Samstag, 29. September 2012

Sina Beerwald - Hypnose



Vielen herzlichen Dank an Sina Beerwald und den Heyne-Verlag für dieses tolle Rezensionsexemplar.

Nach der Totgeburt ihres Sohnes Jonas zieht sich Inka ganz in ihr Schneckenhaus zurück. Sie hat keine Freude mehr am Leben und kann nicht verstehen, warum sie sich so gut wie gar nicht an die Geburt und die darauf folgenden Tage erinnern kann. Hat sie alles verdrängt um ihr Leben einigermaßen weiterleben zu können? Sie beschließt eine Hypnosetherapie zu machen und die scheint wirklich ein wenig zu helfen. Nach einem halben Jahr lädt sie endlich wieder ihre Freunde zu sich ein. Doch der Tag endet tragisch. Ihre Freundin Annabel tötet ihren Freund Jannis, kurz nachdem die beiden wieder zu Hause sind. Inka kann nicht glauben, dass ihre beste Freundin zu so etwas in der Lage ist. Hat sie die Tat unter Hypnose begangen? Das wäre die einzige mögliche Erklärung für Inka, da Annabel sich auch einer Hypnosetherapie unterzogen hatte. Sie fängt an nachzuforschen und plötzlich ist nichts mehr so wie es sein sollte. Und was ist plötzlich mit ihrem Mann Peter los? Warum ist er ständig unerreichbar?


"Hypnose" ist Sina Beerwalds erster Psychothriller, aber das merkt man überhaupt nicht. Die Story fängt spannend an und der Spannungsbogen hält sich durchgehend bis zum Schluss. Ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen und war ganz gefangen in der Handlung. Das Thema Hypnose ist ja den meisten Menschen nicht ganz geheuer und die Autorin hat es geschafft, dieses ungute Gefühl noch zu vertiefen. Die Charaktere sind größtenteils sehr gut gezeichnet. Manche sind sehr sympathisch, anderen würde man am Liebsten den Hals umdrehen. Inka kann einem nur leid tun. Der Verlust ihres Babys macht ihr so schwer zu schaffen, dass sie keine Freude mehr am Leben hat. Ich als Mutter kann das sehr gut verstehen, wie die meisten Frauen, denn das eigene Kind zu verlieren ist für mich das schlimmste, das passieren könnte. Ihr Mann Peter möchte nicht über den Verlust sprechen, ihre Freundin hat sich zurückgezogen und so steht sie ziemlich alleine mit ihrem Schmerz da. Von der Hypnose verspricht sie sich sehr viel. Aber gleichzeitig hat sie auch ein unangenehmes Gefühl. Tut sie das Richtige? Und dann, gerade als es ihr ein wenig besser geht, passiert dieser Mord. Begangen von ihrer besten Freundin. Das Buch hat mich stellenweise richtig erschüttert. Ich konnte mich sehr gut in Inka hineinversetzen und die Handlung zog wie ein Film an mir vorbei. Nun warte ich ganz gespannt auf den nächsten Thriller der Autorin und hoffe, dass der mich genauso fesseln kann.

Ich vergebe 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung. 



Donnerstag, 27. September 2012

Award

Gerade hat mein Blog einen Award von der lieben Silke verliehen bekommen. Ich habe mich richtig doll darüber gefreut. 


 
Und da man ihn an 5 junge Blogs weitergeben soll, werde ich das jetzt mal tun:


Das sind die Regeln:



Die Bedingungen:
- Postet den Award auf eurem Blog
- Verlinkt den Nominator als kleines Dankeschön
- Gebt ihn an 5 Blogger weiter
- Der Blog darf nicht mehr als 200 Leser haben
- Schreibe diese Regeln auch auf deinen Blog

Und ich gebe den Award gerne weiter an:

So macht das Bloggen doch erst richtig Spaß! :-)

Mittwoch, 26. September 2012

Nele Neuhaus - Wer wind sät






Das Ermittlerteam wird zu der Firma WindPro gerufen. Über das Wochenende hat der Nachtwächter der Firma tot in dem Bürogebäude gelegen. Da es allem Anschein nach Mord war, fangen die beiden Polizisten an zu ermitteln. Kurze Zeit später gibt es wieder eine Leiche. Der Bauer Hirtreiter und sein Hund wurden erschossen. Haben seine Kinder etwas damit zu tun? Denn Hirtreiter hatte sich geweigert eine seiner Wiesen zu verkaufen, für die ihm die Firma WindPro 3 Millionen Euro zahlen wollte. Seine 2 Söhne und die Tochter sind außer sich, als sie davon erfahren, denn sie bräuchten das Geld dringend. Oder hat der Mord etwas mit der Bürgerinitiative und den geplanten Bau eines Windparks mitten im Taunus zu tun? Wie steckt Theissen dahinter, der Chef der WindPro und was hat die Bürgerinitiative damit zu tun?

Wie üblich bei Nele Neuhaus gibt es wieder jede Menge Verdächtiger. Da sind nicht nur Theissen und seine Mitarbeiter, sondern auch noch Jannis und Ricky, die für die Bürgerinitiative tätig sind, genauso wie Bodensteins Vater. Und wie passt Nika in dieses Spiel, die bei dem Pärchen lebt und in Rickys Tierladen mitarbeitet? Was hat Bodensteins Vater mit der Sache zu tun? War doch der Erschossene sein bester Freund. Die beiden Ermittler kommen keinen Schritt weiter. Da ist es auch nicht besonders Hilfreich, dass sich Oliver von Bodenstein in eine der Verdächtigen verliebt.

In dieser Folge wird Bodensteins Lack ziemlich angekratzt. Statt Pia bei den Ermittlungen zu helfen, hat er nur noch diese Frau im Kopf. Das macht ihn irgendwie noch menschlicher, auch wenn ich mir den souveränen Oliver zurück gewünscht hatte. Auch Pia ist einige male ungerecht und fährt auch mal aus der Haut. Insgesamt hat mir das Team wieder sehr gut gefallen. Außerdem bekommt das K11 einen neuen Mitarbeiter, der sehr sympathisch rüber kommt. 

Die Rückblenden die Frau Neuhaus immer wieder zwischen die Kapitel geschoben hat hielten die Spannung konstant hoch. Das Thema fand ich sehr interessant, ist doch die Klimaerwärmung in aller Munde. Was, wenn das alles nur eine Lüge wäre? Außerdem hat der neue Kollege frischen Wind ins Team gebracht. Für mich war das bisher der Beste Fall für das Team um Bodenstein und Kirchhoff, den ich wie schon die Teile zuvor, wieder in einer sehr netten und lustigen Leserunde gelesen habe. Ich bedanke mich ganz herzlich bei meinen Mitleserinnen für die tolle Zeit. Gespannt warten wir jetzt auf den 6. Teil, den wir auch wieder gemeinsam lesen werden. Wir können es kaum noch erwarten. Danke Frau Neuhaus für diese tolle Reihe. Ich vergebe 10 von 10 Punkten
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Dienstag, 25. September 2012

Derek Meister - Knochenwald



Ein großes Dankeschön an blanvalet für das Rezensionsexemplar dieses tollen historischen Krimis.

Der in Lübeck lebende Rungholt hat sich  nach München aufgemacht. Dort werden für kurze Zeit besondere Reliquien ausgestellt, zu denen er um Vergebung seiner Sünden beten möchte. Doch er ist nicht der einzige Pilger, der diese Idee hatte und so ist die Stadt regelrecht mit Bittstellern überfüllt. Nachdem Rungholt in einer Kirche einen Tobsuchtsanfall hatte, wird er des Gotteshauses verwiesen und hat so nicht die Möglichkeit dort zu beten. Als der Goldschmied der Stadt an ihn herantritt und ihn bittet seine verschwundene Frau zu suchen, die eine Freundin von Rungholts Tochter ist, stimmt er zu, denn der Goldschmied verspricht ihm dafür, dass er ungestört zu den Reliquien beten kann. Ihm zur Seite steht sein Freund Käpitan Marek, der ihn bei der Suche unterstützt. So kommen sie in die Wälder vor den Toren Münchens und haben es plötzlich mit Alchemisten, schwarzer Magie und bösen Geistern zu tun.

Knochenwald ist der 3.Roman um den cholerischen Rungholt, aber für mich war es der Erste. Das hat aber nicht weiter gestört und ich konnte der Geschichte gut folgen. Rungholt ist ein echtes Original. Jähzornig und aufbrausend ist er gutem fetten Essen und zwei oder drei Bier nicht abgelehnt. Das macht sich gesundheitlich bemerkbar und so ist der Gute nicht immer so ganz auf der Höhe. Derek Meister hat hier einen gut recherchierten historischen Krimi geschrieben, der mir einfach Spaß gemacht hat. Die Benutzung alter und längst vergessener Ausdrücke fand ich richtig klasse. Die Beschreibungen waren so farbenfroh und plastisch, dass ich alles vor meinen Augen sehen konnte. Das Thema war nicht ganz so meins, kann ich doch so religiöse Fanatiker weder verstehen noch gut heißen. Aber da kann der Autor ja nichts dafür. Ansonsten war der Plot gut durchdacht und sehr spannend. Der Schreibstil ist flüssig und sehr gut und schnell zu lesen. Ein tolles Leseerlebnis für das ich 8 von 10 Punkten vergebe. Liebhaber historischer Krimis sollten sich diese Reihe nicht entgehen lassen.



Montag, 24. September 2012

Katja Piel - THE HUNTER Staffel 1 Episode 1 - 6






Ein herzliches Danke schön an Katja Piel, dass sie so eine tolle Reihe geschrieben hat, an dotbooks.de, die die eBooks zur Verfügung gestellt haben und an LovelyBooks, für das organisieren der Leserunde.

Medina hatte es nicht leicht in ihrem bisherigen Leben. Mit Acht Jahren musste sie mit ansehen, wie ihre geliebte  Grandma und ihr älterer Bruder Ross getötet wurden. Danach kam sie von einem Pflegeheim ins nächste, wurde von Pflegefamilie zu Pflegefamilie herumgereicht. Dort musste sie schreckliche Dinge über sich ergehen lassen. 12 Jahre später lässt Medina niemanden mehr an sich heran. Ist innerlich wie tot und dabei sieht sie so toll aus, dass jeder Mann sich nach ihr umdreht. Zu dieser Zeit möchte sie mehr über den Tod ihrer einzigen Verwandten erfahren. Sie überredet  das Weichei Alex, den sie erst kurz zuvor kennen gelernt hatte, mit ihr nach San Bernardino zu fahren. Dort erfährt sie, dass ihre Grandma eine Jägerin des Übernatürlichen war und tritt in ihre Fußstapfen. Gemeinsam mit Alex tritt sie den Kampf gegen Vampire, Werwölfe, Hexen und andere Monster an. 

Das erste das mir beim Lesen aufgefallen ist war, wie cool Medina doch ist. Äußerlich wirkt sie kaltherzig und abweisend, mit ihrer Schnodderschnauze, die sagt, was ihr gerade in den Sinn kommt. Aber man merkt, dass sie sich doch nach einer Schulter zum Anlehnen sehnt, gerne mal in den Arm genommen werden möchte, aber das gesteht sie sich selbst nicht ein. Ihrer Meinung nach ist alles was sie von einem Mann braucht Sex und sonst nichts. Da sind mit dem Weichei Alex allerlei Probleme vorprogrammiert, denn der dackelt ihr hinterher wie ein junger Hund. 

Die sechs Episoden in dem Sammelband waren leider viel zu schnell gelesen und ich kann es kaum erwarten, bis die Reihe fortgesetzt wird. Der Schreibstil ist leicht, flüssig und schnell zu lesen. Ganz ohne Schörkel und unnötigen Beschreibungen. Ab und an hätte ich mir schon manche Szene etwas ausführlicher gewünscht, aber da es sich um Kurzgeschichten handelt, musste Frau Piel alles überflüssige weglassen und sich kurz fassen. Dennoch hat sie wunderbare und einzigartige Charaktere erschaffen über die ich noch viel mehr erfahren möchte. Die taffe Medina ist mir schrecklich sympathisch und hat mich ständig schmunzen lassen. Sie hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen und steht immer wieder ihren Mann. Ihre Fälle sind spannend und der Plot gut ausgearbeitet, Die verschiedenen Episoden fügen sich zu einem tollen Gesamtbild zusammen.

Alex verändert sich im Laufe der Geschichte durch unvorhergesehene Ereignisse. Die verrate ich aber hier nicht, da müsst ihr die Reihe schon selbst lesen. Und dann gibt es da noch Ross über den ich aber auch nichts erzählen werde. Ich kann euch nur empfehlen, diese Reihe selbst zu lesen, denn ich habe mich köstlich amüsiert. Deshalb vergebe ich auch volle 10 von 10 Punkten.

Außerdem bedanke ich mich noch einmal ganz herzlich bei Katja Piel dafür, dass sie alle unsere Fragen während der Leserunde beantwortet hat und  auch so einiges aus dem Nähkästchen geplaudert hat. Es hat sehr viel Spaß gemacht gemacht und ich werde jede Folge lesen, die jetzt noch erscheint.


Donnerstag, 20. September 2012

Brett McBean - Die Bestien


Ein ganz großes Dankeschön an den Festa-Verlag der mir dieses tolle Reziexemplar zur Verfügung gestellt hat. 

Nachdem Jim Clayton aus dem Gefängnis entlassen wurde, will er nur noch seine Freiheit genießen und keinen Ärger mehr bekommen. So macht er sich mit seinem Motorrad auf den Weg wohin die Straße ihn führt. Er möchte einen Zwischenstopp in Atlanta einlegen, denn er ist schrecklich müde, doch irgendwo muss er wohl falsch abgebogen sein, denn plötzlich steht er in dem kleinen Städtchen Billings Georgia mit gerade mal 1156 Einwohnern. Er macht sich auf die Suche nach einem Motel und kehrt in der einzigen Kneipe ein um nach einem Schlafplatz zu suchen. Freundlich wird er nicht gerade begrüßt und der Barmann gibt ihm den Tipp so schnell wie möglich weiter zufahren. Das will er auch tun, aber da hört er die Schreie eines Mädchens. Er stürmt in den Hinterhof uns sieht wie ein bulliger Kerl auf ein etwa 13jähriges Mädchen einschlägt. Er haut dem Typen eins über, was gar keine gute Idee war, denn er hat sich mit einem Polizisten angelegt. Jim wird gefangen genommen und zu einer Hütte gebracht, denn in Billings werden Gesetzesbrecher anders bestraft. Am Nächsten Tag bekommt er 10 Minuten Vorsprung und dann wird er durch die Berge gejagt. Und die Männer schießen scharf. 

Das ist aber nur ein Teil dieser tollen Geschichte. Der 2. Teil dreht sich um Craig Becker und wird ziemlich mystisch, denn der hat eine Seele zu verkaufen. 

"Die Bestien" hat mich total gefesselt und war so ganz anders als das erste Buch "Das Motel" das ich von Brett McBean gelesen habe. Hier kommt der Autor mit sehr wenig Sex aus, was ich richtig erfrischend fand. Aber es geht ziemlich brutal zu und genau das hatte ich von dem Buch auch erwartet. Beim Lesen flogen die Seiten gerade so an mir vorbei und ich fühlte mich einfach klasse unterhalten. Man erfährt von den Bewohnern der Stadt Billings, die aus Langeweile und Geltungssucht Jagden auf Menschen organisieren und wilde Partys in einer einsamen Hütte im Wald feiern, bei der so einiges an Blut fließt. Und dann ist da noch Craig, zu dem werde ich aber nichts erzählen. Das müsst ihr schon selbst lesen. Die Figuren des Buches fand ich allesamt klasse. Selbst die widerlichen Typen waren sehr gut ausgearbeitet und von ihrem Handeln überzeugt. Wer auf Blut und Splatter steht, wird dieses Buch lieben. Alle Anderen sollten die Finger davon lassen. Ich vergebe 10 von 10 Punkten für dieses spannende Buch.



Montag, 17. September 2012

Will Hill - Department 19 Die Mission



Ein ganz herzlichen Dankeschön an den Luebbe-Verlag der mir das Manuskript zur Verfügung gestellt und die tolle Leserunde organisiert hat. Es hat wieder sehr viel Spaß gemacht.

Es ist ein ganz normaler Tag für den 14jährigen Jamie, bis plötzlich sein Vater nach Hause stürmt, seine Familie im Wohnzimmer versammelt und befiehlt von den Fenstern wegzubleiben. Plötzlich sieht Jamie ein Gesicht im Fenster. Ein Mädchen mit roten Augen und Fangzähnen. Er denkt, er muss träumen. Als dann auf einmal lauter schwarz vermummt Gestalten im Garten erscheinen die seinen Vater erschießen wird es leider allzu schnell Realität und Jamies ganzes Leben verändert sich auf einen Schlag. Da sein Vater als Verräter gebrandmarkt wurde, der mit Terroristen zusammenarbeitete, müssen Jamie und seine Mum immer wieder umziehen um den Anfeindungen der Nachbarn und Klassenkameraden zu entgehen.

Jamie ist mittlerweile 16 als er in einem Park einschläft. Als er aufwacht sitzt das Mädchen vom Fenster neben ihm. Sie heißt Larissa, ist ein Vampir und soll ihn töten. Aber sie kann es nicht und so läuft Jamie so schnell nach Hause wir er nur kann. Dort sieht es aus als hätte eine Bombe eingeschlagen und seine Mutter ist verschwunden. Dann wird Jamie auch noch von einen großen Vampir angegriffen. Doch im letzten Moment wird die Haustür eingetreten und ein großer Kerl mit grünlicher Hautfarbe und zwei Bolzen im Hals rettet Jamie in letzter Sekunde das Leben. Der Typ stellt sich als Victor Frankenstein vor und Jamie denkt endgültig, dass er wohl den Verstand verloren hat. Frankenstein, Dracula, das sind doch nur Romane. Diese "Monster" existieren doch nicht wirklich. Doch Victor ist sehr real und bringt Jamie in eine geheime Basis, dem Department 19. Hier werden Agenten ausgebildet die unnatürliche Lebensformen verfolgen und jagen. Dort erfährt er auch, dass sein Vater einer dieser Agenten und Victor sein bester Freund war. Doch für Jamie gibt es im Moment nur ein Thema: Wo ist seine Mum? Wer hat sie entführt und was muss er tun um sie wieder zu finden.

Die ersten 125 Seiten des Manuskripts flogen geradezu durch meine Hände. Ich konnte mich kaum bremsen und dann eine ganze Woche zu warten bis wir weiter lesen durften war schon eine schlimme Folter. Da waren wir 30 Leser uns ganz schnell einig. Danach erfolgte leider ein kleiner Bruch. Das Buch entwickelte sich immer mehr zum Jugendbuch, obwohl es teilweise schon heftig zuging. Jamie reagierte oft unglaubwürdig und seine permanenten Wutausbrüche nervten mich schrecklich. Auch sonst wurde die Geschichte leider immer unlogischer und auch vorhersehbarer. Es gab kaum überraschende Situationen. Durch das einschieben historischer Rückblenden blieb das Buch aber durchweg spannend. Leider mutierte Jamie irgendwann zum Supermann, das kam bei mir überhaupt nicht gut an. Der Schreibstil was leicht und flüssig zu lesen und im großen und ganzen hat die Geschichte schon viel Spaß gemacht.

Es fällt mir sehr schwer das Buch zu bewerten. 7 Punkte sind eigentlich zu wenig und 8 zu viel. Aber da es keine 7,5 Punkte gibt, habe ich mich dann doch für 7 Punkte entschieden, weil es einfach zu viele unlogische Szenen gab.

Department 19 - Die Mission ist der erste Teil einer Reihe und ich denke, dass sich die Figuren im laufe der Reihe noch mehr entwickeln werden. Denn ein neuer Gegner wartet schon auf das Team.

Die Leserunde hat wieder sehr viel Spaß gemacht und es wurde sehr lebhaft diskutiert und spekuliert. Leider trafen wir mit unseren Vermutungen viel zu oft ins Schwarze. Trotzdem freue ich mich auf den 2. Teil der Reihe, denn es sind noch eine Fragen offen, die ich gerne beantwortet hätte.

Wer gerne Jugendbücher liest, wird von dem Buch begeistert sein. Man sollte einfach nicht zu viel Logik erwarten, dann ist es ein tolles und spannendes Buch.


Freitag, 14. September 2012

Jonathan Maberry - Lost Land Die erste Nacht



Ein herzliches Danke schön an Amazon, die mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Der Mensch kann etwas 40 Tage ohne Nahrung leben, etwas 2 Tage ohne Wasser, etwa 5 Minuten ohne Luft, aber nur eine Sekunde ohne Hoffnung. (Seite 287)

Lost Land erzählt die Geschichte des 15jährigen Benny Imura und seines Bruders Tom. Benny war gerade mal ein Jahr alt, als die erste Nacht losbrach. Die Nacht in der  plötzlich die Toten erwachten und als Zombies Jagd auf die Menschen machten. Dabei verloren die Brüder ihre Eltern. Seit dieser Zeit zieht der wesentlich ältere Tom seinen Bruder groß. Die Städte, die es noch gibt, sind mittlerweile eingezäunt und die meisten Menschen verlassen ihre Stadt niemals. Sie bleiben im Schutz der Zäune und wollen einfach vergessen, dass die Zombies existieren. Obwohl Tommy gut für Benny  sorgt hasst dieser seinen Bruder regelrecht, hält ihn für einen Feigling. Dabei ist Tom ein sehr angesehener Zombiejäger, der in der Stadt Mountainside sehr geschätzt wird. Doch Benny denkt, dass ein guter Zombiejäger so sein sollte wie Charlie Matthias und der Motor City Hammer, die ständig erzählen, wie sie Zombies geklatscht hätten, oder sie über den Haufen schossen. Das waren seinen Helden.

Da Benny 15 Jahre alt ist, muss er sich einen Job suchen, sonst werden seine Lebensmittelrationen gekürzt. Da er unbedingt einen coolen Job möchte, die sich aber allesamt als schrecklich herausstellen, bleibt ihm nichts anderes übrig, als ins Familiengeschäft einzusteigen. Nachdem er mit seinem Bruder die ersten Tage im Leichenland verbracht hat, in dem keinerlei Gesetze und Regeln gelten muss er seine Meinung über seinen Bruder ändern. Als er dann auch noch mit ansehen muss, wie die anderen Kopfgeldjäger arbeiten steht plötzlich seine ganze Welt Kopf.
Eines Nachts bricht ein Unwetter los, und der Zaun um Mountainside wird beschädigt. Zombies kommen in Stadt. Dieses Chaos nutzen eine Bande von Kopfgeljägern und entführen Bennys Freundin Nix und verschleppen sie ins Leichenland um den Brüdern eins auszuwischen. Eine Gnadenlose Jagd beginnt.

Puh. Was soll ich über dieses Buch sagen? Das hört sich ja alles erst mal super an und stellenweise war die Geschichte auch sehr spannend, aber eben nur stellenweise. Ich fand sie leider wenig überraschend und sehr vorhersehbar. Das schwierige Verhältnis zwischen den Brüdern wird gut beschrieben. Und Benny ändert sich im Laufe der Zeit von einem sehr unsympathischen Jungen zu einem verantwortungsvollen jungen Mann. Die Zombies werden hier mal ganz anders dargestellt, als Wesen, die einmal Menschen waren und die man mit Respekt behandeln sollte. Das gefiel mir sehr gut. Die Charaktere waren interessant und die beiden Brüder waren auch gut ausgearbeitet. Aber leider empfand ich das Buch stellenweise ein wenig zäh. Es wollte sich kein richtiger Lesefluss einstellen. Aber vielleicht ging es ja nur mir so und andere Leser sind absolut begeistert. Ich vergebe 7 von 10 Punkten.



Dienstag, 11. September 2012

Wolfgang Zickler - Der siebte Kristall




Ein ganz großes Dankeschön an safeline-media und Herrn Zickler, die mir dieses wundervolle Buch mit persönlicher Widmung, als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Basti lebt mit seinen Eltern auf dem Land. Außer Felder, Pferde, Schweine und Obstbäume haben sie auch noch einen gemütlichen Hofladen, in dem sie ihre Produkte verkaufen. Sie, das sind Bastis Mama Brigitte Hagenbeck, sein Vater Ludger, der niemals ein Fettnäpfchen auslässt, seine Schwester Melissa genannt Lissy die im Moment außer ihrer Freundin Mona nichts und niemanden leiden kann, am allerwenigsten ihren Bruder und die gute Seele der Familie, Oma Mertens. Und dann gibt es da noch Pepe und Floh, Bastians beste Freunde.


Kurz vor Bastis 12. Geburtstag trifft er auf einen alten Mann der ihm verrät, dass Basti eventuell der "Auserwählte" sein könnte, der als einziger das Traumreich vor den bösen Dämonen retten kann. Nachdem sich Basti zusammen mit seinen Freunden einigen Prüfungen gestellt hat, begeben sich die 3 ins Traumland. Und dort warten jede Menge Gefahren auf sie. Werden sie es schaffen, den Kristall der Seelen rechtzeitig auszutauschen? Oder ist die Traumwelt für immer an die Dämonen verloren?


"Der siebte Kristall" ist ein wundervoller All-Age-Roman, der einen in die Welt der Phantasie entführt. Eine Welt in der Werte wie Glaube, Freundschaft, Mitleid und Hilfsbereitschaft noch ganz groß geschrieben werden. Basti ist ein Kind, wie man es leider nur noch selten findet. Er glaubt an Gott, ist hilfsbereit und einfach ein lieber Kerl, der oft zuerst an seine Freunde denkt, und dann erst an sich selbst. Sein Freund Floh ist der kleine Einstein des Trios. Er ist spindeldürr und hat ein unglaubliches Wissen. Und dann ist da noch Pepe. Optisch genau das Gegenteil von Floh, gleicht er eher einem kleinen Fässchen und hat immer Angst die nächste Mahlzeit zu verpassen. Doch die drei halten zusammen wie Pech und Schwefel. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sie ihre Ängste überwinden und zusammen versuchen das Traumland zu retten.


Diese Geschichte ist etwas ganz besonderes. Trotz ihrer 634 Seiten bin ich geradezu durch das Buch geflogen und konnte es kaum noch aus der Hand legen. Das lag nicht nur an dem tollen Schreibstil, der so leicht und flüssig zu lesen war, sondern hautsächlich an den Figuren sind so liebevoll gestaltet wurden dass ich sehr gerne mit der ganzen Familie befreundet wäre. Das Traumland wurde von Herrn Zickler so phantastisch beschrieben, dass man am liebsten gleich ins Bett gehen möchte um davon zu träumen. Der Autor hat seiner Fantasie wirklich freien Lauf gelassen, denn es gibt nicht nur fliegende Teufelsrochen und Schneckentaxen, nein es gibt noch viel kuriosere Dinge, die ich aber nicht alle verraten möchte. Das Buch eignet sich wirklich für alle Altersklassen. Vom Erstklässler, der es sich vorlesen lässt bis hin zur Oma, die es vielleicht ihrem Enkel vorliest. Ja, ich bin begeistert. "Der siebte Kristall" war das schönste Buch, das ich in letzter Zeit lesen durfte. Abgerundet wird das Ganze von wundervollen bearbeiteten Fotografien die in die Geschichte eingefügt sind.

Von mir gibt es volle 10 Punkte, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung. Hoffentlich werden wir noch mehr von Wolfgang Zickler zu Lesen bekommen. 



Freitag, 7. September 2012

Vincent Voss - 172,3




172,3 Kilo. Genauso viel wiegt Viktor, als er sich entschließt, dass es so nicht weitergehen kann. Er war mit seiner Frau Larissa beim Picknick und schnaufte und stöhnte und konnte sich kaum mehr aufrichten, nachdem er ein Nickerchen gemacht hatte. Da schwor er sich abzunehmen, denn so langsam bekam er auch Angst, seine wunderschöne Frau zu verlieren. Er schließt einen Pakt, nicht wissend, dass er sich auf besonderem Boden befindet. Am nächsten Tag geht er zu den Weight Watchers und das Abnehmen klappte wie am Schnürchen. Nur seltsam, dass er sich seit seinem Schwur ständig beobachtet fühlt. Einmal sieht er dieses Wesen sogar und es ist einfach widerwärtig. Das neue Schuljahr beginnt und gleich bekommt der Berufsschullehrer Viktor Probleme mit 3 Auszubildenen. Einer davon war sogar wegen Körperverletzung vorbestraft und die ganze Klasse scheint Angst vor dem Trio zu haben. Als Viktor sich nichts von den Typen gefallen lässt, bedrohen sie sogar seine Tochter. Viktor ist außer sich vor Wut und wünscht einem der 3 den Tot. Er ist sehr überrascht als er am nächsten Morgen die Polizei im angegliederten Internat sieht und erfährt, dass es einen Unfall gegeben hat. Einen tödlichen Unfall.

Erst einmal muss ich sagen: Das Buch war einfach klasse und hat mich richtig gut unterhalten. Besonders erwähnen möchte ich noch die 12 tollen Illustrationen, die immer zu Beginn eines neuen Kapitels in das Buch eingefügt wurden. Auch beim eBook kam ich in den Genuß der tollen Zeichnungen.


Viktor ist zu Anfang ein ganz sympathischer Kerl, der einem auch schon mal leid tut, wenn er Schwabbel genannt wird, oder selbst so unglücklich über sein Gewicht ist. Doch im Laufe der Geschichte ändert sich sein Charakter komplett. Er wird immer zorniger und gemeiner. Auch zu seiner Frau Larissa, die bis dahin sehr glücklich mit ihrem Mann war. Alles dreht sich plötzlich nur noch um ihn und das Abnehmen. Die Story wird immer unheimlicher, als Viktor spürt, dass er verfolgt und beobachtet wird. Er kann das Böse förmlich spüren, es sich aber nicht erklären. Schnell eskaliert die ganze Sache und seine Familie muss schrecklich darunter leiden.


Der Schreibstil ist sehr flüssig, gut zu lesen und man möchte diesen Pageturner gar nicht mehr aus der Hand legen. Ein wenig gefehlt hat mir ein größerer Bezug zum Prolog und auch über Dani hätte ich am Ende gerne etwas mehr erfahren. darum gibt es 9 von 10 Punkten. Mit Spannung warte ich auf das nächste Buch von Vincent Voss und hoffe, dass er an diesen Roman anschließen kann. Einfach großartig und empfehlenswert für Freunde des Horror. 

 


Donnerstag, 6. September 2012

Fred Ink - Das Grauen in den Bergen



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Roderick Usher wurde gerade aus der Nervenheilanstalt entlassen, als er vom Chauffeur einer Limousine angesprochen wird. Dieser soll ihn zu seinem Arbeitgeber, einem Anwalt bringen. Verwirrt steigt Roderick ein und beim Anwalt angekommen erfährt er, dass er ein Millionenvermögen geerbt hat. Aber wie soll das gehen, wo der gute Mann doch ein Waisenkind ist und keinerlei Angehörige hat? Der Anwalt klärt ihn auf und stellt ihm auch die Bedingung die an dieses Erbe gekoppelt ist. Roderick ist fassungslos und macht sich auf den Weg in ein kleines Dorf in den Bergen, in dem er die im Testament gestellten Bedingungen erfüllen soll und wo ihn schon das Grauen erwartet.

Da ich ja im Moment total auf Horrorgeschichten abfahre, kam ich an diesem Büchlein absolut nicht vorbei. Es ist im Stile  alter Schauergeschichten geschrieben und hat mich von der erste Seite an begeistert. Der Name Usher passt genau, fühlt man sich doch an Edgar Allen Poes Geschichten erinnert. Roderick schreibt das ganze Geschehen in einem Brief an seine Frau und lässt uns so an der spannenden Geschichte teilhaben. In diesem Büchlein fließt nicht Literweise Blut, aber es strahlt eine Bedrohung und eine Düsternis aus, die mich wirklich begeistert hat. Da Roderick als Ich-Erzähler die Geschehnisse zu Papier bringt, ist man wirklich mittendrin statt nur dabei. Ich habe diese Kurzgeschichte mit ihren 140 Seiten wirklich genossen. 10 von 10 Punkten. Und ja Fred, ich konnte das Rätsel lösen.


Dienstag, 4. September 2012

Whitley Strieber - Die Heimsuchung




Ein ganz herzliches Danke schön an Inge und Frank Festa vom Festa-Verlag, die mir dieses Buch einfach mal so geschenkt haben.

Dr. Brian Kelly lebt mit seiner zweiten Frau Loi in einem Trailer, nahe seinem Haus. Das Haus war mitsamt erster Ehefrau und Tochter verbrannt. Durch diesen schlimmen Verlust hat Brian immer noch Alpträume und hat seine Stelle als Physiker an der Universität aufgegeben.
Als er mit seiner hochschwangeren Frau und seinem Hund ein Picknick auf einem Hügel auf Richter terBroecks Grundstück macht, hören sie plötzlich entsetzliche Schreie aus dem Hügel. Der Richter setzt alles daran um eine Untersuchung zu verhindern. Die Journalistin Ellen Maas lässt nicht locker. Nachts schleicht sie sich auf das Grundstück des Richters und wird plötzlich von seltsamen Käfern angegriffen, denen sie nur knapp entkommen kann. Kurz darauf werden auch an einer anderen Stelle Schreie aus dem Erdboden gehört und eine Frau kann ausgegraben werden, die aber kurz darauf stirbt. Wie kam sie unter die Erde? Und was hat ihr jeden einzelnen Knochen im Leib gebrochen. Brian Kelly und Ellen Maas beginnen die Sache zu untersuchen und bringen nicht nur sich in tödliche Gefahr.

Eine Rezension für dieses Buch zu schreiben ist nicht einfach, denn ich habe mir ziemlich schwer getan mit der Geschichte warm zu werden. Es soll eine Hommage an H. P. Lovecraft sein, was Whitley Strieber hier geschrieben hat, aber ich fand es zeitweise einfach nur verwirrend. Der Schreibstil ist im alten Stil Lovecrafts gehalten und auch die Ausdrucksweise ist ähnlich. Das war auch nicht mein Problem. Das war eindeutig die Story selbst. Doch trotz aller Schwierigkeiten konnte ich auch nicht abbrechen, denn irgendwie hielt mich die Geschichte doch gefangen und ich musste unbedingt wissen wie sie endet. Die Personen blieben ziemlich eindimensional. Höchstens bei den 3 Hauptpersonen gab es so etwas wie emotionale Tiefe. Doch trotz allem, war das Buch spannend und darum vergebe ich 7 von 10 Punkten. Erwähnen möchte ich noch die tolle Ausstattung des Hardcovers mit Lesebändchen und Umschlag in der tollen Lederoptik. Da hat sich der Festa-Verlag wirklich etwas tolles einfallen lassen.

Freitag, 31. August 2012

Tommy Krappweis - Das Vorzelt zur Hölle

Dieses Mal gibt es kein Bild des Buches, da der Knaur-Verlag eine hohe Geldstrafe für das Veröffentlichen seiner Bilder verhängt.


Campen ist eine tolle Sache, besonders wenn man einen so verrückten Vater hat wie Tommy Krappweis. Denn der campt am liebsten wild, meilenweit weg von den Sanitären Anlagen, dem Kiosk und natürlich auch dem Trinkwasser. Sandstrand wird sowieso total überbewertet und so kann es uns nicht verwundern, wenn Herr Krappweis sich immer die urigsten, düstersten, unwegsamsten und steinigsten Stellen überhaupt aussucht. Ganz schnell wird klar: Tommy hasst das Campen und zwar mit ganzer Seele. Leider nützt das nichts, denn bis er endlich alleine zu Hause bleiben darf, gehen viele Jahre ins Land. In seinem Buch erzählt er uns von diesen Jahren des Schreckens mitRiesenspinnen, Schlangen, Müllhalden, Kühen vor dem Zelt und noch viel mehr.

Den meisten wird Tommy Krappweis als Erfinder von Bernd das Brot bekannt sein. Ich kannte ihn nicht, aber der Klappentext des Buches hat mich sofort angesprochen. Meine Eltern waren zwar keine Wildcamper und fuhren auch nicht tausende von Kilometern mit einem altersschwachen und umgebauten VW-Bus, aber wir hatten einen Campingplatz auf dem wir jede freie Minute verbrachten. So konnte ich wirklich vieles nachvollziehen, was Tommy in seinem Buch erzählt hat.

Sein Vater ist ein Mensch der nach dem Spruch "geht nicht, gibts nicht" lebt und so stürzt er die Familie in so manche gefährliche und kuriose Situation. Ich habe wirklich lauthals gelacht als der Autor von den vielen Missgeschicken und kleinen Katastrophen erzählt hat. Denn eigentlich wäre Tommy viel lieber mit einem Buch zu Hause geblieben. Wie gut ich das doch verstehen kann.

Auch Werner Krappweis hat einige Kapitel zu dem Buch beigesteuert, was das alles noch viel realer gemacht hat und uns auch die Sicht des Vaters erleben ließ. Der Schreibstil ist einfach und durchzogen mit einer guten Portion Ironie. Als i-Tüpfelchen empfand ich den Bildteil, der am Ende des eBooks war. Ich kann das Buch wirklich jedem empfehlen der gerne lacht. Man muss wirklich kein Camper sein um es zu lesen und zu lieben.

Von mir gibt es 9 von 10 Punkten.



Dienstag, 28. August 2012

Edward Lee - Bighead





Als sein Großvater stirbt, macht sich der schrecklich entstellte Bighead auf den Weg in die große Welt. Er möchte den Wald in dem er mit seinem Großvater gelebt hatte verlassen und erkunden, wovon sein Großvater ihn fern gehalten hatte. Dabei hinterlässt er eine Spur toter Menschen. Zeitgleich sind auch Dicky und Balls unterwegs. Sie schmuggeln schwarz gebrannten über die Staatsgrenze und ziehen mordend und vergewaltigend durch die Gegend. Und auch Charity und Jerrica sind gemeinsam unterwegs. Charity um ihre Tante zu besuchen und Jerrica um einen Artikel über die Gegend zu schreiben,in der Charity lebt. Charitys Tante betreibt ein kleines Gästehaus in dem die beiden jungen Frauen unterkommen. Und dann trifft auch noch Pater Alexander ein. Was haben alle diese Menschen gemeinsam? Sie alle werden auf Bighead treffen. Aber werde sie das auch alle überleben?

Das Buch ist echt harter Tobak. Mich kann ja eigentlich nichts so leicht aus der Ruhe bringen, aber hier bin ich wirklich an meine Grenzen gestoßen. Zwei mal hat es mich beim Lesen sogar fast gewürgt. Besonders die Szenen mit Dicky und Balls fand ich ziemlich eklig. Ich hätte mir niemals vorstellen können, was man so alles mit einer Frau anstellen kann. Egal ob tot oder lebendig. Aber andererseits gab es auch immer wieder Szenen die so krank waren, dass ich schon wieder darüber lachen musste. Bighead in seiner Naivität war manchmal echt komisch wenn ich es auch nicht besonders appetitlich fand, wenn er Gehirn schlürfte. Pater Alexander war der Knaller. Ein fluchender, saufender und rauchender Pater, der vor seiner Berufung in Vietnam war und so einige Leichen in seinem Keller hatte.


Edward Lees Schreibstil ist einfach und gut zu lesen. Obwohl Dicky, Balls und Bighead in Dialekt gesprochen hatten, hatte ich beim Lesen keinerlei Probleme. Trotzdem musste ich immer wieder Pausen einlegen, weil ich erst mal den ganzen Kram verdauen musste, der da auf mich einströmte. Ich habe wirklich schon viele brutale und auch abartige Bücher gelesen, aber keins war auch nur annähernd so schlimm wie "Bighead". Durch den ständigen Wechsel der Handlungsstränge wurde die Spannung die ganze Zeit über hoch gehalten.


Die Warnung, die der Verlag auf die Rückseite des Buches drucken lies, steht absolut zu Recht da und man sollte sich vorher gut überlegen, ob man diese Story verkraften kann. Nicht umsonst wurde "Bighead" zum "most disturbing book" ernannt. Dieser Titel ist absolut gerechtfertigt.

Überlegt euch gut, ob ihr dieses Buch lesen wollt. Es ist wirklich nur für Hart gesottene. Aber wer durchhält, wird mit einem originellen und einzigartigen Buch belohnt. Mir hat es trotz allem gefallen und ich vergebe 9 von 10 Punkten. 


Samstag, 25. August 2012

Brian Keene - Die Verschollenen



Eine unbewohnte Insel im Pazifik, 30 Kandidaten, eine Million Dollar, unzählige Kameras, schwierige Aufgaben, Streit und Intrigen und nur einer der gewinnen kann. Das ist der Stoff aus dem die Fernsehträume gemacht sind. Das wollen die Zuschauer vor dem Bildschirm sehen. Doch dann geschieht etwas etwas unvorhergesehenes. Ein schrecklicher Sturm bricht los und wer so feige ist, die Insel zu verlassen, hat automatisch verloren. Darum denkt auch niemand außer der Crew daran, sich auf das wartende Schiff zu retten. Nur ein Kamerateam bleibt auf der Insel um ja keine Emotionen der Teilnehmer zu verpassen. Doch auf der Insel ist noch etwas viel schrecklicheres als der Sturm. Etwas, das großen Hunger hat. Auf Menschenfleisch.

Von den 30 Teilnehmern auf der Insel lernt man nur ein paar kennen. Das ist auch gut so, denn sonst wäre man von den vielen Namen wohl ziemlich erschlagen. Becka, Jerry und Troy sind dabei die zentralen Figuren. Durch den Sturm werden die auf der Insel verbliebenen getrennt. In kleinen Grüppchen versuchen sie zu überleben. Das hätte wahrscheinlich auch ziemlich gut funktioniert, wenn nicht plötzlich ein Horde stinkender Kreaturen aufgetaucht wären. 

Das Buch war total klasse und genau nach meinem Geschmack. Es gab reichlich Blut, unappetitliche Szenen und unsympathische Charaktere. Natürlich waren auch ein paar sehr nette dabei. Einmal angefangen zu lesen konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Ständig passierte etwas anderes. Spannung war immer gegeben, da der Schrecken auf unterschiedliche Art über die Teilnehmer herein brach. Der Schreibstil ist einfach und flüssig und man konnte die Story locker weglesen. Die Hauptcharaktere auf die der Autor sich konzentriert hat sind sehr gut ausgearbeitet und zum Glück mutiert hier keiner zum Superman. Einen kleinen Kritikpunkt habe ich und das ist das Ende. Das passte meiner Meinung nach überhaupt nicht zu der Geschichte. Darum gibt es auch einen Punkt Abzug. Aber immerhin bekommt das Buch tolle 9 von 10 Punkten.

Montag, 20. August 2012

Gord Rollo - Amputiert






Michael Fox führt ein ganz normales Leben bis zu dem Tag an dem er mit seinen Freunden in der Kneipe feiert und einen Anruf von der Polizei bekommt. Er hatte seine Frau gebeten ihn abzuholen, weil er viel zu betrunken ist und sie war auf der Fahrt zur Kneipe von der Straße abgekommen. Seine Frau und sein kleiner Sohn sind sofort tot, seine Tochter überlebt schwer verletzt. Er kommt mit dem Leben nicht mehr zurecht und rutscht ab in Obdachlosigkeit, Alkohol und Drogen. Seine Tochter hasst ihn dafür und wächst bei einer Tante auf. Er selbst findet keinen Grund mehr noch länger am Leben zu bleiben und will sich vor einen Zug stürzen, als plötzlich eine Limousine neben ihm hält.

Darin sitzt Mr. Drake, der ihm 2 Millionen Dollar verspricht, wenn er seinem Chef, einem brillianten Neurochirurgen, seinen rechten Arm verkauft. Mike denkt über das Angebot nach und da er Linkshänder ist, willigte er schließlich ein. So kann er seiner Tochter ein schönes Leben bieten und sie würde ihm vielleicht sogar eines Tages verzeihen. Doch kaum in der Klinik angekommen muss Mike feststellen, dass er in der Hölle gelandet ist und dass Genie und Wahnsinn nahe beieinander liegen.

Was für ein krasses Buch. Am Anfang habe ich mir etwas schwer getan, weil es so viele medizinische Erklärungen gab, die für die Geschichte nicht unbedingt relevant sind. Ich will schließlich nicht meinen Doktor machen. Aber dann nimmt die Story immer mehr an Fahrt auf, wird immer abstruser und erschreckender, so dass ich kaum noch zum Luft holen kam. Gord Rollo hat sich hier wirklich ein ganz besonderes Horrorszenario ausgedacht, das alle meine Urängste angesprochen hat. Mike ist der typische Antiheld, der hier in eine Sache rutscht, die er sich nicht in seinen schlimmsten Träumen vorstellen konnte, doch er versucht immer wieder das Beste daraus zu machen, ohne zum Superhelden zu mutieren. Er bleibt sich immer selbst treu und wirkt dadurch sehr authentisch und sympathisch. Man leidet mit ihm und immer wenn man denkt, jetzt kann es nicht mehr schlimmer werden, setzt der Autor noch eins drauf.

Ja ich bin begeistert und meine derzeitige Vorliebe für Splatterszenen wurde vollkommen befriedigt. Doch trotz der heftigen Szenen kommt auch die Handlung nicht zu kurz. Das Buch ist definitiv nichts für schwache Mägen und Gemüter und kann bei unsachgemäßem Konsum zu Alpträumen führen.
Ich vergebe fantastische 9 von 10 Punkten.

Samstag, 18. August 2012

J. A. Konrath - MR. K.








Jacqueline Daniels, kurz Jack genannt, jagt zusammen mit ihrem Partner Herb seit 25 Jahren, den schlimmsten Serienmörder aller Zeiten. Über hundert brutale Morde hat der Täter, der Mr. K. genannt wird, schon begangen. Und immer werden die Opfer auf unvorstellbar grausame Art und Weise gefoltert. Er ist sehr einfallsreich, wenn es darum geht seinen Opfern die schlimmsten Schmerzen zuzufügen. Das einzige, was alle gemeinsam haben ist, dass sie mit einem Ballknebel zum Verstummen gebracht wurden. Doch dann kommt Jack Mr. K. ganz nahe. Zu nahe, denn er hat sie in seiner Gewalt und will sich für die lange Jagd an ihr rächen. Wird sie ihm entkommen können, oder siegt dieses Mal wirklich das Böse?

Das war mein erster richtig brutaler Killer, bei dem ich wirklich herzhaft lachen musste, denn die Dialoge sind zeitweise sehr spritzig und urkomisch. Einfach herrlich. Die Kapitel sind sehr kurz, dadurch lässt sich das Buch schnell lesen. Was mich ein ganz klein wenig gestört hat, waren die ständig wechselnden 3 Zeitebenen in denen das Buch spielt. Aber ich gewöhnte mich relativ schnell daran. Der Roman ist sehr spannend, trotzdem hat ihm irgendetwas gefehlt. Ich kann es nicht benennen, aber so richtig ist der Funke nicht über gesprungen. Von den Charakteren hat eigentlich nur Jack richtig gut ausgearbeitet, ihre Partner Harry und Herb bleiben eher Schattenhaft. Aber das hat der Handlung nicht geschadet.

Auch dieses Buch sollte man nur lesen, wenn man nicht zu zart besaitet ist, denn die Foltermethoden sind teilweise schon sehr gut beschrieben und brutal. Aber allen anderen Lesern kann ich das Buch mit gutem Gewissen empfehlen. 

Ich vergebe 8 von 10 Punkten

 

Donnerstag, 16. August 2012

Stefanie Maucher - Franklin Gothic Medium








Franklin ist ein wahrer Gourmet. Er legt sehr viel Wert auf artgerechte Haltung und gesunde Fütterung des noch lebenden Fleisches. Fast Food Tempel sind für ihn untragbar und er würde sich niemals mit so einem Schund vergiften. Seit einiger Zeit arbeitet er an einem Kochbuch, das er nach Vollendung der Welt präsentieren möchte. Jetzt hat er auch noch darüber nachgedacht, seine eigene kleine Viehzucht aufzubauen.

Das besondere daran? Franklin ist Kannibale. Sein Fleisch kommt von seinen Artgenossen, die für ihn einfach nur Nahrung sind, keinen Namen haben und keine Seele. Als er die hübsche Asiatin Fou-Mai sieht, verfolgt er sie, schlägt sie k.o. und nimmt sie mit nach Hause. Aus ihr möchte er ganz besondere Leckerbissen machen. Doch ihre Freundin sucht nach ihr. Gibt es für das Paar noch eine Chance? Wird Naomi ihre Freundin noch rechtzeitig finden? Oder bleibt nur ein Eintrag in Franklins Kochbuch als Andenken zurück?


Stefanie Maucher hat mit ihrem Buch "Franklin Gothic Medium" etwas ganz besonderes erschaffen. In ihrem Buch wird ganz klar deutlich, was wir Fleischfresser eigentlich den Tieren antun, die fast jeden Tag auf unseren Tellern landen. Nur eben auf den Menschen übertragen. Man kommt wirklich ins grübeln, ob man auch weiterhin Fleisch essen sollte, wo man doch jetzt ungefähr weiß, wie so ein "Schlachttier" sich fühlen und leiden muss.



Außerdem überzeugt das Buch durch eine unglaubliche Sprachgewalt, Wortwitz und niemals langweiligen Metaphern. Manchmal musste ich wirklich laut auflachen, so naiv und doch von sich selbst absolut überzeugt kam Franklin rüber. Seine Tagträume waren einfach nur herrlich und haben viel über seinen Charakter ausgesagt.


Die lustigen Anspielungen auf z.B. König Artus und seine Ritter haben mir immer wieder ein Lächeln entlockt. Auch Begriffe wie "Kohl-Rabbi für Fleisch vom Rabbi in Kohl gewickelt oder das Abt-Ei in Senfsoße ließen mich schmunzeln. Oder Franklins Träume, wie sich durch sein Kochbuch doch so manches Promileben verändern würde waren einfach klasse. Dieser groteske Roman hat mich wirklich begeistert aber geekelt habe ich mich seltsamerweise nicht.


Menschen mit schwachen Mägen möchte ich aber dringend von der Lektüre des Buches abraten, denn es ist wirklich nichts für schwache Gemüter. Es wird schon sehr deutlich beschrieben, wie Franklin mit seinem "Schlachtvieh" umgeht. Allen anderen wünsche ich ganz viel Spaß bei der Lektüre dieses außergewöhnlichen Buches.


Volle 10 von 10 Punkten und ein ganz dickes Dankeschön an die Autorin die mein Buch so wunderbar und lustig signiert hat.

Mittwoch, 15. August 2012

Wolfgang Brenner - Aber Mutter weinet sehr





Zuerst möchte ich mich ganz herzlich bei Amazon bedanken, die mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Robert und Marie bereiten zu Hause das Abendessen zu und warten auf ihren 11jährigen Sohn Johann, der um 19:00 Uhr zu Hause sein sollte. Als der Junge nicht pünktlich zum Abendessen erscheint, wird sein Vater schrecklich wütend und versucht ihn auf dem Handy zu erreichen. Aber das ist ausgeschaltet. So langsam macht sich bei Marie die Angst um ihr einziges Kind breit, während ihr Ehemann immer wütender wird. Nach einem Anruf bei Johanns Freund wird es zur Gewissheit: Es muss dem Kind etwas passiert sein, denn er ist schon vor 19:00 Uhr aufgebrochen um pünktlich zu Hause zu sein. Warum kam er nie da an? Robert erträgt die Warterei nicht mehr und fährt die Gegend ab, bis schließlich die Polizei bei ihnen eintrifft. Aber auch Suchhunde, Wärmebildhelikopter und Hundertschaften der Polizei haben keinen Erfolg. Johann bleibt verschwunden. Marie wendet sich an die Medien und bittet den Entführer ihr ihren Sohn zurückzugeben. Und er knüpft wirklich Kontakt mit ihr. Kann sie ihn überzeugen, dass er ihr das Kind zurück gibt? Oder lebt Johann vielleicht gar nicht mehr?

Auf dem Cover des Buches "Aber Mutter weinet sehr" steht, dass es sich um einen Psychothriller handelt. Das kann ich leider nicht bestätigen. Es war vielleicht ein ganz ordentlicher Krimi aber mehr auch nicht. Robert war mir von Anfang an ein Rätsel und ich hatte ab und an den Eindruck, dass er sein Auto mehr liebt als seinen Sohn. In Marie konnte ich mich am Anfang noch gut hineinversetzen und ihre Trauer war einfach schrecklich. Doch irgendwann fing sie an immer unlogischer zu handeln, so dass ich nur noch mit dem Kopf schütteln konnte. So richtig spannend fand ich die Geschichte auch nicht und Lore, die später im Buch vorkommt hätte ich am Liebsten nach 5 Minuten den Hals umgedreht.

Durch den lockeren Schreibstil war das Buch trotz allem ziemlich schnell gelesen, aber ich war doch enttäuscht, wie vorhersehbar die Geschichte endete. Da hätte ich gerne noch einen Knalleffekt gehabt. Ganz so mein Fall war dieser Roman nicht, aber ich bin mir sicher, dass er auch seine Liebhaber finden wird.
Ich vergebe 6 von 10 Punkten.

Dienstag, 14. August 2012

Christina M. Fischer - Dämonenbraut



Auch für dieses Buch möchte ich mich ganz herzlich bei Frau Richter vom Art Skript Phantastik Verlag bedanken, die es mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Eine Virus-Epidemie, die vor ca. 60 Jahren ausbrach, sorgte dafür dass immer mehr A-Normalos zur Welt kamen. Das konnte bedeuten, dass die Menschen sich in der Pubertät in einen Vampir, Werwolf oder eine Hexe oder Dämonenbraut verwandelten. Aussuchen konnte sich das leider keiner. Damit die "normalen" Menschen weiterhin ungestört und sicher leben können, wurde eine Agentur gegründet, die sich mit den Verbrechen der A-Normalos beschäftigt. Eine Agentin davon ist die Dämonenbraut  Sophie, die mit ihrem Partner, dem Vampir Julius, eine Gruppe Hexen ausschalten soll, die schwarze Magie beschwören und als Opfer andere Hexen töten. Julius ist ein absoluter Frauenschwarm und Sophie ist erstaunt, dass er sich ausgerechnet für sie interessiert. Aber er ist nicht der einzige, denn auch der mächtige Hexenmeister Samuel hat Interesse an der schönen und mächtigen Dämonenbraut. Gemeinsam versuchen sie dem schwarzmagischen Hexenzirkel auf die Spur zu kommen. Für welchen der Männer wird Sofie sich entscheiden? Wer kann ihr Herz gewinnen? 


"Dämonenbraut" ist wunderbare Urban Fantasy und das Buch hat mir großen Spaß gemacht. Sophie ist eine taffe Frau, die mit ihrem Dämonenmal auf der Stirn und einem tropfen Blut Dämonen aus einer anderen Dimension holen kann, die ihr dienen müssen. Ihren Partner Julius mochte ich sehr gerne. Er wollte kein Vampir werden und wehrte sich mit aller Macht dagegen, was aber unnötig ist, denn gegen seine Bestimmung kann man nichts tun. Er ist trotz seiner Macht ein ganz netter und sympatischer Kerl, nur leider kommt er ungefähr ab der Mitte des Buches nur noch sporadisch vor. Auch Anna, Sophies Freundin und deren Tochter mochte ich sehr gerne. Überhaupt waren die Charaktere gut ausgearbeitet und gelungen. Ich mochte sie eigentlich alle irgendwie. Die Story fand ich auch sehr gut und die Romantik war nicht zu übertrieben. Das einzige was mich wirklich gestört hat war, dass Sophie sofort in Flammen stand, sobald sie nur von einem Mann berührt wurde. Aber vielleicht kenne ich ja auch nur die falschen Männer ;o) Die Beschreibungen waren sehr bildhaft aber nicht zu viel so dass sie langweilig gewirkt hätten und den Schreibstil fand ich erfrischend und leicht und flüssig zu lesen, so dass ich in kürzester Zeit das Buch verschlungen hatte. Ich hoffe sehr stark auf eine Fortsetzung und vergebe 8 von 10 Punkten. 

Montag, 13. August 2012

Nate Southard - Red Sky




Eigentlich sollte alles ganz schnell gehen. Rein in die Bank, die Geldsäcke schnappen, ins Fluchtauto und über alle Berge. Nur haben sie 2 Neue im Team, die sich leider als Psychopathen entpuppen und einfach mal ein paar Leute erschießen. Dummerweise bekommt Dale einen Bauchschuss ab und seine Psychofreundin dreht darauf hin vollkommen durch. Jetzt müssen sie auch noch eine junge Frau als Geisel nehmen und werden von der Polizei verfolgt. Sie fliehen in die Wüste von New Mexiko und verstecken sich in einer alten Fabrikhalle in der sich überall Kleidung und Werkzeuge der Armee befinden. Plötzlich taucht ein Hubschrauber auf und spuckt 3 Soldaten aus. Sie tragen Gasmasken und Schutzanzüge und versuchen die Bankräuber und die Geisel zu erschießen. Doch das ist noch nicht das schlimmste, das dieser Gruppe von Leuten zustoßen wird, denn sobald die Sonne unter geht, tauchen die wahren Besitzer der Fabrik auf... 

Ich war ja zuerst skeptisch, weil Zombiegeschichten nicht gerade zu meinen Lieblingen gehören. Aber Red Sky war ein Buch genau nach meinem Geschmack und ich wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Was ganz normal als Bankraub begann endete in blankem Horror. Zwar konnte ich mir schon ziemlich bald denken, worauf die Geschichte hinaus läuft, aber das tat der Spannung keinen Abbruch. Ich fand das Buch jetzt auch nicht zu brutal, aber natürlich gab es jede Menge Blut. Ein toller Debütroman von Nate Southard mit flüssigem Schreibstil, der sich sehr gut lesen ließ. Ich hoffe, wir bekommen noch mehr Bücher dieser Art vom Autor zu lesen. Ich kann es nur allen Horrorfreunden empfehlen. 10 von 10 Punkten. 

Cindy Spencer Pape - Steam & Magic 1 Feurspiele




Die Gouvernante Caroline Bristol hat es mal wieder geschafft gekündigt zu werden. Dabei hatte sie sich nur gegen die Zudringlichkeiten ihres Dienstherrn zur Wehr gesetzt. Für Sir Merrick Hadrian und seine Schwester Dorothy ist das ein Glücksfall nachdem sie plötzlich 5 Kinder in ihrem Haus haben. Sir Merrick arbeitet für die Regierung und bei einem seiner Einsätze wurde er von 4 Vampiren gleichzeitig angegriffen. Wenn die 5 Straßenkinder ihm nicht zur Hilfe geeilt wären, hätte er es wohl nicht überlebt. Schnell merkt er, dass alle Kinder eine besondere Gabe haben und nimmt sie in seine Obhut. Caroline willigt ein, als Gouvernante für die Hadrians zu arbeiten und hat die Kinder auch in kürzester Zeit voll im Griff. Doch immer wieder werden sie angegriffen und als es dann auch noch zu einer Entführung kommt, ist Schluss mit lustig. 

Was für ein tolles Buch. Meine Erwartungen wurden sogar noch weit übertroffen. Ein herrlicher Steampunk Roman der Mitte des 19. Jahrhunderts spielt und in dem alles vertreten ist was ein guter Roman braucht: eine tolle Story, Spannung, etwas Liebe, tolle Charaktere, Dampf betriebene Maschinen und eine gute Priese Humor. Die Beschreibungen des viktorianischen Londons war einfach klasse. Man fühlte sich direkt in die englische Hauptstadt versetzt. Auch die tollen Apparate und Erfindungen haben mich begeistert. Aber am Meisten lebt das Buch durch seine Personen, die alle so wundervoll beschrieben sind und alle ihre ganz eigene Art haben. Ich war richtig traurig, als das Buch nach 351 Seiten schon zu Ende war. Hat sich die Handlung im ersten Teil hauptsächlich darum gedreht, dass die Charaktere zueinander finden, werden wohl in den nächsten Teilen die Fälle und Kämpfe mit übersinnlichen Wesen die Hauptrolle spielen. Darauf freue ich mich schon wahnsinnig und hoffe, dass uns die Autorin und der Verlag nicht so lange auf Band 2 warten lassen. Eine absolute Leseempfehlung für alle Liebhaber von Steampunk. 10 von 10 Punkten ♥

Brett McBean - Das Motel




Es ist die Nacht von Halloween. Al und Eddy sind schon ziemlich angetrunken, als sie auf die Idee kommen ein Auto zu knacken und ein wenig in der Gegend herumzufahren. Gesagt, getan. An einem dunklen Park finden sie ein Auto, das ihnen gefällt und sie machen eine Spritztour. Als sie ein komisches Klappern aus dem Kofferraum hören, werden sie neugierig und beschließen nachzuschauen. Es könnte ja ein Koffer voller Geld sein. Nein, kein Koffer. Aber eine junge männliche Leiche. Al und Eddy geraten in Panik. Im ganzen Auto sind ihre Fingerabdrücke. Sie beschließen in die Berge zu fahren um die Leiche dort loszuwerden. Als sie am abgelegenen Lodgepole Pine Motel ankommen, ist das der perfekte Ort um die Leiche verschwinden zu lassen. Aber sie sind nicht die einzigen, die Mist gebaut haben und dort Zuflucht suchen. Auch ein mörderisches Ehepaar und ein Psychopath und Mörder haben dieses entlegene Motel gewählt. Ob die Besitzerin Madge mit diesen Leuten zurecht kommt? Immerhin war ihr verstorbene Mann bei der Polizei... 

Als ich den Klappentext dieses Buches gelesen hatte, hoffte ich, dass es mich genauso fesselt wie das Buch "Das Hotel" von Jack Kilborn. Leider war das nicht ganz der Fall denn so richtig spannend fand ich das Buch eigentlich nicht. Gut, die Charaktere waren ziemlich interessant, aber ansonsten hatte das Buch nicht viel zu bieten, außer ein paar brutale Szenen und massenweise Blut. Der Schreibstil ist einfach und gut zu lesen. Aber es gibt fast keinen Spannungsbogen. Man kann auch nur mit einer Person wirklich mitfühlen und hofft, dass er das alles überlebt. Die Anderen waren mir so ziemlich egal. Die Beschreibungen der Gegend und der Charaktere fand ich wiederum sehr gelungen. Hoffentlich gefällt mir das nächste Buch von Brett McBean besser, das liegt nämlich auch schon auf meinem SuB. Ich vergebe 8 von 10 Punkten hauptsächlich für die tollen Spatter-Szenen.

Dan Wells - Sarg niemals nie




Zuerst möchte ich mich ganz herzlich bei LovelyBooks bedanken, die mir das Buch zur Verfügung gestellt und die Leserunde organisiert haben. Es hat wieder sehr viel Spaß gemacht. 

Nun zum Inhalt: 
Frederick und seine Freundin Gwen tüfteln einen bombensicheren Plan aus, wie sie zu viel Geld kommen können. Frederick der bei einer Bank arbeitet fälscht ein Dokument und gibt sich als einziger Verwandter eines kürzlich verstorbenen und reichen Mannes aus. Leider findet sein Vorgesetzter ein Dokument bei dem Freddy das Fälschen übte und er landet im Gefängnis. Wie konnte das passieren? Er hatte doch alle Übungsfälschungen vernichtet? Als sein Zellengenosse an der Schwindsucht stirbt überredet Freddy den Bestatter ihn selbst in den Sarg zu legen und zu behaupten, er sei auch gestorben. So weit so gut. Als Freddy in der Nacht auf dem Friedhof aus dem Sarg steigt, hat er plötzlich 5 Vampire an der Backe, die ihn für den "Erhabenen" halten. Und egal wie sehr er versucht dieses Missverständnis aufzuklären, glaubt plötzlich jeder, Freddy wäre ein Vampir. Das führt zu den komischsten Verwicklungen. Jetzt muss er nicht nur vor der Polizei fliehen sondern auch noch vor einer Horde ziemlich dämlicher Vampire. 

Was habe ich gelacht. Das Buch ist wirklich der Hammer. Es gibt so viele Verwechslungen, Irrungen und Wirrungen, dass einem kaum Zeit bleibt um Luft zu holen. Dazu kommen noch verschrobene und skurrile Charaktere die alle ganz wunderbar beschrieben sind. Ich bin froh, das Buch zu Hause gelesen zu haben, denn sonst hätten mich die Menschen in meiner Umgebung bestimmt für verrückt gehalten bei dem ständigen gekichere und gelache. Ich liebe Freddy der wirklich kein Fettnäpfchen aus lässt. Oder John, der nur in Reimen spricht, ob es passt oder nicht. Smiley15 Auch hat mir gut gefallen, dass einige bekannte Personen im Buch auftauchen. Aber mehr möchte ich nicht verraten. Das Buch sollten alle lesen, die auf viel schwarzen Humor stehen. Von mir bekommt das Buch die volle Punktzahl 10 von 10 und den Favoritenstatus. 

Araminta Hall - Kein sicherer Ort




Familie Donaldson sucht dringend ein neues Kindermädchen und ist überglücklich als sich Agatha, genannt Aggie, bei ihnen vorstellt. Auch ein Anruf bei der vermeintlichen früheren Arbeitgeberin überzeugt das Ehepaar hier einen Glücksgriff getan zu haben. Schnell gewöhnen sich die beiden Kinder Betty und Hal an die junge Frau, die sich sehr viel Zeit für die Kinder nimmt und auch den Haushalt scheinbar mit links vom Chaos in ein Traumhaus verwandelt. Aber etwas stimmt nicht mir Aggie. Wer ist sie wirklich? Und was für einen Plan heckt sie aus. Was ist ihr in der Vergangenheit widerfahren? Ruth und Christian überlassen ihr nach und nach alle Arbeiten in ihrem zu Hause und auch mit ihren Kindern. Und als sie endlich merken, dass mit Aggie etwas nicht stimmt ist es schon fast zu spät.

Der Klappentext des Buches hatte mich voll überzeugt und als Luebbe Teilnehmer für eine Leserunde suchten habe ich mich sofort beworben und gehofft, ich könnte eine der Gewinnerinnen sein. Und so war es auch. Voller Eifer stürzte ich mich auf das Manuskript und der erste Teil der Geschichte hatte mich auch ziemlich schnell in seinen Bann geschlagen. Er war zwar nicht wirklich spannend aber sehr interessant. Vom 2. und 3. Teil erhoffe ich mir dann mehr Spannung. Aber ich wurde enttäuscht. Denn das ganze Buch dreht sich fast ausschließlich um die Streitereien zwischen Ruth und Christian Donaldson. Die beiden hatten ihre Ehe nicht im Griff, waren ständig überfordert, suchten die schuld ständig bei Anderen und ignorierten ihre Kinder weitestgehend. Von der Gefahr durch Aggie konnte man so gut wie nichts spüren. Im Gegenteil, war ich sehr froh, dass sich wenigstens eine Person um die kleinen Kinder kümmerte, wenn die Eltern mal wieder in Selbstmittleid versanken. Irgendwann nervte es nur noch und auch das Ende konnte mich absolut nicht überzeugen. Man denkt, die Autorin wollte mit biegen und brechen dieses Ende und so wirkt es doch sehr konstruiert. Aus diesem Thema hätte man viel mehr machen können und dann wäre es auch bestimmt ein spannender Thriller geworden. So entpuppte sich der Roman eher als Frauenbuch und Ratgeber, wie man es nicht machen sollte. Schade. Leider nur 5 von 10 Punkten.

Hjorth & Rosenfeldt - Die Frauen, die er kannte




Ein ganz großes Danke schön an Amazon, die mir das Buch zur Verfügung gestellt haben. 

In Stockholm geht ein Serienmörder um. Er zwingt seine Opfer, alles Frauen, ein blaues Nachthemd zu tragen, vergewaltigt sie und schneidet ihnen anschließend äußerst brutal die Kehle durch. 
Da der Mörder die Taten des berüchtigten Serienkillers Edward Hinde kopiert, den Sebastian Bergmann vor einigen Jahren hinter Gittern gebracht hat, wird Sebastian zu den Ermittlungen hinzugezogen. 
Doch dann stirbt eine Frau mit der der Kriminalpsychologe erst kurz zuvor geschlafen hatte. Möchte sich hier jemand an Sebastian rächen? 

"Die Frauen die er kannte" empfinde ich als absolutes Meisterstück des Autorenduos. Das Buch war so spannend, dass ich es kaum noch aus der Hand legen konnte. Einzig die Dicke des Thriller hinderte mich daran, das Buch in einem Rutsch durchzulesen. 
Sebastian wirkt noch unsympathischer als im ersten Band und um seinen Willen durchzusetzen verletzt er ohne zu zögern andere Menschen. Aber gerade das ist die große Kunst an diesem Buch: Obwohl man die Hauptperson überhaupt nicht leiden kann und einfach nur schrecklich unsympathisch findet, liest man doch immer weiter. Aber es gibt ja noch mehrere Figuren im Buch. Billy finde ich sehr sympathisch, dafür kann ich Vanja nicht ausstehen. Torkel und Ursula mag ich eigentlich auch, aber alle Figuren haben ihre Ecke und Kanten. Das finde ich klasse, denn es macht die Figuren sehr lebendig und 3-Dimensional. Der Plot ist wie immer hervorragend und verzwickt. Man weiß nie, wie das Buch enden wird. Der Schreibstil ist sehr gut und flott zu lesen, obwohl mir die Schwedischen Namen fremd sind. Ich freue mich schon auf das nächste Buch von Hjorth und Rosenfeldt und hoffe sehr, dass Sebastian dann wieder genauso unausstehlich ist wie in den beiden Vorgängern. Ich vergebe 10 von 10 Punkten

Fay Winterberg - Wien, Stadt der Vampire





Zuerst möchte ich mich noch ganz herzlich beim Art Skript Phantastik Verlag bedanken, der mir das Buch zur Verfügung gestellt hat. Ich habe mich sehr darüber gefreut. 

Nun zu der Rezension: 

Man schreibt das Jahr 2090. Vor einiger Zeit hatten sich die Vampire an die Öffentlichkeit gewandt. Sie wollten nicht mehr versteckt im Dunkeln leben und das löste bei vielen Menschen Angst und Hass aus und war für die großen Vampirkriege verantwortlich, die sehr vielen Vampiren und Menschen das Leben kostete. Durch die Kriege wurden die Ölreserven aufgebraucht und die uns bekannte Welt änderte sich grundlegend. Alte Technologien finden plötzlich wieder Verwendung und werden gemeinsam mit den modernen Errungenschaften wie z.B. dem Handy genutzt. 

In dieser Zeit lebt die Halb-Vampirin Lilith Avant-Garde. Von Beruf ist sie Archäologen für magische Artefakte und bereist die ganze Welt. Nachdem sie von einem Auftrag nach Dresden, dem Stammsitz ihres Vaters einem Vampirprinz zurückgekehrt ist, erhält sie eine Einladung vom Prinzen von Wien. Sie soll zu seinem Debüt erscheinen. Was will dieser Vampir von ihr? Und was hat es mit den illegalen Werwolf-Fights auf sich? 

"Wien, Stadt der Vampire" ist das Debüt der Autorin Fay Winterberg und umfasst gerade einmal 120 Seiten. Auch wenn es der 1. Teil einer Serie ist, kann man da natürlich keine großen Erklärungen erwarten. Aber meiner Meinung nach hätte man die Seiten besser zur Erklärung verschiedener Ereignisse genutzt und nicht mit ausführlichen Beschreibungen der Kleidung verschwendet. Der Grundgedanke des Romans ist unglaublich interessant aber die Geschichte wirkt teilweise abgehackt und unvollständig. Ich möchte wirklich niemanden zu Nahe treten, aber ich denke das Lektorat hätte besser arbeiten können, denn viele Wortwendungen klangen geradezu Kindlich. Außerdem waren etliche Druck- oder Schreibfehler zu finden. 

Doch trotz alldem fand ich die Geschichte recht angenehm zu lesen. Die Figuren sind sehr sympatisch und ich konnte mich gut in Lilith hineinversetzen. Gerne hätte ich mehr über die schöne Stadt Wien gelesen, aber vielleicht kommt das ja noch im 2. Teil. Ich denke die Geschichte hat sehr viel Potential und vielleicht wird der nächste Band ja ausführlicher. Freuen würde es mich jedenfalls und ich werde dem nächsten Band auf jeden Fall eine Chance geben. Ich vergebe 6 von 10 Punkten

Isabel Allende - Mayas Tagebuch






Ein herzliches Dankeschön an das Amazon Vine-Club-Programm an dem ich teilnehmen darf. 

Mayas Leben startet eher ungewöhnlich. Der Vater, ein Pilot, reist ständig um die ganze Welt und hat nie Zeit für seine Tochter. Die Mutter, eine Dänin, die überhaupt keine Lust auf Kinder hat und ihre Tochter einfach bei den Schwiegereltern abgibt und auf nimmer Wiedersehen verschwindet. Die Großmutter, eine ziemlich durchgeknallte Chilenin, die für alles zu haben ist,Kekse für jugendliche Straftäter backt, an Demonstrationen teil nimmt, öfter mal deswegen verhaftet wird und sich kleidet wie ein Hippie. Und der über alles geliebte Großvater, Pop genannt, ein sanfter und lieber Afroamerikaner, der Maya Liebe und Geborgenheit schenkt und immer für sie da ist. 

Als der geliebte Pop stirbt, zerbricht Mayas heile Welt. Sie kann den Tod des geliebten Menschen nicht verkraften und fängt an Drogen zu nehmen und immer weiter abzurutschen. Irgendwann landet sie in Las Vegas. Dort findet sie sich im tiefsten Verbrechermilieu wieder, kann aber fliehen und wird von ihrer Großmutter, die sie Nini nennt, auf die kleine Chilenische Insel Chiloé geschickt. Dort soll sie sich vor den Schlägern die sie suchen verstecken. Wie soll sie es nur auf dieser kleinen Insel aushalten, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen und es noch nicht mal immer Strom gibt? Doch dann fühlt sich Maya immer wohler bei diesen ungewöhnlichen Menschen. Bis eines Tages jemand aus ihrer Vergangenheit auftaucht. 

Mit "Mayas Tagebuch" ist Frau Allende wieder ein wunderschönes Buch gelungen. Beim Lesen fühlte ich mich, wie so oft bei ihren Büchern, in eine wohlige, warme Wolke eingehüllt. Frau Allende versteht es Landschaften und Gefühle zu beschreiben, dass man sich wirklich mittendrin findet und alles am inneren Auge vorbeiziehen sieht. Ihre Figuren sind einfach wundervoll, teilweise voller Wärme, aber immer sehr dreidimensional. Nicht mal dem kleinsten Verbrecher fehlt Tiefe. Die Geschichte ist wieder sehr außergewöhnlich und erzählt viel über Chile. Auch die politische Situation zur Zeit der Militärdiktatur ist wieder geschickt eingeflochten ohne zu langweilen oder zu überfordern. Die Sprache ist wie immer wunderschön und leicht zu lesen. Man merkt, dass Isabel Allende weiß worüber sie schreibt. 
Ich bin wieder absolut überzeugt und begeistert und vergebe 10 von 10 Punkten. Jeder, der auch einmal ohne Gemetzel auskommt, solle dieses Buch lesen.