Hier werden Bücher bewertet, Handarbeiten vorgeführt und PC-Spiele vorgestellt. Außerdem gibt es immer die neusten Fotos meiner Katzen und dem Mops. Ich hoffe, euch gefällt es hier und ihr findet etwas, das euch interessiert. Viel Spaß, liebe Besucher. Schaut euch um, fühlt euch wohl und hinterlasst uns gerne Kommentare. Autoren und Autorinnen, die gerne ihre Bücher von uns Besprechen lassen würden, können sehr gerne eine Anfrage senden.
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Dienstag, 23. Oktober 2012
Graham Masterton - Das Atmen der Bestie
Ein herzliches Dankeschön an den Festa-Verlag, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
John Hyatt arbeitet beim Gesundheitsamt. Eines Tages kommt Seymour Willis zu ihm ins Büro und erzählt ihm, sein Haus würde atmen und er hätte Angst. John solle doch bitte so nett sein und ihn zu Hause besuchen um sich das Atmen anzuhören. Vielleicht könne er ja etwas dagegen unternehmen. Hyatt hält den alten Mann für einen Spinner, verspricht ihm aber nach der Arbeit bei ihm vorbeizuschauen. Als er seinem Kollegen Dan von dem sonderbaren Gespräch erzählt, bittet dieser ihn doch mitzunehmen, da er großes Interesse an allem Übernatürlichen hat.
Also machen sich die Beiden auf den Weg. Beim Haus angekommen entdecken sie einen schrecklichen Türklopfer, der einem Wolf ähnelt. Willis ist überglücklich, dass er doch noch ernst genommen wurde und bringt die beiden Männer in sein Büro. Kurze Zeit später hören sie tatsächlich ein Atmen und keuchen. John beginnt auf die Wände einzureden, doch je mehr er spricht desto lauter wird das Keuchen. Plötzlich entlädt sich eine Energie und Dan wird durch das Zimmer geschleudert. Und was dann beginnt, ist wohl der schlimmste Alptraum den sich John nur vorstellen kann, denn etwas altes und böses ist erwacht.
"Das Atmen der Bestie" war wieder ein Roman so richtig nach meinem Geschmack. Das Buch war spannend, gruselig und teilweise brutal. Also genau das, was ich lesen wollte. Masterton verschwendet keine Zeit mit ellenlangen Beschreibungen, denn es geht gleich richtig zur Sache. Die Handlung entwickelt sich rasant und es kommt keine Sekunde Langeweile auf. Die Geschichte liest sich schnell und flüssig, die Charaktere sind sympathisch, wenn auch etwas oberflächlich. Aber das stört bei einem Horrorroman überhaupt nicht. Da muss ich absolut nicht wissen, was in den Personen alles vorgeht. Es reicht zu wissen, dass sie verwirrt sind und Angst haben. Besonders gut hat mir gefallen, dass etwas von der indianischen Mythologie in die Geschichte verwebt ist. Was mich am Anfang etwas verwirrt hat war, dass es die Protagonisten sehr eilig hatten, aber nie ein Handy benutzten. Das klärte sich aber auf, als ich sah, dass der Roman schon 1978 in England erschienen ist.
"Das Atmen der Bestie" war mein erster Roman von Graham Masterton und es wird mit Sicherheit nicht der Letzte sein. Im Gegenteil, ich frage mich, warum ich bisher noch nichts von diesem Autor gelesen habe, der in England und Amerika schon seit vielen Jahre Kult ist. Ich vergebe 10 von 10 Punkten und eine absolute Leseempfehlung für alle Freunde des Horrorgenres.
Samstag, 20. Oktober 2012
Anja Fröhlich - Miss Krassikowski
Ein
herzliches Dankeschön an die Verlagsgruppe Oettinger für dieses Rezensionsexemplar.
Paulina
wohnt mit ihrer Mutter (die Chefin) und ihrer älteren Schwester Anastasia (die
Vizechefin) in einem reinen Frauenhaushalt. Der einzige männliche Mitbewohner
ist der Kater Herr Hund. Paulina fühlt sich zurückgesetzt und von Mutter und
Schwester gegängelt. Die Beiden gehen shoppen, tauschen Klamotten und sie soll
wie ein Mauerblümchen rumlaufen. Das wird auch nicht besser, als sich ihre
Mutter ausgerechnet in Paulinas Lehrer, Herrn Gottfried Hartkopf-Heiligenhaus, verliebt. In
dieser Situation halten dann sogar die Schwestern zusammen. Als dann auch noch
Herr Malottki, der steinreiche Herr aus dem Altersheim auftaucht, der sich in
ihrer Mutter verliebt hat, ist das Chaos perfekt.
Dieses
Buch wird für Mädchen im Alter zwischen 11 und 14 Jahren empfohlen, somit
gehöre ich ganz eindeutig nicht zur Zielgruppe. Trotzdem fand ich die Geschichte
ziemlich witzig und denke, dass Mädchen im entsprechenden Alter begeistert sein
werden. Es geht um die Probleme mit Mutter und Schwester, um Freundschaft und
auch die erste Liebe. All das ist witzig verpackt in eine chaotische
Geschichte. Der Schreibstil ist dem Alter gemäß einfach und schnell und flüssig
zu lesen. Die Charaktere sind authentisch und ich denke, dass sich Mädchen gut
mit Pauline identifizieren können. Auch die Probleme einer alleinerziehenden
Mutter werden angesprochen, auch wenn Frau Krass ziemlich verrückte Ideen hat
um Geld zu verdienen. Alles in allem ein lustiges Mädchenbuch, das sich schnell
man zwischendurch lesen lässt. Ich vergebe 8 von 10 Punkten.
Freitag, 19. Oktober 2012
Tim Svart - Das Schloss
Der bekannte Fotograf Jonas hat die perfekte
Lokation für sein neues Fotoshooting gefunden. Eine alte Schlossruine. Als er
Vanessa kennenlernt, die ihm als Modell dienen soll machen sich die Beiden bei
Vollmond auf den Weg zu der Ruine um die perfekten Fotos zu schießen. Aber
nicht nur Jonas und Vanessa halten sich in dem unheimlichen Gemäuer auf. Auch
Sandy und ihr Freund Ronnie sind dort und dann gibt es da noch die Brüder Kid
und Adam, die sich dort auf ihre Weise mit der Einen oder anderen Frau
vergnügen wollen. Dass das nicht jeder überleben wird, muss hier wohl nicht
extra erwähnt werden.
Dieses Buch ist der Knaller. Hier stimmt einfach
alles: es gibt tolle Charaktere, eine spannende Geschichte, einen richtig gut
ausgearbeiteten Plot und einen super Schreibstil. Ich habe dieses Buch von der
ersten bis zur letzten Seite genossen. Es
fängt schon sehr spannend an als man miterleben muss, wie eine junge Frau
entführt wird. Ihre Entführer sind total irre Psychos und das schlimmste ist,
dass man es ihnen eigentlich überhaupt nicht anmerkt bis es zu spät ist. Dazu
kommt die unheimliche Atmosphäre des Schlosses, die Angst um die Opfer, eine
ausreichende Menge Blut und auch eine gute Dosis Sex. Trotzdem finde ich die
Geschichte nicht übertrieben brutal oder splattermäßig. Der Autor bewegt sich in
seinen Beschreibungen der Verbrechen immer in einem vertretbaren Rahmen, so
dass auch Leser die keinen Magen aus Zement besitzen mit diesem Roman gut
bedient sind.
Was mir immer wieder sehr gut gefällt ist, dass
es in den meisten Horrorromanen keine seitenlangen Beschreibungen gibt, sondern
alles direkt auf den Punkt gebracht wird. So kann überhaupt keine Langeweile
beim Leser aufkommen, da er von einem Ereignis zum nächsten geworfen wird. So
ist es auch bei „Das Schloss“ das ich als eine Mischung zwischen Horror und
Thriller sehe. Und da wir immer abwechselnd mit den verschiedenen Personen
konfrontiert werden, bleibt die Spannung auch immer gleich hoch. Gemeiner Weise
endet fast jedes Kapitel mit einem ganz fiesen Cliffhanger, so dass man das
Buch praktisch gar nicht mehr aus der Hand legen kann.
Und als kleines Schmankerl gibt es am Ende des
Buches noch die Kurzgeschichte „Entdeckungen“ in der wir erfahren wie das
Schloss zum Mittelpunkt dieser Geschichte werden konnte. Von mir gibt es eine
ganz klare Leseempfehlung und volle 10 von 10 Punkten. Danke Tim, dass du diese
Geschichte geschrieben hast. Ich hätte gerne viel mehr davon.
Mittwoch, 17. Oktober 2012
Sönke Hansen - Roadkill (Eine Zombie-Novelle)
Der arbeitslose Dave
ist ein Loser. Den ganzen Tag hängt er in seiner Wohnung ab und hätte er nicht seinen
Freund Jesper, der ihn regelmäßig besucht, hätte er wohl gar keinen Kontakt
mehr zur Außenwelt. Als Jesper mal wieder zu Besuch ist klingelt es an der Tür.
Dave geht nach unten auf die Straße und steht mitten in der Hölle. Die Menschen
sind verrückt geworden, fallen übereinander her und zerfleischen sich. Kurz bevor
es Dave und Jesper an den Kragen geht werden sie von einem Trupp Soldaten
gerettet, die sie mitnehmen. Eine blutige Reise durch Deutschland beginnt, die
das ganze Grauen offenbart. Überall lauern Zombies, es gibt kaum noch ein Entrinnen.
Und dann entpuppen sich die Soldaten auch noch als Nazis. Gibt es den
Militärstützpunkt In Rügen wirklich? Werden die Freunde dort Hilfe bekommen?
Mit Roadkill ist
Sönke Hansen ein temporeicher und spannender Roadtrip gelungen der
seinesgleichen sucht. Man wird sofort mitten ins Geschehen geworfen und kommt
praktisch nicht mehr zum Luft holen, denn es geht Schlag auf Schlag. Dabei ist
diese bedrückende und blutige Story auch noch mit einer Priese schwarzem Humor
gewürzt, der mir besonders gut gefallen hat. Ab und zu habe ich mich gefragt
wer hier die wahren Monster sind: die Zombies oder diese Nazitypen. Ich denke,
dass das vom Autor beabsichtigt war. Man sollte sich auf keinen Fall von den
wenigen Seiten in die Irre führen lassen, denn diese Geschichte hat alles was
eine gute Novelle ausmacht. Bis hin zum, in meinen Augen, absolut geglücktem
Ende, das gar nicht anders hätte sein dürfen. Der Schreibstil des Autors ist
locker, flockig und leicht und schnell zu lesen. Die Beschreibungen fallen sehr
knapp aus, was mir absolut entgegenkommt, denn mit seitenlangen
Landschaftsbeschreibungen kann ich bei einem Horrorroman nichts anfangen. Von mir gibt es volle 10 von 10 Punkten und eine
absolute Leseempfehlung für alle Horrorfreunde mit stabilem Magen. Ich hoffe,
wir bekommen noch viel mehr von diesem Autor zu lesen. Mich würde es jedenfalls
freuen.
Ronald Malfi - Die Treppe im See
Der Horrorschriftsteller Travis Glasgow zieht mit seiner
Frau Jodie in eine idyllische Kleinstadt in der auch sein älterer Bruder Adam
wohnt. Das Haus war für einen Spottpreis
zu haben, denn nachdem der Sohn der Dentmans
starb, wollten sie es nur noch los haben.
Travis hofft hier mitten in der Natur
seine Schreibblockade zu überwinden und mit seiner Vergangenheit abzuschließen,
denn er fühlt sich verantwortlich für den Tod seines kleinen Bruders, der
damals erst 10 Jahre alt war, als er starb. Der See hinter dem Haus scheint ihn
magisch anzuziehen. Hat das etwas mit dem Tod des kleinen Elijahs zu tun, der
in diesem See ertrank? Seine Leiche wurde nie gefunden. Und auch mit dem Haus
stimmt irgendetwas nicht. In der Nacht hört Travis Schritte von nackten Füßen
im Haus, die Kellertür geht auf und zu und Stimmen wispern in der Nacht. Bildet
Trevis sich das alles ein oder möchte ihm Elijahs Geist etwas mitteilen?
Der Ich-Erzähler Travis erzählt seine Geschichte und lässt
uns so an seiner Gedankenwelt und seinen Gefühlen teil haben. Er leidet
unglaublich unter dem Tod seines Bruders Kyle und hatte immer wieder
Depressionen und auch einen Nervenzusammenbruch. Hier in der Nähe seines
älteren Bruders erhofft er sich, sich wieder mit Adam auszusöhnen, mit dem er
vor Jahren im Streit auseinanderging. Wir erleben den Einzug von Trevis und
Jolie mit, wir hören in der Nacht die Geräusche im Haus, wir fühlen mit ihm die
Kälte und sehen die kleinen Fußabdrücke im Keller. Doch trotzdem habe ich mich
nicht gegruselt. Das lag wahrscheinlich daran, dass auch Trevis diese Phänomene
ziemlich gelassen hingenommen hat. Er schien auch nie wirklich Angst zu haben
und so blieb auch ich als Leser sehr gelassen. Das nimmt aber dem Buch
keineswegs die Spannung, denn man liest Seite um Seite um endlich zu erfahren
was in diesem Haus passiert ist.
Der Schreibstil von Ronald Malfi ist einfach großartig. Er
versteht es in einfachen Sätzen die Personen, die Handlung und die Landschaft
vor dem geistigen Auge des Lesers entstehen zu lassen. Man läuft mit dem
Ehepaar Glasgow durch das alte Haus und hört die Holzbohlen knirschen. Das Buch
ist wirklich sehr gut gelungen, auch wenn bei mir kein Gänsehautfeeling aufkam.
Es punktet mit düsterer Atmosphäre und kommt ganz ohne Literweise Blut und
Gedärm aus. Ein absolutes muss für alle Horrorfans. Ich vergebe 9 von 10
Punkten.
Freitag, 12. Oktober 2012
Alex Adams - White Horse
Als erstes möchte ich mich ganz herzlich bei Amazon für das Rezensionsexemplar bedanken.
Nachdem Zoes Freund bei einem Autounfall ums Leben gekommen war, arbeitet sie als Putzfrau bei Pope Pharmaceuticals um nicht mehr groß nachdenken zu müssen und den Kopf frei zu bekommen. Als sie eines Tages in ihre gut gesicherte Wohnung zurück kommt, steht ein verschlossenes Gefäß auf dem Tisch im Wohnzimmer. Es ist ein Krug aus Keramik, der sehr alt wirkt. Nichts deutet auf seinen Inhalt hin. Lange wehrt sich Zoe dagegen, dieses Gefäß zu öffnen, doch dann beginnen die Leute um sie herum zu sterben.
Irgendwann ist die Neugier stärker und sie entlässt ein gefährliches Virus in die Welt. White Horse. So genannt nach dem Pferd des 1. Apokalyptischen Reiters. Das Virus tötet 90% der Bevölkerung und von den überlebenden verwandeln sich 5% in Mutanten. Als Zoe auch noch erfährt dass sie schwanger ist, verlässt sie ihre Wohnung und ihr Land und macht sich auf den Weg nach Griechenland um nach dem Vater ihres Babys zu suchen. Wird sie dort ankommen und finden was sie sucht? Wird ihr Kind überleben und gesund auf die Welt kommen?
Ganz ehrlich? Ich fand das Buch total langweilig. Das Augenmerk liegt in diesem Roman nicht in der Spannung sondern hier spielen die Gefühle von Zoe die Hauptrolle. Es geht fast nur um ihr Empfinden, ihre Angst, ihr Leid und ihre Träume. Auch ist sie die einzige Person in diesem Roman die eine gewisse Tiefe aufweist. Alle anderen Figuren bleiben ziemlich blass und sind fast alle nur kurze Weggefährten. Auch die ständig wechselnde Zeit zwischen "Damals" und "Jetzt", können die Spannung nicht steigern.
Am Liebsten hätte ich das Buch kurz nach der Hälfte abgebrochen. Aber da man nur ein Buch beurteilen kann das man ganz gelesen hat, habe ich mich bis zum Ende durch gequält. Das Einzige, was mir gefallen hat, ist die düstere Stimmung die die Geschichte verbreitet. Außerdem fand ich es ziemlich unlogisch, dass Zoe ständig massenweise Leute trifft, wo doch nur noch 5% der Bevölkerung gesund und am Leben sind. "White Horse" ist der erste Teil einer Trilogie, aber die anderen beiden Teile werde ich mir sparen. Schade. Ich hatte wesentlich mehr von dem Buch erwartet. Ich vergebe 5 von 10 Punkten.
Mittwoch, 10. Oktober 2012
André Wegmann - Der Schrecken am See
Das frisch verliebte Pärchen Jana und Philipp machen Urlaub in einer Ferienwohnung am Alatsee. Sie möchten hier das zusammenleben proben um sich danach eine gemeinsame Wohnung zu suchen. Die Fahrt war anstrengend, dennoch schlägt Jana einen kurzen Spaziergang zum mythenumrankten See vor. Die Atmosphäre dort im Wald ist sehr unheimlich und plötzlich ertönt ein schreckliches Lachen aus der Dunkelheit. Die beiden rennen zurück zu ihrer Wohnung und verschließen die Tür. War da nicht eben noch jemand am Fenster? Innerhalb einer Nacht wird sich das Leben von Jana und Philipp grundlegend ändern.
Ganz herzlich möchte ich mich bei Herrn Wegmann für das eBook bedanken, das er mir kostenlos zur Verfügung gestellt hat.
Nachdem ich von André Wegmann schon Kutná Hora Kreaturen des Zorn gelesen hatte und davon so richtig begeistert war, freute ich mich jetzt schrecklich auf die Lektüre seines neuen Horrorromans. Und der Autor hat mich nicht enttäuscht. Wie ich es gerne mag, gibt es jede Menge Blut, Kampf, brutale Szenen und ein wenig Sex. Mit knappen Worten beschreibt Herr Wegmann das Grauen einer Nacht. Keine langweiligen Landschaftsbeschreibungen oder Seitenlange Dialoge stören die Spannung. Hier geht es Schlag auf Schlag. Ganz besonders gut hat mir gefallen, dass hier mal die Frau diejenige ist, die sich nicht unterkriegen lässt und kämpft bis zum letzten Atemzug. Kein kleines Dummchen, das zu doof ist ihre Handtasche zu öffnen ;o) Manches hätte ich mir sogar etwas ausführlicher gewünscht, z.b. die Geheimnisse um die es geht. Aber trotz der Kürze wird alles aufgelöst und es bleiben keine Fragen übrig.
Weiter so Herr Wegmann. Ich freue mich schon auf ihr nächstes Buch und vergebe für Blutwahn 9 von 10 Punkten.
Sonntag, 7. Oktober 2012
Julie Watson - Tochter der Schwäne
Deirdre wächst tief im Wald in einer kleinen Gemeinschaft auf. Sie wird heimlich zur Druidin ausgebildet und kann sich sehr gut mit den Seelen der Tiere verbinden. Als König Conor die junge Frau sieht, verliebt er sich unsterblich in sie, obwohl er sie nach ihrer Geburt in den Wald geschickt hatte, weil eine Prophezeiung besagt, dass Deirdre Conor zu Fall bringen wird und das Königreich Ulster danach untergeht.Deirdre weigert sich den alten König zu heiraten und flieht mit dem jungen Naisi und seinen beiden Brüdern. Die drei gehören zum Roten Zweig, den besten Kriegern des Königs. Da König Conor nicht aufgibt nach ihnen zu suchen müssen sie ihr geliebtes Irland verlassen und fliehen nach Schottland. Aber auch dort verliebt sich der König in die wunderschöne Deirdre, deren Herz aber nur Naisi gehört.
In „Tochter der Schwäne“ hat die Autorin Julie Watson die Legende um Deirdre und Naoise aus dem Ulster-Zyklus verarbeitet und ich finde, sie hat ihre Sache sehr gut gemacht.
Anfangs hatte ich Schwierigkeiten mit den keltischen Namen und ihrer Aussprache, aber ich gewöhnte mich doch ziemlich schnell daran. Besonders schön fand ich die Landschaftsbeschreibungen und die Gefühle und Emotionen der Protagonisten. Sowohl Deirdre als auch Naisi fühlen sich sehr mit den Tieren verbunden und ehren das Leben.
Die Charaktere der verschiedenen Personen sind sehr vielschichtig gestaltet. Da hat sich die Autorin wirklich sehr viel Mühe gegeben. Die Mischung aus Fantasy und Historie fand ich unglaublich gut gelungen und wenn Deirdre mit den Sidhe Zwiesprache gehalten hat konnte ich sie fast flüstern hören. Die Autorin bedient sich einer wunderschönen Sprache und versucht auch nicht mit aller Macht dem Buch ein Happy End zu verpassen. Das wäre meiner Meinung nach auch vollkommen unpassend gewesen. Was ich noch sehr positiv fand war, dass es kaum Schlacht- oder Kriegsszenen in dem Buch gibt. Somit ist es wohl eher etwas für Frauen. Einzig die Länge des Buches kann man bemängeln, das mit seinen 760 Seiten doch sehr üppig ausgefallen ist. Da hätte man gerne das Eine oder Andere kürzen können.
Alle die gerne Marion Zimmer Bradley lesen werden auch sicherlich an diesem Buch gefallen finden. Ich vergebe 8 von 10 Punkten für einen Roman der mich richtig verzaubert hat und der mich in einer Schlaflosen Nacht in eine andere Welt entführt hat.
Samstag, 6. Oktober 2012
Josephine Pennicott - Dornentöchter
Ein ganz großes Dankeschön an Amazon für dieses tolle Rezensionsexemplar,
das nicht nur durch das wunderschöne Cover, sondern auch durch seine
wundervolle Geschichte besticht.
Sadie hatte es in letzter Zeit nicht einfach. Erst die
Trennung von ihrem Mann Jack und dann noch der Tod ihrer geliebten Mutter
Marguerite. Um sich von diesen Tierfschlägen zu erholen, zieht die
Schriftstellerin und Journalistin mit ihrer Tochter Betty nach Tasmanien in das
kleine Fischerdorf Pencubitt. Dort steht Marguerites Elternhaus , das Poet´s
Cottage, das nun Sadie gehört.
Über Generationen hinweg haben schon immer Dichter und
Schriftsteller in dem wunderschönen Haus an der Küste gelebt und Sadie fühlt
sich sofort willkommen in den alten Räumen, die immer noch die Geschichte ihrer
Großmutter Pearl erzählen, die im Keller des Hauses auf brutalste Art getötet
wurde. Sadie möchte Pearls Geschichte
aufschreiben und hofft, ihre Tante Tomasina, die im Gartenhaus lebt, könne ihr
Dinge aus dem Leben der schillernden Kinderbuchautorin erzählen.
Außerdem hofft Sadie, dass sich ihre Tochter von ihrer
Magersucht erholt, wenn sie auf eine andere Schule geht und nicht mehr gemobbt
wird. Doch dann fühlen sich die beiden Frauen plötzlich beobachtet. Dinge
liegen nicht mehr da, wo sie sie hingelegt haben und aus dem Keller dringen
Geräusche und ein schrecklicher Gestank. Will jemand verhindern, dass Sadie
ständig in der Vergangenheit gräbt um mehr über den Mord an ihrer Großmutter
herauszubekommen?
Dornentöchter ist eins der schönsten Bücher, die ich in letzter
Zeit gelesen habe. Die Geschichte spielt in 2 Zeiten. Einmal bekommen wir
Sadies Geschichte im Hier und Jetzt erzählt und dann werden wir in das Jahr 1935/36
entführt um am schillernden Leben von Pearl teilzuhaben. Pearl war ein Freigeist,
der nichts auf Konventionen gab. Die Tat was ihre gefiel und auf niemanden
Rücksicht nahm. Nicht einmal auf Ehemann und Kinder. Die Leute im Dorf hassten
die junge Schriftstellerin, die hemmungslos mit jedem Mann flirtete.
Die Autorin hat es geschafft mich so in die Geschichte zu
verflechten, dass ich am Liebsten nicht mehr aus ihr aufgetaucht wäre. Mit
jeder Seite die ich gelesen hatte fühlte ich mich mehr mit den Figuren des
Buches verbunden, die alle wunderbar gezeichnet sind. Sie haben eine
unglaubliche Tiefe, vor allem Pearl mit ihrem schrecklichen Charakter. Durch
den Wechsel der Zeiten blieb das Buch für mich konstant spannend.
Die Landschaftsbeschreibungen des kleinen Dörfchens, die
so sehr an ein Dorf im englischen Cornwall erinnern, erweckten in mir den
Wunsch meine Koffer zu packen und in diese wundervolle Gegend zu ziehen, in der
man zu jeder Zeit des Tages das Rauschen des Meeres hören kann. Die Intrigen
und Gemeinheiten des Romans hielten mich gefangen und ich war wirklich richtig
traurig, als ich auf der letzten Seite angelangt war. Das war ein Buch, wie für
mich geschrieben und es bekommt von mir 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus
und eine absolute Leseempfehlung.
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