Samstag, 20. Oktober 2012

Anja Fröhlich - Miss Krassikowski




Ein herzliches Dankeschön an die Verlagsgruppe Oettinger für dieses Rezensionsexemplar.
Paulina wohnt mit ihrer Mutter (die Chefin) und ihrer älteren Schwester Anastasia (die Vizechefin) in einem reinen Frauenhaushalt. Der einzige männliche Mitbewohner ist der Kater Herr Hund. Paulina fühlt sich zurückgesetzt und von Mutter und Schwester gegängelt. Die Beiden gehen shoppen, tauschen Klamotten und sie soll wie ein Mauerblümchen rumlaufen. Das wird auch nicht besser, als sich ihre Mutter ausgerechnet in Paulinas Lehrer, Herrn  Gottfried Hartkopf-Heiligenhaus, verliebt. In dieser Situation halten dann sogar die Schwestern zusammen. Als dann auch noch Herr Malottki, der steinreiche Herr aus dem Altersheim auftaucht, der sich in ihrer Mutter verliebt hat, ist das Chaos perfekt. 

Dieses Buch wird für Mädchen im Alter zwischen 11 und 14 Jahren empfohlen, somit gehöre ich ganz eindeutig nicht zur Zielgruppe. Trotzdem fand ich die Geschichte ziemlich witzig und denke, dass Mädchen im entsprechenden Alter begeistert sein werden. Es geht um die Probleme mit Mutter und Schwester, um Freundschaft und auch die erste Liebe. All das ist witzig verpackt in eine chaotische Geschichte. Der Schreibstil ist dem Alter gemäß einfach und schnell und flüssig zu lesen. Die Charaktere sind authentisch und ich denke, dass sich Mädchen gut mit Pauline identifizieren können. Auch die Probleme einer alleinerziehenden Mutter werden angesprochen, auch wenn Frau Krass ziemlich verrückte Ideen hat um Geld zu verdienen. Alles in allem ein lustiges Mädchenbuch, das sich schnell man zwischendurch lesen lässt. Ich vergebe 8 von 10 Punkten.

Freitag, 19. Oktober 2012

Tim Svart - Das Schloss




Der bekannte Fotograf Jonas hat die perfekte Lokation für sein neues Fotoshooting gefunden. Eine alte Schlossruine. Als er Vanessa kennenlernt, die ihm als Modell dienen soll machen sich die Beiden bei Vollmond auf den Weg zu der Ruine um die perfekten Fotos zu schießen. Aber nicht nur Jonas und Vanessa halten sich in dem unheimlichen Gemäuer auf. Auch Sandy und ihr Freund Ronnie sind dort und dann gibt es da noch die Brüder Kid und Adam, die sich dort auf ihre Weise mit der Einen oder anderen Frau vergnügen wollen. Dass das nicht jeder überleben wird, muss hier wohl nicht extra erwähnt werden.

Dieses Buch ist der Knaller. Hier stimmt einfach alles: es gibt tolle Charaktere, eine spannende Geschichte, einen richtig gut ausgearbeiteten Plot und einen super Schreibstil. Ich habe dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite genossen.  Es fängt schon sehr spannend an als man miterleben muss, wie eine junge Frau entführt wird. Ihre Entführer sind total irre Psychos und das schlimmste ist, dass man es ihnen eigentlich überhaupt nicht anmerkt bis es zu spät ist. Dazu kommt die unheimliche Atmosphäre des Schlosses, die Angst um die Opfer, eine ausreichende Menge Blut und auch eine gute Dosis Sex. Trotzdem finde ich die Geschichte nicht übertrieben brutal oder splattermäßig. Der Autor bewegt sich in seinen Beschreibungen der Verbrechen immer in einem vertretbaren Rahmen, so dass auch Leser die keinen Magen aus Zement besitzen mit diesem Roman gut bedient sind.

Was mir immer wieder sehr gut gefällt ist, dass es in den meisten Horrorromanen keine seitenlangen Beschreibungen gibt, sondern alles direkt auf den Punkt gebracht wird. So kann überhaupt keine Langeweile beim Leser aufkommen, da er von einem Ereignis zum nächsten geworfen wird. So ist es auch bei „Das Schloss“ das ich als eine Mischung zwischen Horror und Thriller sehe. Und da wir immer abwechselnd mit den verschiedenen Personen konfrontiert werden, bleibt die Spannung auch immer gleich hoch. Gemeiner Weise endet fast jedes Kapitel mit einem ganz fiesen Cliffhanger, so dass man das Buch praktisch gar nicht mehr aus der Hand legen kann.
Und als kleines Schmankerl gibt es am Ende des Buches noch die Kurzgeschichte „Entdeckungen“ in der wir erfahren wie das Schloss zum Mittelpunkt dieser Geschichte werden konnte. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung und volle 10 von 10 Punkten. Danke Tim, dass du diese Geschichte geschrieben hast. Ich hätte gerne viel mehr davon. 

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Sönke Hansen - Roadkill (Eine Zombie-Novelle)









Der arbeitslose Dave ist ein Loser. Den ganzen Tag hängt er in seiner Wohnung ab und hätte er nicht seinen Freund Jesper, der ihn regelmäßig besucht, hätte er wohl gar keinen Kontakt mehr zur Außenwelt. Als Jesper mal wieder zu Besuch ist klingelt es an der Tür. Dave geht nach unten auf die Straße und steht mitten in der Hölle. Die Menschen sind verrückt geworden, fallen übereinander her und zerfleischen sich. Kurz bevor es Dave und Jesper an den Kragen geht werden sie von einem Trupp Soldaten gerettet, die sie mitnehmen. Eine blutige Reise durch Deutschland beginnt, die das ganze Grauen offenbart. Überall lauern Zombies, es gibt kaum noch ein Entrinnen. Und dann entpuppen sich die Soldaten auch noch als Nazis. Gibt es den Militärstützpunkt In Rügen wirklich? Werden die Freunde dort Hilfe bekommen?

Mit Roadkill ist Sönke Hansen ein temporeicher und spannender Roadtrip gelungen der seinesgleichen sucht. Man wird sofort mitten ins Geschehen geworfen und kommt praktisch nicht mehr zum Luft holen, denn es geht Schlag auf Schlag. Dabei ist diese bedrückende und blutige Story auch noch mit einer Priese schwarzem Humor gewürzt, der mir besonders gut gefallen hat. Ab und zu habe ich mich gefragt wer hier die wahren Monster sind: die Zombies oder diese Nazitypen. Ich denke, dass das vom Autor beabsichtigt war. Man sollte sich auf keinen Fall von den wenigen Seiten in die Irre führen lassen, denn diese Geschichte hat alles was eine gute Novelle ausmacht. Bis hin zum, in meinen Augen, absolut geglücktem Ende, das gar nicht anders hätte sein dürfen. Der Schreibstil des Autors ist locker, flockig und leicht und schnell zu lesen. Die Beschreibungen fallen sehr knapp aus, was mir absolut entgegenkommt, denn mit seitenlangen Landschaftsbeschreibungen kann ich bei einem Horrorroman nichts anfangen.  Von mir gibt es volle 10 von 10 Punkten und eine absolute Leseempfehlung für alle Horrorfreunde mit stabilem Magen. Ich hoffe, wir bekommen noch viel mehr von diesem Autor zu lesen. Mich würde es jedenfalls freuen. 

Ronald Malfi - Die Treppe im See





Der Horrorschriftsteller Travis Glasgow zieht mit seiner Frau Jodie in eine idyllische Kleinstadt in der auch sein älterer Bruder Adam wohnt.  Das Haus war für einen Spottpreis zu haben, denn nachdem der Sohn der  Dentmans  starb, wollten sie es nur noch los haben.  Travis hofft hier mitten in der Natur seine Schreibblockade zu überwinden und mit seiner Vergangenheit abzuschließen, denn er fühlt sich verantwortlich für den Tod seines kleinen Bruders, der damals erst 10 Jahre alt war, als er starb. Der See hinter dem Haus scheint ihn magisch anzuziehen. Hat das etwas mit dem Tod des kleinen Elijahs zu tun, der in diesem See ertrank? Seine Leiche wurde nie gefunden. Und auch mit dem Haus stimmt irgendetwas nicht. In der Nacht hört Travis Schritte von nackten Füßen im Haus, die Kellertür geht auf und zu und Stimmen wispern in der Nacht. Bildet Trevis sich das alles ein oder möchte ihm Elijahs Geist etwas mitteilen?

Der Ich-Erzähler Travis erzählt seine Geschichte und lässt uns so an seiner Gedankenwelt und seinen Gefühlen teil haben. Er leidet unglaublich unter dem Tod seines Bruders Kyle und hatte immer wieder Depressionen und auch einen Nervenzusammenbruch. Hier in der Nähe seines älteren Bruders erhofft er sich, sich wieder mit Adam auszusöhnen, mit dem er vor Jahren im Streit auseinanderging. Wir erleben den Einzug von Trevis und Jolie mit, wir hören in der Nacht die Geräusche im Haus, wir fühlen mit ihm die Kälte und sehen die kleinen Fußabdrücke im Keller. Doch trotzdem habe ich mich nicht gegruselt. Das lag wahrscheinlich daran, dass auch Trevis diese Phänomene ziemlich gelassen hingenommen hat. Er schien auch nie wirklich Angst zu haben und so blieb auch ich als Leser sehr gelassen. Das nimmt aber dem Buch keineswegs die Spannung, denn man liest Seite um Seite um endlich zu erfahren was in diesem Haus passiert ist.

Der Schreibstil von Ronald Malfi ist einfach großartig. Er versteht es in einfachen Sätzen die Personen, die Handlung und die Landschaft vor dem geistigen Auge des Lesers entstehen zu lassen. Man läuft mit dem Ehepaar Glasgow durch das alte Haus und hört die Holzbohlen knirschen. Das Buch ist wirklich sehr gut gelungen, auch wenn bei mir kein Gänsehautfeeling aufkam. Es punktet mit düsterer Atmosphäre und kommt ganz ohne Literweise Blut und Gedärm aus. Ein absolutes muss für alle Horrorfans. Ich vergebe 9 von 10 Punkten. 


Freitag, 12. Oktober 2012

Alex Adams - White Horse


Als erstes möchte ich mich ganz herzlich bei Amazon  für das Rezensionsexemplar bedanken.

Nachdem Zoes Freund bei einem Autounfall ums Leben gekommen war, arbeitet sie als Putzfrau bei Pope Pharmaceuticals um nicht mehr groß nachdenken zu müssen und den Kopf frei zu bekommen. Als sie eines Tages in ihre gut gesicherte Wohnung zurück kommt, steht ein verschlossenes Gefäß auf dem Tisch im Wohnzimmer. Es ist ein Krug aus Keramik, der sehr alt wirkt. Nichts deutet auf seinen Inhalt hin. Lange wehrt sich Zoe dagegen, dieses Gefäß zu öffnen, doch dann beginnen die Leute um sie herum zu sterben.

Irgendwann ist die Neugier stärker und sie entlässt ein gefährliches Virus in die Welt. White Horse. So genannt nach dem Pferd des 1. Apokalyptischen Reiters. Das Virus tötet 90% der Bevölkerung und von den überlebenden verwandeln sich 5% in Mutanten. Als Zoe auch noch erfährt dass sie schwanger ist, verlässt sie ihre Wohnung und ihr Land und macht sich auf den Weg nach Griechenland um nach dem Vater ihres Babys zu suchen. Wird sie dort ankommen und finden was sie sucht? Wird ihr Kind überleben und gesund auf die Welt kommen?

Ganz ehrlich? Ich fand das Buch total langweilig. Das Augenmerk liegt in diesem Roman nicht in der Spannung sondern hier spielen die Gefühle von Zoe die Hauptrolle. Es geht fast nur um ihr Empfinden, ihre Angst, ihr Leid und ihre Träume. Auch ist sie die einzige Person in diesem Roman die eine gewisse Tiefe aufweist. Alle anderen Figuren bleiben ziemlich blass und sind fast alle nur kurze Weggefährten. Auch die ständig wechselnde Zeit zwischen "Damals" und "Jetzt", können die Spannung nicht steigern.

Am Liebsten hätte ich das Buch kurz nach der Hälfte abgebrochen. Aber da man nur ein Buch beurteilen kann das man ganz gelesen hat, habe ich mich bis zum Ende durch gequält. Das Einzige, was mir gefallen hat, ist die düstere Stimmung die die Geschichte verbreitet. Außerdem fand ich es ziemlich unlogisch, dass Zoe ständig massenweise Leute trifft, wo doch nur noch 5% der Bevölkerung gesund und am Leben sind. "White Horse" ist der erste Teil einer Trilogie, aber die anderen beiden Teile werde ich mir sparen. Schade. Ich hatte wesentlich mehr von dem Buch erwartet. Ich vergebe 5 von 10 Punkten.


Mittwoch, 10. Oktober 2012

André Wegmann - Der Schrecken am See



Das frisch verliebte Pärchen Jana und Philipp machen Urlaub in einer Ferienwohnung am Alatsee. Sie möchten hier das zusammenleben proben um sich danach eine gemeinsame Wohnung zu suchen. Die Fahrt war anstrengend, dennoch schlägt Jana einen kurzen Spaziergang zum mythenumrankten See vor.  Die Atmosphäre dort im Wald ist sehr unheimlich und plötzlich ertönt ein schreckliches Lachen aus der Dunkelheit. Die beiden rennen zurück zu ihrer Wohnung und verschließen die Tür. War da nicht eben noch  jemand am Fenster? Innerhalb einer Nacht wird sich das Leben von Jana und Philipp grundlegend ändern.

Ganz herzlich möchte ich mich bei Herrn Wegmann für das eBook bedanken, das er mir kostenlos zur Verfügung gestellt hat.
Nachdem ich von André Wegmann schon Kutná Hora Kreaturen des Zorn gelesen hatte und davon so richtig begeistert war, freute ich mich jetzt schrecklich auf die Lektüre seines neuen Horrorromans. Und der Autor hat mich nicht enttäuscht. Wie ich es gerne mag, gibt es jede Menge Blut, Kampf, brutale Szenen und ein wenig Sex. Mit knappen Worten beschreibt Herr Wegmann das Grauen einer Nacht. Keine langweiligen Landschaftsbeschreibungen oder Seitenlange Dialoge stören die Spannung. Hier geht es Schlag auf Schlag. Ganz besonders gut hat mir gefallen, dass hier mal die Frau diejenige ist, die sich nicht unterkriegen lässt und kämpft bis zum letzten Atemzug. Kein kleines Dummchen, das zu doof ist ihre Handtasche zu öffnen ;o) Manches hätte ich mir sogar etwas ausführlicher gewünscht, z.b. die Geheimnisse um die es geht. Aber trotz der Kürze wird alles aufgelöst und es bleiben keine Fragen übrig.

Weiter so Herr Wegmann. Ich freue mich schon auf ihr nächstes Buch und vergebe für Blutwahn 9 von 10 Punkten.



Sonntag, 7. Oktober 2012

Julie Watson - Tochter der Schwäne


Deirdre wächst tief im Wald in einer kleinen Gemeinschaft auf. Sie wird heimlich zur Druidin ausgebildet und kann sich sehr gut mit den Seelen der Tiere verbinden. Als König Conor die junge Frau sieht, verliebt er sich unsterblich in sie, obwohl er sie nach ihrer Geburt in den Wald geschickt hatte, weil eine Prophezeiung besagt, dass Deirdre Conor zu Fall bringen wird und das Königreich Ulster danach untergeht.Deirdre weigert sich den alten König zu heiraten und flieht mit dem jungen Naisi und seinen beiden Brüdern. Die drei gehören zum Roten Zweig, den besten Kriegern des Königs. Da König Conor nicht aufgibt nach ihnen zu suchen müssen sie ihr geliebtes Irland verlassen und fliehen nach Schottland. Aber auch dort verliebt sich der König in die wunderschöne Deirdre, deren Herz aber nur Naisi gehört.

In „Tochter der Schwäne“ hat die Autorin Julie Watson die Legende um Deirdre und Naoise aus dem Ulster-Zyklus verarbeitet und ich finde, sie hat ihre Sache sehr gut gemacht.

Anfangs hatte ich Schwierigkeiten mit den keltischen Namen und ihrer Aussprache, aber ich gewöhnte mich doch ziemlich schnell daran. Besonders schön fand ich die Landschaftsbeschreibungen und die Gefühle und Emotionen der Protagonisten. Sowohl Deirdre als auch Naisi fühlen sich sehr mit den Tieren verbunden und ehren das Leben.

Die Charaktere der verschiedenen Personen sind sehr vielschichtig gestaltet. Da hat sich die Autorin wirklich sehr viel Mühe gegeben. Die Mischung aus Fantasy und Historie fand ich unglaublich gut gelungen und wenn Deirdre mit den Sidhe Zwiesprache gehalten hat konnte ich sie fast flüstern hören. Die Autorin bedient sich einer wunderschönen Sprache und versucht auch nicht mit aller Macht dem Buch ein Happy End zu verpassen. Das wäre meiner Meinung nach auch vollkommen unpassend gewesen. Was ich noch sehr positiv fand war, dass es kaum Schlacht- oder Kriegsszenen in dem Buch gibt. Somit ist es wohl eher etwas für Frauen. Einzig die Länge des Buches kann man bemängeln, das mit seinen 760 Seiten doch sehr üppig ausgefallen ist. Da hätte man gerne das Eine oder Andere kürzen können.

Alle die gerne Marion Zimmer Bradley lesen werden auch sicherlich an diesem Buch gefallen finden. Ich vergebe 8 von 10 Punkten für einen Roman der mich richtig verzaubert hat und der mich in einer Schlaflosen Nacht in eine andere Welt entführt hat.

Samstag, 6. Oktober 2012

Josephine Pennicott - Dornentöchter




Ein ganz großes Dankeschön an Amazon für dieses tolle Rezensionsexemplar, das nicht nur durch das wunderschöne Cover, sondern auch durch seine wundervolle Geschichte besticht.

Sadie hatte es in letzter Zeit nicht einfach. Erst die Trennung von ihrem Mann Jack und dann noch der Tod ihrer geliebten Mutter Marguerite. Um sich von diesen Tierfschlägen zu erholen, zieht die Schriftstellerin und Journalistin mit ihrer Tochter Betty nach Tasmanien in das kleine Fischerdorf Pencubitt. Dort steht Marguerites Elternhaus , das Poet´s Cottage, das nun Sadie gehört.

Über Generationen hinweg haben schon immer Dichter und Schriftsteller in dem wunderschönen Haus an der Küste gelebt und Sadie fühlt sich sofort willkommen in den alten Räumen, die immer noch die Geschichte ihrer Großmutter Pearl erzählen, die im Keller des Hauses auf brutalste Art getötet wurde.  Sadie möchte Pearls Geschichte aufschreiben und hofft, ihre Tante Tomasina, die im Gartenhaus lebt, könne ihr Dinge aus dem Leben der schillernden Kinderbuchautorin erzählen.

Außerdem hofft Sadie, dass sich ihre Tochter von ihrer Magersucht erholt, wenn sie auf eine andere Schule geht und nicht mehr gemobbt wird. Doch dann fühlen sich die beiden Frauen plötzlich beobachtet. Dinge liegen nicht mehr da, wo sie sie hingelegt haben und aus dem Keller dringen Geräusche und ein schrecklicher Gestank. Will jemand verhindern, dass Sadie ständig in der Vergangenheit gräbt um mehr über den Mord an ihrer Großmutter herauszubekommen?

Dornentöchter ist eins der schönsten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Die Geschichte spielt in 2 Zeiten. Einmal bekommen wir Sadies Geschichte im Hier und Jetzt erzählt und dann werden wir in das Jahr 1935/36 entführt um am schillernden Leben von Pearl teilzuhaben. Pearl war ein Freigeist, der nichts auf Konventionen gab. Die Tat was ihre gefiel und auf niemanden Rücksicht nahm. Nicht einmal auf Ehemann und Kinder. Die Leute im Dorf hassten die junge Schriftstellerin, die hemmungslos mit jedem Mann flirtete.

Die Autorin hat es geschafft mich so in die Geschichte zu verflechten, dass ich am Liebsten nicht mehr aus ihr aufgetaucht wäre. Mit jeder Seite die ich gelesen hatte fühlte ich mich mehr mit den Figuren des Buches verbunden, die alle wunderbar gezeichnet sind. Sie haben eine unglaubliche Tiefe, vor allem Pearl mit ihrem schrecklichen Charakter. Durch den Wechsel der Zeiten blieb das Buch für mich konstant spannend.

Die Landschaftsbeschreibungen des kleinen Dörfchens, die so sehr an ein Dorf im englischen Cornwall erinnern, erweckten in mir den Wunsch meine Koffer zu packen und in diese wundervolle Gegend zu ziehen, in der man zu jeder Zeit des Tages das Rauschen des Meeres hören kann. Die Intrigen und Gemeinheiten des Romans hielten mich gefangen und ich war wirklich richtig traurig, als ich auf der letzten Seite angelangt war. Das war ein Buch, wie für mich geschrieben und es bekommt von mir 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung.