Hier werden Bücher bewertet, Handarbeiten vorgeführt und PC-Spiele vorgestellt. Außerdem gibt es immer die neusten Fotos meiner Katzen und dem Mops. Ich hoffe, euch gefällt es hier und ihr findet etwas, das euch interessiert. Viel Spaß, liebe Besucher. Schaut euch um, fühlt euch wohl und hinterlasst uns gerne Kommentare. Autoren und Autorinnen, die gerne ihre Bücher von uns Besprechen lassen würden, können sehr gerne eine Anfrage senden.
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Mittwoch, 7. November 2012
Timur Vermes - Er ist wieder da
Hallo ihr Lieben,
eigentlich müsste ich zu diesem Buch eine Rezension schreiben, aber da ich es nach 100 Seiten abgebrochen habe, kann ich es ja nicht richtig bewerten. Deshalb habe ich mich entschlossen nur meine Gedanken aufzuschreiben, ohne eine Bewertung abzugeben.
Ich bekam das Buch von Amazon-Vine als Rezensionsexemplar und war auch wirklich sehr neugierig darauf. Das Hörbuch wäre mir zwar lieber gewesen, da es von Christopf Maria Herbst gelesen wird, aber man kann eben nicht alles haben.
Der Anfang des Buches ist auch noch irgendwie witzig. Adolf Hitler erwacht im Jahre 2011 auf einem brachliegenden Grundstück mitten in Berlin. Er wundert sich über die bunte Kleidung der Menschen und ruft einen Jungen in buntem Leibchen, auf dessen Rücken seine Mutter den Namen getickt hatte, mit den Worten:" He Hitlerjunge Ronaldo, komm mal her" zu sich. Er läuft durch Berlin um den Führerbunker und seinen Staab zu suchen und als er bei einem Zeitungskiosk das Datum auf den Zeitungen sieht, wird er ohnmächtig. Der Kiosbesitzer ist so nett sich um ihn zu kümmern und ihm eine Bleibe anzubieten. Der gute Mann denkt sein Gegenüber wäre ein Schauspieler, der ganz in seiner Rolle aufgeht und verspricht ihm, ihn mit Medienleuten bekannt zu machen. Tja, so kommt Hitler dann also zum Fernsehen.
Der Grund warum ich das Buch abgebrochen habe ist der, dass dieses Monster in Menschengestalt hier als durchaus sympatischer Mensch dargestellt wird, über den man auch mal herzhaft lachen kann und dessen Ideen doch gar nicht alle so schlecht waren. Und da hört es eben bei mir auf. Dieser Mensch ist verantwortlich für den Tod von Millionen Menschen. Nicht nur in den Konzentrationslagern sondern auch die vielen Soldaten, die durch seinen Größenwahn ihr Leben lassen mussten. Er war der Grund für Misstrauen und Verrat, für Schmerz, Leid und Angst. Ein Nachbar denunzierte den Anderen aus Angst, sonst selbst im KZ zu landen. Ich habe Filme von den Konzentrationslagern mit ihren Leichenbergen gesehen und kann darüber einfach nicht lachen, auch wenn das Buch als Satire gemeint ist. Ich finde dieser Unmensch sollte ein Tabu für Satire sein. Vielleicht denken viele von euch anders darüber, aber das ist eben meine Meinung. Dieses Buch ist eine Ohrfeige für alle Opfer und ihre Hinterbliebenen.
Ich bin sehr gespannt auf eure Meinungen. Was sagt ihr zu diesem Buch? Werdet ihr es lesen, seid ihr neugierig darauf, so wie ich es wahr, oder lasst ihr es lieber gleich bleiben?
Ich würde mich sehr über Kommentare von euch freuen, kann aber erst darauf reagieren, wenn mein Lappi wieder funktioniert, da ich den von meinem Mann nur mal kurz mittags ausleihen kann.
Dienstag, 6. November 2012
Tim Svart - Tödliche Nächte
7 Kurzgeschichten hat Tim Svart in seinem Buch "Tödliche Nächte" versammelt. In "Aldwych Station" geht es um eine verlassene U-Bahn-Station und 2 Leuten die sich hier vor dem Regen unterstellen um anschließend ein verschlossenes Tor vorzufinden. In "Der Bewerber" stellt sich der Autor die Frage, wie weit ein Mensch wohl bereit ist zu gehen, um wieder einen Job zu bekommen. Dann gibt es noch die Geschichte, die sich um einen Blackout dreht und die Frage, was ein Mann in dieser Zeit getan hat. "Baileys Revanche" ist eine sehr realistische Geschichte um einen Nachbarschaftsstreit. Bei "Eine schwerwiegende Entscheidung" kommt die Frage auf, was man tun würde um sein Kind zu retten. "Verflucht" erzählt von einem alten Haus und zu "Nebelnacht" werde ich nichts schreiben, weil hier jedes Wort zu viel verraten würde.
Einen Teil der Geschichten empfinde ich als sehr realistisch, andere haben einen mystische Einschlag, aber alle waren unglaublich spannend. Der Autor schafft es, mich mit seiner Sprache und seinem Stil zu Schreiben immer wieder in seinen Bann zu ziehen. Hier stimmt einfach alles. Es gibt kein unnötiges rumgeschwafel, sondern der Autor kommt sofort zum Punkt. Das finde ich sehr wichtig bei Kurzgeschichten. Ich bin auch immer wieder erstaunt über die Wandlungsfähigkeit von Tim Svart. Der Schreibstil passt sich immer perfekt der Geschchichte an und er schafft es immer wieder mir eine Gänsehaut über den Rücken wandern zu lassen. Ich vergebe 5 von 5 Punkten und hoffe, dass es von Tim Svart bald einen richtig langen Roman zu lesen gibt.
Montag, 5. November 2012
Christiane Lind - Weihnachtspunsch & Weihnachtskater
Vielen Dank an Christiane Lind, die mir dieses wundervolle Buch zur Verfügung gestellt hat.
Weihnachtpunsch & Weihnachtskater ist ein Buch mit 7 Kurzgeschichten.
"Weihnachtspunsch & Weihnachtskater" heißt auch die erste Geschichte. Sie erzählt von Frau Buchecker, die total unter Stress steht um allen Familienmitgliedern das "perfekte" Weihnachtfest zu gestalten und dabei ganz den Sinn des Festes vergisst und was ihr früher so gut an den Festtagen gefallen hat. Ein kleiner Kater erinnert sie wieder daran, was an Weihnachten wirklich glücklich macht.
"Niemand will uns haben" ist der Titel der nächten Geschichte. Hier geht es um ein Katerpaar im Tierheim, die schon zu alt und zu gewöhnlich sind um den Menschen aufzufallen. Deshalb sind sie sich sicher, ihr ganzen Leben im Tierheim verbringen zu müssen. Oder gibt es vielleicht doch jemanden, der sie bemerkt und mit nach Hause nimmt?
"Weihnachten mit Dackel" handelt von einer einsamen Frau die durch ihren Kater einen ebenso einsamen Mann kennen lernt.
Bei "In der Wildnis mit Weihnachsmann" spielt die heilige Birma Mya Mya die Hauptrolle. Sie kann eines Tages aus dem Haus entwischen und möchte Abenteuer erleben. Aber ganz schnell merkt sie, dass die Welt für Katzen hauptsächlich gefährlich ist und sehnt sich nach ihrem zu Hause.
In "Der Weihnachtsretter" rettet ein kleiner Kater das Weihnachtsfest einer Familie, die jedes Jahr die pingelige Schwiegermutter einladen muss und dadurch so gar nicht in festliche Stimmung kommt.
"Linus Langnase und das Geheimnis der verschlossenen Türen" zeigt auf, wie unterschiedlich und neugierig Katzen doch sind.
Und bei "Das Kätzchen unterm Tannenbaum" sorgt ein kleiner Fundkater dafürt, dass ein älterer Mann nicht ganz so einsam ist.
Alle Geschichten sind wunderschön geschrieben. Man merkt sofort, dass die Autorin selbst Kater hat und sie über alles liebt. Die Geschichten haben mir die unterschiedlichsten Emotionen entlockt: Ich habe gelacht, wurde sehr nachdenklich und ich habe geheult wie ein Schlosshund. Dabei war die Geschichte nicht traurig, sondern einfach nur so wunderschön. Wenn wir nicht schon 4 Stubentieger hätten, wäre ich bestimmt nach der Lektüre zu meinem Mann gegangen und hätte gebettelt, dass wir uns ein oder noch besser gleich zwei Kätzchen nach Hause holen sollten. So bin ich eben zu meinen Süßen und habe sie ganz lange geknuddelt und beschmust und bin einfach nur sehr dankbar, dass ich sie habe. Ich bin mir ganz sicher, dass ich dieses Büchlein noch oft zur Hand nehmen werde um die eine oder andere Geschichte noch einmal zu lesen. Es eignet sich auch ganz toll als Geschenk für Katzenliebhaber und jetzt in der Vorweihnachtszeit wäre der ideale Zeitpunkt um es zu verschenken. Ich vergebe 10 von 10 Punkten für dieses wundervolle Buch mit den 7 schönen Katzengeschichten.
Noch etwas in eigener Sache:
Bitte lauft nach der Lektüre nicht einfach zum Tierheim und holt euch eine Katze. So ein Schritt muss gut überlegt werden. Ist denn immer jemand zu Hause? Wenn nicht, dann müssen es auf jeden Fall 2 Katzen sein. Wobei ich der Meinung bin, dass man auf jeden Fall 2 Katzen halten sollte. Wollen wir in Urlaub? Wer versorgt dann die Stubentiger? Können wir es uns finanziell leisten. Das Tier braucht Futter, Streu, Toilette, Körbchen, Spielsachen, es kommen Tierarztkosten auf einen zu. Die Fellnase muss kastriert und jedes Jahr geimpft werden.Vielleicht wird das Kätzchen ja auch mal krank. Wer kümmert sich um das Tier, das vielleicht 20 Jahre des Lebens mit einem teilt? Denn ein Tier kann man nicht einfach in eine Ecke packen, wenn man keine Lust mehr darauf hat. Und ganz wichtig ist noch, ob man in der Wohnung oder dem Haus überhaupt Tiere halten darf. Und wenn man vorher noch einen Allergietest macht, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Bitte keine Spontankäufe, denn diese armen Wesen landen fast immer im Tierheim.
Sonntag, 4. November 2012
Kim Paffenroth - Dying to Live Vom Überleben unter Zombies
Jonah Caine lebt in einer Welt, die ich niemals kennenlernen möchte. Alles ist verwüstet, die Städte teilweise abgebrannt, lange Autoschlangen verstopfen die Straßen, kein Strom, kein fließendes Wasser dafür aber massenhaft Zombies. Der Tag besteht aus reinem Überleben und der Suche nach Nahrung. Schon lange sind alle Konserven aufgebraucht oder nur noch schwer zu finden. Als er vor einer großen Gruppe Untoter flieht wird er von einer kleinen Menschengruppe aufgenommen, die sich in einem Museum verschanzt hat und versucht, sich ein einigermaßen normales Leben aufzubauen. Doch schnell muss die Gruppe erkennen, dass die Zombies nicht die schlimmsten Feinde sind, denn den Menschen kann an Grausamkeit nichts und niemand mehr überbieten.
"Dying to Live" wird mir mit Sicherheit noch lange im Gedächtnis bleiben, denn der Roman zeigt auf, wie brutal und unberechenbar der Mensch doch sein kann. Und wer sagt uns, dass es nicht irgendwann zombieartige Wesen geben wird und die Welt nur noch einer Wüste gleicht. Wir sind ja schon fleißig dabei unseren einst so wunderschönen Planeten zu zerstören.
Kim Paffenroth hat mich mit seinem Roman tief beeindruckt, denn es geht nicht nur um Splatter, viel Blut und metzelei, sondern man merkt deutlich, dass der Autor eine Botschaft überbringen möchte. "Seid doch einmal zufrieden mit dem was ihr habt und benehmt euch nicht schlimmer als die Tiere" Besonders beeindruckt war ich von folgendem kleinen Textabschnitt:
Die meisten waren Weiße, aber es gab auch ein paar Schwarze, Latinos und Asiaten. Normalerweise taumelten sie nur durch die Gegend, ohne Notiz voneinander zu nehmen, aber ihr Hunger hatte sie in einer Weise vereint, die, wären sie alle noch am Leben gewesen, wirklich erstaunlich gewesen wäre. Die Gattung Mensch hatte endlich den Rassismus überwunden. Zu dumm, dass wir unseren Intellekt verlieren und uns in hirnlose Kannibalen verwandeln mussten, um das zu erreichen. (Seite 29)
Ich war wirklich überrascht wie tiefsinnig dieser Roman doch ist, denn das hatte ich nicht erwartet. In Rückblenden wird von den Anfängen der Katastrophe erzählt und man erfährt einiges über Jonah und seine Familie.
Durch die teilweise philosophischen und sozialkritischen Aspekte ging leider etwas die Spannung verloren, darum vergebe ich 8 von 10 Punkten.
Alan Bradley - Flavia de Luce 3 Halunken, Tod & Teufel
Eigentlich wollte sich Flavia auf dem Jahrmarkt in Bishop's Lacey nur die Zukunft vorhersagen lassen, aber dummer Weise endet es damit, dass das Zelt der Wahrsagerin Fenella abbrennt. Natürlich hat Flavia ein ganz schlechtes Gewissen und darum lädt sie Fenella ein, mit ihrem Zigeunerwagen im Gehölz, das auf dem Grundstück von Buckshaw liegt, zu campieren. Auf dem Weg dort hin wird Fenella beschuldigt, vor Jahren ein Baby gestohlen zu haben. Die Zigeunerin hat starken Husten, so dass Flavia sie ins Bett packt und ihr verspricht, sie später noch einmal zu besuchen. Leider hat Flavia viele andere Dinge im Kopf so dass ihr erst gegen Morgen ihr Versprechen wieder einfällt. Als sie im Stockdunkeln beim Zigeunerwagen ankommt, liegt Fenella in einer großen Blutlache. Nur Flavia ist es zu verdanken, dass der Doktor sie rechtzeitig ins Krankenhaus bringen kann. Doch das ist noch lange nicht alles, denn es geschieht auch noch ein Mord. Flavia beginnt natürlich sofort zu ermitteln.
Vielen Dank an die tolle Leserundentruppe. Ich hatte wieder unendlich viel Spaß mit euch und freue mich schon auf die Fortsetzung.
Flavia wie sie leibt und lebt und wir sie lieben. Was für ein ungewöhnliches 11-jähriges Kind. Nie gerät sie in Panik oder lässt sich einschüchtern. Immer behält sie einen klaren Kopf und versucht alles wissenschaftlich zu erklären. Ich liebe die Bücher von Alan Bradley und hoffe, dass wir in den Genuss noch ganz vieler Flavia-Romane kommen.
Im dritten Band bekommen wir auch wieder tiefe Einblicke in Flavias zu Hause. Wenn ich mir vorstelle, dass das Kind ganz alleine im Ostflügel lebt und sich eigentlich niemand so wirklich um sie kümmert, kann sie einem nur Leid tun. Dann noch die ganzen Gemeinheiten ihrer beiden Schwestern, aber Flavia weiß immer wie sie sich am effektivsten rächen kann. In diesem Buch wird auch endlich der Colonel etwas menschlicher und baut eine zarte Beziehung zu Flavia auf. Das hat mir sehr gut gefallen. Bis zum Ende wusste ich nicht, worauf die Geschichte hinauslaufen soll und war total gespannt, wie sich alles auflöst. Flavias schwarzen Humor liebe ich, sie ist damit total auf meiner Wellenlänge und für ihre chemischen Kenntnisse kann man sie nur beneiden. Doch hin und wieder blitzt auch mal das Kind durch. Zum Beispiel wenn sie mit Gladys unterwegs ist und mit ihr spricht. Das macht sie so menschlich. Flavia de Luce - Halunken, Tod und Teufel war wider ein toller Roman, der mir wunderschöne und lustige Lesestunden beschert hat. ich vergebe 10 von 10 Punkten und den Favoritenstatus. Danke Mama, dass du mir diese Bücher empfohlen hast, sonst hätte ich sie wohl nicht gelesen.
Donnerstag, 1. November 2012
Edward Lee - Innswich Horror
Foster Morley ist ein großer Fan des Schriftstellers H.P. Lovecraft. Zwei Jahre nach dessen Tod macht er sich auf die Reise um alle Orte zu besuchen an denen sein großes Idol auch war, um zu sehen was ihn zu seinen Geschichten inspiriert hat. Mit im Gepäck hat er sein Lieblingsbuch des Großmeisters des Horror: "Schatten über Innsmouth" Der Bus mit dem er fährt macht halt in einer kleinen Stadt Namens Innswich Point, wo Foster 15 Minuten lang ein Pause einlegen kann. Kaum aus dem Bus gestiegen lernt er den jungen Garrett kennen, der auf der Suche nach seinem Freund ist, der ihm kurz zuvor geschrieben hatte, dass er Arbeit in Innswich gefunden hätte. Die Beiden hatte sich verabredet, doch jetzt war sein Freund wie vom Erdboden verschluckt. Da die beiden Männer sich gleich sympathisch sind, verabreden sie sich zum Abendessen und Foster beschließt spontan nicht mehr weiterzufahren, sondern sich ein Zimmer im Hotel zu nehmen.
Während Foster weiter durch Innswich schlendert findet er immer mehr Anhaltspunkte, dass Lovecraft diese Stadt zum Vorbild für sein Innsmouth genommen hatte obwohl die Stadt nach Lovecrafts Tod komplett saniert wurde. Er lernt die wunderschöne Mary kennen und wundert sich darüber, dass wohl so gut wie alle Frauen der Stadt schwanger sind. Er verliebt sich auf den ersten Blick in diese zerbrechlich wirkende Frau und möchte sie am nächsten Tag zum Mittagessen treffen. Am Abend wartet er umsonst auf Garrett, der genauso verschwunden zu sein scheint, wie zuvor schon sein Freund. Dafür trifft er Mary wieder und nach und nach kommt ihm ein schrecklicher Verdacht.
Ich bewundere Edward Lee für seine Fähigkeit sich je nach der Geschichte die er schreibt, den passen Schreibstil zuzulegen. Während es bei "Bighead" um Hinterwäldler ging und er die Sprache bewusst einfach gehalten hatte, hat er sich bei "Innswich Horror" an die Sprache Lovecrafts gehalten. Die Geschichte ist echt klasse und es wundert mich, dass nicht schon früher ein Autor auf diese Idee kam. Das alte Innsmouth, das Lovecraft in seinem Roman beschrieben hatte gibt es zwar nicht mehr, aber Foster kann alte Fotos auftreiben. Und je mehr er über diese Stadt mit seinen freundlichen Bewohnern herausfindet desto stärker wurde ich in die Geschichte gesogen. Ganz geschickt verwebt Lee die beiden Storys miteinander so dass ich nichts mehr um mich herum mitbekam und absolut fasziniert Seite für Seite las und ganz überrascht war, als ich schon am Ende angekommen war. Das Ende ist auch das Einzige, das ich ein wenig kritisieren kann, denn das passte meiner Meinung nicht so wirklich zu der Geschichte. Wobei ich da mit meiner Meinung wohl ziemlich alleine dastehe.
"Innswich Horror" war mein zweiter Roman von Edward Lee und mit Sicherheit nicht mein Letzter. Ich wurde regelrecht mit einem Lee-Fieber infiziert und vergebe phantastische 9 von 10 Punkten für dieses tolle Buch das mir so ein kurzweiliges Lesevergnügen verschafft hat.
Dienstag, 30. Oktober 2012
Peter Prange - Der Kinderpapst
Teofilo ist verliebt.In das Mädchen, das er einmal heiraten soll. Und genau das ist das Problem, denn als sein Onkel stirbt, wird der damals erst 12-Jährige ungewollt auf den Papstthron gesetzt. Dabei wollte er doch nur seine geliebte Chiara heiraten und mit ihr zusammen Kinder haben. Aber niemand nimmt Rücksicht auf seine Gefühle und Wünsche. Niemand kann verstehen, warum er nicht der mächtigste Mann sein möchte, der Stellvertreter Gottes auf Erden. Und nicht nur das macht Teofilo, der jetzt Papst Benedikt IX genannt wird, zu schaffen. Er ist nur ein Strohmann. Niemand hört auf ihn, seine Vorschläge werden abgeschmettert und er wird von seinen Beratern ausgelacht. Der Kaiser nutzt das aus um einen Pakt mit dem unsicheren jungen Mann einzugehen um seine Wünsche durchzusetzen. Benedikt IX wird zum Spielball der verschiedensten Mächte. So entwickelt er sich immer mehr zu einem unglücklichen Menschen, der viele Fehlentscheidungen trifft, dessen Volk hungern muss, der der Zauberei bezichtigt wird und der die schlimmsten Gräueltaten anordnet. Am Anfang noch keuch und willens das auch zu bleiben, hurt er nach kurzer Zeit herum und verprasst das Geld, das er seinem hungernden Volk abpresst. 3 Mal wurde er abgesetzt aber immer wieder kehrte er zurück auf den Papstthron.
Auch als er die Papstwürde ablegen möchte hat er keine Chance mit seiner geliebten Chiara zusammen zu sein, denn auch sie ist mittlerweile nicht mehr frei. Verheiratet mit einem Mann, der ihr die Sterne vom Himmel holen würde, kann sie doch immer nur von ihrem Teofilo träumen.
Wird es ein Happy End für diese unglücklichen Menschen geben?
Peter Prange hat sich mit seinem Roman "Der Kinderpapst" einer Persönlichkeit angenommen, die fast niemand kennt und über die auch kaum noch Unterlagen vorhanden sind. Und selbst die spärlichen Zeitzeugnisse widersprechen sich häufig. Nicht einmal des Alter Teofilos bei seiner Papstwahl ist sicher. Trotz allem hat der Autor eine spannende Geschichte um Benedikt IX gesponnen, die genauso hätte sein können.
Papst Benedikt ist grausam, sein Volk interessiert ihn nicht, er kümmert sich um gar nichts, gibt seine Macht aus den Händen. Im Buch wird erzählt, warum er so handelt. Man könnte fast Mitleid mit ihm haben, aber wenn man dann an das Volk denkt, das wirklich verhungern muss, weil auch noch eine Seuche das Vieh hin rafft ist es vorbei mit dem Mitgefühl für diesen Menschen. Er jammert und klagt und denkt immer nur an sich. Das ging mir manchmal ganz schön auf die Nerven. Ich denke für das Volk wäre es besser gewesen, wenn er bei einem Attentat das in jungen Jahren an ihm verübt wurde, gestorben wäre. Er ist eine tragische Figur, aber er tut auch nichts dagegen und suhlt sich nur in seinem Selbstmitleid.
Peter Prange ist es jedenfalls gelungen einen äußerst Spannenden und gut unterhaltenden Roman zu schreiben, den ich kaum noch aus der Hand legen konnte. Nur das Ende fand ich nicht so gut, das kam mir sehr konstruiert vor. Aber das ist nur meine Meinung und ich vermute, dass viele Leser glücklich über das Ende sein werden. Besonders gut hat mir gefallen, dass immer wieder darauf eingegangen wird, wie groß die Rolle der Kirche zu dieser Zeit noch war. Die Menschen hatten noch richtig Angst davor in der Hölle oder dem Fegefeuer zu landen, wenn sie nicht nach den Geboten der Kirche leben. Denn es sind die Regel die die Kirche aufgestellt hat, nach denen sich das Volk richten muss. Ich fand das sehr befremdlich und auch erschreckend, welche Macht die Kirchenmänner damals hatten.
"Der Kinderpapst" ist wirklich ein toller historischer Roman der alles hat, was ein gutes Buch braucht. Eine interessante Geschichte, starke Charaktere, viel Spannung und unvorhergesehene Wendungen. Von mir bekommt das Buch 10 von 10 Punkten und den Favoritenstatus.
Samstag, 27. Oktober 2012
Claudia Siegmann - Der Fluch der ewigen Wächter
Vielen Dank an den dtv junior-Verlag für die
Bereitstellung des Rezensionsexemplares.
Richard ist ein Junge, der von sich sagt, dass er vom Pech verfolgt wird und davon ist er felsenfest überzeugt. Jeden Tag führt ihn sein Schulweg an einem
alten Friedhof mit schrecklichen Engelsstauen vorbei, den niemand freiwillig
betritt, weil sich seltsame und düstere Geschichten darum ranken. Als er sich
eines Tages vor seinem gemeinen älteren Bruder verstecken möchte, bleibt er mit
dem Ranzen an der kaputten Friedhofsmauer hängen, durch die er sich quetschen
wollte. Sein Bruder Andreas lässt ihn einfach hängen und lacht ihn aus, aber
unverhoffter Weise taucht ein unbekannter Junge im Friedhof auf und befreit ihn
aus seiner misslichen Lage. Er heißt Arthur und als dieser von 2 sprechenden Wölfen
abgeholt wird, ist sich Richard sicher, dass er den Verstand verloren haben
muss. Am nächsten Tag besucht er wieder den Friedhof, weil er hofft, dass er Arthur
wieder trifft und er ihn wegen der Wölfe befragen kann. Aber nicht nur der
seltsame Junge taucht auf sondern auch ein Mädchen das von Männern in
altmodischen Anzügen verfolgt wird. Richard versucht ihr zu helfen und wird in
eine Geschichte verwickelt, wie er sie kurioser noch nicht einmal träumen
könnte. Eine Geschichte um Harpyen, sprechende Wölfe, eine machtgierige,
abgrundtief böse Tante, einer Junghexe in der Ausbildung, und dem Kampf um die
Macht in einer Welt jenseits des Friedhofes.
Der dtv-Verlag hat mir mit diesem Buch wirklich
eine große Freude gemacht, denn obwohl es ein Jugendbuch ist, war es so ganz
nach meinem Geschmack. Schon alleine die Beschreibung des alten Friedhofs fand
ich einfach toll. Die Charaktere des Buches sind ganz klar in gut und böse
unterteilt, was für ein Buch in dieser Altersklasse vollkommen in Ordnung ist. Arthur,
Elile und Richard sind klare Sympathieträger, die man einfach mag. Und auch der kleine Herr Lehmann ist einfach süß
und lockert oft die Stimmung auf. Die Beschreibung der Harpyen fand ich total
klasse und ich konnte wirklich den Friedhof mit seinen seltsamen Gestalten vor
mir sehen.
Dem Alter gemäß ist der Schreibstil mit kurzen
Sätzen eher einfach gehalten dafür ist die Handlung aber rasant und spannend.
Ich denke, dass so manches Kind nach dem lesen dieses Buches nachts lieber das
Licht an lässt. In der Geschichte geht es um Freundschaft und darum das
richtige zu tun, auch wenn es nicht immer leicht fällt oder man dafür Opfer
bringen muss. Hervorheben möchte ich auch noch die tollen Vignetten von Helmut
Dohle, die vor jedem Kapitel angebracht sind. Sie zeigen kleine Szenen der Geschichte
und sind sehr liebevoll gestaltet. Auch erwähnen möchte ich das blaue
Vorsatzpapier. Ich finde farbiges Vorsatzpapier einfach wunderschön, weil beim
Umblättern der Eindruck entsteht, ein Theatervorhang würde geöffnet. „Der Fluch
der Wächter“ ist ein ganz tolles Jugendbuch für junge Leser zwischen 10 und 14
Jahren oder auch jung gebliebene, die sich gerne in das Reich der Phantastik
entführen lassen. Ich vergebe 10 von 10 Punkten und eine absolute
Leseempfehlung.
Mittwoch, 24. Oktober 2012
Tim Svart - Musik der Finsternis
Ein junger Student findet in einem heruntergekommenen Haus eine kleine Wohnung für wenig Geld. Nacht für Nacht hört er die Frau die über ihm wohnt auf ihrer Violine spielen. So eine Musik hatte er noch nie zuvor gehört. Etwas unheimliches geht davon aus. Dazu kommen noch die lustvollen Schreie und das Stöhnen der Musikerin. Der Vermieter erzählt ihm, die junge Frau die unter dem Dach wohnt, hieße Viola und wäre wunderschön. Der Stundent muss sie unbedingt kennenlernen und ist geblendet von ihrer Schönheit. Aber warum hat sie das Fenster zugehängt und verbietet ihm hinauszuschauen, wo doch der Ausblick einzigartig sein soll? Und wovor hat Viola solche Angst?
Mit "Musik der Finsternis" hat der Autor Tim Svart den ersten Teil seiner Reihe "A tribute to... veröffentlicht. Dieser Text ist Lovecraft gewidmet und basiert auf dessen Geschichte "The musik of Erich Zann" Aber anders als Lovecraft der fast gänzlich auf Dialoge verzichtete ist es dem Autor gelungen, seiner Geschichte Leben einzuhauchen. Er hat einen komplett anderen Schreibstil als zum Beispiel für "Das Schloss" verwendet. Lebte dieses Hauptsächlich von den Aktionen der Protagonisten, gefällt "Musik der Finsternis" hauptsächlich durch die phantastischen Beschreibungen. Ich ging praktisch mit dem Ich-Erzähler über das Kopfsteinpflaster durch die enge Gasse in der das Haus steht und konnte den unebenen Boden unter meinen Füßen spüren. Genauso sah ich das karge Dachzimmer von Viola, mit dem abgedeckten Fenster. Ich konnte sogar den muffigen Geruch riechen, den das alte Haus verströhmt hat und Violas Angst fühlen. Ich finde es unglaublich wie wandelbar Tim Svart ist. Diese Kurzgeschichte bekommt von mir 10 von 10 Punkten und eine absolute Leseempfehlung nicht nur für Lovecraft-Fans.
Dienstag, 23. Oktober 2012
Graham Masterton - Das Atmen der Bestie
Ein herzliches Dankeschön an den Festa-Verlag, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
John Hyatt arbeitet beim Gesundheitsamt. Eines Tages kommt Seymour Willis zu ihm ins Büro und erzählt ihm, sein Haus würde atmen und er hätte Angst. John solle doch bitte so nett sein und ihn zu Hause besuchen um sich das Atmen anzuhören. Vielleicht könne er ja etwas dagegen unternehmen. Hyatt hält den alten Mann für einen Spinner, verspricht ihm aber nach der Arbeit bei ihm vorbeizuschauen. Als er seinem Kollegen Dan von dem sonderbaren Gespräch erzählt, bittet dieser ihn doch mitzunehmen, da er großes Interesse an allem Übernatürlichen hat.
Also machen sich die Beiden auf den Weg. Beim Haus angekommen entdecken sie einen schrecklichen Türklopfer, der einem Wolf ähnelt. Willis ist überglücklich, dass er doch noch ernst genommen wurde und bringt die beiden Männer in sein Büro. Kurze Zeit später hören sie tatsächlich ein Atmen und keuchen. John beginnt auf die Wände einzureden, doch je mehr er spricht desto lauter wird das Keuchen. Plötzlich entlädt sich eine Energie und Dan wird durch das Zimmer geschleudert. Und was dann beginnt, ist wohl der schlimmste Alptraum den sich John nur vorstellen kann, denn etwas altes und böses ist erwacht.
"Das Atmen der Bestie" war wieder ein Roman so richtig nach meinem Geschmack. Das Buch war spannend, gruselig und teilweise brutal. Also genau das, was ich lesen wollte. Masterton verschwendet keine Zeit mit ellenlangen Beschreibungen, denn es geht gleich richtig zur Sache. Die Handlung entwickelt sich rasant und es kommt keine Sekunde Langeweile auf. Die Geschichte liest sich schnell und flüssig, die Charaktere sind sympathisch, wenn auch etwas oberflächlich. Aber das stört bei einem Horrorroman überhaupt nicht. Da muss ich absolut nicht wissen, was in den Personen alles vorgeht. Es reicht zu wissen, dass sie verwirrt sind und Angst haben. Besonders gut hat mir gefallen, dass etwas von der indianischen Mythologie in die Geschichte verwebt ist. Was mich am Anfang etwas verwirrt hat war, dass es die Protagonisten sehr eilig hatten, aber nie ein Handy benutzten. Das klärte sich aber auf, als ich sah, dass der Roman schon 1978 in England erschienen ist.
"Das Atmen der Bestie" war mein erster Roman von Graham Masterton und es wird mit Sicherheit nicht der Letzte sein. Im Gegenteil, ich frage mich, warum ich bisher noch nichts von diesem Autor gelesen habe, der in England und Amerika schon seit vielen Jahre Kult ist. Ich vergebe 10 von 10 Punkten und eine absolute Leseempfehlung für alle Freunde des Horrorgenres.
Samstag, 20. Oktober 2012
Anja Fröhlich - Miss Krassikowski
Ein
herzliches Dankeschön an die Verlagsgruppe Oettinger für dieses Rezensionsexemplar.
Paulina
wohnt mit ihrer Mutter (die Chefin) und ihrer älteren Schwester Anastasia (die
Vizechefin) in einem reinen Frauenhaushalt. Der einzige männliche Mitbewohner
ist der Kater Herr Hund. Paulina fühlt sich zurückgesetzt und von Mutter und
Schwester gegängelt. Die Beiden gehen shoppen, tauschen Klamotten und sie soll
wie ein Mauerblümchen rumlaufen. Das wird auch nicht besser, als sich ihre
Mutter ausgerechnet in Paulinas Lehrer, Herrn Gottfried Hartkopf-Heiligenhaus, verliebt. In
dieser Situation halten dann sogar die Schwestern zusammen. Als dann auch noch
Herr Malottki, der steinreiche Herr aus dem Altersheim auftaucht, der sich in
ihrer Mutter verliebt hat, ist das Chaos perfekt.
Dieses
Buch wird für Mädchen im Alter zwischen 11 und 14 Jahren empfohlen, somit
gehöre ich ganz eindeutig nicht zur Zielgruppe. Trotzdem fand ich die Geschichte
ziemlich witzig und denke, dass Mädchen im entsprechenden Alter begeistert sein
werden. Es geht um die Probleme mit Mutter und Schwester, um Freundschaft und
auch die erste Liebe. All das ist witzig verpackt in eine chaotische
Geschichte. Der Schreibstil ist dem Alter gemäß einfach und schnell und flüssig
zu lesen. Die Charaktere sind authentisch und ich denke, dass sich Mädchen gut
mit Pauline identifizieren können. Auch die Probleme einer alleinerziehenden
Mutter werden angesprochen, auch wenn Frau Krass ziemlich verrückte Ideen hat
um Geld zu verdienen. Alles in allem ein lustiges Mädchenbuch, das sich schnell
man zwischendurch lesen lässt. Ich vergebe 8 von 10 Punkten.
Freitag, 19. Oktober 2012
Tim Svart - Das Schloss
Der bekannte Fotograf Jonas hat die perfekte
Lokation für sein neues Fotoshooting gefunden. Eine alte Schlossruine. Als er
Vanessa kennenlernt, die ihm als Modell dienen soll machen sich die Beiden bei
Vollmond auf den Weg zu der Ruine um die perfekten Fotos zu schießen. Aber
nicht nur Jonas und Vanessa halten sich in dem unheimlichen Gemäuer auf. Auch
Sandy und ihr Freund Ronnie sind dort und dann gibt es da noch die Brüder Kid
und Adam, die sich dort auf ihre Weise mit der Einen oder anderen Frau
vergnügen wollen. Dass das nicht jeder überleben wird, muss hier wohl nicht
extra erwähnt werden.
Dieses Buch ist der Knaller. Hier stimmt einfach
alles: es gibt tolle Charaktere, eine spannende Geschichte, einen richtig gut
ausgearbeiteten Plot und einen super Schreibstil. Ich habe dieses Buch von der
ersten bis zur letzten Seite genossen. Es
fängt schon sehr spannend an als man miterleben muss, wie eine junge Frau
entführt wird. Ihre Entführer sind total irre Psychos und das schlimmste ist,
dass man es ihnen eigentlich überhaupt nicht anmerkt bis es zu spät ist. Dazu
kommt die unheimliche Atmosphäre des Schlosses, die Angst um die Opfer, eine
ausreichende Menge Blut und auch eine gute Dosis Sex. Trotzdem finde ich die
Geschichte nicht übertrieben brutal oder splattermäßig. Der Autor bewegt sich in
seinen Beschreibungen der Verbrechen immer in einem vertretbaren Rahmen, so
dass auch Leser die keinen Magen aus Zement besitzen mit diesem Roman gut
bedient sind.
Was mir immer wieder sehr gut gefällt ist, dass
es in den meisten Horrorromanen keine seitenlangen Beschreibungen gibt, sondern
alles direkt auf den Punkt gebracht wird. So kann überhaupt keine Langeweile
beim Leser aufkommen, da er von einem Ereignis zum nächsten geworfen wird. So
ist es auch bei „Das Schloss“ das ich als eine Mischung zwischen Horror und
Thriller sehe. Und da wir immer abwechselnd mit den verschiedenen Personen
konfrontiert werden, bleibt die Spannung auch immer gleich hoch. Gemeiner Weise
endet fast jedes Kapitel mit einem ganz fiesen Cliffhanger, so dass man das
Buch praktisch gar nicht mehr aus der Hand legen kann.
Und als kleines Schmankerl gibt es am Ende des
Buches noch die Kurzgeschichte „Entdeckungen“ in der wir erfahren wie das
Schloss zum Mittelpunkt dieser Geschichte werden konnte. Von mir gibt es eine
ganz klare Leseempfehlung und volle 10 von 10 Punkten. Danke Tim, dass du diese
Geschichte geschrieben hast. Ich hätte gerne viel mehr davon.
Mittwoch, 17. Oktober 2012
Sönke Hansen - Roadkill (Eine Zombie-Novelle)
Der arbeitslose Dave
ist ein Loser. Den ganzen Tag hängt er in seiner Wohnung ab und hätte er nicht seinen
Freund Jesper, der ihn regelmäßig besucht, hätte er wohl gar keinen Kontakt
mehr zur Außenwelt. Als Jesper mal wieder zu Besuch ist klingelt es an der Tür.
Dave geht nach unten auf die Straße und steht mitten in der Hölle. Die Menschen
sind verrückt geworden, fallen übereinander her und zerfleischen sich. Kurz bevor
es Dave und Jesper an den Kragen geht werden sie von einem Trupp Soldaten
gerettet, die sie mitnehmen. Eine blutige Reise durch Deutschland beginnt, die
das ganze Grauen offenbart. Überall lauern Zombies, es gibt kaum noch ein Entrinnen.
Und dann entpuppen sich die Soldaten auch noch als Nazis. Gibt es den
Militärstützpunkt In Rügen wirklich? Werden die Freunde dort Hilfe bekommen?
Mit Roadkill ist
Sönke Hansen ein temporeicher und spannender Roadtrip gelungen der
seinesgleichen sucht. Man wird sofort mitten ins Geschehen geworfen und kommt
praktisch nicht mehr zum Luft holen, denn es geht Schlag auf Schlag. Dabei ist
diese bedrückende und blutige Story auch noch mit einer Priese schwarzem Humor
gewürzt, der mir besonders gut gefallen hat. Ab und zu habe ich mich gefragt
wer hier die wahren Monster sind: die Zombies oder diese Nazitypen. Ich denke,
dass das vom Autor beabsichtigt war. Man sollte sich auf keinen Fall von den
wenigen Seiten in die Irre führen lassen, denn diese Geschichte hat alles was
eine gute Novelle ausmacht. Bis hin zum, in meinen Augen, absolut geglücktem
Ende, das gar nicht anders hätte sein dürfen. Der Schreibstil des Autors ist
locker, flockig und leicht und schnell zu lesen. Die Beschreibungen fallen sehr
knapp aus, was mir absolut entgegenkommt, denn mit seitenlangen
Landschaftsbeschreibungen kann ich bei einem Horrorroman nichts anfangen. Von mir gibt es volle 10 von 10 Punkten und eine
absolute Leseempfehlung für alle Horrorfreunde mit stabilem Magen. Ich hoffe,
wir bekommen noch viel mehr von diesem Autor zu lesen. Mich würde es jedenfalls
freuen.
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