Montag, 11. Februar 2013

Nina Melchior - Die Vampirheilerin 1 Für Elise



Elises Vater war, genau wie sein Vater und dessen zuvor, ein Wissenschaftler, der sich ganz der Vampirheilung verschrieben hatte. Und das in einer Welt, in der niemand mehr an Vampire glaubt. Doch nun ist er tot und Elise lebt ganz alleine in dem irischen Schloss der Familie Brennen. Es gibt nur noch einen Menschen in ihrem Leben und das ist ihr Bekannter Micha in den sie sehr verliebt ist. Doch der bleibt auf seltsame Art auf Distanz zu ihr. Was hat er vor ihr zu verbergen?  Nachdem sie ein Jahr lang fast von ihrer Trauer erstickt wurde, entschließt sie sich die Arbeit ihres Vaters fortzusetzen. Doch was verbirgt sich hinter der Tür im Labor? Leben dort wirklich Vampire in den Höhlen unter dem Schloss,  oder sind es nur die Vampirfledermäuse, die ihr Vater hier angesiedelt hatte? Doch dann lernt sie einen der Blutsauger kennen. Kann sie diese Begegnung überleben?

Als die Autorin mich gefragt hatte ob ich ihr Buch rezensieren möchte, war ich ja erst etwas skeptisch. Ich habe es ja nicht so mit Vampiren, seit diese angefangen haben zu glitzern und sich benehmen wie verliebte Teenager. Aber da habe ich mir ganz umsonst Sorgen gemacht. Klar kommt auch etwas Liebe im Roman vor, aber diese ist niemals kitschig. Außerdem sind in diesem Buch von Nina Melchior die Vampire gefährlich und unberechenbar, was zu einigen spannenden Situationen geführt hat. Ich fing an zu lesen und wurde regelrecht in die Geschichte gezogen, ich nahm kaum noch etwas um mich wahr und war gefangen in der spannenden und ungewöhnlichen Handlung. Mit den Charakteren kann man sich wunderbar identifizieren und Elise ist eine wundervolle Person mit der ich sehr gerne befreundet wäre. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und sehr gut zu lesen. Die Beschreibungen des Schlosses und des Labors ließen tolle Bilder in meinem Kopf entstehen.

Aber es gibt auch Kritik. Die Geschichte war einfach viel zu kurz, denn ich hätte noch stundenlang weiterlesen können. Ich hoffe, dass noch viele weitere Bücher über Elise folgen werden. Ob sie einen Vampir heilen konnte, wollt ihr wissen? Da müsst ihr das Buch selbst lesen, denn das werde ich nicht verraten. Ich vergebe 9 von 10 Punkten da ich mir den einen Punkt nach oben noch offenlassen möchte. Falls ich euch neugierig gemacht habe, dann solltet ihr jetzt schnell zugreifen, denn die Printausgabe ist gerade bei Amazon im Angebot. Falls ihr das Angebot verpassen solltet ist das aber auch nicht schlimm, denn das eBook gibt es schon für ganz kleines Geld. Ich wünsche euch allen ganz viel Spaß beim Lesen.

© lord-byron 


Samstag, 9. Februar 2013

Klaus-Peter Wolf - Ostfriesenblut

Ein Unbekannter legt Ann Kathrin Klaasen eine Leiche vor ihr ostfriesisches Einfamilienhaus. Die Person, Regina Orthner, ist keines natürlichen Todes gestorben, obwohl im Totenschein „Tod durch Herzversagen“ angegeben wurde. Doch noch während Kommissarin Ann Kathrin Klaasen im Umfeld der Toten ermittelt, erhält sie Hinweise auf das nächste Opfer des Mörders. Offenbar ist sie Teil eines Spiels, dessen Regeln sie noch nicht kennt.

Den Klappentext habe ich dieses mal bei Amazon gekaut, weil ich mich nur noch so lange wie nötig mit dem Buch beschäftigen mag. Und so eine Zusammenfassung braucht doch ihre Zeit und man muss sich seine Gedanken machen, die ich dem Buch nicht mehr zugestehen möchte.

Nach dem ersten Teil "Ostfriesenkiller" dachte ich ja noch: Es kann nur besser werden. Leider habe ich mich geirrt. Die Personen bleiben so unsympathisch wie sie auch im ersten Teil waren und dazu kommt noch, dass aus einem Polizisten plötzlich das totale Weichei wird. Ich sage nur "Haare färben". Gut, in der Leserunde konnten wir uns köstlich darüber amüsieren, aber hätte ich das Buch alleine gelesen, hätte ich mit Sicherheit abgebrochen. Die Charaktere gingen mir so dermaßen auf die Nerven, dass ich mich richtig zwingen musste weiterzulesen. Da half auch der recht spannende Fall nicht mehr wirklich, was eigentlich sehr schade ist, denn er hatte durchaus Potenzial. Aber er ging ganz im Geturtel der beiden frisch verliebten unter. Hier wäre weniger wesentlich mehr gewesen.

Ich denke, für alle die in der Gegend wohnen ein netter Zeitvertreib, weil Ostfriesland wirklich schön beschrieben wird und man Lust bekommt, die Koffer zu packen und hinzufahren. Alle anderen brauchen Durchhaltevermögen. Ich vergebe 6 von 10 Punkten, werde aber noch nicht aufgeben. Auch den 3. Teil "Ostfriesengrab" werden wir noch gemeinsam lesen, denn die Leserunden sind einfach klasse und entschädigen für so manches total üble Kapitel.

© lord-byron


Mittwoch, 6. Februar 2013

Benjamin Woolley - Byrons Tochter Ada Lovelace - Die Poetin der Mathematik


Lady Augusta Ada King Byron Countess of Lovelace wurde im Jahre 1815 als Tochter von Annabella Milbanks und George Gordon Noell 6. Lord Byron geboren. Die Ehe ihrer Eltern scheiterte schon nach kürzester Zeit, was von Anfang an ziemlich offensichtlich war. Ihre Mutter war absolut rational und kontrollsüchtig während Byron ein romantischer, lebenshungriger, sexsüchiger und freiheitsliebender Mensch war. Annabella beschuldigte ihren Mann ein Verhältnis mit seiner Schwester Augusta zu unterhalten , ließ ihn darauf hin für Geisteskrank erklären und verließ ihn. In ihrer hemmungslosen Wut verbot sie Byron jeden Umgang mit seiner Tochter. Auch hatte sie Angst, dass Ada nach ihrem Vater geraten könnte.

Erst sah es so aus, als hätte Ada wesentlich mehr von ihrer Mutter. Sie war schon immer Mathematisch und wissenschaftlich sehr interessiert. Verkehrte mit Wissenschaftlern wie Babbage, dem Erfinder der Rechenmaschine, Andrew Crosse, der die Geheimnisse der Elektrizität erforschte und anderen hohen Gelehrten. Sie gilt nicht nur als Vorreiterin der Computersprache sondern nach ihr wird heute noch die Programmiersprache „ADA“ der mächtigsten Kriegsmaschinerie der Welt genannt. Außerdem verfasste sie eine Abhandlung zu Babbages Analytischer Maschine und veröffentlicht dort Beispiele für die ersten Computerprogramme.


Doch leider kam immer mehr das Wesen ihren Vaters bei ihr durch. Trotz all der Intelligenz wurde Ada Spiel- und Sexsüchtig und neigte zur Hysterie. Früh bekam sie schon Laudanum um ihre Nerven zu beruhigen. Nachdem sie an Krebs erkrankte bekam sie starke Schmerzmittel und wurde drogenabhängig. Sie hat genauso oft durch ihre Skandale von sich reden machen wie von ihren wissenschaftlichen Abhandlungen. Im Jahre 1852 starb sie im Alter von gerade einmal 37 Jahren.


In diesem Buch geht es nicht nur um Adas Genie sondern man erfährt genauso viel von ihrer Familie. Immer wieder wird auch auf die Liebesbeziehung von Byron zu seiner Halbschwester Augusta eingegangen, die wahrscheinlich sogar ein Kind miteinander hatten. Das Buch war wirklich sehr interessant, wenn man sich für diese Familie interessiert aber leider auch staubtrocken geschrieben. Ich habe wirklich schon sehr viele Biografien gelesen aber noch keine war so langweilig geschrieben. Dabei interessiert mich alles sehr was mit Lord Byron zu hat. Aber größere Abschnitte konnte ich nicht an einem Stück lesen, weil ich sonst Kopfschmerzen bekam. Das ist wirklich sehr schade, weil der Stoff des Buches wirklich spannend ist. Es wäre wirklich schön, wenn sich vielleicht noch ein anderer Schriftsteller dieses Themas annehmen könnte und den Personen auch etwas Leben einhauchen würde. Darum gibt es von mir 7 von 10 Punkten. 


© lord-byron


Zum Abschluss noch ein paar Zeilen des großen Dichters aus seinem Werk „Manfred“. Man munkelt, dass Byron es über seine Schwester geschrieben hat:


Sie glich
In allen Zügen mir; ihr Aug,
Ihr Haar, ihr Antlitz, ja der Ton der Stimme
War - wie die Welt erzählte – wie bei mir,
Nur überall gemildert und verschönt…
Doch hegte sie auch sanftre Eigenschaften:
Das Mitleid und das Lächeln und die Träne
Und Zärtlichkeit die ich nur für sie fühlte –
Und Demut endlich, die ich nie besaß.
Die Fehler hatte sie mit mir gemein,
Doch ihre Tugenden gehörten ihr.
Ich liebte sie und – habe sie zerstört.
Astarte, höre mich! geliebtes Weib,
Gib Antwort mir, ich hab so viel gelitten,
Ich leide noch so viel! Sie mich nur an!
Das Grab hat dich nicht mehr verändern können,
Als ich verändert bin um deinetwillen.
Du liebtest mich zu viel, wie ich auch dich,
Wir waren nicht gemacht uns so zu quälen,
Obschon’s die schwerste Sünde war, zu lieben,
Wie wir geliebt…

(Gorge Gordon Noell 6. Lord Byron) 

Sonntag, 3. Februar 2013

Justin Evans - Weisser Teufel

Der Amerikaner Andrew Taylor wird wegen früherer Drogenprobleme von seinem Vater nach England, auf die renommierte Harrow School geschickt. Eine reine Jungenschule in der Andrew die letzte Chance erhalten soll, seinem Vater zu beweisen, dass mehr in ihm steckt als immer nur Schwierigkeiten zu machen. Persephone, das einzige Mädchen an der Schule, die Tochter eines Hausvaters, erkennt sofort Andrews Ähnlichkeit mit Lord Byron, der einer der berühmtesten Männer in Harrow war. Er soll dann auch in einem Theaterstück das sein Hausvater schreibt, den Lord Byron spielen. Doch etwas seltsames geschieht mit Andrew. Als wäre es nicht schon schlimm genug eine unheimliche Präsenz in seiner Umgebung zu fühlen, sieht er auch noch den Mord an seinem Zimmernachbarn. Doch der Mörder war kein Mensch sondern ein Geist. Schnell wird Andrew klar, dass sich alle seine Freunde in großer Gefahr befinden. Denn der frühere Liebhaber von Byron möchte den vermeintlich zurückgekehrten Dichter ganz für sich alleine haben.

Nachdem mich ein netter Mensch auf das Buch aufmerksam gemacht hatte, gell Silke, musste ich es mir natürlich sofort kaufen. Schließlich geht es teilweise um Lord Byron, den ich sehr verehre. Immerhin habe ich ja auch meinen Buchblog nach ihm benannt. Als das Buch dann ankam stand auf dem Cover: "Eine richtig gute Ghost Story" Richtig gut war die Geschichte aber eine Ghost Story habe ich nur am Rande gefunden. Ganz klar im Mittelpunkt der Geschichte stehen Lord Byron und seine Liebe zu dem jungen John Harness und Andrew Taylor, der der einzige ist der weiß, warum die Leute in seinem Umfeld schwer krank werden. Klar gibt es auch unheimliche Momente aber sie waren sehr selten und richtig gruseln konnte ich mich nicht. Vielleicht bin ich ja auch einfach schon zu abgebrüht.

Die Geschichte war spannend und interessant, auch wenn ich nichts Neues über den großen englischen Dichter erfahren habe. Dafür war der Schreibstil flüssig und gut zu lesen. Die Hauptcharaktere sind sehr facettenreich und man kann sich wirklich gut mit ihnen identifizieren. Hätte nicht "Ghost Story" auf dem Cover gestanden, hätte das Buch glatte 10 Punkte verdient. So muss ich leider einen Punkt abziehen, da das sehr irreführend ist. Aber immerhin hat mir das Buch so gut gefallen, dass ich es auf jeden Fall noch einmal lesen werde.

© lord-byron


Donnerstag, 31. Januar 2013

Richard Laymon - Night Show

Tony hält sich selbst für den Meister des Schreckens. Darum findet er auch es wäre eine großartige Idee, die hübsche Linda in eine leer stehende Villa einzusperren, in der es spuken soll. Eigentlich wollte er Linda nur einen Denkzettel verpassen weil sie zu den beliebtesten Mädchen gehört und kein Interesse an ihm hat. Doch etwas geht gewaltig schief.

Nach dem Vorfall macht sich Tony aus dem Staub und zieht nach Hollywood. Und was wäre besser für den Meister des Schreckens als bei der Königin der Horrorfilm-Spezialeffekte,Dani Larson, eine Ausbildung zu machen. Dass Dani keinen neuen Lehrling braucht interessiert ihn überhaupt nicht. Genauso wenig wie ihr neuer Freund, dessen Stelle er einzunehmen gedenkt.

Doch dann findet Linda heraus wo sich Tony verkrochen hat und sie hat nur eins im Sinn: Rache!

Laymon ist doch einfach der Beste. Von der ersten Seite an hat er mich mit seiner Geschichte gefesselt. Wie man es vom Meister des Horror gewohnt ist, gibt es kein großartiges drum herum Gerede, sondern es geht sofort zur Sache. Doch obwohl der Schwerpunkt ganz klar  auf der Handlung liegt konnte ich mich gut in Dani hineinversetzen. Überlegte oft, was ich an ihrer Stelle getan hätte. Linda dagegen bleibt ziemlich blass. Aber mehr muss man von ihr auch gar nicht wissen, Hauptsache sie spielt ihren Part. Und das tut sie perfekt. In diesem Roman hat sich Laymon mit den Splatterszenen ziemlich zurück gehalten aber trotzdem fühlte ich mich sehr gut unterhalten.
Das einzig negative ist, dass es irgendwann keine neuen Romane des großartigen Horrorautors mehr geben wird, da er schon 2001 verstorben ist. Hoffentlich liegen noch ganz viele Manuskripte in irgendwelchen Schubladen versteckt und hoffentlich gibt es noch viele Romane, die noch nicht übersetzt wurden. Ich gönne mir nur noch einen Laymon, wenn mich praktisch nichts anderes anlacht. Horte sie mehr oder weniger für schlechte Zeiten. Denn ein Laymon geht immer.
Ich vergebe 9 von 10 Punkten. Einen Punkt ziehe ich ab, weil dieser Roman doch ziemlich unblutig daher kam.


Sonntag, 27. Januar 2013

Charlotte Lyne - Die zwölfte Nacht

Cathie wächst im Haushalt der Familie Seymour auf, während ihre Mutter im Haushalt von Königin Catalina weilt. Sie fühlt sich dort sehr wohl und Tom Seymour und sie fühlen sich schon sehr früh zueinander hingezogen. Cathrine hat zwei große Wünsche in ihrem Leben: sie möchte ihren Tom heiraten und ein Buch schreiben. Aber für eine Frau zu dieser Zeit ist das Letztere fast ein Ding der Unmöglichkeit. Als man ihr mitteilt, dass man sie verheiraten wird, ist sie mehr als entsetzt. Sie muss ihr geliebtes Wulf Hall verlassen und wird fern von ihrer Schwester Nan und den Seymourbrüdern Edward und Tom leben. Doch die Ehe ist kurz und schon bald ist die junge Cathie Witwe. Aber da sie mittellos dasteht, ist sie gezwungen eine neue Ehe einzugehen. Diese bleibt, genau wie die Ehe zuvor, kinderlos. Als sie zum zweiten mal Witwe geworden ist, denken Tom und Cathie, dass nun endlich ihre Zeit gekommen ist, aber da fällt das Auge des Königs auf sie. Wie könnte sie seinen Heiratsantrag ablehnen, ohne alles in Gefahr zu bringen, für das sie bisher so tapfer gekämpft hatten. Denn die Seymours und sie gehörten schon früh der Reformation an. Gehören in den Anfängen zu den wenigen, die Teile der Bibel in englisch besitzen. Schon zu einer Zeit, in der der Besitz mit dem Tod bestraft wird. Also lässt sie ihre Hoffnung auf ihre große Liebe fahren und wird die 6. Ehefrau von Henry VIII. Ihr ist es zu verdanken, dass Mary und Elizabeth Tudor wieder in die Thronfolge aufgenommen wurden. Unermüdlich kämpfte sie für die Kinder ihrer Vorgängerinnen. Sie versucht ihnen die Mutter zu ersetzen und treibt auch die Sache der Reformation unermüdlich vorwärts. Sie überlebt den König, wird danach aber geächtet und verfolgt, weil sie endlich ihrer großen Liebe gehören möchte.
Über Cathrine Parr ist leider nicht sehr viel bekannt. Vor allen Dingen ihre Kindheit und Jugend liegen fast gänzlich im Dunkeln. Diese Lücken hat Charlotte Lyne mit ihrer Fantasie gefüllt und es hätte wirklich so sein können. Perfekt konstruiert die Autorin das Leben dieser bemerkenswerten Frau, die so viel geleistet hat. Sie, die so lange auf die große Liebe verzichten musste, aber am Ende alle ihre Träume erfüllen konnte.
Die Geschichte hat mich ganz in sich aufgesogen. Ich war mit beim Turnier und habe Tom Seymour kämpfen gesehen. Ich habe auf dem kalten und dunklen Anwesen an der schottischen Grenze gelebt, wohin Cathie mit ihrem 2. Ehemann und seinen beiden Kindern ziehen musste. Ich habe vor dem mittlerweile fetten König Henry gekniet. Habe an Hinrichtungen teilgenommen. Erst an Protestanten und später gegen Katholiken. Ich habe mit Cathie gelitten und gebangt. Habe mit ihr geliebt und gelebt. So realistisch hat sie die Autorin in Szene gesetzt. Ich bin immer noch ganz in der Geschichte gefangen und werde wohl ein Weilchen brauchen, bis ich ein neues Buch beginnen kann. Der Schreibstil ist einfach wunderbar und flüssig zu lesen. 671 Seiten praller englischer Geschichte und keine Seite war langweilig.

"Die zwölfte Nacht" von Charlotte Lyne ist das perfekte Buch für die kalte und dunkle Jahreszeit. Gemütlich mit einer Decke und heißem Tee kann man in die Geschichte eintauchen und findet so schnell nicht wieder heraus. Ich vergebe begeisterte 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung für alle Fans historischer Schmöker und der Tudorzeit.

©lord-byron

Mittwoch, 16. Januar 2013

E L James - Shades of Grey

Die Studentinnen Anastasia und Kate wohnen zusammen in einer gemütlichen Wohnung. Als Kate erkrankt übernimmt Ana ihren Job, den Millionär Christian Gray für die Studentenzeitung zu interviewen. Die Beiden fühlen sich sofort zueinander hingezogen doch Ana kann nicht glauben, dass sich so ein toller Mann für sie interessiert. Sie finden dann aber doch zueinander und Christian gesteht ihr, dass er keine normale Beziehung führen kann. Er möchte ihr Dom (Herr) sein und sie soll ihm als Sub (Sklave) zur Verfügung stehen. Ana soll einen Vertrag unterschreiben in dem festgehalten werden soll, wie weit Christian bei Anas Erniedrigungen gehen darf und noch so einiges Andere. Aber es passiert etwas womit keiner gerechnet hätte: Die Beiden verlieben sich ineinander. Zwischen Ana und Christian knistert es heftig und die beiden sind einfach unersättlich wenn es um Sex geht. Doch Ana kann sich einfach nicht vorstellen, sich ständig von Grey bestrafen zu lassen und absolut unterwürfig zu sein. Kann es trotzdem zwischen dem ungleichen Paar funktionieren?

Ihr findet die Zusammenfassung platt? Dann lest auf keinen Fall dieses Buch. Ich weiß, dass es ewig lange auf Platz 1 der Bestsellerliste stand, aber ich weiß beim besten Willen nicht warum. Es gibt keine wirkliche Handlung, ein Klischee folgt dem anderen, die Charaktere sind so was von flach, die ständigen Wiederholungen trieben mich fast in den Wahnsinn und eigentlich ist das Buch nichts anderes als ein Hausfrauenporno. Woher kommt also diese Faszination? Das kann ich euch leider auch nicht sagen. Ich habe mich schrecklich durch die 608 Seiten gequält und jedes Mal wenn Ana sich wieder auf die Lippen gebissen hat, ihre postkoitale Frisur erwähnte oder mit ihrer inneren Göttin kommunizierte hätte ich am liebsten laut geschrien und meinen Reader an die Wand geworfen.

Warum ich das Buch überhaupt gelesen habe? Ich nehme an einer Challenge teil bei der man ein Buch aus einem Genre lesen soll, das man vorher noch nie gelesen hat. Das sind bei mir eben mal Erotikromane. Und da ich das Buch schon mal auf dem Reader hatte und es auch viele Seiten hat was viele Extrapunkte bedeutet, hatte ich mich eben dafür entschieden. Außerdem dachte ich mir, dass sich doch so viele begeisterte Frauen nicht irren können. Doch sie können. Ich stehe eben mehr auf Horror, Thriller, Fantasy und historisches. Für mich war es jedenfalls die Höchststrafe und das mieseste Buch das ich je gelesen habe. Aber wie immer ist das meine ganz persönliche Meinung. Ich vergebe wohlwollende 2 von 10 Punkten und kann euch versichern, dass ich Band 2 und 3 auf gar keinen Fall lesen werde, denn keine Folter könnte für mich schlimmer sein.
© lord-byron


Sonntag, 13. Januar 2013

Barry Lyga - Ich soll nicht töten


Jazz hatte es noch nie leicht. Sein Vater, Billy Dent, ist ein berüchtigter Serienmörder, der 124 Menschenleben auf dem Gewissen hat. Sobald sein Sohn auf der Welt war hatte er nur ein Ziel vor Augen: Aus Jazz seinen Nachfolger zu machen. So musste der Junge zusehen, wie sein Vater seinen Hund bei lebendigem Leib Enthäutete und die Innereien heraus nahm. Am Ende musste er dann sogar die Überreste beseitigen. Aber das war nur eins von vielen schlimmen Dingen, die Jasper von klein auf mitmachen musste, bis sein Vater schließlich geschnappt wurde und mehrmals lebenslänglich ins Gefängnis gesteckt wurde.

Seit dieser Zeit lebt Jazz bei seiner verwirrten Großmutter und sorgt für die alte Frau, die immer mehr in den Wahnsinn abgleitet. Zum Glück hat er seinen guten Freund Howie, der alles für seinen Kumpel tun würde und seine Freundin Connie, die mit ihm durch dick und dünn geht.

Als plötzlich in dem verschlafenen Städtchen eine Leiche nach der anderen gefunden wird ist sich Jazz sicher, dass jemand seinen Vater kopiert. Und er setzt es sich in den Kopf, dem Killer das Handwerk zu legen.

Was für eine geniale Geschichte. Jazz weißt, wie so viele Psychopathen auch soziopathische Züge auf. Er hat schreckliche Angst so zu werden wie sein Vater. Ständig überprüft er seine Beweggründe, versucht herauszufinden, ob er nicht vielleicht schon auf dem besten Weg ist ein Killer zu werden. Als dann die Morde geschehen, will er sich selbst beweisen, dass er einer der "Guten" ist, indem er den Killer schnappt.

Ständig spürt man die Zerrissenheit des Teenagers. Ist es so schon schwer genug mitten in der Pubertät zu stecken, hat Jazz besonders schwer daran zu schleppen. Immer wieder wird erzählt, was Jazz alles mit diesem irren Vater ertragen musste. Dinge, die dem geistig gesündesten den Verstand rauben könnten. Zum Glück hat er seine Freunde, die immer zu ihm stehen und ihn nie im Stich lassen würden, auch wenn es für Howie manchmal zu recht gefährlichen Situationen kommt, denn der Junge ist Bluter. Aber das hält ihn nicht davon ab mit seinem Kumpel auf Verbrecherjagd zu gehen.

Der Schreibstil ist toll und leicht und flüssig zu lesen. Der Plot hat mich total überzeugt und leider konnte ich beim Lesen das Kopfkino nicht abschalten. Dazu waren die Szenen viel zu gut beschrieben. Ein tolles Buch für spannende Lesestunden. Ich vergebe 10 von 10 Punkten und freue mich auf weitere Romane von Barry Lyga.


Freitag, 11. Januar 2013

Torsten Sträter - Hämoglobin Jacks Gutenachtgeschichten 1

Ein Mann, der von sprechenden Raubtieren verfolgt wird. Ein Kaugummiautomat, der Körperteile ausspuckt. Eine WG, in der die Lust auf Fleisch regiert…
Dies und noch mehr erwartet Sie in diesem Büchlein.
Band 1 von Jacks Gutenachtgeschichten enthält Horror, der von klassischem Grusel bis zum verstörenden Totalverlust der Realitätswahrnehmung reicht. Durch die meisten der Geschichten zieht sich ein roter Faden der Melancholie und der vergeblichen Suche nach menschlicher Wärme, an deren Ende Nichts ist außer Schmerzen und dem Gestank der Verwesung.
Die Szenarien werden erzählt in einer bildgewaltigen, metaphernreichen Sprache. Stets mit einem Schuss Ironie versetzt, doch das Lachen bleibt schnell im Hals stecken.
(Quelle Amazon)

Das sagt Amazon zu diesem Büchelein und ich stimme dem 100% zu. Ich hatte mir Hämoglobin als Nachttischbuch ausgesucht. Kurzgeschichten sind einfach perfekt, wenn man vor dem Einschlafen noch ein wenig lesen mag. Auf Torsten Sträter wurde ich auf facebook aufmerksam, wo ein paar alte Horrorhasen über seine Bücher schwärmten. Und da ich mir das eBook irgendwann mal heruntergeladen hatte weil mir der Titel gefiel, legte ich dann sofort los. Und war begeistert. Der Autor versteht es auf so unterschiedliche Art und Weise zu schreiben, dass man schwören könnte, an diesem Buch waren mehrere Autoren beteiligt. Einfach großartig. Es waren nicht nur komplett unterschiedliche Schreibstile sondern auch ganz unterschiedliche Geschichten. Es gab von allem ein wenig: blutige Geschichten, eklige, unheimliche, kuriose und unglaubliche Geschichten waren dabei. Torsten Sträter schafft es zudem Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen und oft blieb nach dem Lesen ein dumpfes Gefühl zurück. Ich werde mir jetzt so schnell wie möglich den 2. Band anschaffen, damit ich wieder das perfekte Nachttischbuch habe.
Ich vergebe 10 von 10 Punkten, was es von mir für Kurzgeschichten nur sehr selten gibt und vergebe eine absolute Leseempfehlung an alle Horrorfreunde.

Von Torsten Sträter gibt es folgende Gutenachtgeschichten:

1. Hämoglobin
2. Postkarten aus der Dunkelheit
3. Hit the Road Jack



Mittwoch, 9. Januar 2013

Richard Laymon - Das Loch


 Für Pamela ändert sich schlagartig das ganze Leben. Eben noch gemütlich im Bett auf ihren Mann wartend und kurz darauf mit einem Psychopathen mitten in der Wüste um ihr Leben kämpfend. Nur mit knapper Not entkommt sie dem ehemaligen Klassenkameraden und wird gerettet. Ihr Retter nimmt sie mit in die winzige, mitten in der Wüste gelegene Ortschaft Pits,  mit ihren 6 Einwohnern. Dort wird sie herzliche Willkommen geheißen und kann erst mal das ganze Grauen verarbeiten.

Zur gleichen Zeit fährt der Student Norman zu einer Tankstelle und als er aus dem Shop zurück zu seinem Wagen kommt, sitzt plötzlich ein fremder Typ in seinem Auto. Er stellt sich als Duke vor und bittet Normen ihn doch ein Stück mitzunehmen. Unterwegs gabeln sie auch noch die Anhalterin Boots auf und die beiden Mitfahrer entpuppen sich nach und nach als Psychopathen erster Klasse. Sie ziehen Nomen mit in einen Strudel aus Gewalt und Sex und als sie vor der Polizei fliehen müssen, landen die 3 in Pits. Doch die Bewohner des Wüstenstädtchens sind nicht immer so nett und freundlich wie es den Anschein hat.

"Das Loch" ist ein typischer Laymon und ich habe jede Seite davon genossen. Da der Autor leider schon vor Jahren gestorben ist, bewahre ich seine Bücher für schlechte Zeiten auf und gönne mir nur ab und an einen seiner tollen Romane. Der Autor hat wirklich einen absolut einzigartigen Schreibstil. Ohne Vorgeplänkel ist man mitten im Geschehen. Wenn es auf Seite 3 noch keine Leiche gab, ist es kein Laymon. Aber es gibt nicht nur dumpfe Gewalt sondern auch einen tollen Spannungsbogen der niemals abreißt. Keiner versteht es wie er irre Psychos zu kreieren, oder ganz normale Durchschnittstypen in brutale Gewalttäter zu verwandeln. Doch trotz allem floss in diesem Buch verhältnismäßig wenig Blut, auch wenn man sich das kaum vorstellen kann.

Besonders gefallen hat mir Pamela. Sie hat nie aufgegeben und in Pits eine neue "Familie" gefunden die immer zu ihr hält und sie niemals im Stich lassen würde. Auch Normen wurde sehr gut gezeichnet. Der Student, der noch nie aus der Reihe getanzt ist und plötzlich mit zwei total Irren durch die Gegend fährt. Doch trotz aller Angst und Abscheu findet er sich auch von der Gewalt und dem Sex angezogen. Doch das ist ihm gar nicht wirklich bewusst. Er findet Duke cool und wäre gerne so lässig wie er.

Wie immer bin ich total begeistert und kann keinen einzigen negativen Punkt finden, außer, dass es vielleicht bald keine Bücher des Horrorautoren mehr geben wird. Aber dann werde ich seine Werke eben ein 2. und 3. Mal lesen. Von mir bekommt "Das Loch" 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Lesempfehlung für alle, die die härtere Gangart in Büchern lieben. 




Mittwoch, 2. Januar 2013

Markus K. Korb + Tobias Bachmann - Das Arkham-Sanatorium





Ein ganz dickes Dankeschön an Michael Preissel der mir das Buch einfach so geschenkt hat, weil es nicht mehr käuflich zu erwerben ist.

Dr. Reynolds ist Psychologe und stellvertretender Leiter im Arkham-Sanatorium, einer Anstalt für geistig verwirrte Menschen. Nachts arbeitet er am Liebsten, denn da sind auch die meisten Patienten aktiv. Er mag seine Arbeit und noch mehr mag er einen geregelten Arbeitstag. Doch der wird immer wieder gestört. Ungewöhnlich viele verwirrte Patienten werden in letzter Zeit zu ihm gebracht und erzählen ihm ganz außergewöhnliche und gruselige Geschichten.
Dann bekommt er auch noch einen Brief von Aleister Crowley, der ihn um ein Treffen bittet. Die Oberschwester warnt ihn vor diesem Mann und erzählt ihm, Crowley wäre satanist. Doch der Doktor hört nicht auf sie und stimmt einem Treffen zu. War das ein Fehler?

Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen und war total traurig, weil es nur noch zu astronomischen Summen zu erwerben war, die ich mir nicht leisten konnte. Abhilfe kam von ganz unerwarteter Seite, denn ich bekam das Buch einfach so geschenkt. Und ich habe jede einzelne Seite davon genossen. Das Buch besteht aus einer Ansammlung von düsteren und gruseligen Geschichten, die in einem altmodischen Stil verfasst sind, der zu der Zeit passt in dem die Hauptgeschichte spielt. Nach jeder Kurzgeschichte kommt wieder eine Passage über das Sanatorium, in dem alle Geschichten wieder zusammentreffen. So entsteht ein harmonisches Ganzes, das mit einem großen Knalleffekt endet.

Besonders hervorheben möchte ich die wundervollen Illustrationen von Timo Kümmel, die die einzelnen Geschichten voneinander trennen. Der Illustrator konnte sich hier richtig austoben und heraus kamen tolle kleine Kunstwerke. Auch das Titelbild, durch das ich erst auf das Buch aufmerksam wurde, wurde von dem Künstler gestaltet und zieht die Blicke magisch an.

Alles in allem ist das Buch ein kleines Glanzstück der Horrorliteratur und ich kann nur hoffen, dass das Buch irgendwann neu verlegt wird, damit ganz viele Horrorfreunde das Arkham-Sanatorium genießen können. Ich vergebe 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung.
Einfach großartig!!!

Samstag, 29. Dezember 2012

Edward Lee - Flesh Gothic

Am 03.April ereignete sich in der Luxusvilla des exzentrischen  Milliardärs Reginald Hildreth ein Blutbad. Bei einer Orgie zu Ehren des Dämons Belarius werden alle anwesenden Personen getötet. Die Villa stand schon lange im Gespräch, diente sie doch als Firmensitz einer Pornoproduktion und als Ort an dem ständig wilde, satanische Orgien gefeiert wurden. Vivica Hildreth, die Frau des Milliardärs heuert einige übersinnlich begabte Menschen und den Reporter und trockenen Alkoholiker Westmore an um herauszufinden was sich in der Villa ereignete und was Reginald damit beabsichtigt hatte. Wie sie Westmore verrät, liegt nämlich keineswegs der Leichnam ihres Mannes auf dem kleinen Friedhof des Grundstücks, denn ihr Mann ist einfach spurlos verschwunden. Weiß die Ehefrau wirklich nicht mehr?

Westmore tut sich ein wenig schwer inmitten dieser Gruppe von Spinnern, wie er die anderen Leute in der Villa heimlich nennt. Wer glaubt schon daran, dass Leute aus ihrem Körper treten können, oder in die Zukunft sehen. Oder Geister mit irgendwelchen Geräten sichtbar machen kann, wie dieser verrückte, ehemalige Priester. Oder ist da vielleicht doch etwas dran? Irgendwann kann sich auch Westmore das Geschehen in der Villa nicht mehr logisch erklären. Es gibt wohl doch mehr zwischen Himmel und Erde als die meisten Menschen glauben.

Zuerst einmal: Das Ende war der Knaller. Wäre mehr von dem Buch so gewesen, hätte es mit Sicherheit 10 Punkte bekommen. Aber leider war es das nicht. Teilweise quälte ich mich schon ein wenig, obwohl diese langatmigen Stellen immer von Spannenden abgelöst wurden. Meiner Meinung nach hätte dem Buch weniger Sex und mehr Action gut getan. Aber das ist natürlich wie immer nur meine Meinung. Lees Schreibstil ist wieder großartig und lässt diverse Bilder im Kopf entstehen. Wobei ich das dieses Mal nicht unbedingt vor mir sehen wollte. ;o)Es wird natürlich auch wieder einiges an Blut vergossen, aber der Schwerpunkt liegt bei Flesh Gothic eindeutig beim Sex. Eine Pornofirma, Orgien und jede Form der sexuellen Perversion.

Die Charaktere sind perfekt auf die Geschichte abgestimmt und jeder einzelne hat einen schwachen Punkt. Der ehemalige Priester und Exorzist Nyvysk liebt  Männer. Die hellsichtige Cathleen die außerdem Tranceinduktion und Mantik beherrscht ist sexsüchtig. Willis mit seinem Zielobjekttaktionismus, kann niemanden berühren ohne alles über den Menschen zu erfahren und Adrianne, die ihren Körper verlassen kann, deshalb aber schon seit 10 Jahren ohne Sex lebt. Dazu kommen noch Mack und Karen, die für Vivica und Reginald gearbeitet haben.Dieser zusammengewürfelte Haufen versucht gemeinsam herauszufinden, warum die ganzen Menschen in einer Nacht auf brutalste Art getötet wurden. Ich vergebe für dieses Buch 7 von 10 Punkten und werde jetzt erst mal eine "Lee Pause" einlegen.

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Scott Nicholson - Die rote Kirche

Ein herzliches Dankeschön an Scott Nicholson, dass ich sein eBook lesen durfte.

Der 13-jährige Ronnie Day muss jeden Tag nach der Schule am Friedhof und der roten Kirche vorbei. Und jeden Tag überkommt ihn große Angst. Denn dort im Glockenturm soll ein schreckliches Wesen hausen, mit Flügeln und Klauen und Lebern statt Augen. Sein kleiner Bruder Tim trödelt auch noch an der Stelle, an der Ronnie am liebsten gerannt wäre. Und als Ronnie endlich vorbei ist, wird er auch noch von Tim zurückgerufen, denn der will ihm unbedingt etwas ganz wichtiges auf dem Friedhof zeigen. Doch als der Ältere bei deinem Bruder angekommen ist, packt ihn plötzlich eine rote, blutige Hand und will ihn nicht mehr loslassen...

Polizeichef Frank Littlefield hasst die rote Kirche, denn vor vielen Jahren ist dort sein kleiner Bruder Samuel gestorben, für dessen Tod sich Frank sein ganzes Leben lang verantwortlich fühlt. Als er dann hört, dass Archer McFall, der Prediger, wieder zurück ist und die rote Kirche gekauft hat um dort wieder seinen Gottesdienst abzuhalten, wird Frank klar, dass der Prediger etwas mit dem Tod seines Bruders zu tun haben muss.

Linda Day ist dem Prediger restlos verfallen. Auch als ihr Mann Daniel sich von ihr trennt und sie ihre Jungs Ronnie und Tim vernachlässigen muss, hält sie fest zu Archer McFall. Selbst als immer wieder Morde an den alten Familien verübt werden. Hat das alles etwas mit dem Lynchmord an einem Vorfahren MyFalls zu tun?

"Die rote Kirche" war mein erstes Buch von Scott Nicholson, das ich gelesen habe, aber ganz sicher nicht das Letzte. In Amerika ist der Autor sehr bekannt und nun versucht er sich auch unter deutschen Horrofans einen Namen zu machen. Einen Fan hat er schon mal. Der Plot ist unglaublich gut und genau mein Geschmack. Auch der Schreibstil lässt nichts zu wünschen übrig und die bildhafte Sprache lässt all die gruseligen Bilder im Kopf des Lesers entstehen. Leider gab es in dem eBook etliche Druck- und Schreibfehler, teilweise fehlten sogar ganze Worte. Aber das konnte meinen Spaß an der Geschichte nicht wirklich beeinträchtigen. Einzig, die zwischendurch auftretenden etwas langatmigen Passagen störten etwas den Lesefluss.

In der Geschichte geht es sehr viel um den Glauben, denn Archer McFall denkt, er wäre der 2. Messias. Er behautet Jesus wäre ein Betrüger und Heuchler gewesen und darum hätte Gott ihn zur Erde geschickt um die Menschheit zu retten. Und anders als Jesus, der Liebe und Vergebung predigte, sagt Archer, dass Opfer die Währung Gottes sind. Nur mit Blut kann die Schuld getilgt werden. Menschen die Probleme mit Gewalt und Blut in Büchern haben, sollten es vielleicht lieber nicht lesen. Ich vergebe 8 von 10 Punkten und freue mich schon auf das nächste Buch des Autors, der außer Horror auch einige Thriller geschrieben hat.


Sonntag, 23. Dezember 2012

 
Ich wünsche den Lesern meines Blogs ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest mit vielen Buchgeschenken und einen guten Rutsch ins Jahr 2013 ♥
                                             

Samstag, 22. Dezember 2012

Scott Siegler - Die Verborgenen




Bryan Clauser und sein Partner Pookie Chang kommen zu einem Tatort mit einer ziemlich übel zugerichteten Leiche. In der Nähe befinden sich seltsame Symbole und Bryan fällt ein Geruch auf, den anscheinend nur er wahrnehmen kann. Warum bekommen sie, das beste Ermittlerteam , diesen Fall nicht übertragen? Warum werden sie sehr vehement von den Untersuchungen ausgeschlossen? Es geschehen immer mehr Morde die zwei Dinge gemeinsam haben, die seltsamen Symbole und dass den Opfern die Hände fehlen. Dann wird Bryan zu allem Überfluss auch noch krank und bekommt schreckliche Alpträume in denen er Monster sieht, zu denen er sich seltsam verbunden fühlt. Diese Träume leiten ihn immer wieder zu dem neusten Mordfall. Die beiden Cops denken überhaupt nicht dran, die Finger von dem Fall zu lassen. Vor allen Dingen weil Bryan mehr zu wissen scheint, wie er eigentlich dürfte. Aber Pookie kann nicht glauben, dass sein bester Freund hinter den brutalen Morden steckt. Ein paar hohe Tiere scheinen hier irgendetwas vertuschen zu wollen. Nur was? Und dann entdecken sie einen Mann, der scheinbar ohne Probleme von einem 10 Meter hohen Haus springen kann ohne sich zu verletzten. Und sie finden noch etwas. Etwas das eigentlich gar nicht existieren dürfte.



Wie bei allen Büchern von Sott Sigler bin ich auch von seinem neusten Werk wieder absolut fasziniert. Nach einem etwas langsameren Aufbau, in dem die Charaktere eingeführt werden, geht es dann auf einmal so spannend und rasant weiter, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. So schnell wie ich es gerne gehabt hätte, war das Buch aber dann doch nicht gelesen, da sich die Handlung auf 886 Seiten ausbreitet. Und davon war wirklich keine einzige langweilig.



Die Charaktere sind wieder sehr liebevoll gestaltet, mit all ihren Höhen und Tiefen und all ihren Stärken und Schwächen. Der Hauptcharakter ist ganz klar Bryan Clauser, der Polizist der nur schwarz trägt und von seinen Kollegen „Terminator“ genannt wird. Man erfährt seine ganze Gefühlswelt, auch wenn er am Anfang wie aus Stein gemeißelt wirkt. Seine Träume sind sehr beängstigend, sieht er doch wie irgendwelche Kreaturen Morde begehen. Einmal konnte er einen sogar fast verhindern. Und irgendwie fängt er an sich zu verändern.  Pookie Chang ist ein ebenso wichtiger Protagonist. Er ist ein witziger Typ, der immer zu seinen Freunden steht und sie nie im Stich  lassen würde. Dann gibt es da noch Rex. Ein Junge der bei seiner Tante wohnt und von ihr ständig misshandelt wird. Dazu wird er in der Schule noch gemobbt und von den Mitgliedern einer Gang verprügelt. Er tat mir einfach nur schrecklich leid. Toll fand ich auch Black Mister Burns, der nach einer Schussverletzung nur noch im Büro arbeiten kann, weil er auf der Straße Panikattacken bekommt. Polzeichefin Amy Zou ist auch eine sehr interessante Persönlichkeit. Und Robin, Bryans Exfreundin und ihre Hündin Emma hatte ich sowieso gleich in mein Herz geschlossen. Am Anfang sind es schon einige Namen die auf einen einströmen, aber man merkt sehr schnell, wer wichtig ist und wen man getrost wieder vergessen kann. Irgendwann wusste ich überhaupt nicht mehr, wer denn jetzt die Guten und wer die Bösen waren. Fast bis zum Ende war ich mir nicht sicher, zu wem ich jetzt halten sollte.


Sigler hat in „Die Verborgenen“ ganz geschickt Realität und Fiktion vermischt. In seiner bildhaften Sprache schafft er es spielend im Kopf des Lesers einen Film ablaufen zu lassen. Es gibt nur einen ganz kleinen Kritikpunkt. Sigler hat die Angewohnheit Dinge bis ins aller kleinste Detail zu beschrieben. Dinge, die mich nicht sonderlich interessieren und die ich sowieso nach 5 Minuten wieder vergessen habe. Zum Glück kam das fast nur am Anfang des Buches vor, denn es bremste den Lesefluss erheblich. Doch trotz dieser kleinen Kritik bekommt das Buch von mir 10 von 10 Punkten, denn es war einfach großartig und ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung
 

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Sean Beckz - Verfault Unappetitliche Geschichten




Verfault ist meine zweite Kurzgeschichtensammlung von Sean Beckz und genau wie von der Ersten mit dem Titel „Futter“  bin ich absolut begeistert. In dem Büchlein versammeln sich fünf komplett unterschiedliche Geschichten, die mir aber alle gleich gut gefallen haben.
In „Gartenarbeit“ geht es um einen Mann, der egal wo er wohnt, niemals zur Ruhe kommen kann, weil er ständig von seinen Nachbarn ausspioniert wird.
In „Der Schacht“ haben wir es mit einem sehr einsamen Menschen zu tun.
Die Geschichte „Die Wette“ handelt von einer unheimlichen Zeitreise.
„Der Tätowierer“ ist ein genialer Künstler, dessen Arbeit einfach nicht gewürdigt wird und
bei „Das Ende“ erfahren wir was die Menschheit der Erde angetan hat und wie man sich dagegen wehren kann.

Jede Geschichte für sich ist einfach grandios. Es gibt niemals ein Happy End, doch trotzdem bleibt man als Leser zufrieden zurück. Ich bin wirklich überrascht ob der vielen verschiedenen Schreibstile mit der der Autor seine Geschichten zu Papier gebracht hat. Für mich sind diese Kurgeschichten die perfekte Bettlektüre, trotzdem freue ich mich sehr auf den ersten Roman von Sean Beckz mit dem Titel „In der Tiefe singen sie“
Verfault bekommt von mir  10 von 10 Punkten und eine absolute Leseempfehlung für alle die Kurzgeschichten mögen.