Mittwoch, 5. Dezember 2012

Britta Röder - Die Buchwanderer



Ein ganz herzliches Dankeschön an den Acabus-Verlag für das Rezensionexemplar.



Ron ist auf dem Weg zu einem Treffen mit seinem Cousin Magus, da fällt ihm eine wunderschöne,  junge Frau auf. Ohne groß darüber nachzudenken verfolgt er sie und landet in einer Bibliothek. Dort beobachtet er sie, wie sie die Regale entlang geht um sich geeignete Lektüre auszusuchen. Nach einem kleinen Moment der Unachtsamkeit ist die junge Frau plötzlich verschwunden. Alles was von ihr zurück bleibt ist das Stück „Romeo und Julia“. Traurig leiht Ron das Buch aus um dieser Unbekannten ein Stück weit nahe sein zu können. Seine Verabredung mit Magus hat er vollkommen vergessen. Zurück in seiner Wohnung vertieft er sich sofort in die Lektüre der wohl bekanntesten Liebesgeschichte und plötzlich steht er mitten auf einem Platz in Verona und wird in eine Auseinandersetzung zwischen den Capulets und den Montagues verwickelt. Er freundet sich mit Benvolio, dem Freund Romeos an und wird zu einem Fest eingeladen. Und dort sieht er sie wieder. Seine schöne Unbekannte ist Rosalia, eine Figur dieser tragischen Geschichte. Ron kann es nicht glauben. Wie ist das nur möglich? Wie kann eine Figur aus einem Roman in seinem Leben auftauchen? Doch dann wird er wieder in seinem eigenen Bett wach und Rosalia ist verschwunden. Hat er alles nur geträumt? Nein, das kann nicht sein. Wie soll er Rosalia jemals wiederfinden? Er kehrt zurück in die Bibliothek und dort bekommt er das Buch „Eugen Onegin“ von Puschkin in die Hand gedrückt. Und ehe er sich versieht ist er in Russland. Immer auf der Suche nach Rosalia…

Was für eine wunderschöne Geschichte. Die Autorin Britta Röder führt uns durch 3 wundervolle Geschichten, die alle ihren eigenen Zauber besitzen. Zuerst dürfen wir miterleben wie sich Romeo und Julia ineinander verlieben. Danach begleiten wir Ron durch das kalte und verschneite Russland in seiner Rolle als Eugen Onegin um uns danach in Spanien wiederfinden um den verrückten Don Quijote de la Mancha kennenzulernen. Selbst wenn man die 3 Geschichten nicht kennen sollte ist das kein Problem, denn die Autorin verrät so viel von den jeweiligen Handlungen, dass man dem Buch auch gut ohne Vorkenntnisse folgen kann. Mit Ron und Magus hat die Autorin zwei sehr unsichere junge Männer erschaffen, die nach und nach begreifen müssen, dass sie, um ihr Ziel zu erreichen, ihr Leben selbst in die Hand nehmen müssen. Dabei entsteht vor den Augen der Leser eine wunderschöne Liebesgeschichte die keine Sekunde lang langweilig ist. Durch die sehr bildhafte Sprache ist man selbst mitten im Geschehen, lernt die Charaktere kennen, spürt Kälte und Hitze, nimmt die Gerüche war und hofft auf ein glückliches Ende. Ob es das geben wird, werde ich natürlich nicht verraten. Da müsst ihr das Buch schon selbst lesen. Eigentlich hätte das Buch 10 Punkte verdient, aber da die Schrift so klein gedruckt ist, dass ich nach kürzester Zeit Kopfschmerzen bekam, muss ich leider einen Punkt abziehen. So bleiben fantastische 9 von 10 Punkten für ein ganz außergewöhnliches Buch. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung

Sonntag, 2. Dezember 2012

Graham Masterton - Irre Seelen


Jack Reed entdeckt bei einer Fahrt durch Wisconsin mitten im Wald ein altes Gebäude. Er ist sofort begeistert davon, findet auch einen Weg hinein um das große Anwesen zu erkunden. Seine Faszination ist so groß, dass er das Gebäude unbedingt kaufen möchte um es in ein Ferienhotel zu verwandeln. Seine Frau hält ihn für verrückt und möchte ihn nicht in seinem Vorhaben unterstützen. Und auch die Information, dass das Gebäude einmal eine Irrenanstalt für gestörte Schwerstverbrecher war, bringt Jack nicht von seinem Vorhaben ab. Eines Abends kommt er auf die Idee, mit seinem kleinen Sohn Randy und seiner Sekretärin Karen zu dem Anwesen zu fahren. Mit einer Taschenlampe bewaffnet schleichen sie durch das leer stehende Gemäuer. Randy wird müde und so setzt er sich in einem Zimmer auf den Boden während sich Jack und Karen nur noch kurz umschauen möchten. Doch dann ist Randy plötzlich verschwunden. Sie durchsuchen das ganze Anwesen, aber es gibt keine Spur von dem Jungen. Und dann spürt Jack ganz genau: Etwas lebt in diesen Wänden und dieses etwas hat seinen Sohn.

Das war wieder ein Roman so ganz nach meinem Geschmack. Unheimlich, spannend und auch etwas blutig. Ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen, weil auf jeder Seite etwas passierte und ich völlig in der Geschichte gefangen war. Für einen Horrorroman erfährt man sehr viel von der Hauptperson Jack Reed. Eigentlich besitzt er eine Kette von Autowerkstätten, so dass ich die Reaktion seiner Frau einigermaßen verstehen konnte, als er mit seinem Vorschlag von dem Ferienhotel zu ihr kommt. Sie hält ihn schlichtweg für verrückt und verweigert ihm ihre Unterstützung. So wie Karen beschrieben wird, hätte ich sie eher als Bedienung in einem Diner gesehen, statt als Sekretärin in einer Autowerkstatt. Aber sie unterstützt Jack und spricht ihm Mut zu. Und auch nachdem Randy verschwunden ist, ist es Karen die Jack zur Seite steht.

Wenn sie durch das gespenstische alte Haus laufen und seltsame Geräusche hören, da stellten sich bei mir schon einige Haare auf. Graham Masterton hat einen tollen, bildhaften Schreibstil, der einen Film in meinem Kopf ablaufen lies. Das machte die ganze Sache für mich noch gruseliger. An Blut wird natürlich auch nicht gespart, so dass wirklich alle Horrorfreunde auf ihre Kosten kommen. Dieses Mal habe ich mich dann auch nicht mehr gewundert, warum keiner das Handy zur Hilfe nimmt, denn mittlerweile weiß ich ja, dass der Autor die Bücher schon eine ganze Weile vor der Handyära geschrieben hat.
Ich vergebe für diesen tollen Gruselroman 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung.

Und ein ganz herzliches Dankeschön geht an den Festa-Verlag, der auch Leuten wie mir, die von Graham Masterton noch nichts gelesen hatten, durch eine Neuauflage die Möglichkeit gibt, den tollen Autor kennenzulernen.


Freitag, 30. November 2012

Kate Rhodes - Im Totengarten





Bei ihrer alltäglichen Joggingrunde findet die Psychologin Alice Quentin die Leiche einer jungen Frau. Sie wurden nach dem Muster getötet, das das Killerehepaar Mary und Ray Benson bei vielen jungen Frauen angewandt haben. Nur, die Beiden können es nicht gewesen sein, denn Ray ist mittlerweile tot und Mary in einem psychiatrischen Gefängnis. Die Polizei bittet Alice ihnen bei den Ermittlungen zu helfen. Das ist nicht leicht für die junge Psychologin, wird sie doch selbst von den Dämonen ihrer Kindheit gequält.

Damals wurden ihre Mutter und sie ständig vom betrunkenen Vater verprügelt und ihr Bruder Will musste dabei zusehen. Oft sperrte sie die Mutter in einen Schrank, aber die Vater fand sie immer wieder. Das hat Spuren bei Alice hinterlassen, die seitdem Angst vor engen Räumen hat und das tägliche Laufen ist das einzige das ihre Dämonen einigermaßen in Schach halten kann.

Auch Will ging nicht unbeschadet aus dieser Kindheit. Nach einem erfolgreichen Leben an der Börse rutscht er praktisch über Nacht ab in die Drogenszene und es scheint, als würde er allmählich den Verstand verlieren. Als Will dann auch noch in den Fokus der Polizei gerät versucht Alice alles möglich um die Unschuld ihres Bruders zu beweisen. Dabei könnte sie selbst das nächste Opfer sein.

"Im Totengarten" ist der Debutroman von Karen Rhodes und der Klappentext las sich sehr vielversprechend. Leider ist es absolut nichts neues, was die Autorin da geschrieben hat und ich finde, dass in ihrem Thriller ein Klischee an das nächste gereiht wurde. Dennoch lies sich das Buch sehr flüssig und kann auch mit spannenden und unerwarteten Wendungen aufwarten. Aber so richtig gefesselt, hat mich das Buch leider nicht. Ich habe keine Ahnung woran es lag. Vielleicht wurde die Story zu sehr aufgebauscht und ich bin der Meinung, 100 Seiten weniger hätten dem Buch durchaus gut getan. Aber ich denke, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Positiv möchte ich erwähnen, dass die Autorin sehr viel über den Schauplatz der Geschichte schreibt. Sie erwähnt die Sehenswürdigkeiten und weißt auf die besonderen Schönheiten von London hin. Einerseits macht das die Geschichte langsamer aber andererseits fand ich das auch ziemlich interessant. Ich vergebe für dieses zwischendurch doch recht spannende Buch 7 von 10 Punkten.

Dienstag, 27. November 2012

Kirsty McKay - UNTOT Lauf, solange du noch kannst



Ein herzliches Dankeschön an die ZAU, durch die ich in den Genuss dieses Buches gekommen bin

Bobby hat es sowas von satt. Erst musste sie mit ihren Eltern von England nach Amerika ziehen und gerade als sie sich so richtig dort eingelebt und Freunde gefunden hat, geht es wieder zurück nach England. Nur ohne ihren Vater, denn der starb vor sechs Monaten an Krebs. Und dann fand es ihre Mutter auch noch eine gute Idee, sie mit den neuen Mitschülern auf die Klassenfahrt nach Schottland zu schicken. Für Bobby ist es die Hölle. Sie ist der Außenseiter, immer alleine mit ihrer Musik in den Ohren. Niemand nimmt Kenntnis von ihr und wenn, dann nur um sich über sie lustig zu machen. Aber zum Glück ist auch das bald vorbei, denn sie befinden sich auf der Heimreise. Plötzlich fängt es stark an zu schneien und der Bus hält an einem Imbiss mit Tankstelle, wo die Schüler sofort aus dem Bus stürmen um sich über das Essen und den kostenlosen Gemüsesaft hermachen, der vor der Tür verteilt wird. Nur Bobby und Smitty bleiben im Bus. Smitty darf nicht mit nach draußen, weil der Lehrer sauer auf ihn ist. Aber so gemein ist Mr. Taylor dann doch nicht und er beschließt etwas zu Essen für Smitty zu holen. Dann wird es auf einmal ganz still. Plötzlich kommt die laut schreiende Alice auf den Bus zugerannt. Sie brüllt aus Leibeskräften, sie sollen die Türe vom Bus schließen, die anderen wären alle Tot. Und dann taucht auch noch Mr. Taylor auf. Und der wirkt alles andere als lebendig. Haben die Überlebenden eine Chance? Wie sollen sie in diesem Schneechaos von hier entkommen? Sind wirklich alle tot oder erlaubt sich Alice einen schlechten Scherz mit den Beiden? Und was ist nur mit dem Lehrer los?

Am Anfang hatten das Buch und ich ein paar Schwierigkeiten miteinander. Das lag an dem jugendlichen Schreibstil, der doch sehr salopp rüberkam. Aber nach einiger Zeit merkte ich das gar nicht mehr und war total in der Geschichte gefangen. Es ist mit Sicherheit nichts Neues und es wurden auch ziemlich viele Klischees bedient. Das fing schon mit der Auswahl der überlebenden Charaktere an. Bobby, die Neue, die zu niemandem Kontakt hat. Alice die Schulzicke, die man eigentlich nur umgeben von ihren Bewunderern und ihren gleich angezogenen Freundinnen sieht. Smitty, der Rebell, der ständig auf cool macht und sich mit den Lehrern anlegt. Und zu guter Letzt noch der Schulstreber Peter, den niemanden außer die Lehrer mag. Aber auch darüber kann man hinwegsehen, denn für ein Jugendbuch fand ich die Story eigentlich ziemlich spannend. Kaum hatte ich angefangen zu lesen, da war ich auch schon wieder am Ende angekommen, das stark für eine Fortsetzung spricht. Die vier Jugendlichen müssen allerlei Gefahren überstehen und oft über sich hinauswachsen, um irgendwie aus diesem Schlamassel herauszukommen. Das Ende hat mir nicht ganz so zugesagt, denn ich hätte für diese Geschichte gerne einen Abschluss gehabt. Aber trotz der Mängel fühlte ich mich gut unterhalten und vergebe 8 von 10 Punkten. Das Buch wird übrigens gerade verfilmt. Ich bin schon sehr gespannt auf das Ergebnis.

Johanna Wiesner - Nebelgrund



Jaque Buchner wird von seiner Wirtin darauf hingewiesen, dass ein Pater Anselm sich mit ihm im Münchner Bürgerbräu treffen möchte. Was will der Freund seines Ein ganz herzliches Dankeschön an die Autorin für das Rezensionsexemplar
Vaters, mit dem er schon vor Jahren gebrochen hatte, von Ihm? Neugierde und Hunger treiben ihn zu dem vorgeschlagenen Treffpunkt und er findet den Pater auch bald. Doch im Bürgerbräu ist die Hölle los. Die Herren Hilter, Ludendorff, Seißer und Lossow setzen die Regierung ab. Als Jaque und der Pater das Bürgerbräu verlassen wollen, wird Jaque als Kommunist erkannt und in Haft gesteckt. Pater Anselm lässt seine Beziehungen spielen und der junge Buchner wird unter der Bedingung frei gelassen, dass er München sofort verlässt und zurück in sein Heimatdorf Wulferbach geht um sich um seine Nichte Marie zu kümmern, die außer ihm keinen Verwandten mehr hat. Jaques Vater ist schwer krank und seit einiger Zeit verschwunden. Die Dorfbewohner sind sich sicher, dass der alte Buchner Selbstmord begangen hat. Doch es gibt einen ganz anderen Grund für das Verschwinden des alten und kranken Mannes. Vor vielen Jahren verschwanden 3 Mädchen aus dem Dorf und wurde brutal getötet aufgefunden. Das Gleiche scheint sich jetzt zu wiederholen und nur der Pater und der alte Buchner haben eine Idee, wie man die Gefahr vielleicht abwenden kann. Im Mittelpunkt stehen eine alte Handschrift und eine Reliquie, die in der Lage sein sollen, das Böse abzuwenden.

Ganz ehrlich? Ich hatte große Probleme mit dieser Geschichte, was wahrscheinlich hauptsächlich daran lag, dass ich mehr Grusel und weniger historisches erwartet hatte. Die ersten Hälfte des Buches ist aber ein rein historischer Roman der im Jahre 1923 spielt. Das Geld ist nichts mehr wert, die Leute hungern, haben keine Arbeit und sind verzweifelt. Es ist die Zeit nach dem ersten und vor dem zweiten Weltkrieg. Die Zeit in der ein Mann namens Hilter den Menschen wieder Mut macht und ihnen Arbeit und Brot verspricht. Und der historische Part ist auch wirklich gut geschrieben und recherchiert, aber nicht das, was ich mir erhofft hatte.
Hier spielt eine weite Strecke von München entfernt, in dem Dörfchen Wulferbach diese Geschichte von den 3 ermordeten Mädchen und der Gewissheit, dass das Gleiche noch einmal passieren wird. Denn der Mörder war keiner aus Fleisch und Blut. Die germanische Gesinnung der Protagonisten zieht sich durch die ganze Geschichte und mir wäre, ehrlich gesagt, ein weniger politisches Buch lieber gewesen. Denn ich wollte eigentlich einen Schauerroman lesen. Und auch als es dann zu den übernatürlichen Stellen kam, wollte sich bei mir einfach keine Gänsehaut einstellen. Die Geschichte konnte mich einfach nicht packen, was aber zum größten Teil wohl an mir lag, weil ich mit ganz falschen Erwartungen an das Buch herangegangen bin. Außerdem störten die vielen Rechtschreib und Grammatikfehler den Lesefluss erheblich. Aber das kann ja noch behoben werden.

Ich bin mir sicher, dass das Buch seine Fans haben wird. Aber das werden eher die Freunde des historischen Romans und nicht die Horrorfreunde sein. Die Idee war durchaus gut und der Schreibstil auch schön flüssig, aber diese Geschichte und ich haben einfach nicht zueinander gepasst. Das passiert ab und zu. Ich vergebe für diesen Roman 7 von 10 Punkten und empfehle ihn allen, die sich für diese Anfänge des zweiten Weltkrieges und die Gesinnung des kleinen Mannes zu dieser Zeit interessieren.

Freitag, 23. November 2012

Erasmus Herold - Und ich vergebe dir nicht









Ich danke dem Autor ganz herzlich für das Rezensionsexemplar
Sarah Berger wurde gerade zur Mordkommission nach Gütersloh versetzt, weil sie gegen einen Kollegen handgreiflich wurde, als ein Serienkiller mit seinem grausamen Handwerk beginnt. Mit ihrem neuen Kollegen Patrick, mit dem sie sich zum Glück sehr gut versteht, macht sie sich auf die Jagd nach dem Mörder. Doch wo sollten sie beginnen? Alles was die Opfer gemeinsam haben, ist eine aufgestempelte Ziffernreihe auf dem Arm. Was verbindet die Opfer sonst noch? Warum wurden gerade sie ausgewählt? Warum wurde jedes Opfer auf eine andere Art getötet? Nach und nach können sie einige der Fragen lösen, doch dann hat das Team einen schrecklichen Verdacht.

Am Anfang hatten das Buch und ich einige Probleme miteinander. Das lag hauptsächlich daran, dass der Autor sich oft in zu detaillierten Beschreibungen verliert. Was mich ziemlich gestört hat ist, dass bei jedem, wirklich jedem Auto die Farbe, der Typ und die Marke erwähnt wurden. Als ich dann zum gefühlten hundertsten Mal  gelesen hatte, dass Sarah in ihren silbernen Honta Concerto oder Patrick in seinen dunkelroten Ford Mustang gestiegen sind, war ich nur noch genervt. Es störte auch den Lesefluss ganz erheblich.
Doch wenn man darüber hinwegsehen kann, bekommt man einen tollen und spannenden Thriller. Der Plot ist einfach Klasse und kann mit vielen überraschenden Wendungen punkten. Die Charaktere sind fast durchweg sympathisch und man kann sich gut mit ihnen identifizieren. Alles in allen ein wirklich interessanter Thriller, den man so schnell nicht aus der Hand legen kann. Ich vergebe 8 von 10 Punkten und hoffe auf weitere Thriller dieses Autors, vielleicht mit weniger detaillierten Beschreibungen und weniger erwähnten Automarken.

Mittwoch, 14. November 2012

Aline Kiner - Galgenmann


Kommissar Simon Dreemer wird von Paris in die tiefste Provinz von Lothringen versetzt. Kaum ist er in Metz angekommen wird er schon zu den Ermittlungen in einem Mordfall hinzugezogen. Ein junges Mädchen wird in erstickt und gefesselt in einer Erdspalte gefunden. Warum sollte jemand dieses Mädchen töten wollen? Und was sind das für seltsame Symbole, die sie in der Nähe der Leiche finden? Hat der Mord etwas mit dem Lynchmord an Johann Messager, der am Weihnachtsabend auf dem Friedhof erhängt wurde, zu tun? Aber der liegt doch schon 40 Jahre zurück. Das wird kein einfach Fall für die Polizei. Und dann geschieht noch ein Mord.

Der Klappentext hörte sich richtig gut an und ich freute mich sehr, als ich das Buch vom Ullstein Buchverlag als Rezensionsexemplar bekam. Aber ich hatte sehr große Schwierigkeiten mit dem Buch. Ich brachte ständig die vielen Personen durcheinander, kam überhaupt nicht in die Geschichte hinein und musste mich ständig zwingen weiterzulesen, weil ich die Story so schrecklich langweilig fand. Spannung kam bei mir leider überhaupt nicht auf. 4 Tage brauchte ich für dieses Büchlein und ich war wirklich richtig froh, als der letzte Satz endlich gelesen war. Bestimmt findet die Geschichte auch ihre Fans, mich konnte sie leider nicht überzeugen. Ich vergebe 5 von 10 Punkten für die aufwändige Recherchearbeit und die Authentizität der Geschichte.


Montag, 12. November 2012

Jeff Strand - Benjamins Parasit






Benjamin Wilson ist nicht besonders glücklich darüber, dass er bald 40 Jahre alt wird, obwohl sein Leben ansonsten ganz in Ordnung ist. Er ist ein beliebter Lehrer, hat eine zauberhafte Frau und eine tolle Tochter mit der er sich sehr gut versteht. Doch dann läuft einer seiner Schüler mit einem Fleischerbeil Amok und wird erschossen. Benjamin macht sich Vorwürfe, weil er nicht bemerkt hat, dass mit dem Jungen etwas nicht stimmt. Daher ignoriert er auch die Magenschmerzen, die er nach dem Amoklauf bekommt und schiebt sie auf den Stress und die Aufregung. Doch dann ändert sich plötzlich seine Psyche und die Schmerzen werden unerträglich. Im Krankenhaus erfährt er, dass er einen großen Parasiten in sich trägt und plötzlich ist Benjamin auf der Flucht vor verschiedenen Gruppen, quer durch Amerika, die nur eins im Sinn haben: Den Parasiten aus ihm herauszuschneiden. Egal um welchen Preis.

Was für eine irre Geschichte. Ich musste so sehr lachen, dass mir der Bauch weh tat. So etwas verrücktes hatte ich vorher noch nie gelesen. Benjamin fährt mit einer Kopfgeldjägerin durch Amerika und ihnen jagen verschiedene Killer hinterher. Besonders die beiden Brüder, die im Auftrag ihres Vaters handeln haben bei mir regelrechte Lachanfälle ausgelöst. Doch trotz dem tollen Humor und den Slapstick-Einlagen ist das Buch auch ziemlich brutal und blutig. Ich hatte wirklich jede Menge Spaß. Da tauchen plötzlich Hinterwäldler auf, dann wird Benjamin wieder von den debilen Brüdern gejagt, irgendwann kommt auch noch das Militär dazu, er wird gefesselt und geschlagen und dann werden auch noch einfach Unschuldige ermordet. Plötzlich verändert sich Benjamin auch noch körperlich und als dann noch der Parasit mitmischt ist das Chaos perfekt.

Jeff Strand hat es wirklich geschafft Horror und Humor perfekt zu mischen. Hier kommt wirklich jeder auf seine Kosten. Der Schreibstil ist so locker flockig, dass man einfach so durch die Seiten fliegt. Natürlich nur, wenn man schnell genug die Lachtränen wegwischen kann. Ich bin wirklich absolut begeistert und würde das Buch am Liebsten gleich nochmal lesen. Ich vergebe für diesen tollen Roadtrip 10 von 10 Punkten und den Favoritenstatus.


Donnerstag, 8. November 2012

Susanne Staun - Totenzimmer


Ein herzlichen Dankeschön an Klett-Cotta für das Rezensionsexemplar

Die dänische introvertierte Rechtsmedizinerin Maria Krause hat eine menge Probleme. Als sich ihre einzige Freundin Nkem nach Odense versetzen lässt, folgt sie ihr nach und nimmt einen Posten als stellvertretende Rechtsmedizinerin in der kleinen Stadt an. Maria trinkt zu viel, kann ohne Schlaftabletten keine Nacht schlafen und hat seltsame Sexvorlieben. Vor Jahren hatte sie eine Abtreibung machen lassen und ist überzeugt, eine der Leichen, die sie untersucht, wäre ihr Tochter. Immer mehr verwischen sich Wahn mit Wirklichkeit.Als ihr Chef sich an sie heranmacht wird ihr klar, dass sie sich zwar von dem Mann abgestoßen fühlt, aber gleichzeitig mit dem Feuer spielen möchte. Außer ihrer Freundin gibt es für sie nur ein Lebewesen, das sie nahe genug an sich heran lässt und das ist ihre Katze. Aber in ihrem Fach macht ihr keiner so schnell etwas vor. Und als sie erkennt, dass es ein Serienkiller auf junge, hübsche Mädchen abgesehen hat, fängt sie an zu ermitteln. Hilfe bekommt sie von Nkem. Können sie den äußerst brutalen Killer zur Strecke bringen?

Vom Klappentext her, hatte ich einen sehr spannenden, mich gut unterhaltenden Thriller erwartet. Leider war das dann nicht der Fall. Maria Krause ist mit Sicherheit eine sehr interessante Persönlichkeit, mit ihren ganzen Fehlern, Ängsten und Vorlieben und auch die Tagebucheinträge des Killers, in denen wir erfahren, wie er zu dem Monster werden konnte, das er letztendlich ist und was sich manche erwachsenen Menschen alles von ihren Kindern gefallen lassen, waren sehr interessant. Aber trotzdem wollte sich keine wirkliche Spannung aufbauen. Erst auf den letzten paar Seiten überschlug sich die Handlung, aber das war mir eindeutig zu wenig. Das Buch empfand ich als ziemlich brutal. Es gab Szenen von Inzucht, Tierquälerei und regelrechter Abschlachterei. Es ist also nichts für empfindliche Mägen. Mich hat das Brutale nicht gestört, aber wer mich kennt weiß, dass ich mit Gewalt gegen Tiere absolut nicht umgehen kann.
Ich denke weniger Blut und dafür mehr Spannung hätten der Geschichte gut getan. Aber wie immer ist das natürlich absolute Geschmacksache. Wenn das Buch durchweg so spannend gewesen wäre wie die letzten paar Seiten, hätte es die volle Punktzahl von mir bekommen doch so vergebe 6 von 10 Punkten.


Mittwoch, 7. November 2012

Timur Vermes - Er ist wieder da






Hallo ihr Lieben,
eigentlich müsste ich zu diesem Buch eine Rezension schreiben, aber da ich es nach 100 Seiten abgebrochen habe, kann ich es ja nicht richtig bewerten. Deshalb habe ich mich entschlossen nur meine Gedanken aufzuschreiben, ohne eine Bewertung abzugeben.

Ich bekam das Buch von Amazon-Vine als Rezensionsexemplar und war auch wirklich sehr neugierig darauf. Das Hörbuch wäre mir zwar lieber gewesen, da es von Christopf Maria Herbst gelesen wird, aber man kann eben nicht alles haben.

Der Anfang des Buches ist auch noch irgendwie witzig. Adolf Hitler erwacht im Jahre 2011 auf einem brachliegenden Grundstück mitten in Berlin. Er wundert sich über die bunte Kleidung der Menschen und ruft einen Jungen in buntem Leibchen, auf dessen Rücken seine Mutter den Namen getickt hatte, mit den Worten:" He Hitlerjunge Ronaldo, komm mal her" zu sich. Er läuft durch Berlin um den Führerbunker und seinen Staab zu suchen und als er bei einem Zeitungskiosk das Datum auf den Zeitungen sieht, wird er ohnmächtig. Der Kiosbesitzer ist so nett sich um ihn zu kümmern und ihm eine Bleibe anzubieten. Der gute Mann denkt sein Gegenüber wäre ein Schauspieler, der ganz in seiner Rolle aufgeht und verspricht ihm, ihn mit Medienleuten bekannt zu machen. Tja, so kommt Hitler dann also zum Fernsehen.

Der Grund warum ich das Buch abgebrochen habe ist der, dass dieses Monster in Menschengestalt hier als durchaus sympatischer Mensch dargestellt wird, über den man auch mal herzhaft lachen kann und dessen Ideen doch gar nicht alle so schlecht waren. Und da hört es eben bei mir auf. Dieser Mensch ist verantwortlich für den Tod von Millionen Menschen. Nicht nur in den Konzentrationslagern sondern auch die vielen Soldaten, die durch seinen Größenwahn ihr Leben lassen mussten. Er war der Grund für Misstrauen und Verrat, für Schmerz, Leid und Angst. Ein Nachbar denunzierte den Anderen aus Angst, sonst selbst im KZ zu landen. Ich habe Filme von den Konzentrationslagern mit ihren Leichenbergen gesehen und kann darüber einfach nicht lachen, auch wenn das Buch als Satire gemeint ist. Ich finde dieser Unmensch sollte ein Tabu für Satire sein. Vielleicht denken viele von euch anders darüber, aber das ist eben meine Meinung. Dieses Buch ist eine Ohrfeige für alle Opfer und ihre Hinterbliebenen.

Ich bin sehr gespannt auf eure Meinungen. Was sagt ihr zu diesem Buch? Werdet ihr es lesen, seid ihr neugierig darauf, so wie ich es wahr, oder lasst ihr es lieber gleich bleiben?

Ich würde mich sehr über Kommentare von euch freuen, kann aber erst darauf reagieren, wenn mein Lappi wieder funktioniert, da ich den von meinem Mann nur mal kurz mittags ausleihen kann.

Dienstag, 6. November 2012

Tim Svart - Tödliche Nächte






7 Kurzgeschichten hat Tim Svart in seinem Buch "Tödliche Nächte" versammelt. In "Aldwych Station" geht es um eine verlassene U-Bahn-Station und 2 Leuten die sich hier vor dem Regen unterstellen um anschließend ein verschlossenes Tor vorzufinden. In "Der Bewerber" stellt sich der Autor die Frage, wie weit ein Mensch wohl bereit ist zu gehen, um wieder einen Job zu bekommen. Dann gibt es noch die Geschichte, die sich um einen Blackout dreht und die Frage, was ein Mann in dieser Zeit getan hat. "Baileys Revanche" ist eine sehr realistische Geschichte um einen Nachbarschaftsstreit. Bei "Eine schwerwiegende Entscheidung" kommt die Frage auf, was man tun würde um sein Kind zu retten. "Verflucht" erzählt von einem alten Haus und zu "Nebelnacht" werde ich nichts schreiben, weil hier jedes Wort zu viel verraten würde.

Einen Teil der Geschichten empfinde ich als sehr realistisch, andere haben einen mystische Einschlag, aber alle waren unglaublich spannend. Der Autor schafft es, mich mit seiner Sprache und seinem Stil zu Schreiben immer wieder in seinen Bann zu ziehen. Hier stimmt einfach alles. Es gibt kein unnötiges rumgeschwafel, sondern der Autor kommt sofort zum Punkt. Das finde ich sehr wichtig bei Kurzgeschichten. Ich bin auch immer wieder erstaunt über die Wandlungsfähigkeit von Tim Svart. Der Schreibstil passt sich immer perfekt der Geschchichte an und er schafft es immer wieder mir eine Gänsehaut über den Rücken wandern zu lassen. Ich vergebe 5 von 5 Punkten und hoffe, dass es von Tim Svart bald einen richtig langen Roman zu lesen gibt. 


Montag, 5. November 2012

Christiane Lind - Weihnachtspunsch & Weihnachtskater





Vielen Dank an Christiane Lind, die mir dieses wundervolle Buch zur Verfügung gestellt hat.

Weihnachtpunsch & Weihnachtskater ist ein Buch mit 7 Kurzgeschichten.

"Weihnachtspunsch & Weihnachtskater" heißt auch die erste Geschichte. Sie erzählt von Frau Buchecker, die total unter Stress steht um allen Familienmitgliedern das "perfekte" Weihnachtfest zu gestalten und dabei ganz den Sinn des Festes vergisst und was ihr früher so gut an den Festtagen gefallen hat. Ein kleiner Kater erinnert sie wieder daran, was an Weihnachten wirklich glücklich macht.

"Niemand will uns haben" ist der Titel der nächten Geschichte. Hier geht es um ein Katerpaar im Tierheim, die schon zu alt und zu gewöhnlich sind um den Menschen aufzufallen. Deshalb sind sie sich sicher, ihr ganzen Leben im Tierheim verbringen zu müssen. Oder gibt es vielleicht doch jemanden, der sie bemerkt und mit nach Hause nimmt?

"Weihnachten mit Dackel" handelt von einer einsamen Frau die durch ihren Kater einen ebenso einsamen Mann kennen lernt.

Bei "In der Wildnis mit Weihnachsmann" spielt die heilige Birma Mya Mya die Hauptrolle. Sie kann eines Tages aus dem Haus entwischen und möchte Abenteuer erleben. Aber ganz schnell merkt sie, dass die Welt für Katzen hauptsächlich gefährlich ist und sehnt sich nach ihrem zu Hause.

In "Der Weihnachtsretter" rettet ein kleiner Kater das Weihnachtsfest einer Familie, die jedes Jahr die pingelige Schwiegermutter einladen muss und dadurch so gar nicht in  festliche Stimmung kommt.

"Linus Langnase und das Geheimnis der verschlossenen Türen" zeigt auf, wie unterschiedlich und neugierig Katzen doch sind.

Und bei "Das Kätzchen unterm Tannenbaum" sorgt ein kleiner Fundkater dafürt, dass ein älterer Mann nicht ganz so einsam ist.

Alle Geschichten sind wunderschön geschrieben. Man merkt sofort, dass die Autorin selbst Kater hat und sie über alles liebt. Die Geschichten haben mir die unterschiedlichsten Emotionen entlockt: Ich habe gelacht, wurde sehr nachdenklich und ich habe geheult wie ein Schlosshund. Dabei war die Geschichte nicht traurig, sondern einfach nur so wunderschön. Wenn wir nicht schon 4 Stubentieger hätten, wäre ich bestimmt nach der Lektüre zu meinem Mann gegangen und hätte gebettelt, dass wir uns ein oder noch besser gleich zwei Kätzchen nach Hause holen sollten. So bin ich eben zu meinen Süßen und habe sie ganz lange geknuddelt und beschmust und bin einfach nur sehr dankbar, dass ich sie habe. Ich bin mir ganz sicher, dass ich dieses Büchlein noch oft zur Hand nehmen werde um die eine oder andere Geschichte noch einmal zu lesen. Es eignet sich auch ganz toll als Geschenk für Katzenliebhaber und jetzt in der Vorweihnachtszeit wäre der ideale Zeitpunkt um es zu verschenken. Ich vergebe 10 von 10 Punkten für dieses wundervolle Buch mit den 7 schönen Katzengeschichten.

Noch etwas in eigener Sache:
Bitte lauft nach der Lektüre nicht einfach zum Tierheim und holt euch eine Katze. So ein Schritt muss gut überlegt werden. Ist denn immer jemand zu Hause? Wenn nicht, dann müssen es auf jeden Fall 2 Katzen sein. Wobei ich der Meinung bin, dass man auf jeden Fall 2 Katzen halten sollte. Wollen wir in Urlaub? Wer versorgt dann die Stubentiger? Können wir es uns finanziell leisten. Das Tier braucht Futter, Streu, Toilette, Körbchen, Spielsachen, es kommen Tierarztkosten auf einen zu. Die Fellnase muss kastriert und jedes Jahr geimpft werden.Vielleicht wird das Kätzchen ja auch mal krank. Wer kümmert sich um das Tier, das vielleicht 20 Jahre des Lebens mit einem teilt? Denn ein Tier kann man nicht einfach in eine Ecke packen, wenn man keine Lust mehr darauf hat. Und ganz wichtig ist noch, ob man in der Wohnung oder dem Haus überhaupt Tiere halten darf. Und wenn man vorher noch einen Allergietest macht, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Bitte keine Spontankäufe, denn diese armen Wesen landen fast immer im Tierheim.