Sonntag, 13. Januar 2013

Barry Lyga - Ich soll nicht töten


Jazz hatte es noch nie leicht. Sein Vater, Billy Dent, ist ein berüchtigter Serienmörder, der 124 Menschenleben auf dem Gewissen hat. Sobald sein Sohn auf der Welt war hatte er nur ein Ziel vor Augen: Aus Jazz seinen Nachfolger zu machen. So musste der Junge zusehen, wie sein Vater seinen Hund bei lebendigem Leib Enthäutete und die Innereien heraus nahm. Am Ende musste er dann sogar die Überreste beseitigen. Aber das war nur eins von vielen schlimmen Dingen, die Jasper von klein auf mitmachen musste, bis sein Vater schließlich geschnappt wurde und mehrmals lebenslänglich ins Gefängnis gesteckt wurde.

Seit dieser Zeit lebt Jazz bei seiner verwirrten Großmutter und sorgt für die alte Frau, die immer mehr in den Wahnsinn abgleitet. Zum Glück hat er seinen guten Freund Howie, der alles für seinen Kumpel tun würde und seine Freundin Connie, die mit ihm durch dick und dünn geht.

Als plötzlich in dem verschlafenen Städtchen eine Leiche nach der anderen gefunden wird ist sich Jazz sicher, dass jemand seinen Vater kopiert. Und er setzt es sich in den Kopf, dem Killer das Handwerk zu legen.

Was für eine geniale Geschichte. Jazz weißt, wie so viele Psychopathen auch soziopathische Züge auf. Er hat schreckliche Angst so zu werden wie sein Vater. Ständig überprüft er seine Beweggründe, versucht herauszufinden, ob er nicht vielleicht schon auf dem besten Weg ist ein Killer zu werden. Als dann die Morde geschehen, will er sich selbst beweisen, dass er einer der "Guten" ist, indem er den Killer schnappt.

Ständig spürt man die Zerrissenheit des Teenagers. Ist es so schon schwer genug mitten in der Pubertät zu stecken, hat Jazz besonders schwer daran zu schleppen. Immer wieder wird erzählt, was Jazz alles mit diesem irren Vater ertragen musste. Dinge, die dem geistig gesündesten den Verstand rauben könnten. Zum Glück hat er seine Freunde, die immer zu ihm stehen und ihn nie im Stich lassen würden, auch wenn es für Howie manchmal zu recht gefährlichen Situationen kommt, denn der Junge ist Bluter. Aber das hält ihn nicht davon ab mit seinem Kumpel auf Verbrecherjagd zu gehen.

Der Schreibstil ist toll und leicht und flüssig zu lesen. Der Plot hat mich total überzeugt und leider konnte ich beim Lesen das Kopfkino nicht abschalten. Dazu waren die Szenen viel zu gut beschrieben. Ein tolles Buch für spannende Lesestunden. Ich vergebe 10 von 10 Punkten und freue mich auf weitere Romane von Barry Lyga.


Freitag, 11. Januar 2013

Torsten Sträter - Hämoglobin Jacks Gutenachtgeschichten 1

Ein Mann, der von sprechenden Raubtieren verfolgt wird. Ein Kaugummiautomat, der Körperteile ausspuckt. Eine WG, in der die Lust auf Fleisch regiert…
Dies und noch mehr erwartet Sie in diesem Büchlein.
Band 1 von Jacks Gutenachtgeschichten enthält Horror, der von klassischem Grusel bis zum verstörenden Totalverlust der Realitätswahrnehmung reicht. Durch die meisten der Geschichten zieht sich ein roter Faden der Melancholie und der vergeblichen Suche nach menschlicher Wärme, an deren Ende Nichts ist außer Schmerzen und dem Gestank der Verwesung.
Die Szenarien werden erzählt in einer bildgewaltigen, metaphernreichen Sprache. Stets mit einem Schuss Ironie versetzt, doch das Lachen bleibt schnell im Hals stecken.
(Quelle Amazon)

Das sagt Amazon zu diesem Büchelein und ich stimme dem 100% zu. Ich hatte mir Hämoglobin als Nachttischbuch ausgesucht. Kurzgeschichten sind einfach perfekt, wenn man vor dem Einschlafen noch ein wenig lesen mag. Auf Torsten Sträter wurde ich auf facebook aufmerksam, wo ein paar alte Horrorhasen über seine Bücher schwärmten. Und da ich mir das eBook irgendwann mal heruntergeladen hatte weil mir der Titel gefiel, legte ich dann sofort los. Und war begeistert. Der Autor versteht es auf so unterschiedliche Art und Weise zu schreiben, dass man schwören könnte, an diesem Buch waren mehrere Autoren beteiligt. Einfach großartig. Es waren nicht nur komplett unterschiedliche Schreibstile sondern auch ganz unterschiedliche Geschichten. Es gab von allem ein wenig: blutige Geschichten, eklige, unheimliche, kuriose und unglaubliche Geschichten waren dabei. Torsten Sträter schafft es zudem Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen und oft blieb nach dem Lesen ein dumpfes Gefühl zurück. Ich werde mir jetzt so schnell wie möglich den 2. Band anschaffen, damit ich wieder das perfekte Nachttischbuch habe.
Ich vergebe 10 von 10 Punkten, was es von mir für Kurzgeschichten nur sehr selten gibt und vergebe eine absolute Leseempfehlung an alle Horrorfreunde.

Von Torsten Sträter gibt es folgende Gutenachtgeschichten:

1. Hämoglobin
2. Postkarten aus der Dunkelheit
3. Hit the Road Jack



Mittwoch, 9. Januar 2013

Richard Laymon - Das Loch


 Für Pamela ändert sich schlagartig das ganze Leben. Eben noch gemütlich im Bett auf ihren Mann wartend und kurz darauf mit einem Psychopathen mitten in der Wüste um ihr Leben kämpfend. Nur mit knapper Not entkommt sie dem ehemaligen Klassenkameraden und wird gerettet. Ihr Retter nimmt sie mit in die winzige, mitten in der Wüste gelegene Ortschaft Pits,  mit ihren 6 Einwohnern. Dort wird sie herzliche Willkommen geheißen und kann erst mal das ganze Grauen verarbeiten.

Zur gleichen Zeit fährt der Student Norman zu einer Tankstelle und als er aus dem Shop zurück zu seinem Wagen kommt, sitzt plötzlich ein fremder Typ in seinem Auto. Er stellt sich als Duke vor und bittet Normen ihn doch ein Stück mitzunehmen. Unterwegs gabeln sie auch noch die Anhalterin Boots auf und die beiden Mitfahrer entpuppen sich nach und nach als Psychopathen erster Klasse. Sie ziehen Nomen mit in einen Strudel aus Gewalt und Sex und als sie vor der Polizei fliehen müssen, landen die 3 in Pits. Doch die Bewohner des Wüstenstädtchens sind nicht immer so nett und freundlich wie es den Anschein hat.

"Das Loch" ist ein typischer Laymon und ich habe jede Seite davon genossen. Da der Autor leider schon vor Jahren gestorben ist, bewahre ich seine Bücher für schlechte Zeiten auf und gönne mir nur ab und an einen seiner tollen Romane. Der Autor hat wirklich einen absolut einzigartigen Schreibstil. Ohne Vorgeplänkel ist man mitten im Geschehen. Wenn es auf Seite 3 noch keine Leiche gab, ist es kein Laymon. Aber es gibt nicht nur dumpfe Gewalt sondern auch einen tollen Spannungsbogen der niemals abreißt. Keiner versteht es wie er irre Psychos zu kreieren, oder ganz normale Durchschnittstypen in brutale Gewalttäter zu verwandeln. Doch trotz allem floss in diesem Buch verhältnismäßig wenig Blut, auch wenn man sich das kaum vorstellen kann.

Besonders gefallen hat mir Pamela. Sie hat nie aufgegeben und in Pits eine neue "Familie" gefunden die immer zu ihr hält und sie niemals im Stich lassen würde. Auch Normen wurde sehr gut gezeichnet. Der Student, der noch nie aus der Reihe getanzt ist und plötzlich mit zwei total Irren durch die Gegend fährt. Doch trotz aller Angst und Abscheu findet er sich auch von der Gewalt und dem Sex angezogen. Doch das ist ihm gar nicht wirklich bewusst. Er findet Duke cool und wäre gerne so lässig wie er.

Wie immer bin ich total begeistert und kann keinen einzigen negativen Punkt finden, außer, dass es vielleicht bald keine Bücher des Horrorautoren mehr geben wird. Aber dann werde ich seine Werke eben ein 2. und 3. Mal lesen. Von mir bekommt "Das Loch" 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Lesempfehlung für alle, die die härtere Gangart in Büchern lieben. 




Mittwoch, 2. Januar 2013

Markus K. Korb + Tobias Bachmann - Das Arkham-Sanatorium





Ein ganz dickes Dankeschön an Michael Preissel der mir das Buch einfach so geschenkt hat, weil es nicht mehr käuflich zu erwerben ist.

Dr. Reynolds ist Psychologe und stellvertretender Leiter im Arkham-Sanatorium, einer Anstalt für geistig verwirrte Menschen. Nachts arbeitet er am Liebsten, denn da sind auch die meisten Patienten aktiv. Er mag seine Arbeit und noch mehr mag er einen geregelten Arbeitstag. Doch der wird immer wieder gestört. Ungewöhnlich viele verwirrte Patienten werden in letzter Zeit zu ihm gebracht und erzählen ihm ganz außergewöhnliche und gruselige Geschichten.
Dann bekommt er auch noch einen Brief von Aleister Crowley, der ihn um ein Treffen bittet. Die Oberschwester warnt ihn vor diesem Mann und erzählt ihm, Crowley wäre satanist. Doch der Doktor hört nicht auf sie und stimmt einem Treffen zu. War das ein Fehler?

Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen und war total traurig, weil es nur noch zu astronomischen Summen zu erwerben war, die ich mir nicht leisten konnte. Abhilfe kam von ganz unerwarteter Seite, denn ich bekam das Buch einfach so geschenkt. Und ich habe jede einzelne Seite davon genossen. Das Buch besteht aus einer Ansammlung von düsteren und gruseligen Geschichten, die in einem altmodischen Stil verfasst sind, der zu der Zeit passt in dem die Hauptgeschichte spielt. Nach jeder Kurzgeschichte kommt wieder eine Passage über das Sanatorium, in dem alle Geschichten wieder zusammentreffen. So entsteht ein harmonisches Ganzes, das mit einem großen Knalleffekt endet.

Besonders hervorheben möchte ich die wundervollen Illustrationen von Timo Kümmel, die die einzelnen Geschichten voneinander trennen. Der Illustrator konnte sich hier richtig austoben und heraus kamen tolle kleine Kunstwerke. Auch das Titelbild, durch das ich erst auf das Buch aufmerksam wurde, wurde von dem Künstler gestaltet und zieht die Blicke magisch an.

Alles in allem ist das Buch ein kleines Glanzstück der Horrorliteratur und ich kann nur hoffen, dass das Buch irgendwann neu verlegt wird, damit ganz viele Horrorfreunde das Arkham-Sanatorium genießen können. Ich vergebe 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung.
Einfach großartig!!!

Samstag, 29. Dezember 2012

Edward Lee - Flesh Gothic

Am 03.April ereignete sich in der Luxusvilla des exzentrischen  Milliardärs Reginald Hildreth ein Blutbad. Bei einer Orgie zu Ehren des Dämons Belarius werden alle anwesenden Personen getötet. Die Villa stand schon lange im Gespräch, diente sie doch als Firmensitz einer Pornoproduktion und als Ort an dem ständig wilde, satanische Orgien gefeiert wurden. Vivica Hildreth, die Frau des Milliardärs heuert einige übersinnlich begabte Menschen und den Reporter und trockenen Alkoholiker Westmore an um herauszufinden was sich in der Villa ereignete und was Reginald damit beabsichtigt hatte. Wie sie Westmore verrät, liegt nämlich keineswegs der Leichnam ihres Mannes auf dem kleinen Friedhof des Grundstücks, denn ihr Mann ist einfach spurlos verschwunden. Weiß die Ehefrau wirklich nicht mehr?

Westmore tut sich ein wenig schwer inmitten dieser Gruppe von Spinnern, wie er die anderen Leute in der Villa heimlich nennt. Wer glaubt schon daran, dass Leute aus ihrem Körper treten können, oder in die Zukunft sehen. Oder Geister mit irgendwelchen Geräten sichtbar machen kann, wie dieser verrückte, ehemalige Priester. Oder ist da vielleicht doch etwas dran? Irgendwann kann sich auch Westmore das Geschehen in der Villa nicht mehr logisch erklären. Es gibt wohl doch mehr zwischen Himmel und Erde als die meisten Menschen glauben.

Zuerst einmal: Das Ende war der Knaller. Wäre mehr von dem Buch so gewesen, hätte es mit Sicherheit 10 Punkte bekommen. Aber leider war es das nicht. Teilweise quälte ich mich schon ein wenig, obwohl diese langatmigen Stellen immer von Spannenden abgelöst wurden. Meiner Meinung nach hätte dem Buch weniger Sex und mehr Action gut getan. Aber das ist natürlich wie immer nur meine Meinung. Lees Schreibstil ist wieder großartig und lässt diverse Bilder im Kopf entstehen. Wobei ich das dieses Mal nicht unbedingt vor mir sehen wollte. ;o)Es wird natürlich auch wieder einiges an Blut vergossen, aber der Schwerpunkt liegt bei Flesh Gothic eindeutig beim Sex. Eine Pornofirma, Orgien und jede Form der sexuellen Perversion.

Die Charaktere sind perfekt auf die Geschichte abgestimmt und jeder einzelne hat einen schwachen Punkt. Der ehemalige Priester und Exorzist Nyvysk liebt  Männer. Die hellsichtige Cathleen die außerdem Tranceinduktion und Mantik beherrscht ist sexsüchtig. Willis mit seinem Zielobjekttaktionismus, kann niemanden berühren ohne alles über den Menschen zu erfahren und Adrianne, die ihren Körper verlassen kann, deshalb aber schon seit 10 Jahren ohne Sex lebt. Dazu kommen noch Mack und Karen, die für Vivica und Reginald gearbeitet haben.Dieser zusammengewürfelte Haufen versucht gemeinsam herauszufinden, warum die ganzen Menschen in einer Nacht auf brutalste Art getötet wurden. Ich vergebe für dieses Buch 7 von 10 Punkten und werde jetzt erst mal eine "Lee Pause" einlegen.

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Scott Nicholson - Die rote Kirche

Ein herzliches Dankeschön an Scott Nicholson, dass ich sein eBook lesen durfte.

Der 13-jährige Ronnie Day muss jeden Tag nach der Schule am Friedhof und der roten Kirche vorbei. Und jeden Tag überkommt ihn große Angst. Denn dort im Glockenturm soll ein schreckliches Wesen hausen, mit Flügeln und Klauen und Lebern statt Augen. Sein kleiner Bruder Tim trödelt auch noch an der Stelle, an der Ronnie am liebsten gerannt wäre. Und als Ronnie endlich vorbei ist, wird er auch noch von Tim zurückgerufen, denn der will ihm unbedingt etwas ganz wichtiges auf dem Friedhof zeigen. Doch als der Ältere bei deinem Bruder angekommen ist, packt ihn plötzlich eine rote, blutige Hand und will ihn nicht mehr loslassen...

Polizeichef Frank Littlefield hasst die rote Kirche, denn vor vielen Jahren ist dort sein kleiner Bruder Samuel gestorben, für dessen Tod sich Frank sein ganzes Leben lang verantwortlich fühlt. Als er dann hört, dass Archer McFall, der Prediger, wieder zurück ist und die rote Kirche gekauft hat um dort wieder seinen Gottesdienst abzuhalten, wird Frank klar, dass der Prediger etwas mit dem Tod seines Bruders zu tun haben muss.

Linda Day ist dem Prediger restlos verfallen. Auch als ihr Mann Daniel sich von ihr trennt und sie ihre Jungs Ronnie und Tim vernachlässigen muss, hält sie fest zu Archer McFall. Selbst als immer wieder Morde an den alten Familien verübt werden. Hat das alles etwas mit dem Lynchmord an einem Vorfahren MyFalls zu tun?

"Die rote Kirche" war mein erstes Buch von Scott Nicholson, das ich gelesen habe, aber ganz sicher nicht das Letzte. In Amerika ist der Autor sehr bekannt und nun versucht er sich auch unter deutschen Horrofans einen Namen zu machen. Einen Fan hat er schon mal. Der Plot ist unglaublich gut und genau mein Geschmack. Auch der Schreibstil lässt nichts zu wünschen übrig und die bildhafte Sprache lässt all die gruseligen Bilder im Kopf des Lesers entstehen. Leider gab es in dem eBook etliche Druck- und Schreibfehler, teilweise fehlten sogar ganze Worte. Aber das konnte meinen Spaß an der Geschichte nicht wirklich beeinträchtigen. Einzig, die zwischendurch auftretenden etwas langatmigen Passagen störten etwas den Lesefluss.

In der Geschichte geht es sehr viel um den Glauben, denn Archer McFall denkt, er wäre der 2. Messias. Er behautet Jesus wäre ein Betrüger und Heuchler gewesen und darum hätte Gott ihn zur Erde geschickt um die Menschheit zu retten. Und anders als Jesus, der Liebe und Vergebung predigte, sagt Archer, dass Opfer die Währung Gottes sind. Nur mit Blut kann die Schuld getilgt werden. Menschen die Probleme mit Gewalt und Blut in Büchern haben, sollten es vielleicht lieber nicht lesen. Ich vergebe 8 von 10 Punkten und freue mich schon auf das nächste Buch des Autors, der außer Horror auch einige Thriller geschrieben hat.


Sonntag, 23. Dezember 2012

 
Ich wünsche den Lesern meines Blogs ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest mit vielen Buchgeschenken und einen guten Rutsch ins Jahr 2013 ♥
                                             

Samstag, 22. Dezember 2012

Scott Siegler - Die Verborgenen




Bryan Clauser und sein Partner Pookie Chang kommen zu einem Tatort mit einer ziemlich übel zugerichteten Leiche. In der Nähe befinden sich seltsame Symbole und Bryan fällt ein Geruch auf, den anscheinend nur er wahrnehmen kann. Warum bekommen sie, das beste Ermittlerteam , diesen Fall nicht übertragen? Warum werden sie sehr vehement von den Untersuchungen ausgeschlossen? Es geschehen immer mehr Morde die zwei Dinge gemeinsam haben, die seltsamen Symbole und dass den Opfern die Hände fehlen. Dann wird Bryan zu allem Überfluss auch noch krank und bekommt schreckliche Alpträume in denen er Monster sieht, zu denen er sich seltsam verbunden fühlt. Diese Träume leiten ihn immer wieder zu dem neusten Mordfall. Die beiden Cops denken überhaupt nicht dran, die Finger von dem Fall zu lassen. Vor allen Dingen weil Bryan mehr zu wissen scheint, wie er eigentlich dürfte. Aber Pookie kann nicht glauben, dass sein bester Freund hinter den brutalen Morden steckt. Ein paar hohe Tiere scheinen hier irgendetwas vertuschen zu wollen. Nur was? Und dann entdecken sie einen Mann, der scheinbar ohne Probleme von einem 10 Meter hohen Haus springen kann ohne sich zu verletzten. Und sie finden noch etwas. Etwas das eigentlich gar nicht existieren dürfte.



Wie bei allen Büchern von Sott Sigler bin ich auch von seinem neusten Werk wieder absolut fasziniert. Nach einem etwas langsameren Aufbau, in dem die Charaktere eingeführt werden, geht es dann auf einmal so spannend und rasant weiter, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. So schnell wie ich es gerne gehabt hätte, war das Buch aber dann doch nicht gelesen, da sich die Handlung auf 886 Seiten ausbreitet. Und davon war wirklich keine einzige langweilig.



Die Charaktere sind wieder sehr liebevoll gestaltet, mit all ihren Höhen und Tiefen und all ihren Stärken und Schwächen. Der Hauptcharakter ist ganz klar Bryan Clauser, der Polizist der nur schwarz trägt und von seinen Kollegen „Terminator“ genannt wird. Man erfährt seine ganze Gefühlswelt, auch wenn er am Anfang wie aus Stein gemeißelt wirkt. Seine Träume sind sehr beängstigend, sieht er doch wie irgendwelche Kreaturen Morde begehen. Einmal konnte er einen sogar fast verhindern. Und irgendwie fängt er an sich zu verändern.  Pookie Chang ist ein ebenso wichtiger Protagonist. Er ist ein witziger Typ, der immer zu seinen Freunden steht und sie nie im Stich  lassen würde. Dann gibt es da noch Rex. Ein Junge der bei seiner Tante wohnt und von ihr ständig misshandelt wird. Dazu wird er in der Schule noch gemobbt und von den Mitgliedern einer Gang verprügelt. Er tat mir einfach nur schrecklich leid. Toll fand ich auch Black Mister Burns, der nach einer Schussverletzung nur noch im Büro arbeiten kann, weil er auf der Straße Panikattacken bekommt. Polzeichefin Amy Zou ist auch eine sehr interessante Persönlichkeit. Und Robin, Bryans Exfreundin und ihre Hündin Emma hatte ich sowieso gleich in mein Herz geschlossen. Am Anfang sind es schon einige Namen die auf einen einströmen, aber man merkt sehr schnell, wer wichtig ist und wen man getrost wieder vergessen kann. Irgendwann wusste ich überhaupt nicht mehr, wer denn jetzt die Guten und wer die Bösen waren. Fast bis zum Ende war ich mir nicht sicher, zu wem ich jetzt halten sollte.


Sigler hat in „Die Verborgenen“ ganz geschickt Realität und Fiktion vermischt. In seiner bildhaften Sprache schafft er es spielend im Kopf des Lesers einen Film ablaufen zu lassen. Es gibt nur einen ganz kleinen Kritikpunkt. Sigler hat die Angewohnheit Dinge bis ins aller kleinste Detail zu beschrieben. Dinge, die mich nicht sonderlich interessieren und die ich sowieso nach 5 Minuten wieder vergessen habe. Zum Glück kam das fast nur am Anfang des Buches vor, denn es bremste den Lesefluss erheblich. Doch trotz dieser kleinen Kritik bekommt das Buch von mir 10 von 10 Punkten, denn es war einfach großartig und ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung
 

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Sean Beckz - Verfault Unappetitliche Geschichten




Verfault ist meine zweite Kurzgeschichtensammlung von Sean Beckz und genau wie von der Ersten mit dem Titel „Futter“  bin ich absolut begeistert. In dem Büchlein versammeln sich fünf komplett unterschiedliche Geschichten, die mir aber alle gleich gut gefallen haben.
In „Gartenarbeit“ geht es um einen Mann, der egal wo er wohnt, niemals zur Ruhe kommen kann, weil er ständig von seinen Nachbarn ausspioniert wird.
In „Der Schacht“ haben wir es mit einem sehr einsamen Menschen zu tun.
Die Geschichte „Die Wette“ handelt von einer unheimlichen Zeitreise.
„Der Tätowierer“ ist ein genialer Künstler, dessen Arbeit einfach nicht gewürdigt wird und
bei „Das Ende“ erfahren wir was die Menschheit der Erde angetan hat und wie man sich dagegen wehren kann.

Jede Geschichte für sich ist einfach grandios. Es gibt niemals ein Happy End, doch trotzdem bleibt man als Leser zufrieden zurück. Ich bin wirklich überrascht ob der vielen verschiedenen Schreibstile mit der der Autor seine Geschichten zu Papier gebracht hat. Für mich sind diese Kurgeschichten die perfekte Bettlektüre, trotzdem freue ich mich sehr auf den ersten Roman von Sean Beckz mit dem Titel „In der Tiefe singen sie“
Verfault bekommt von mir  10 von 10 Punkten und eine absolute Leseempfehlung für alle die Kurzgeschichten mögen. 

Sonntag, 9. Dezember 2012

Johan Theorin - So bitterkalt



Jan Hauger bewirbt sich auf eine Stelle als Erzieher in dem kleinen Ort Valla. Das Besondere an dieser Stelle ist, dass die Vorschule an eine Psychiatrische Klinik angegliedert ist. Dort werden Kinder von als gefährlich eingestuften Menschen betreut , die in der Klinik behandelt werden. Wöchentlich dürfen die Kinder den einsitzenden Elternteil besuchen, indem sie durch einen unterirdischen Gang zum Besuchszimmer der Klinik gebracht werden. Jan bekommt sie Stelle, die aus strenger Routine und noch strengeren Regeln besteht, obwohl er selbst einiges zu verbergen hat. Während eines Jobs vor 9 Jahren als Betreuer, hat er einen kleinen Jungen „verloren“ außerdem gibt es noch Geheimnisse aus seiner Jugend. Warum möchte er unbedingt in Valla arbeiten? Was hat das mit Rami, einer alten Jugendliebe zu tun? Und was verbindet Jan mit dem mehrfachen Mörder Ivan Rössel?

Der Roman „So bitterkalt“ wird in 3 verschiedenen Zeitebenen erzählt. In der Gegenwart arbeitet Jan als Betreuer für die Kinder von psychisch Kranken, dann wird von Jans Jugendzeit erzählt als er das Opfer von Mobbing war und die Zeit vor 9 Jahren, als Jan den kleinen Jungen „verlor“. Aber auch durch die verschiedenen Zeitebenen konnte sich kaum Spannung aufbauen. 400 Seiten lang zieht sich die Geschichte wie Kaugummi, ist so langatmig, dass ich mehrmals am liebsten abgebrochen hätte, um dann die ganze Spannung in die verbliebenen 75 Seiten zu packen. Aber das macht das Buch in meinen Augen auch nicht wirklich besser. Der Klappentext hörte sich so toll an und versprach ja auch absolute Hochspannung, aber ich konnte davon nicht viel merken. Hauptsächlich dreht sich der Roman um Jans Arbeit als Betreuer, um die Spiele die er mit den Kindern spielt, um seine Kollegen und seiner Einsamkeit.  Auch war Jan so wenig sympathisch, dass man weder Mitleid mit ihm haben, noch sich mit ihm identifizieren konnte.  Ich weiß auch gar nicht, was ich sonst noch über das Buch schreiben könnte, denn schon so kurz nach dem Lesen kann ich mich kaum noch daran erinnern. Darum vergebe ich 5  von 10 Punkten und das nur für den besonderen Schreibstil den der Autor hat. 

Freitag, 7. Dezember 2012

Julia Crouch - Hautnah



Der englische Schauspieler Marcus Wayland soll die Hauptrolle in einem amerikanischen Theaterstück übernehmen. Also zieht er mit seiner Frau Lara, den Zwillingen Bella und Olly und dem kleinen Sohn Jack für 6 Wochen an die amerikanische Ostküste, wo sie in einem schmuddeligen, heruntergekommen Haus für 6 Wochen leben sollen. Lara sieht das als Chance für einem Neuanfang, denn nachdem Marcus sie praktisch zu einer Abtreibung gezwungen hatte, ist die Ehe an ihrem Tiefpunkt angelangt. Doch es ist eigentlich alles wie immer: Marcus lernt Texte und verbringt seine Zeit mit den Schauspielkollegen, ohne sich auch nur im geringsten um seine Familie zu kümmern. Olly und Bella finden beide Anschluss an Gleichaltrige und nur Lara und Jack sitzen in dem düsteren zu Hause und lassen sich die Decke auf den Kopf fallen. Doch dann trifft Lara eine alte Liebe wieder und beginnt eine Affäre mit Stephen. Doch der wird von einer Stalkerin bedroht. Bald geschehen merkwürdige Dinge in Laras Umfeld und dann ist plötzlich ihr Leben und das ihrer Kinder in Gefahr.
Da auf dem Buchcover Thriller steht, habe ich auch einen Thriller erwartet. Aber leider habe ich keinen bekommen. Das Buch ist zwar zeitweise spannend, aber doch eher ein Familienroman. Die Charaktere haben viel zu viele Streitereien untereinander und verstricken sich ständig in Beziehungsproblemen. Da kann keine Spannung aufkommen.



Dass Lara sich in den erfolgreichen und gut aussehenden Stephen verliebt war abzusehen. Ihr Mann behandelt sie fast immer wie Luft und denkt nur an seine eigenen Interessen. Lara und Stephen fragen sich wie wohl alles gekommen wäre, wenn sie geheiratet hätten. Hätte Lara dann auch ihr Baby abtreiben müssen? Hätte sie auch ihre Karriere an den Nagel hängen müssen, bevor sie überhaupt begann? Wäre sie vielleicht mittlerweile eine selbständige und erfolgreiche Designerin? Oder sogar selbst Schauspielerin?



Bella verliebt sich in einen Jungen aus dem Ort. Ollys Reaktion darauf konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen. Der einzige, der durchweg sympathisch war, war der kleine Jack. Ihn hätte ich am Liebsten die ganze Zeit geknuddelt. Ein braves und geduldiges Kind, das nie großen Ärger macht.



Ehrlich gesagt, musste ich schon ziemlich kämpfen um das Buch immer wieder zur Hand zu nehmen und weiterzulesen. Erst die letzten ca. 100 Seiten waren dann so richtig spannend und einem Thriller würdig. Wer einen interessanten und zeitweise spannenden Roman lesen möchte, wird dieses Buch lieben. Alle die auf einen tollen Thriller gehofft haben, werden bestimmt enttäuscht sein. Ich vergebe 6 von 10 Punkten hauptsächlich für die gut ausgearbeiteten Charaktere und den flüssigen Schreibstil. 


Mittwoch, 5. Dezember 2012

Britta Röder - Die Buchwanderer



Ein ganz herzliches Dankeschön an den Acabus-Verlag für das Rezensionexemplar.



Ron ist auf dem Weg zu einem Treffen mit seinem Cousin Magus, da fällt ihm eine wunderschöne,  junge Frau auf. Ohne groß darüber nachzudenken verfolgt er sie und landet in einer Bibliothek. Dort beobachtet er sie, wie sie die Regale entlang geht um sich geeignete Lektüre auszusuchen. Nach einem kleinen Moment der Unachtsamkeit ist die junge Frau plötzlich verschwunden. Alles was von ihr zurück bleibt ist das Stück „Romeo und Julia“. Traurig leiht Ron das Buch aus um dieser Unbekannten ein Stück weit nahe sein zu können. Seine Verabredung mit Magus hat er vollkommen vergessen. Zurück in seiner Wohnung vertieft er sich sofort in die Lektüre der wohl bekanntesten Liebesgeschichte und plötzlich steht er mitten auf einem Platz in Verona und wird in eine Auseinandersetzung zwischen den Capulets und den Montagues verwickelt. Er freundet sich mit Benvolio, dem Freund Romeos an und wird zu einem Fest eingeladen. Und dort sieht er sie wieder. Seine schöne Unbekannte ist Rosalia, eine Figur dieser tragischen Geschichte. Ron kann es nicht glauben. Wie ist das nur möglich? Wie kann eine Figur aus einem Roman in seinem Leben auftauchen? Doch dann wird er wieder in seinem eigenen Bett wach und Rosalia ist verschwunden. Hat er alles nur geträumt? Nein, das kann nicht sein. Wie soll er Rosalia jemals wiederfinden? Er kehrt zurück in die Bibliothek und dort bekommt er das Buch „Eugen Onegin“ von Puschkin in die Hand gedrückt. Und ehe er sich versieht ist er in Russland. Immer auf der Suche nach Rosalia…

Was für eine wunderschöne Geschichte. Die Autorin Britta Röder führt uns durch 3 wundervolle Geschichten, die alle ihren eigenen Zauber besitzen. Zuerst dürfen wir miterleben wie sich Romeo und Julia ineinander verlieben. Danach begleiten wir Ron durch das kalte und verschneite Russland in seiner Rolle als Eugen Onegin um uns danach in Spanien wiederfinden um den verrückten Don Quijote de la Mancha kennenzulernen. Selbst wenn man die 3 Geschichten nicht kennen sollte ist das kein Problem, denn die Autorin verrät so viel von den jeweiligen Handlungen, dass man dem Buch auch gut ohne Vorkenntnisse folgen kann. Mit Ron und Magus hat die Autorin zwei sehr unsichere junge Männer erschaffen, die nach und nach begreifen müssen, dass sie, um ihr Ziel zu erreichen, ihr Leben selbst in die Hand nehmen müssen. Dabei entsteht vor den Augen der Leser eine wunderschöne Liebesgeschichte die keine Sekunde lang langweilig ist. Durch die sehr bildhafte Sprache ist man selbst mitten im Geschehen, lernt die Charaktere kennen, spürt Kälte und Hitze, nimmt die Gerüche war und hofft auf ein glückliches Ende. Ob es das geben wird, werde ich natürlich nicht verraten. Da müsst ihr das Buch schon selbst lesen. Eigentlich hätte das Buch 10 Punkte verdient, aber da die Schrift so klein gedruckt ist, dass ich nach kürzester Zeit Kopfschmerzen bekam, muss ich leider einen Punkt abziehen. So bleiben fantastische 9 von 10 Punkten für ein ganz außergewöhnliches Buch. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung