der Reformation an. Gehören in den Anfängen zu den wenigen, die Teile der Bibel in englisch besitzen. Schon zu einer Zeit, in der der Besitz mit dem Tod bestraft wird. Also lässt sie ihre Hoffnung auf ihre große Liebe fahren und wird die 6. Ehefrau von Henry VIII. Ihr ist es zu verdanken, dass Mary und Elizabeth Tudor wieder in die Thronfolge aufgenommen wurden. Unermüdlich kämpfte sie für die Kinder ihrer Vorgängerinnen. Sie versucht ihnen die Mutter zu ersetzen und treibt auch die Sache der Reformation unermüdlich vorwärts. Sie überlebt den König, wird danach aber geächtet und verfolgt, weil sie endlich ihrer großen Liebe gehören möchte.
Über Cathrine Parr ist leider nicht sehr viel bekannt. Vor allen Dingen ihre Kindheit und Jugend liegen fast gänzlich im Dunkeln. Diese Lücken hat Charlotte Lyne mit ihrer Fantasie gefüllt und es hätte wirklich so sein können. Perfekt konstruiert die Autorin das Leben dieser bemerkenswerten Frau, die so viel geleistet hat. Sie, die so lange auf die große Liebe verzichten musste, aber am Ende alle ihre Träume erfüllen konnte.
Die Geschichte hat mich ganz in sich aufgesogen. Ich war mit beim Turnier und habe Tom Seymour kämpfen gesehen. Ich habe auf dem kalten und dunklen Anwesen an der schottischen Grenze gelebt, wohin Cathie mit ihrem 2. Ehemann und seinen beiden Kindern ziehen musste. Ich habe vor dem mittlerweile fetten König Henry gekniet. Habe an Hinrichtungen teilgenommen. Erst an Protestanten und später gegen Katholiken. Ich habe mit Cathie gelitten und gebangt. Habe mit ihr geliebt und gelebt. So realistisch hat sie die Autorin in Szene gesetzt. Ich bin immer noch ganz in der Geschichte gefangen und werde wohl ein Weilchen brauchen, bis ich ein neues Buch beginnen kann. Der Schreibstil ist einfach wunderbar und flüssig zu lesen. 671 Seiten praller englischer Geschichte und keine Seite war langweilig.

"Die zwölfte Nacht" von Charlotte Lyne ist das perfekte Buch für die kalte und dunkle Jahreszeit. Gemütlich mit einer Decke und heißem Tee kann man in die Geschichte eintauchen und findet so schnell nicht wieder heraus. Ich vergebe begeisterte 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung für alle Fans historischer Schmöker und der Tudorzeit.

©lord-byron

Mittwoch, 16. Januar 2013

E L James - Shades of Grey

Die Studentinnen Anastasia und Kate wohnen zusammen in einer gemütlichen Wohnung. Als Kate erkrankt übernimmt Ana ihren Job, den Millionär Christian Gray für die Studentenzeitung zu interviewen. Die Beiden fühlen sich sofort zueinander hingezogen doch Ana kann nicht glauben, dass sich so ein toller Mann für sie interessiert. Sie finden dann aber doch zueinander und Christian gesteht ihr, dass er keine normale Beziehung führen kann. Er möchte ihr Dom (Herr) sein und sie soll ihm als Sub (Sklave) zur Verfügung stehen. Ana soll einen Vertrag unterschreiben in dem festgehalten werden soll, wie weit Christian bei Anas Erniedrigungen gehen darf und noch so einiges Andere. Aber es passiert etwas womit keiner gerechnet hätte: Die Beiden verlieben sich ineinander. Zwischen Ana und Christian knistert es heftig und die beiden sind einfach unersättlich wenn es um Sex geht. Doch Ana kann sich einfach nicht vorstellen, sich ständig von Grey bestrafen zu lassen und absolut unterwürfig zu sein. Kann es trotzdem zwischen dem ungleichen Paar funktionieren?

Ihr findet die Zusammenfassung platt? Dann lest auf keinen Fall dieses Buch. Ich weiß, dass es ewig lange auf Platz 1 der Bestsellerliste stand, aber ich weiß beim besten Willen nicht warum. Es gibt keine wirkliche Handlung, ein Klischee folgt dem anderen, die Charaktere sind so was von flach, die ständigen Wiederholungen trieben mich fast in den Wahnsinn und eigentlich ist das Buch nichts anderes als ein Hausfrauenporno. Woher kommt also diese Faszination? Das kann ich euch leider auch nicht sagen. Ich habe mich schrecklich durch die 608 Seiten gequält und jedes Mal wenn Ana sich wieder auf die Lippen gebissen hat, ihre postkoitale Frisur erwähnte oder mit ihrer inneren Göttin kommunizierte hätte ich am liebsten laut geschrien und meinen Reader an die Wand geworfen.

Warum ich das Buch überhaupt gelesen habe? Ich nehme an einer Challenge teil bei der man ein Buch aus einem Genre lesen soll, das man vorher noch nie gelesen hat. Das sind bei mir eben mal Erotikromane. Und da ich das Buch schon mal auf dem Reader hatte und es auch viele Seiten hat was viele Extrapunkte bedeutet, hatte ich mich eben dafür entschieden. Außerdem dachte ich mir, dass sich doch so viele begeisterte Frauen nicht irren können. Doch sie können. Ich stehe eben mehr auf Horror, Thriller, Fantasy und historisches. Für mich war es jedenfalls die Höchststrafe und das mieseste Buch das ich je gelesen habe. Aber wie immer ist das meine ganz persönliche Meinung. Ich vergebe wohlwollende 2 von 10 Punkten und kann euch versichern, dass ich Band 2 und 3 auf gar keinen Fall lesen werde, denn keine Folter könnte für mich schlimmer sein.
© lord-byron


Sonntag, 13. Januar 2013

Barry Lyga - Ich soll nicht töten


Jazz hatte es noch nie leicht. Sein Vater, Billy Dent, ist ein berüchtigter Serienmörder, der 124 Menschenleben auf dem Gewissen hat. Sobald sein Sohn auf der Welt war hatte er nur ein Ziel vor Augen: Aus Jazz seinen Nachfolger zu machen. So musste der Junge zusehen, wie sein Vater seinen Hund bei lebendigem Leib Enthäutete und die Innereien heraus nahm. Am Ende musste er dann sogar die Überreste beseitigen. Aber das war nur eins von vielen schlimmen Dingen, die Jasper von klein auf mitmachen musste, bis sein Vater schließlich geschnappt wurde und mehrmals lebenslänglich ins Gefängnis gesteckt wurde.

Seit dieser Zeit lebt Jazz bei seiner verwirrten Großmutter und sorgt für die alte Frau, die immer mehr in den Wahnsinn abgleitet. Zum Glück hat er seinen guten Freund Howie, der alles für seinen Kumpel tun würde und seine Freundin Connie, die mit ihm durch dick und dünn geht.

Als plötzlich in dem verschlafenen Städtchen eine Leiche nach der anderen gefunden wird ist sich Jazz sicher, dass jemand seinen Vater kopiert. Und er setzt es sich in den Kopf, dem Killer das Handwerk zu legen.

Was für eine geniale Geschichte. Jazz weißt, wie so viele Psychopathen auch soziopathische Züge auf. Er hat schreckliche Angst so zu werden wie sein Vater. Ständig überprüft er seine Beweggründe, versucht herauszufinden, ob er nicht vielleicht schon auf dem besten Weg ist ein Killer zu werden. Als dann die Morde geschehen, will er sich selbst beweisen, dass er einer der "Guten" ist, indem er den Killer schnappt.

Ständig spürt man die Zerrissenheit des Teenagers. Ist es so schon schwer genug mitten in der Pubertät zu stecken, hat Jazz besonders schwer daran zu schleppen. Immer wieder wird erzählt, was Jazz alles mit diesem irren Vater ertragen musste. Dinge, die dem geistig gesündesten den Verstand rauben könnten. Zum Glück hat er seine Freunde, die immer zu ihm stehen und ihn nie im Stich lassen würden, auch wenn es für Howie manchmal zu recht gefährlichen Situationen kommt, denn der Junge ist Bluter. Aber das hält ihn nicht davon ab mit seinem Kumpel auf Verbrecherjagd zu gehen.

Der Schreibstil ist toll und leicht und flüssig zu lesen. Der Plot hat mich total überzeugt und leider konnte ich beim Lesen das Kopfkino nicht abschalten. Dazu waren die Szenen viel zu gut beschrieben. Ein tolles Buch für spannende Lesestunden. Ich vergebe 10 von 10 Punkten und freue mich auf weitere Romane von Barry Lyga.


Freitag, 11. Januar 2013

Torsten Sträter - Hämoglobin Jacks Gutenachtgeschichten 1

Ein Mann, der von sprechenden Raubtieren verfolgt wird. Ein Kaugummiautomat, der Körperteile ausspuckt. Eine WG, in der die Lust auf Fleisch regiert…
Dies und noch mehr erwartet Sie in diesem Büchlein.
Band 1 von Jacks Gutenachtgeschichten enthält Horror, der von klassischem Grusel bis zum verstörenden Totalverlust der Realitätswahrnehmung reicht. Durch die meisten der Geschichten zieht sich ein roter Faden der Melancholie und der vergeblichen Suche nach menschlicher Wärme, an deren Ende Nichts ist außer Schmerzen und dem Gestank der Verwesung.
Die Szenarien werden erzählt in einer bildgewaltigen, metaphernreichen Sprache. Stets mit einem Schuss Ironie versetzt, doch das Lachen bleibt schnell im Hals stecken.
(Quelle Amazon)

Das sagt Amazon zu diesem Büchelein und ich stimme dem 100% zu. Ich hatte mir Hämoglobin als Nachttischbuch ausgesucht. Kurzgeschichten sind einfach perfekt, wenn man vor dem Einschlafen noch ein wenig lesen mag. Auf Torsten Sträter wurde ich auf facebook aufmerksam, wo ein paar alte Horrorhasen über seine Bücher schwärmten. Und da ich mir das eBook irgendwann mal heruntergeladen hatte weil mir der Titel gefiel, legte ich dann sofort los. Und war begeistert. Der Autor versteht es auf so unterschiedliche Art und Weise zu schreiben, dass man schwören könnte, an diesem Buch waren mehrere Autoren beteiligt. Einfach großartig. Es waren nicht nur komplett unterschiedliche Schreibstile sondern auch ganz unterschiedliche Geschichten. Es gab von allem ein wenig: blutige Geschichten, eklige, unheimliche, kuriose und unglaubliche Geschichten waren dabei. Torsten Sträter schafft es zudem Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen und oft blieb nach dem Lesen ein dumpfes Gefühl zurück. Ich werde mir jetzt so schnell wie möglich den 2. Band anschaffen, damit ich wieder das perfekte Nachttischbuch habe.
Ich vergebe 10 von 10 Punkten, was es von mir für Kurzgeschichten nur sehr selten gibt und vergebe eine absolute Leseempfehlung an alle Horrorfreunde.

Von Torsten Sträter gibt es folgende Gutenachtgeschichten:

1. Hämoglobin
2. Postkarten aus der Dunkelheit
3. Hit the Road Jack



Mittwoch, 9. Januar 2013

Richard Laymon - Das Loch


 Für Pamela ändert sich schlagartig das ganze Leben. Eben noch gemütlich im Bett auf ihren Mann wartend und kurz darauf mit einem Psychopathen mitten in der Wüste um ihr Leben kämpfend. Nur mit knapper Not entkommt sie dem ehemaligen Klassenkameraden und wird gerettet. Ihr Retter nimmt sie mit in die winzige, mitten in der Wüste gelegene Ortschaft Pits,  mit ihren 6 Einwohnern. Dort wird sie herzliche Willkommen geheißen und kann erst mal das ganze Grauen verarbeiten.

Zur gleichen Zeit fährt der Student Norman zu einer Tankstelle und als er aus dem Shop zurück zu seinem Wagen kommt, sitzt plötzlich ein fremder Typ in seinem Auto. Er stellt sich als Duke vor und bittet Normen ihn doch ein Stück mitzunehmen. Unterwegs gabeln sie auch noch die Anhalterin Boots auf und die beiden Mitfahrer entpuppen sich nach und nach als Psychopathen erster Klasse. Sie ziehen Nomen mit in einen Strudel aus Gewalt und Sex und als sie vor der Polizei fliehen müssen, landen die 3 in Pits. Doch die Bewohner des Wüstenstädtchens sind nicht immer so nett und freundlich wie es den Anschein hat.

"Das Loch" ist ein typischer Laymon und ich habe jede Seite davon genossen. Da der Autor leider schon vor Jahren gestorben ist, bewahre ich seine Bücher für schlechte Zeiten auf und gönne mir nur ab und an einen seiner tollen Romane. Der Autor hat wirklich einen absolut einzigartigen Schreibstil. Ohne Vorgeplänkel ist man mitten im Geschehen. Wenn es auf Seite 3 noch keine Leiche gab, ist es kein Laymon. Aber es gibt nicht nur dumpfe Gewalt sondern auch einen tollen Spannungsbogen der niemals abreißt. Keiner versteht es wie er irre Psychos zu kreieren, oder ganz normale Durchschnittstypen in brutale Gewalttäter zu verwandeln. Doch trotz allem floss in diesem Buch verhältnismäßig wenig Blut, auch wenn man sich das kaum vorstellen kann.

Besonders gefallen hat mir Pamela. Sie hat nie aufgegeben und in Pits eine neue "Familie" gefunden die immer zu ihr hält und sie niemals im Stich lassen würde. Auch Normen wurde sehr gut gezeichnet. Der Student, der noch nie aus der Reihe getanzt ist und plötzlich mit zwei total Irren durch die Gegend fährt. Doch trotz aller Angst und Abscheu findet er sich auch von der Gewalt und dem Sex angezogen. Doch das ist ihm gar nicht wirklich bewusst. Er findet Duke cool und wäre gerne so lässig wie er.

Wie immer bin ich total begeistert und kann keinen einzigen negativen Punkt finden, außer, dass es vielleicht bald keine Bücher des Horrorautoren mehr geben wird. Aber dann werde ich seine Werke eben ein 2. und 3. Mal lesen. Von mir bekommt "Das Loch" 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Lesempfehlung für alle, die die härtere Gangart in Büchern lieben. 




Mittwoch, 2. Januar 2013

Markus K. Korb + Tobias Bachmann - Das Arkham-Sanatorium





Ein ganz dickes Dankeschön an Michael Preissel der mir das Buch einfach so geschenkt hat, weil es nicht mehr käuflich zu erwerben ist.

Dr. Reynolds ist Psychologe und stellvertretender Leiter im Arkham-Sanatorium, einer Anstalt für geistig verwirrte Menschen. Nachts arbeitet er am Liebsten, denn da sind auch die meisten Patienten aktiv. Er mag seine Arbeit und noch mehr mag er einen geregelten Arbeitstag. Doch der wird immer wieder gestört. Ungewöhnlich viele verwirrte Patienten werden in letzter Zeit zu ihm gebracht und erzählen ihm ganz außergewöhnliche und gruselige Geschichten.
Dann bekommt er auch noch einen Brief von Aleister Crowley, der ihn um ein Treffen bittet. Die Oberschwester warnt ihn vor diesem Mann und erzählt ihm, Crowley wäre satanist. Doch der Doktor hört nicht auf sie und stimmt einem Treffen zu. War das ein Fehler?

Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen und war total traurig, weil es nur noch zu astronomischen Summen zu erwerben war, die ich mir nicht leisten konnte. Abhilfe kam von ganz unerwarteter Seite, denn ich bekam das Buch einfach so geschenkt. Und ich habe jede einzelne Seite davon genossen. Das Buch besteht aus einer Ansammlung von düsteren und gruseligen Geschichten, die in einem altmodischen Stil verfasst sind, der zu der Zeit passt in dem die Hauptgeschichte spielt. Nach jeder Kurzgeschichte kommt wieder eine Passage über das Sanatorium, in dem alle Geschichten wieder zusammentreffen. So entsteht ein harmonisches Ganzes, das mit einem großen Knalleffekt endet.

Besonders hervorheben möchte ich die wundervollen Illustrationen von Timo Kümmel, die die einzelnen Geschichten voneinander trennen. Der Illustrator konnte sich hier richtig austoben und heraus kamen tolle kleine Kunstwerke. Auch das Titelbild, durch das ich erst auf das Buch aufmerksam wurde, wurde von dem Künstler gestaltet und zieht die Blicke magisch an.

Alles in allem ist das Buch ein kleines Glanzstück der Horrorliteratur und ich kann nur hoffen, dass das Buch irgendwann neu verlegt wird, damit ganz viele Horrorfreunde das Arkham-Sanatorium genießen können. Ich vergebe 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung.
Einfach großartig!!!

Samstag, 29. Dezember 2012

Edward Lee - Flesh Gothic

Am 03.April ereignete sich in der Luxusvilla des exzentrischen  Milliardärs Reginald Hildreth ein Blutbad. Bei einer Orgie zu Ehren des Dämons Belarius werden alle anwesenden Personen getötet. Die Villa stand schon lange im Gespräch, diente sie doch als Firmensitz einer Pornoproduktion und als Ort an dem ständig wilde, satanische Orgien gefeiert wurden. Vivica Hildreth, die Frau des Milliardärs heuert einige übersinnlich begabte Menschen und den Reporter und trockenen Alkoholiker Westmore an um herauszufinden was sich in der Villa ereignete und was Reginald damit beabsichtigt hatte. Wie sie Westmore verrät, liegt nämlich keineswegs der Leichnam ihres Mannes auf dem kleinen Friedhof des Grundstücks, denn ihr Mann ist einfach spurlos verschwunden. Weiß die Ehefrau wirklich nicht mehr?

Westmore tut sich ein wenig schwer inmitten dieser Gruppe von Spinnern, wie er die anderen Leute in der Villa heimlich nennt. Wer glaubt schon daran, dass Leute aus ihrem Körper treten können, oder in die Zukunft sehen. Oder Geister mit irgendwelchen Geräten sichtbar machen kann, wie dieser verrückte, ehemalige Priester. Oder ist da vielleicht doch etwas dran? Irgendwann kann sich auch Westmore das Geschehen in der Villa nicht mehr logisch erklären. Es gibt wohl doch mehr zwischen Himmel und Erde als die meisten Menschen glauben.

Zuerst einmal: Das Ende war der Knaller. Wäre mehr von dem Buch so gewesen, hätte es mit Sicherheit 10 Punkte bekommen. Aber leider war es das nicht. Teilweise quälte ich mich schon ein wenig, obwohl diese langatmigen Stellen immer von Spannenden abgelöst wurden. Meiner Meinung nach hätte dem Buch weniger Sex und mehr Action gut getan. Aber das ist natürlich wie immer nur meine Meinung. Lees Schreibstil ist wieder großartig und lässt diverse Bilder im Kopf entstehen. Wobei ich das dieses Mal nicht unbedingt vor mir sehen wollte. ;o)Es wird natürlich auch wieder einiges an Blut vergossen, aber der Schwerpunkt liegt bei Flesh Gothic eindeutig beim Sex. Eine Pornofirma, Orgien und jede Form der sexuellen Perversion.

Die Charaktere sind perfekt auf die Geschichte abgestimmt und jeder einzelne hat einen schwachen Punkt. Der ehemalige Priester und Exorzist Nyvysk liebt  Männer. Die hellsichtige Cathleen die außerdem Tranceinduktion und Mantik beherrscht ist sexsüchtig. Willis mit seinem Zielobjekttaktionismus, kann niemanden berühren ohne alles über den Menschen zu erfahren und Adrianne, die ihren Körper verlassen kann, deshalb aber schon seit 10 Jahren ohne Sex lebt. Dazu kommen noch Mack und Karen, die für Vivica und Reginald gearbeitet haben.Dieser zusammengewürfelte Haufen versucht gemeinsam herauszufinden, warum die ganzen Menschen in einer Nacht auf brutalste Art getötet wurden. Ich vergebe für dieses Buch 7 von 10 Punkten und werde jetzt erst mal eine "Lee Pause" einlegen.